Plädoyer für einen offenen Neuapostolizismus

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

hinzugetan ...

Beitragvon Protestant » 28.03.2007, 14:39

:lol:

Du, es könnte doch sein, dass Sokrates und ggfs. auch Platon und weitere "ungöttliche Vordenker" an diversen Entschlafenengottesdiensten schon "hinzugetan wurden". Wäre doch nicht so abwegig, oder?

Es ist ja gängige neuapostolische Praxis, vor allem in der Vergangenheit gewesen, posthum "zwangsweise" zu versiegeln. So hat das Werk Gottes irdische Defizite im Handumdrehen himmlisch wettgemacht. Siehe Bach, Luther etc.; warum also nicht auch die Philosophen. "Dort" können sie ja keinen größeren Schaden mehr anrichten, ... wegen der Nähe des "Chefs" ... :wink:


Grüße vom
Protestanten :wink:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

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Re: hinzugetan ...

Beitragvon vigilius peregrinus » 28.03.2007, 14:58

Protestant
hat geschrieben:
:lol:

Du, es könnte doch sein, dass Sokrates und ggfs. auch Platon und weitere "ungöttliche Vordenker" an diversen Entschlafenengottesdiensten schon "hinzugetan wurden". Wäre doch nicht so abwegig, oder?

Es ist ja gängige neuapostolische Praxis, vor allem in der Vergangenheit gewesen, posthum "zwangsweise" zu versiegeln. So hat das Werk Gottes irdische Defizite im Handumdrehen himmlisch wettgemacht. Siehe Bach, Luther etc.; warum also nicht auch die Philosophen. "Dort" können sie ja keinen größeren Schaden mehr anrichten, ... wegen der Nähe des "Chefs" ... :wink:


Grüße vom
Protestanten :wink:


Ja, nun, das läßt sich wohl nicht ausschließen. :wink: Hätte es die NAK bereits im Urchristentum gegeben, wäre die himmlische Naktualisierung freilich schon viel früher vonstatten gegangen, womit sich der neuplatonische Einfluß auf die frühe Christenheit noch in anderer Weise erklären würde! :wink: :wink:

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Fußwaschung ...

Beitragvon Protestant » 28.03.2007, 15:04

Genau.

Und jetzt werde ich mich mit der Fußwaschung beschäftigen. Eine wunderbare Selbsterkennungsübung, nicht ... :?: :wink:


Gruß
P. :wink:
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Beitragvon philippus » 28.03.2007, 16:41

Hallo, mein lieber Freund Protestant,

du sag mal, wolltest du nicht mal wieder öffentlich beten? :wink:
Dann ist der ganze Kram auch mit einiger Sicherheit da, wo er eigentlich hingehört.

Liebe Grüße
Frank

PS: Sorry, war nur mal so'n Gedanke.
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Beitragvon Bedenkentraeger » 28.03.2007, 17:40

Vancouver hat geschrieben:Tja, werter Herr Bedenkentraeger,

es ist schon schade, daß Sie hinsichtlich Ihres Ansinnens nicht ein wenig mehr Zuspruch erhalten haben. Andererseits war ähnliches wohl zu erwarten, die Positionen und Schreibstile der Autoren sind ja hinlänglich bekannt. Und diese können oder wollen halt auch nicht aus ihrer Haut...

Ich will hier noch einmal kurz auf den "Treuebegriff" eingehen, den Cemper aus seiner Außensicht beleuchtet hat. Ich habe schon etliche Berichte von sog. "Aussteigern" gelesen. Oftmals konnte ich die immensen Seelennöte und die daraus resultierenden extremen psychischen Probleme und Störungen nicht ganz nachvollziehen. Ich hielt es häufig für mangelndes Abstraktionsvermögen z. B. zwischen Mensch und Kirche bzw. Amt und Amtsträger. Aber die Aussicht von "Untreue" und der damit "na-amtlichen" Konsequenzen ist wohl nicht zu unterschätzen. Daher ist es gut so, daß neuerdings diesbezüglich wohl vorsichtiger gehandelt wird.

Zu Ihren Ansätzen: Ich stimme Ihnen "im kleinen und besonderen" zu. Wenn es jedoch um das Große und Ganze geht - die Kirche ist streng hierarchisch. Zu Ihrer Erinnerung hier ein Beispiel: Ein Apostel machte mal den Fehler, in einem halbverschluckten Nebensatz ein Lied als sein Lieblingslied zu adeln. Was meinen Sie wohl, was passiert ist? Oder es hat mal ein Apostel einen Dirigenten besonders gelobt, was meinen Sie, wie schnell der Bezirkschor-, Jugenchor-, Beerdingschor- und wer-weiß-nicht-noch-was-dirigent wurde... Verstehen Sie, was ich damit sagen will?

Also: Wieviele "Freigeister" werden wohl wenigstens in die mittlere Führungsriege vorrücken, damit sich in der Breite etwas ändert? Und wieviele überhaupt in den Kreis der AP? Es schreiben hier ja auch etliche ATs. Wieviel davon sind "über" dem PR???

Hinsichtlich des "Einbringens" sehe ich noch eine weitere Schwierigkeit. Es ist halt nun mal so, daß in unserer Kirche ausschließlich nach und im Auftrag von "oben" gehandelt werden darf. Selbst bei den kleinsten Kleinigkeiten. Und den wenigen mit dem "Stigma des 100%igen" wird alles aufgebürdet. Obwohl diese oftmals nicht mehr wissen, wo ihnen vor lauter "Kirchenjobs" der Kopf steht. Und das mit z. T. verheerenden Folgen hinsichtlich Gesundheit und Familie... Fragen Sie mal "oben" an, ob Sie Sie dies oder das mal machen oder übernehmen könnten... Ich könnte Ihnen ein Liedlein davon singen...

Heute kann ich z. B. zu etlichen ev./kath. Kirchenmusikern sagen: Sie, ich würde gerne mal dies oder das machen und diese sagen mir dann, welche Termine sie noch dafür frei haben. Wenn ich das innerhalb unserer Kirche machen würde hieße es sofort, der Mann will sich profilieren.

Und solange das noch so ist können wir dies und das denken und für richtig halten, vielleicht auch im kleinen bei günstiger Konstellation etwas bewegen und uns vor allem natürlich um uns selbst kümmern, was auch am wichtigsten ist. Die Kirche insgesamt werden wir nicht maßgeblich beeinflussen können.

Trotzdem herzliche Grüße!

V.


Liebes "Vancouver",

noch einmal melde ich mich hierzu zu Wort - und wirklich nur ganz kurz: Es geht mir hier ja von der Sache her gar nicht um Zuspruch oder Ablehnung meines Ansinnens, sondern nur um ein gewisses Maß an Verständnis für das, was ich hier zum Bedenken vorgetragen habe - mehr nicht.

Die Herren "Cemper", "vigilius peregrinus", "shalom" und viele andere haben doch in vielen Dingen absolut recht. Ich will da gar nicht wirklich dagegen halten. Viele Befunde, zu denen diese Herren kommen, teile ich von der Sache her, manchmal mit ein paar Einschränkungen, aber oftmals auch ohne einen einzigen Vorbehalt.

Ich weiß auch um diese ganzen Dinge, die Sie hier nun nochmals explizit anführen, zum Beispiel die soldatische Treue unter unseren Amtsträgern. Ich weiß auch (und dies wirklich gut), daß es da "oben" und auch schon in der "mittleren" Ebene keinen wirklichen "Freigeister" gibt. Und erst recht weiß ich, daß wir die Gesamtkirche niemals verändern können; ich bin hier ja einer der ganz wenigen, die dies immer wieder und immer wieder betonen, nämlich daß Reformen bei uns niemals machbar sind. Ja, ich rate doch stets davon ab, so etwas wie Reformen überhaupt in Erwägung zu ziehen, geschweige denn zu einem Ziel zu machen. Ich weiß auch, daß Dialog und ähnliches so etwas wie Fremdwörter für unsere Kirchenleitung ist. Von einer Diskussionskultur, wie sie in anderen Glaubensgemeinschaften schon längst Alltag ist, sind wir so weit entfernt wie die Erde vom Planten Pluto.

Daher geht es mir mit meinem Ansatz auch nur um das - wie Sie es ganz richtig erkennen - "kleine und besondere", das heißt darum, daß wir uns ganz einfach zu Wort melden, wenn wir irgendwo einen Anlaß sehen, daß ein Wort gewechselt werden sollte. Wenn zum Beispiel in irgendeiner Sache (zum Beispiel bei einer Lehraussage) Fragen aufkommen und niemand fragt da nach, dann sollten wir ganz einfach mal etwas mutig sein und die Fragen stellen, die sich ja oftmals ganz von selbst stellen. Und wir sollten uns nicht abwimmeln oder gar abspeisen lassen. Und wenn man uns schief anschaut, weil wir überhaupt fragen, dann sollte uns dies einfach egal sein. Man kann uns schneiden, man kann uns nahelegen, das Amt niederzulegen, wenn wir Amtsträger sein sollten, aber wenn wir nichts Übles tun, kann man uns nicht so ohne weiteres aus der Kirche werfen.

Mein Ansatz geht ganz einfach mehr in diese Richtung: Wenn diejenigen, die irgendwie "anders" sind, weil sie sich zum Beispiel für Ökumene interessieren und begeistern, die sich aber dabei dennoch neuapostolisch fühlen und den meisten Lehraussagen der Kirche auch zustimmen und die Lehraussagen der Kirche, mit denen sie Probleme haben, beiseite legen, in der Kirche bleiben und die "Normalgläubigen" und die Kirchenleitung sozusagen "in Frieden lassen" (das heißt nicht von ihrer Meinung überzeugen wollen), aber ihren Geist (zum Beispiel den ökumenischen) in diese Kirche mit einstiften, die Kirche somit um ein weiteres Glaubensgut bereichern, dann hätten wir vielleicht den "Offenen Neuapostolizismus", der mir vorschwebt. Daß bei diesem Ansatz mehr wir gefragt sind, als die Kirchenleitung oder die "Normalgläubigen", liegt auf der Hand, oder?

Insofern liegt es an uns.

Guten Abend und herzliche Grüße!
Bedenkentraeger
 
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Beitragvon Eselsohr » 29.03.2007, 10:17

Lieber Bedenkenträger!
ich kann Deine Aussagen nur unterstreichen.
Die Institution NAK ist als solche nicht reformierbar, jedenfall nicht von unten. Der einzige Weg, der bleibt, ist, seinen Glauben nach seinen persönlichen Überzeugungen zu leben. Es ist nicht nur unmöglich, sondern auch unnötig, die Kirche zu reformieren. Man sollte eher seinen ganz persönlichen Draht zu Gott suchen...und ER lässt sich finden. Ob man dies in der NAK oder einer anderen Kirche tut, ist letztendlich nebensächlich. Was man braucht, ist Gelassenheit, Gottvertrauen und etwas Selbstvetrauen...und Grosszügigkeit mit anderen Meinungen, auch wenn sie borniert erscheinen sollten.
Ich finde, man zerreibt sich beim Versuch, die Kirche zu ändern.


Man stelle sich nur einen Moment folgendes Extrem vor: Die Ökumene ist verwirklicht. Es gibt nur EINE Kirche. Selbst die NAK hat sich in diese eine Kirche eingereiht. Alle Ökumeniker, Reformer,usw. sind zufrieden.

Würde mich dies Gott auch nur einen Schritt näher bringen?


Herzliche Grüsse,
E.o.
Zuletzt geändert von Eselsohr am 29.03.2007, 10:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Randnotiz » 29.03.2007, 10:25

Eselsohr
hat geschrieben:
Man stelle sich nur einen Moment folgendes Extrem vor: Die Ökumene ist verwirklicht. Es gibt nur EINE Kirche. Selbst die NAK hat sich in diese eine Kirche eingereiht. Alle Ökumeniker, Reformer,usw. sind zufrieden.

Würde mich dies persönlich Gott auch nur einen Schritt näher bringen?




Nein. Aber man ist auf dem Weg dorthin beschäftigt - sprich: abgelenkt von wesentlich existentielleren Fragen...
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Beitragvon Cemper » 29.03.2007, 10:36

... als da wären?
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Beitragvon Bert » 29.03.2007, 10:38

Ob Du Gott näher kommst oder nicht, liebes Eselsohr, hängt davon ab, wie Du Dich persönlich vehälst, und nicht davon, was Kirchen machen.

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Beitragvon Randnotiz » 29.03.2007, 10:56

Cemper
hat geschrieben:
... als da wären?


Gibt es Gott?
Spricht Gott zu uns Menschen?
Wie ist Gott?
Wer bin ich?
Was ging daneben?
Und warum immer bei mir?
Wie schlimm ist Sünde?
Wohin gehe ich?
Kann Religion helfen?
Gibt es denn eine Antwort?
Wenn ja, auf welche Frage überhaupt?
Wozu Jesu Tod am Kreuz?
Wie finde ich Rettung?
Und jetzt?
Hallo Cemper?
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Beitragvon tergram » 29.03.2007, 10:57

Fortsetzung:

Warum ist 'hallo Cemper' für Randnotiz eine Frage?
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Beitragvon weltmensch » 29.03.2007, 11:03

weil er ein Rätsel ist?
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Beitragvon Randnotiz » 29.03.2007, 11:09

Wieso "er"?
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Beitragvon tergram » 29.03.2007, 11:19

Weil alle wirklich wichtigen Persönlichkeiten Männer waren und sind. Das ist gottgewollt.
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