"Siehe, ich mache alles neu!" spricht der HErr ..

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

"Siehe, ich mache alles neu!" spricht der HErr ..

Beitragvon niltir » 31.08.2007, 08:15

Grüßt die Gemeinden!

Angeregt von Gabi's Beitrag (s.u.), möchte ich die gk-Gemeinde ebenfalls zu weiteren "seltsamen Gedanken" anregen.

orig.gabi hat geschrieben:Heute früh kam mir ein "seltsamer" Gedanke: vielleicht sind die Apostel, Propheten und Verkünder, die das Wort Jesu ernstnehmen und unverfälscht verkünden, die alten wie die neuen, tatsächlich allesamt rechtmässige Gesandte Gottes.
Und ist dieser Gott möglicherweise nicht ganz anders als wir denken?

Ein Gedankenspiel.
Jesus Christus war der Erste dieser Gesandten des Herrn, der, der als der Sohn Gottes den "wirklichen" Gott den Menschen aufzeichnen und nahebringen sollte.
Vielleicht war das der tiefste Sinn des Leben Jesu.
Vielleicht sollte genau dieser Lebensweg, sein Aufruf zu und sein Ringen um Liebe und Gerechtigkeit, sein Verfolgtsein, sein Sterben am Kreuz, die Aufferstehung danach, uns genau das Bild des Vaters zeigen, das des "Sein" Gottes, der ist, wie Jesus war.

Allwissend, allgütig, aber nicht allmächtig, ein Gott, dem im Hier die "Hände gebunden" sind.
Ein Gott, der nicht beliebig in seine Schöpfung eingreifen kann,
weil der freie Wille des Menschen über der Allmacht Gottes steht.
Das erklärte dieses Missverhältnis zwischen dieser angeblichen göttlichen Allmacht und seiner allumfassenden Liebe einerseits, und dem unvorstellbaren Elend in der Welt andererseits.

Vielleicht steht Gottes Allmacht erst ganz am Ende - entsteht auch hier "vom Ende her".
Entsteht, wenn der Mensch endlich, endlich begriffen hat, dass es ohne
(s)eine aktive Umsetzung der Christus Botschaften aus den Evangelien für diese Welt niemals einen Weg zur wirklichen Erlösung geben kann, geben wird.
Diese Welt bliebe demnach ein düsterer Ort - solange der Mensch diese Erkenntnisse nicht tatsächlich umsetzten und danach handeln wird.
Darin zeigte sich dann die oft erwähnte Überwindung.

Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Hoffnung usw. triumphierten über Eigennutz, Machtgelüste, Missgunst, Trübsal usw.
Jesus Christus begänne auf diese Weise in und durch die Menschheit zu leben.

Vielleicht kann die Wiederkunft Christi tatsächlich nur so stattfinden - und aussehen.


Liebe Grüße!

niltir
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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Beitragvon Anne » 31.08.2007, 08:50

Liebe Gabi,

ich kenne einen Apostel, der genau das kompromisslos predigt:

Gottes Reich beginnt hier und jetzt. Es beginnt in uns und muss sich hier schon zeigen...

Er geht in jedem Gottesdienst darauf ein, was das für jeden von uns und unseren Umgang miteinander bedeutet und zeigt Wege auf, wie wir durch unseren Glauben über die Schwierigkeiten miteinander hinweg kommen, sie überwinden können.

Mancher hält ihn deshalb für "zu hoch".

Für sein "Was machen wir jetzt damit (mit unserer Erkenntnis), wie setzen wir es im Alltag um!?" ist er allerdings auch bekannt. :wink:

Und ich stelle diese Antwort gleich deinem Beitrag einfach in den Raum. :wink:

Liebe Grüße
- auch an Herrn niltir -

Anne
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Re: "Siehe, ich mache alles neu!" spricht der HErr

Beitragvon Anne » 31.08.2007, 08:55

orig.gabi hat geschrieben:Allwissend, allgütig, aber nicht allmächtig, ein Gott, dem im Hier die "Hände gebunden" sind.
Ein Gott, der nicht beliebig in seine Schöpfung eingreifen kann,
weil der freie Wille des Menschen über der Allmacht Gottes steht.
Das erklärte dieses Missverhältnis zwischen dieser angeblichen göttlichen Allmacht und seiner allumfassenden Liebe einerseits, und dem unvorstellbaren Elend in der Welt andererseits.

Vielleicht steht Gottes Allmacht erst ganz am Ende - entsteht auch hier "vom Ende her".
Entsteht, wenn der Mensch endlich, endlich begriffen hat, dass es ohne
(s)eine aktive Umsetzung der Christus Botschaften aus den Evangelien für diese Welt niemals einen Weg zur wirklichen Erlösung geben kann, geben wird.
Diese Welt bliebe demnach ein düsterer Ort - solange der Mensch diese Erkenntnisse nicht tatsächlich umsetzten und danach handeln wird.
Darin zeigte sich dann die oft erwähnte Überwindung.

Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Hoffnung usw. triumphierten über Eigennutz, Machtgelüste, Missgunst, Trübsal usw.
Jesus Christus begänne auf diese Weise in und durch die Menschheit zu leben.


Und noch was: Aus dieser Sicht entsteht das prozesshafte Denken (bzw. kann entstehen, ist daraus ableitbar). Keine schlechte Sichtweise

- meint Anne
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Beitragvon niltir » 31.08.2007, 09:08

Die Überwindung zur Verwandlung in den "neuen" Leib Christi kennzeichnet das Vertrauen und die Hoffnung eines Menschen in das Evangelium und bringt ihn 'vom Ende her gesehen' in den Zustand einer "Erwählung". Die "ER-Wahl" trifft letztendlich der Mensch selbst ..

p.s. Liebe Grüße, auch an Frau Anne .. :wink:
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Beitragvon trinity » 31.08.2007, 10:15

Ich möchte einfach einmal die Begriffe aus Gabi's Betrag genauso gegenüberstellen:

Liebe triumphiert über Eigennutz
Barmherzigkeit triumphiert über Machtgelüste
Gerechtigkeit triumphiert über Missgunst
Hoffnung triumphiert über Trübsal

Wenn ich nicht mehr auf Eigennutz aus bin und ich mich (und jeder andere auch) liebevoll um mein Wohl und meine Bedürfnisse und dem anderen helfe, sich um sein Wohl und seine Bedürfnisse zu sorgen ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich meine Machtgelüste (warum muss ich Macht über etwas/jemanden haben? Doch nur aus Angst!) sein lasse und mir und anderen gegenüber barmherzig bin, dann bin ich immer versorgt und der andere auch ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich gerecht zu mir bin, wenn ich mich immer überprüfe, was gerade bei/in mir los ist und welche Gefühle gerade da sind, wenn ich es schaffe, alles was in mir passiert bei mir zu lassen und wenn ich es schaffe, mich zu verändern anstatt den anderen, dann bin ich bei mir und nicht missgünstig beim anderen ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich es schaffe, in einer Zeit der Trübsal, die immer wieder kommt und wohl auch NOT-wendig ist, durch das Erinnern an eigene Erlebnisse und deren Auflösung wieder in die Hoffnung komme, dann wird es Licht und weit und das Vertrauen kehrt zurück. Wenn das jeder machen würde und den anderen helfen würde, das zu visualisieren ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!


T.
trinity
 

Beitragvon trinity » 31.08.2007, 10:25

Anne hat geschrieben: ich kenne einen Apostel, der genau das kompromisslos predigt: Gottes Reich beginnt hier und jetzt. Es beginnt in uns und muss sich hier schon zeigen...

Mancher hält ihn deshalb für "zu hoch".

Für sein "Was machen wir jetzt damit (mit unserer Erkenntnis), wie setzen wir es im Alltag um!?" ist er allerdings auch bekannt.

Liebe Anne,

zu solch einem Menschen in Deiner Nähe kann ich Dir nur gratulieren! Dass er als zu hoch gehalten wird, zeigt ganz viel Nichtverstehen der Christus-Lehre! Dem (für mich) weisen Mystiker und StAp Urwyler ging es wohl ebenso ...

Was mich immer wieder wundert ist der Satz: "Im Alltag umsetzen"! Was ist eigentlich, wenn der Alltag einmal abwesend ist? Was ist dann anders? Wo ist man dann? Und wie?

Mit dieser Diskrepanz kann ich so garnicht!

LG
T
trinity
 

Beitragvon Kontrabass » 31.08.2007, 10:34

trinity hat geschrieben:Ich möchte einfach einmal die Begriffe aus Gabi's Betrag genauso gegenüberstellen:

Liebe triumphiert über Eigennutz
Barmherzigkeit triumphiert über Machtgelüste
Gerechtigkeit triumphiert über Missgunst
Hoffnung triumphiert über Trübsal

Wenn ich nicht mehr auf Eigennutz aus bin und ich mich (und jeder andere auch) liebevoll um mein Wohl und meine Bedürfnisse und dem anderen helfe, sich um sein Wohl und seine Bedürfnisse zu sorgen ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich meine Machtgelüste (warum muss ich Macht über etwas/jemanden haben? Doch nur aus Angst!) sein lasse und mir und anderen gegenüber barmherzig bin, dann bin ich immer versorgt und der andere auch ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich gerecht zu mir bin, wenn ich mich immer überprüfe, was gerade bei/in mir los ist und welche Gefühle gerade da sind, wenn ich es schaffe, alles was in mir passiert bei mir zu lassen und wenn ich es schaffe, mich zu verändern anstatt den anderen, dann bin ich bei mir und nicht missgünstig beim anderen ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!

Wenn ich es schaffe, in einer Zeit der Trübsal, die immer wieder kommt und wohl auch NOT-wendig ist, durch das Erinnern an eigene Erlebnisse und deren Auflösung wieder in die Hoffnung komme, dann wird es Licht und weit und das Vertrauen kehrt zurück. Wenn das jeder machen würde und den anderen helfen würde, das zu visualisieren ... dann ist das Himmelreich sehr nahe herbeigekommen!


T.


Liebe(r) trinity,

treffend beschrieben - Danke dafür ! Und doch so schwer, dies beständig umzusetzen und zu leben. :oops:

Liebe Grüsse
Kontrabass
Toleranz ist eine Form der Nächstenliebe. Sie gibt dem anderen den Lebensraum, den es braucht, um ganz Mensch zu sein (Verfasser nicht bekannt)
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Beitragvon Anne » 31.08.2007, 10:37

trinity hat geschrieben:Was mich immer wieder wundert ist der Satz: "Im Alltag umsetzen"! Was ist eigentlich, wenn der Alltag einmal abwesend ist? Was ist dann anders? Wo ist man dann? Und wie?


Lieber Herr T,

der Alltag, der hier (wahrscheinlich) gemeint ist, kann nicht abwesend sein. Es geht meinem Verständnis nach nicht um Zeit, Raum oder Beschäftigung, sondern um uns selbst in unserem täglichen Leben und inmitten der Herausforderungen, vor denen wir jeden Tag stehen. So zumindest verstehe ich das.

Somit bedeutet "Alltag" einfach "aktive Zeit" und eben nicht eine selige-und-passiv-vor-dem-Altar-schlummer-Zeit. :wink:

Oder so. Oder wie hast du das gemeint?

Liebe Grüße
Anne
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Beitragvon trinity » 31.08.2007, 10:43

Kontrabass hat geschrieben:Und doch so schwer, dies beständig umzusetzen und zu leben.

Hallo Kontrabass,

ja, ist es! Aber es wird so sehr viel leichter, wenn man sich gegenseitig immer wieder daran erinnert. Wenn man Kritik annehmen lernt. Wenn man liebevoll bei sich bleibt. Und auch mal den Mut hat, etwas anderes zu machen, sich bewusst anders zu entscheiden und dann zu schauen, was passiert!

Die Welt ist wie DU bist ...


Gruss
T
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Beitragvon trinity » 31.08.2007, 10:52

Anne hat geschrieben: Somit bedeutet "Alltag" einfach "aktive Zeit" und eben nicht eine selige-und-passiv-vor-dem-Altar-schlummer-Zeit.

Oh je, Anne, für mich waren in meiner NAK-Zeit die meisten Gottesdienste (Predigten und Personenkult) tiefster Alltag ... so sehr musste ich mich da in Zaum halten und mich in Nächstenliebe und Geduld und Hoffnung üben. Daher ist Alltag für mich so ein abstrakter Begriff.

Beim Lesen des Begriffes "eine selige-und-passiv-vor-dem-Altar-schlummer-Zeit" musste ich an eine amerikanische Hirnforscherin denken, die sagte: Verliebtsein ist eine Art Geisteserkrankung ... das trifft wohl auch auf diesen o.g. Begriff zu!
:wink:

Herzlichen Gruss
Herr T
trinity
 

Beitragvon Anne » 31.08.2007, 10:58

:lol: ... da sage ich jetzt lieber nix zu. :wink:
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Beitragvon evah pirazzi » 02.09.2007, 21:05

Man könnte jetzt eher im Nachhinein zu dem Thema - Siehe ich mache alles neu - (bezogen auf gk) sagen:

Wenn du doch geredet hättest,

aber für das si tacuisses wüsste ich auch schon einen Kandidaten.
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Beitragvon Randnotiz » 02.09.2007, 21:51

shalom hat geschrieben:
Randnotiz in Ebene2 / Leben in der NGk / Was bitte ist eine Glaubenskultur (Niveau Beitragsebene 2) hat geschrieben:Zwischenfrage:<br><br>Soll die Frage das Etikett dieses Forums reflektieren, oder besteht nur zufällig eine Gemeinsamkeit im Wortlaut?

.
"...Schweigen ist Gold" (qualitativ höherwertiges si tacuisses, neuerdings auf den höheren Ebenen vorzufinden)...


Der zitierte Beitrag stammt aus dem Jahr 2004.
Respekt für diese Recherche in den Untiefen meiner Banalitäten.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Beitragvon evah pirazzi » 03.09.2007, 08:45

Heul doch! (Zitat)

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