Alles hat seine Zeit

Selbstgedichtet und verfasst oder entdeckt

Alles hat seine Zeit

Beitragvon ich bin's » 03.11.2004, 07:34

In der Rubrik "Denkerische Einsichten" hat Cemper die Diskussion mit dem Satz " Alles hat seine Zeit" begonnen. Dazu fand ich folgendes:


Alles hat seine Zeit.
Heiraten und getrennt werden,
Partner gewinnen und verlieren,
Krisen erleiden und überwinden,
Stark sein und schwach werden,
Das Eigenheim und das Altersheim,

Alles hat seine Zeit.
Dankbarkeit und Undank
Ruhestand und Unruhestand,
Gesundsein und Kranksein,
Altwerden und Altsein,

Alles hat seine Zeit.
Das Leben hat seine Zeit.
Das Sterben hat seine Stunde.
'Wir sind froh, daß Sorgen, Leid, Ärger
Und Krankheit ihre Zeit haben,
Wir bedauern, daß Freude, Glück
Und Erfolg ihre Zeit haben,

Alles hat seine Zeit.
Alles, was ist, und alles, was geschieht,
Hat seine Stunde.

Was aber Gott tut,
Hat Ewigkeit.

(Kurt Rommel)
Wenn Gott die Menschen misst, legt er das Maßband ums Herz und nicht um den Kopf. (Irisch. Sprichwort)
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Beitragvon panta_rhei » 05.11.2004, 13:34

... alles hat seine Zeit

Annas Traurigkeit

Als Annas Mann gestorben war und sie ganz allein in ihrem Haus leben musste, zog die Traurigkeit bei ihr ein. Sie kam ohne zu klingeln, zu klopfen und zu fragen. Die Traurigkeit huschte durch das Schlüsselloch und begleitete Anna auf Schritt und Tritt. Groß und stark wollte sie in diesem Hause werden.
Zuerst war Anna froh, dass sie nicht "mehr so allein war".
Doch dann tat ihr der Rücken weh, weil die Traurigkeit den ganzen Tag auf ihrer Schulter hockte. Sie musste sie durch alle Zimmer schleppen. Die Traurigkeit ließ sich nicht mehr abschütteln.
"Mach dich nicht so schwer" bat Anna. Die Traurigkeit verzog sich schmollend für einen Augenblick in die Ecke. Aber je mehr sie mit Anna allein war, umso frecher wurde sie. Sie wich nicht mehr von Annas Schulter und mischte sich überall ein. Es gefiel ihr nicht, wenn Anna sich die Zähne putzte und ihre Haare kämmte.
"Für wen machst du dich auf den weiten Weg ins Badezimmer, wo doch eh keiner kommt", sagte die Traurigkeit.
Sie schimpfte, wenn Anna den Blumen frisches Wasser gab: "Wer gibt dir etwas?"
Wenn es klingelte, machte sich die Traurigkeit auf dem Sofa so breit, dass selbst eine Bohnenstange keinen Platz mehr gefunden hätte. Ging Anna trotzdem zur Tür, sprang die Traurigkeit ihr in den Weg und flüsterte ihr zu: "Drei Tage hast du dich nicht mehr gewaschen, so kannst du keinen Menschen einlassen!"
Ja, nun merkte Anna es selbst. Sie roch schon ein wenig, und so wollte sie niemandem die Tür öffnen. Obwohl es der Traurigkeit überhaupt nicht passte, badete Anna. Sie putzte sich die Zähne und kämmte sich ihr Haar. Dann ging sie zur Tür, aber dort war niemand mehr. Die Traurigkeit hopste vor Freude auf ihrem Rücken.
Als es dann eine Stunde später noch einmal klingelte, wendete die Traurigkeit alle Kraft auf, um Anna in den Sessel zu drücken.
"Es klingelt nicht an der Tür, sondern in deinen Ohren", redete die Traurigkeit auf sie ein. Doch noch wusste Anna was sie hörte. Obwohl die Traurigkeit sich an ihre Beine hängte und jeden Schritt zu verhindern suchte, schaffte Anna es bis zur Tür. Sie öffnete, und vor ihr stand die Nachbarin mit einem Blumenstrauß. "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag" sagte sie, und da fiel Anna ein, dass heute ihr Geburtstag war.
Die Nachbarin sprach mit Anna sofort über die Traurigkeit, als hätte sie auch schon Besuch von ihr gehabt. Und während die beiden Frauen über die Traurigkeit redeten, wurde diese immer wütender. Sie sprang wie ein Kobold von Annas Schulter auf die Schulter der Nachbarin und kreischte: "Ihr alten Tratschen, ich kann es nicht leiden, wenn man über mich spricht. Total fertig macht mich das!"
Doch die beiden Frauen hörten nicht darauf. Als die Nachbarin sich verabschiedete, fühlte sich Anna viel leichter. Die Traurigkeit hockte mit verbissenem Gesicht in einer Ecke und drohte mit ihrer kleinen Faust: "Anna, das sag ich dir, wenn du so weiter machst, dann hau ich ab."

Ditte Clemens

Einen herzlichen Gruß in die Runde und einen besonderen Gruß in Richtung Burgmauer Bild

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Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

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Beitragvon Liebesgruß » 05.11.2004, 15:09

Zum Entschlafenensonntag:

"Ängste und Tränen, Verzweiflung und Not, hungernde Herzen nach geistigem Brot. Glauben und Hoffen verlacht vom Verstand: Das ist die Zeit in die Gott uns gesandt!

Beten für jeden, der Beten verlernt, nahe sein denen, die von uns entfernt, Freude austeilen mit dienender Hand: Dazu hat Gott in die Zeit uns gesandt.

Wunden erkennen, die niemand sonst sieht. Herzen versöhnen, wo Unrecht geschieht, Frieden verkünden, wo Feindschaft entstand: Dazu hat Gott in die Zeit uns gesandt.

Treue zu halten, wo Treue nichts wert. Glauben bewahren, wo Glauben zerstört, hoffen zu können, wo Hoffnung entschwand: Dazu hat Gott in die Zeit uns gesandt.
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Alles hat seine Zeit

Beitragvon Anne » 06.11.2004, 08:59

Alles hat seine Zeit ...
Zuletzt geändert von Anne am 14.09.2007, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Beitragvon Liebesgruß » 09.11.2004, 13:32

Meine Sehnsucht wahrnehmen
Verfasser unbekannt

Feinfühlig werden
bei mir selber ankommen
wahrnehmen
was ist
was leben möchte
was verbindet
meiner Sehnsucht trauen

Hellhörig werden
bei mir zu Hause sein
horchen
auf die innere Herzensstimme
auf die subtilen Lebensschreie
meiner Sehnsucht begegnen

Achtsamkeit entfalten
Erwartungen nachgehen
mich nicht abfinden
mit Ungerechtigkeit
mit und anderen gerecht werden
meiner Sehnsucht nachspüren
Liebesgruß
 
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Höhen und Tiefen

Beitragvon Katzenpfote » 23.11.2004, 18:02

In The Valleys I Grow
(Verfasser unbekannt)

Sometimes life seems hard to bear,
Full of sorrow, trouble and woe
It's then I have to remember
That it's in the valleys I grow.

If I always stayed on the mountain top
And never experienced pain,
I would never appreciate God's love
And would be living in vain.

I have so much to learn
And my growth is very slow,
Sometimes I need the mountain tops,
But it's in the valleys I grow.

I do not always understand
Why things happen as they do,
But I am very sure of one thing.
My Lord will see me through.

My little valleys are nothing
When I picture Christ on the cross
He went through the valley of death;
His victory was Satan's loss.

Forgive me Lord, for complaining
When I'm feeling so very low.
Just give me a gentle reminder
That it's in the valleys I grow.

Continue to strengthen me, Lord
And use my life each day
To share your love with others
And help them find their way.

Thank you for valleys, Lord
For this one thing I know
The mountain tops are glorious
But it's in the valleys I grow!

_______

Manchmal scheint das Leben schwer zu ertragen,
voll von Trauer, Mühe und Leid
dann muß ich mich daran erinnern,
daß es in den Tälern ist, in denen ich wachse.

Wenn ich immer auf dem Berggipfel bliebe
und nie Schmerz erführe,
achtete ich nie die Liebe Gottes
und lebte vergeblich

Ich habe so viel zu lernen,
und mein Wachstum ist sehr langsam;
manchmal brauche ich die Berggipfel,
aber es sind die Täler, in denen ich wachse.

Ich verstehe nicht immer,
warum Dinge geschehen, wie sie es tun;
aber des Einen bin ich mir sicher:
Mein Gott bringt mich hindurch.

Meine kleinen Täler sind nichts,
wenn ich mir Christus am Kreuz vorstelle,
er ging durch das Tal des Todes;
sein Sieg war Satans Verlust.

Vergib mir, Gott, das Klagen,
wenn ich so niedergeschlagen bin.
Gib mir nur eine sanfte Erinnerung,
daß es die Tälern sind, in denen ich wachse.

Fahre fort, mich zu stärken,
und nutze mein Leben jeden Tag,
um deine Liebe mit anderen zu teilen
und ihnen zu helfen, ihren Weg zu finden.

Habe Dank für Täler.
Denn dieses eine weiß ich,
daß die Berggipfel glorreich sind,
aber es sind die Täler, in denen ich wachse!
Es ist schwieriger, ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.
Albert Einstein; Deutscher Physiker, 1879-1955
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Beitragvon orig.gabi » 04.02.2005, 19:34

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Alles hat seine Zeit, seinen Beginn- und sein Ende.

Für P.

In Liebe.
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Beitragvon orig.gabi » 21.02.2005, 19:28

Lieber Papa, Du bist nun begraben, fort aus unserem Leben und doch allgegenwärtig.
Du fehlst.
Nicht nur Mutter.
Doch Deine feine Ironie, Deine Schlagfertigkeit, Dein zuweilen bissiger Humor leben weiter, in mir, in...

Ich hab` Dich lieb.Immer.

G.
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Beitragvon Anne » 21.02.2005, 20:11

Gabi ... !?

Zeit für einen Spaziergang ? Oder so ... ?

Liebe Grüße an dich !

Anne
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Beitragvon Gaby » 21.02.2005, 20:30

Liebe Gabi,

>>Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen und
Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, daß er zu ihnen hinaufschaut, um
glücklich zu sein. Er sagt sich: Meine Blume ist da oben, irgendwo...

Schaut den Himmel an. Und ihr werdet sehen, wie sich alles verwandelt ...
Aber keiner von den großen Leuten wird jemals verstehn, daß das eine so große Bedeutung hat!<<

(aus "Der kleine Prinz", Antoine de Saint-Exupéry)

wer in unserem Herzen und in unserer Erinnerung lebt,
wird immer bei uns bleiben.

Bild

Liebe Grüße

Gaby
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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Beitragvon Skudarill » 21.02.2005, 20:57

Oh Gabi … *schluck*
… ohne Worte …

Ich denke an dich.
Skill
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Beitragvon orig.gabi » 22.02.2005, 08:58

Danke.

L.G. G.
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Beitragvon Anne » 22.02.2005, 09:42

:)
Zuletzt geändert von Anne am 14.09.2007, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon orig.gabi » 22.02.2005, 09:44

Oh, die Pfeife erinnert mich auch an jemanden... :mrgreen:

Liebe Grüße!
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