Paradigmenwechsel

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

Beitragvon Cemper » 22.03.2007, 20:04

Bedenkentraeger hat geschrieben:Meine Frage geht hier aber etwas weiter. Ich frage mich zum einen, ob nicht in einer Kirche, wie nun zum Beispiel in der unsrigen, diese Gegenwart Gottes, diese Offenarung Gottes in einem bsonders hohem, deutlichen, starken, klaren Maß und in einer besonderen, reinen Qualität gegeben ist, wie anderenorts nicht mehr, zumindest nicht in dieser Art und Weise, in diesem Maß. Wäre es denkbar oder ist es abwegig, darüber auch nur einen Gedanken zu verschwenden?

Zum anderen kommt hier natürlich auch die Frage mit hoch, ob dann diese Kirche nicht doch ein alleiniges, einmaliges Heilswerk Gottes ist, DAS Erlösungswerk eben.

Kann man es als absolut abwegig vom Tisch wischen?

Ich weiß nicht so recht ...

Und damit herzliche Grüße zu einem verschneiten Donnerstagabend!

Wertester Bedenkenträger!

Ich vermute und bin vielleicht sogar gewiss, dass die von Ihnen gestellte Frage auf einer empirischen Basis beantwortet werden kann. Ich würde - wenn ich Ihre Frage beantworten müsste - einmal versuchen, eine statistisch signifikante Auswahl der in normalen neuap. Gottesdiensten gehaltenen Predigten auf Tonträger aufzuzeichnen und abschriftlich vorzulegen und dann diese Predigten auszuwerten. Das Verfahren wäre etwas kompliziert. Eine derartige Vorgehensweise wäre aber notwendig, weil es in Ihrer bzw. der Neuap. Kirche keine schriftlichen Predigtvorlagen gibt, sondern eben "nur" das - nach neuap. Anspruch - aus dem Heiligen Geist "gewirkte" oder offenbarte Wort der Predigt. Weitergehende empirische Untersuchungen wären selbstverständlich auch noch sinnvoll.

Wir könnten über dieses Forum einmal einen solchen Versuch machen. 40 oder 50 oder gar 60 der hier schreibenden Damen und Herren gehen an einem vorher zu bestimmenden Tag zwischen Konstanz und Flensburg und Frankfurt an der Oder und Krefeld in einen Gottesdienst in einer neuap. Kirchengemeinde und nehmen die Predigt auf - und stellen dann hier Abschriften ein.

Was halten Sie davon?

:wink:
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Beitragvon Bedenkentraeger » 22.03.2007, 20:20

Cemper
hat geschrieben:
Bedenkentraeger hat geschrieben:Meine Frage geht hier aber etwas weiter. Ich frage mich zum einen, ob nicht in einer Kirche, wie nun zum Beispiel in der unsrigen, diese Gegenwart Gottes, diese Offenarung Gottes in einem bsonders hohem, deutlichen, starken, klaren Maß und in einer besonderen, reinen Qualität gegeben ist, wie anderenorts nicht mehr, zumindest nicht in dieser Art und Weise, in diesem Maß. Wäre es denkbar oder ist es abwegig, darüber auch nur einen Gedanken zu verschwenden?

Zum anderen kommt hier natürlich auch die Frage mit hoch, ob dann diese Kirche nicht doch ein alleiniges, einmaliges Heilswerk Gottes ist, DAS Erlösungswerk eben.

Kann man es als absolut abwegig vom Tisch wischen?

Ich weiß nicht so recht ...

Und damit herzliche Grüße zu einem verschneiten Donnerstagabend!

Wertester Bedenkenträger!

Ich vermute und bin vielleicht sogar gewiss, dass die von Ihnen gestellte Frage auf einer empirischen Basis beantwortet werden kann. Ich würde - wenn ich Ihre Frage beantworten müsste - einmal versuchen, eine statistisch signifikante Auswahl der in normalen neuap. Gottesdiensten gehaltenen Predigten auf Tonträger aufzuzeichnen und abschriftlich vorzulegen und dann diese Predigten auszuwerten. Das Verfahren wäre etwas kompliziert. Eine derartige Vorgehensweise wäre aber notwendig, weil es in Ihrer bzw. der Neuap. Kirche keine schriftlichen Predigtvorlagen gibt, sondern eben "nur" das - nach neuap. Anspruch - aus dem Heiligen Geist "gewirkte" oder offenbarte Wort der Predigt. Weitergehende empirische Untersuchungen wären selbstverständlich auch noch sinnvoll.

Wir könnten über dieses Forum einmal einen solchen Versuch machen. 40 oder 50 oder gar 60 der hier schreibenden Damen und Herren gehen an einem vorher zu bestimmenden Tag zwischen Konstanz und Flensburg und Frankfurt an der Oder und Krefeld in einen Gottesdienst in einer neuap. Kirchengemeinde und nehmen die Predigt auf - und stellen dann hier Abschriften ein.

Was halten Sie davon?

:wink:


Geschätztes hohes C.,

mit der Empirie ist das so eine Sache, wie auch mit dem Rationalismus. Dies wissen Sie aber.

Empirie und Rationalismus taugen doch meistens nur für Beweisführungen. Kann man aber die Sorte von Antworten, um die es hier geht, "beweisen"? Kann man "aufweisen", daß eine Antwort auf die Frage, ob nun die NAK das alleinige Erlösungswerk Gottes ist, richtig oder falsch ist?

Was meinen Sie, mhm?
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Beitragvon Cemper » 22.03.2007, 20:35

Bedenkentraeger hat geschrieben:Lieber Watson,

eigentlich ist es ja noch weitaus bunter, mit unserer Kirche. Sie hat es ja nicht nur mit Professoren und mit irgendwelchen Überlegungen zu Gehältern - nein, wir haben ja seit geraumer Zeit, wie Sie wissen, einen Akademiker als Stammapostel. Wohin wird uns dies bloß noch führen, mhm? Was meinen Sie?

Erleben wir jetzt vielleicht eine Intellektualisierung des neuapostolischen Glaubens? Man könnte meinen, hier und da solche Ansätze, die in diese Richtung weisen, ein wenig zu erkennen (z. B. bei den Schärfungen). Was wäre dies dann aber für ein Glauben? Wäre es noch der kindliche Glaube von Schwester Erna und Bruder Heinz?

Also, wir haben hier so einige Fragen auf dem Tisch. Der Tisch ist sozusagen reichlich gedeckt - der Fisch ist auch schon dort. Wo ist nun also Ihre "Butter", wo sind Ihre Versuche, die eine und andere Antwort auf diese und jene Frage zu finden, wo sind Ihre Schlußfolgerungen zu der einen und anderen Sache?

Ich hoffe, mein Nachfragen stört Sie nicht. Und ich hoffe, ich trete Ihnen damit nicht zu nahe. Sie müssen mir ja nicht antworten ... sagen Sie einfach, wenn es Ihnen reicht. Ich nehme es Ihnen keinesfalls übel.

Einen guten Abend!

Ihr Holmes


Bedenkenträger -

was ich meine? Ich meine, dass es mit sog. akademisch ausgebildeten Damen und Herren in der Kirchenleitung der NAK - Entschuldigung, nur Herren - interessant werden könnte. Ihr Kirchenpräsident war ja - als Mathematiker - Assistent an einem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre. Der Lehrstuhlinhaber war der neuap. Prof. Herbert Jacob.

Siehe: http://www.lit-verlag.de/isbn/3-8258-4039-5

Vielleicht wird die Neuap. Kirche künftig betriebswirtschaftlich effizienter geführt. Das könnte eine Konsequenz sein. Aber was ist Effizienz in einer Kirche? Bedenkenträger - ich bin ratlos.

An eine Intellektualisierung glaube ich nicht. Sie wäre wohl auch eher schädlich. Hilfreich wäre hingegen ein gerüttelt Maß an gesundem Menschenverstand und Gottvertrauen sowie etwas weniger ...

Was nun die Butter betrifft - hier habe ich zunächst eine Frage: Wieso interessieren Sie sich eigentlich für meine Butter? Habe ich die Butter und haben Sie den Heiligen Geist?

Ihr Nachfragen stört mich nicht. Gar nicht. Fragen Sie bis zum Jüngsten Tag oder ... Sie wissen schon.

In dem erwähnten Verlag gibt's auch ein Buch von mir. Suchen Sie mal.

C.
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Beitragvon Bedenkentraeger » 22.03.2007, 21:11

vigilius peregrinus hat geschrieben:[...]

Lieber Bedenkenträger,

ich habe von Moltmann viel zu wenig gelesen (das Meiste steht ungelesen bei mir rum, aus Zeitgründen ...), um seine Theologie wirklich für mich beurteilen zu können. Doch hier kann ich Ihnen, glaube ich, helfen.

Eigentlich steckt die Antwort schon im "messianischen Kirchenverständnis". Sehen Sie, nach Mt 4,17 beginnt Jesus sein Wirken mit dem Ruf: "Kehrt um, denn herbeigekommen ist die Herrschaft der Himmel!" Mit Jesus ist also die Himmelsherrschaft schon da, in seiner Person. Später, nach der Auferstehung - der erste Tag der neuen Schöpfung (Moltmann) - , wird der Geist über die Nachfolger Christi ausgegossen und eigentlich soll die Kirche ja, wie Sie ebenfalls schreiben, Jesus Christus hier präsent machen. Also die Herrschaft der Himmel, im Vorgriff auf die Endvollendung. Deshalb nennt Paulus den Geist Gottes auch "arrabon", Angeld. Es geht also nicht darum, daß die 'Versiegelung' mit dem Geist in der Taufe die Einlaßkarte fürs Himmelreich ist (bzw. in NAK-Terminologie für den "Hochzeitssal"), sondern in seiner Wirksamkeit soll bereits hier die zukünftige Vollendung aufscheinen.

Wenn also "eine Seele von Schuld befreit wird, wo zerschlagene Herzen geheilt werden, wo Entrechtete zu ihrem Menschenrecht kommen, wo Behinderte von Gesunden angenommen werden, wo ein Getto aufgelöst wird, wo ein Krieg beendet wird und Gemeinschaft in Vertrauen gestiftet wird", dann versteht das Moltmann als sichtbaren Vorgriff auf die kommende Vollendung in der Parusie.

Ich zitiere Ihnen einige Sätze aus Moltmann Christologie "Der Weg Jesu" (München 1989), in der Sie übrigens in Kap. VII. "Die Parusie" Christi" seine Eschatologie vorgestellt bekommen (vgl. auch Moltmann, Das Kommen Gottes, Gütersloh 2005, das ich aber nicht zur Hand habe).

"Die Parusiehoffnung ist keine Weltflucht. Sie begründet auch keine Leibfeindlichkeit. Sie macht vielmehr bereit, der Erde treu zu bleiben und den Leib zu Ehren zu bringen.
Leen in der Parusiehoffnung geht weit über das bloße Abwarten, Sichbewahren und Festhalten am Glauben hinaus zur aktiven Gestaltung. Es ist ein Leben in der Vorwegnahme des Kommenden, in "schöpferischer Erwartung". Menschen leben nicht nur von Traditionen, sondern auch von Antizipationen. In Befürchtungen und in Hoffnungen nehmen sie ihre noch unbekannte Zukunft vorweg und stellen ihre Gegenwart auf sie ein und gestalten ihr Leben entsprechend. Die Erwartung der Zukunft Christi stellt die Gegenwart in das Lciht des Kommenden und macht das leibliche Leben in der Kraft der Auferstehung erfahrbar. So wird es zu einem Leben "mit erhobenem Haupt" (Lk 21,28 ) und mit "aufrechtem Gang" (Ernst Bloch). Es wird zu einem Leben, das im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden in dieser Welt der Mitarbeit am Reich Gottes gewidmet ist. Zu einem solchen Leben in Antizipation hatte die Weltkirchenkonferenz in Uppsala 1968 aufgerufen. Die "Botschaft von Uppsala" bringt die schöpferische Parusiehoffnung treffen zum Ausdruck und ist akuteller denn je:
"Im Vertrauen auf Gottes erneuernde Kraft rufen wir euch auf: Beteiligt euch an der Vorwegnahme des Reiches Gottes und laßt heute schon etwas von der Neuschöpfung sichtbar werden, die Christus an seinem Tag vollenden wird.""

J. Moltmann, Der Weg Jesu Christi, München 1989, 365f. (Kursivierungen bei Moltmann)

Vielleicht ist Ihnen jetzt etwas klarer, was der Tübinger Theologe gemeint hat.

Ihr
Vigilius peregrinus


Lieber "vigilius peregrinus",

zunächst einmal danke ich Ihnen recht herzlich für Ihre Antwort hier!

Ich bin ja auch kein wirklicher Moltmann-Kenner (und schon gar kein Experte!); ich habe nur wenig, sehr wenig von ihm gelesen, aber was ich schon von ihm gelesen habe, ist zum Teil schon bedenkenswert. Seinem Kirchenverständnis kann man schon was abgewinnen. Ich habe da von der Sache her schon noch ein etwas anderes Verständnis, was Kirche ist, was Kirche ausmacht etc., sehe aber die einen und anderen Berührungspunkte mit ihm bzw. seiner Ansicht.

Jedenfalls habe ich in zahlreichen Gesprächen, die ich hier und da mit unseren aufgeschlosseneren "Geistern" geführt habe, feststellen müssen, daß sehr, sehr viele von ihnen so ein Kirchenverständnis wie Moltmann haben; und wie es mir scheint, hegen Sie dafür ja auch eine gewisse Sympathie.

Da frage ich mich dann aber, wie sich dieses Kirchenverständnis mit der christlichen und insbesondere mit der neuapostolischen Eschatologie "verträgt". Sie haben genau dazu ein paar interessante Anmerkungen getätigt. Ich habe dazu von Moltmann folgendes gelesen - auch sehr bedenkenswert, wie ich meine: »Christliche Eschatologie [..] hat das Ende der Geschichte niemals als [...] Zahltag oder erfüllten Zweck bedacht, sondern ganz zweckloserweise als Lobgesang unendlicher Freude«, als »Reigentanz der Erlösten« und als »unbeschwertes Lachen« (J. Moltmann: Die ersten Freigelassenen der Schöpfung. Kaisertraktate 2, München; 1971).

Der Endzweck der Geschichte ist also, wenn ich hier Moltmann richtig verstehe und interpretiere, das Ende aller Zwecke und die Befreiung von einem "verzweckten" Leben, in dem alles nur nach seinem Nutzwert berteilt wird.

»Die Bilder des kommenden Neuen stammen nicht aus der Welt des Kampfes und Sieges, der Arbeit und des Erfolges, des Gesetzes und seiner Durchsetzung, sondern aus der Welt des kindlichen Urvertrauens« (a. a. O.).

Klug gedacht, schön gesagt, oder nicht?

Wie paßt dies aber mit unserer neuapostolischen Eschatologie zusammen? Geht dies überhaupt irgendwie zusammen?

In unserer Eschatologie sehe ich doch ganz andere Ansätze - ja, dort gibt es auch noch so etwas wie eine "Verzweckung", dort gibt es nämlich "Könige" und "Priester" etc.

Und dann frage ich mich doch, wie diejenigen, die nun solch ein Kirchenverständnis haben und dann aber unsere Eschatologie vor Augen, dieses beides, doch sehr verschiedenartige unter einen Hut bekommen.

Ich stelle mir dies nicht so einfach vor.

Und Sie?

Eine gute Nacht! Auf ein munteres "Wiederlesen", wenn's der Herr zuläßt! :wink:
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Beitragvon Bedenkentraeger » 22.03.2007, 21:41

Cemper
hat geschrieben:
[...]

Bedenkenträger -

was ich meine? Ich meine, dass es mit sog. akademisch ausgebildeten Damen und Herren in der Kirchenleitung der NAK - Entschuldigung, nur Herren - interessant werden könnte. Ihr Kirchenpräsident war ja - als Mathematiker - Assistent an einem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre. Der Lehrstuhlinhaber war der neuap. Prof. Herbert Jacob.

Siehe: http://www.lit-verlag.de/isbn/3-8258-4039-5

Vielleicht wird die Neuap. Kirche künftig betriebswirtschaftlich effizienter geführt. Das könnte eine Konsequenz sein. Aber was ist Effizienz in einer Kirche? Bedenkenträger - ich bin ratlos.

An eine Intellektualisierung glaube ich nicht. Sie wäre wohl auch eher schädlich. Hilfreich wäre hingegen ein gerüttelt Maß an gesundem Menschenverstand und Gottvertrauen sowie etwas weniger ...

Was nun die Butter betrifft - hier habe ich zunächst eine Frage: Wieso interessieren Sie sich eigentlich für meine Butter? Habe ich die Butter und haben Sie den Heiligen Geist?

Ihr Nachfragen stört mich nicht. Gar nicht. Fragen Sie bis zum Jüngsten Tag oder ... Sie wissen schon.

In dem erwähnten Verlag gibt's auch ein Buch von mir. Suchen Sie mal.

C.


"Cemper" -

Um Ihre Antwort auf den Punkt zu bringen: Sie sind alles in allem recht ratlos. Nun, da sind Sie doch in guter Gesellschaft. Wir alle hier tappen doch irgendwie im Dunkeln. Manche meinen nur, sie sehen alles klar und richtig; andere wiederum meinen, sie sähen irgendwo ein Licht am Ende des Tunnels; und mancher sieht alles nur schwarz, vielleicht sogar noch schwärzer als es eigentlich ist.

Es kommt aber darauf an, daß wir irgendwann mal an den Punkt gelangen, wo wir merken, wo wir für uns feststellen, daß wir nun manche Dinge niemals klar sehen werden und daß wir auf manche Frage einfach keine Antwort hier finden werden. Mit anderen Worten: Wir sehen nur dann etwas klar, wenn wir endlich bemerken, daß wir nichts klar sehen und daß wir auch niemals etwas klar sehen werden.

Vielleicht ist diese Erkenntnis, diese Einsicht eine der Grundeinsichten, die wir machen sollten, die aber nicht alle von uns machen, vielleicht nur wenige, sehr wenige machen, und oftmals wird diese Erkenntnis unter großen Schmerzen gewonnen.

Nun, für heute reicht es an Fragen, wie ich finde. Tun Sie Ihre "Butter" erst einmal wieder in den Kühlschrank - ich verwahre den "Heiligen Geist" einstweilen in der Sakristei vom Petersdom. :wink:

Ich wünsche eine gute Nacht!
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Beitragvon Randnotiz » 22.03.2007, 22:18

Bedenkentraeger
hat geschrieben:
Um Ihre Antwort auf den Punkt zu bringen: Sie sind alles in allem recht ratlos. Nun, da sind Sie doch in guter Gesellschaft. Wir alle hier tappen doch irgendwie im Dunkeln. Manche meinen nur, sie sehen alles klar und richtig; andere wiederum meinen, sie sähen irgendwo ein Licht am Ende des Tunnels; und mancher sieht alles nur schwarz, vielleicht sogar noch schwärzer als es eigentlich ist.


Nun, mein lieber Bedenkenträger, da sind wir uns doch fast völlig einig.
Entscheidend ist doch nicht, wer was wie klar sieht oder auch nicht - entscheidend scheint doch vielmehr zu sein, wer im Dunkeln am elegantesten pfeift.

*flöt*

[Sonntagsversion: *tirili*]
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Beitragvon cello » 23.03.2007, 06:42

entscheidend scheint doch vielmehr zu sein, wer im Dunkeln am elegantesten pfeift


Liebe Randnotiz,

was jetzt, entscheidend oder nur scheinend?
C'est ca.

Mit Musik geht jedenfalls alles besser. :wink:

"Vom Aufgang der Sonne...."*sing* Es schneit :shock:

LG
c.
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Beitragvon Cemper » 23.03.2007, 07:55

cello -

mit Musik geht alles besser? Ein Freund (Cellist in einem Orchester) ist gestern von einer Europa-Tournee zurückgekommen. Übermorgen geht's weiter: New York. Dem steht die Musik bis ...


Bedenkentraeger hat geschrieben:Geschätztes hohes C.,

mit der Empirie ist das so eine Sache, wie auch mit dem Rationalismus. Dies wissen Sie aber.

Empirie und Rationalismus taugen doch meistens nur für Beweisführungen. Kann man aber die Sorte von Antworten, um die es hier geht, "beweisen"? Kann man "aufweisen", daß eine Antwort auf die Frage, ob nun die NAK das alleinige Erlösungswerk Gottes ist, richtig oder falsch ist?


Bedenkenträger - die Sorte von Antworten, um die es hier geht, kann man nicht "beweisen". Wenn aber die Frage gestellt und diskutiert wird, ob - wie Sie sagen - "die NAK das alleinige Erlösungswerk Gottes ist", dann könnte eine signifikante "Predigtsammlung" und sonstige Empirie sehr hilfreich sein. Wir wüssten dann nämlich, wovon oder worüber wir reden, wenn wir uns mit der Neuap. Kirche befassen.

Das ist mein Punkt! Verstehen Sie? Bevor ich frage, ob die Neuap. Kirche das ist, was sie nach den zehn Artikeln des NAK-Glaubensbekenntnisses ist, stelle ich die Frage, was die Neuap. Kirche empirisch sozusagen "vor dem Glaubensbekenntnis ist". Sie muss ja etwas Reales sein, um das sein zu können, was sie nach dem NAK-Glaubensbekenntnis ist - und eben diese Realität sollten wir kennen, wenn wir über die Neuap. Kirche reden und nachdenken. Diese Realität ist verdammt schwer zu fassen. Ich sage es mal nüchtern und hart: In der Neuap. Kirche weiß niemand, was in der Neuap. Kirche gepredigt wird. Jeder - vom Kirchenpräsident der NAK bis zum Priester X in Z - kennt nur das, was er "hier und jetzt" hört. Die kirchenpräsidialen Predigten werden über die Kirchenzeitschrift "in Umlauf" gebracht - ja, gewiss - aber das ich doch nur ein winziger Bruchteil der neuap. Predigten. Im Regelfall weiß der Kirchengemeindevorsteher A nicht, was in der Kirchengemeinde B gepredigt wird. Er kann es auch nicht feststellen, wenn die Predigt nicht auf Tonträger aufgenommen wird. Mündliche Berichte sind nicht so zuverlässig ...

Wenn ich an die Gottesdienste denke, die ich in der Neuap. Kirche besucht habe, dann sehe ich ein unbeschreibbares Bild mit vielen bunten Schafen. Was glauben Sie wohl, was ich für Predigten gehört habe! Sehr gute und gute und so weiter - bis hin zu einem in großer Pose vorgetragenen Banalitäten-Sammelsurium.

Im Übrigen geht es nicht nur um die Beweisbarkeit von Antworten. Es geht auch um die Richtigkeit von Fragen. Ein Beispiel: Welche Farbe hat ein Kreis? Ich verweise dazu nochmals auf:

http://forum-humanum.org/Bilder/quelle/duerr.mp3

Und damit verabschiede ich mich für heute.

C.
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Beitragvon Anne » 23.03.2007, 07:58

Für BT:

Statt mich aber im Hafen der Philosophie umzuschauen, welche Schaluppen oder welchen Dampfer ich besteigen soll, [...] bleibt mir nichts anderes übrig, als mein eigenes Floß zu besteigen, um so mehr als ich mich mit ihm schon längst in diesem Ozean herumtreibe, ohne Ruder und ohne Segel.

Friedrich Dürrenmatt


Dieses Zitat wurde in einem ganz ähnlichen Zusammenhang - aber zu einer anderen Thematik - genannt, deshalb stelle ich es einfach mal ein.

Gute Reise! :wink:
Anne
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Beitragvon Anne » 23.03.2007, 08:02

Cemper - ich fürchte, dass Sie die Realität - oder vielleicht besser ausgedrückt: die Wirklichkeit - (auch) nicht durch das schriftliche Fixieren von gehaltenen Predigten erfassen.

Einen schönen Tag!
Anne
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Beitragvon Gaby » 23.03.2007, 08:13

Anne hat geschrieben:Für BT:

Statt mich aber im Hafen der Philosophie umzuschauen, welche Schaluppen oder welchen Dampfer ich besteigen soll, [...] bleibt mir nichts anderes übrig, als mein eigenes Floß zu besteigen, um so mehr als ich mich mit ihm schon längst in diesem Ozean herumtreibe, ohne Ruder und ohne Segel.

Friedrich Dürrenmatt


Dieses Zitat wurde in einem ganz ähnlichen Zusammenhang - aber zu einer anderen Thematik - genannt, deshalb stelle ich es einfach mal ein.

Gute Reise! :wink:
Anne


Liebe Anne,

wenn das Zitat auch nicht an mich gerichtet war, aber das werde ich mir ausdrucken und sicherlich öfter durchlesen.
Denn etwas anderes wird uns letztlich gar nicht übrig bleiben :wink: als uns Ruder und Segel für unser Floß selbst zu suchen. Man bekommt es nicht einfach geschenkt denke ich.
Dir auch eine "Gute Reise"!

Liebe Grüße

Gaby
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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Beitragvon Cemper » 23.03.2007, 08:13

Anne - da ich noch nicht ganz weg war: "Fürchte dich nicht, spricht der Herr ..." Selbstverständlich erfasse ich die Wirklichkeit nicht durch schriftliche Fixierung von Predigten. Eine solche Fixierung bringt aber immerhin etwas auf den Tisch: eben die Predigten. Und dann habe ich einen Teil der Wirklichkeit. Und wenn ich diesen Teil habe, dann kann ich besser erkennen, worüber wir reden ...
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Beitragvon agape » 23.03.2007, 08:23

@ Cemper

Ausgehend von einem Paradigmenwechsel in der NAK, gibt es Fakten, über die konkret gesprochen werden kann.
Wozu soll untersucht werden, was per se un-vergleichbar und un-messbar ist?

Die Predigt ist natürlich ein entscheidener Einwurf Ihrerseits, weil sich die NAK schon als Offenbarungsreligion verstand und auch noch in großen Teilen versteht.

Allerdings ist durch "Uster" der Glaubensartikel 6 tangiert.
Eindeutig. In gewisser Hinsicht aber nicht nur dieser. Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie dieses in der NAk kommuniziert wird und was damit beabsichtigt wird. Und zwar konkret.
Sicher ahnt man dieses und jenes und weiß vielleicht auch etwas.
Aber für die Gesamtkirche mit ihren Gläubigen ist theoretisch ein großes Fragezeichen geblieben, bzw. entstanden.

Theoretisch nur deswegen, weil sich ja nicht alle mit diesen Fragen befassen.

Die Fragen bleiben doch: Was wird die KL tun?
Was wird die Basis machen?

Hier wird es eigentlich erst richtig spannend.

Einen lieben Gruß in die Morgen-Runde,
agape
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
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Beitragvon Anne » 23.03.2007, 08:30

Cemper
hat geschrieben:
Anne - da ich noch nicht ganz weg war: "Fürchte dich nicht, spricht der Herr ..." Selbstverständlich erfasse ich die Wirklichkeit nicht durch schriftliche Fixierung von Predigten. Eine solche Fixierung bringt aber immerhin etwas auf den Tisch: eben die Predigten. Und dann habe ich einen Teil der Wirklichkeit. Und wenn ich diesen Teil habe, dann kann ich besser erkennen, worüber wir reden ...


Ich verstehe, was Sie meinen, bin aber trotzdem nicht so wirklich davon überzeugt.

Aber das macht ja nichts. :wink:

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