Ist alles so, wie es scheint?

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

Beitragvon tergram » 24.09.2005, 20:41

...da wird wohl Dr. Leber davor sein... :lol:
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Beitragvon Cemper » 24.09.2005, 21:00

@ Sehr geehrte tergram

Hier ist noch ein Heine-Gedicht.
Es könnte Sie interessieren.
Es müsste Sie interessieren.

Seien Sie freundlich gegrüßt - und grüßen Sie Ihre Kollegen!

C.

Kaum hab ich die Welt zu schaffen begonnen,
In einer Woche wars abgetan.
Doch hatt ich vorher tief ausgesonnen
Jahrtausendlang den Schöpfungsplan.

Das Schaffen selbst ist eitel Bewegung,
Das stümpert sich leicht in kurzer Frist;
Jedoch der Plan, die Überlegung,
Das zeigt erst, wer ein Künstler ist.

Ich hab allein dreihundert Jahre
Tagtäglich drüber nachgedacht,
Wie man am besten Doctores juris
Und gar die kleinen Flöhe macht.
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Beitragvon Ad_Astra » 24.09.2005, 22:31

Heinrich Heines pantheistisches Glaubensbekenntnis:

Doch sehen wir überall die Lehre von den beiden Prinzipien hervortreten; dem guten Christus steht der böse Satan entgegen; die Welt des Geistes wird durch Christus, die Welt der Materie durch Satan repräsentiert; jenem gehört unsere Seele, diesem unser Leib; und die ganze Erscheinungswelt, die Natur, ist demnach ursprünglich böse, und Satan, der Fürst der Finsternis, will uns damit ins Verderben locken, und es gilt allen sinnlichen Freuden des Lebens zu entsagen, unsern Leib, das Lehn Satans, zu peinigen, damit die Seele sich desto herrlicher emporschwinge in den lichten Himmel, in das strahlende Reich Christi.
Diese Weltansicht, die eigentliche Idee des Christentums, hatte sich unglaublich schnell, über das ganze römische Reich verbreitet, wie eine ansteckende Krankheit, das ganze Mittelalter hindurch dauerten die Leiden, manchmal Fieberwut, manchmal Abspannung, und wir Modernen fühlen noch immer Krämpfe und Schwäche in den Gliedern. Ist auch mancher von uns schon genesen, so kann er doch der allgemeinen Lazarettluft nicht entrinnen, und er fühlt sich unglücklich als der einzig Gesunde unter lauter Siechen. Einst wenn die Menschheit ihre völlige Gesundheit wieder erlangt, wenn der Friede zwischen Leib und Seele wieder hergestellt, und sie wieder in ursprünglicher Harmonie sich durchdringen; dann wird man den künstlichen Hader, den das Christentum zwischen beiden gestiftet, kaum begreifen können. Die glücklicheren und schöneren Generationen, die, gezeugt durch frei Wahlumarmung, in einer Religion der Freude emporblühen, werden wehmütig lächeln über ihre armen Vorfahren, die sich aller Genüsse dieser schönen Erde trübsinnig enthielten, und, durch Abtötung der warmen farbigen Sinnlichkeit, fast zu kalten Gespenstern verblichen sind! Ja, ich sage es bestimmt, unsere Nachkommen werden schöner und glücklicher sein als wir. Denn ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt, und ich hege also eine größere Meinung von der Gottheit als jene frommen Leute, die da wähnen, er habe den Menschen nur zum Leiden erschaffen. Schon hier auf Erden möchte ich, durch die Segnungen freier politischer und industrieller Institutionen, jene Seligkeit etablieren, die, nach der Meinung der Frommen, erst am jüngsten Tage, im Himmel, stattfinden soll. Jenes ist vielleicht eben so wie dieses eine törigte Hoffnung, und es gibt keine Auferstehung der Menschheit, weder im politisch moralischen, noch im apostolisch katholischen Sinne.(...)

Vielleicht eben, weil die Großen dieser Erde ihrer Ohnmacht gewiß sind, und im Herzen beschlossen haben sie ewig zu unserem Unglück zu mißbrauchen, sind sie von der Notwendigkeit des Christentums für ihre Völker überzeugt, und es ist im Grunde ein zartes Menschlichkeitsgefühl, daß sie sich für die Erhaltung dieser Religion so viele Mühe geben! (...)

Gott ist identisch mit der Welt. Er manifestiert sich in den Pflanzen, die ohne Bewußtsein ein kosmisch-magnetisches Leben führen. Er manifestiert sich in den Tieren, die in ihrem sinnlichen Traumleben eine mehr oder minder dumpfe Existenz empfinden. Aber am herrlichsten manifestiert er sich in dem Menschen, der zugleich fühlt und denkt, der sich selbst individuell zu unterscheiden weiß von der objektiven Natur, und schon in seiner Vernunft die Ideen trägt, die sich ihm in der Erscheinungswelt kund geben. Im Menschen kommt die Gottheit zum Selbstbewußtsein, und solches Selbstbewußtsein offenbart sie wieder durch den Menschen. Aber dieses geschieht nicht in dem einzelnen und durch den einzelnen Menschen, sondern in und durch die Gesamtheit der Menschen: so daß jeder Mensch nur einen Teil des Gott-Welt-All auffaßt und darstellt, alle Menschen zusammen aber das ganze Gott-Welt-All in der Idee und in der Realität auffassen und darstellen werden. Jedes Volk vielleicht hat die Sendung, einen bestimmten Teil jenes Gott-Welt-Alls zu erkennen und kund zu geben, eine Reihe von Erscheinungen zu begreifen und eine Reihe von Ideen zur Erscheinung zu bringen, und das Resultat den nachfolgenden Völkern, denen eine ähnliche Sendung obliegt, zu überliefern. Gott ist daher der eigentliche Held der Weltgeschichte, diese ist sein beständiges Denken, sein beständiges Handeln, sein Wort, seine Tat; und von der ganzen Menschheit kann man mit Recht sagen, sie ist eine Inkarnation Gottes!
Es ist eine irrige Meinung, daß diese Religion, der Pantheismus, die Menschen zum Indifferentismus führe. Im Gegenteil, das Bewußtsein seiner Göttlichkeit wird den Menschen auch zur Kundgebung derselben begeistern, und jetzt erst werden die wahren Großtaten des wahren Heroentums diese Erde verherrlichen.

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Beitragvon Ad_Astra » 24.09.2005, 23:30

Aber dieses alles darf man in gewissen Kreisen nicht wirklich äussern, weil es einer "kleinen Organisation" nicht wirklich gefallen könnte!
Das sind die bisher in ihrer eigenen Offenbarung (NAK) wahrgenommen Tatsachen, die hier immer wieder offenbar geworden sind!
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Beitragvon Ad_Astra » 25.09.2005, 00:06

Nur, sie haben eben nicht recht.

Sie entblöden sich nicht, ihren "allein gegenwärtigen Glauben" "zur allgemeinen Systemgerechtigkeit" hoch zu stilisieren.
Und genau das finde ich einfach nur sehr falsch, liebe Leser dieses Forums.

Wer mag eigentlich mit Fanatikern einer hier erkannten Kaste wirklich in all' "ihrer Ernsthaftigkeit" wirklich etwas ausschließlich zu tun haben?
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Re: religiöse Ansichtenänderungen

Beitragvon Ad_Astra » 25.09.2005, 01:05

shalom
hat geschrieben:
andreus hat geschrieben: @shalom: Amos lieb ich für seine Aussagen. Zu Heinrich Heine hab ich ein gespaltenes Verhältnis. Sein Spott ist sehr beißend und nicht gerecht. Mir ist bekannt, daß er vor seinem Tod seine Ansichten geaendert hat. :wink:


Werter andreus,

in seinen Herbstjahren konnte Heine mit Stolz, ja mit Trotz behaupten: „Ich habe den Weg zum Lieben Gott weder durch die Kirche, noch durch die Synagoge genommen. Es hat mich kein Priester, es hat mich kein Rabbiner vorgestellt. Ich habe mich selbst bei IHM eingeführt – und ER hat mich gut aufgenommen“. So stelle ich mir „einen Faden nach oben“ vor. Bei solch einem „Organigramm“, müsste niemand Bedenken tragen :wink:.

Andere (und deren religiös Anvertraute) kamen mit ihren Ansichtenänderungen (neuap.: "Fortentwicklungen") z. B. über unhaltbare Botschaften - auch Andersgläubige betreffend (evtl. "Spott, beißend und nicht gerecht") - eindeutig zu spät, um das noch zu Lebzeiten erleben zu können.

shalom
Ps.: Werte tergram, die zweite Hälfte Ihres Beitrages: Das neue exklusive Lied (nGb) der lockeren avantgardistischen Zweckgemeinschaft der deutschsprachigen NaKi-Gebietskirchen? :wink:


Ich bin der besorgten Meinung, dass diese vermeintliche Selbstverständlichkeit eines neuapostolischen Glaubens all den jenigen zum Grab des Christentums wird, die sich nur von deren soziologischen Zwangsverhältnissen eben nicht mehr wirklich selber FREISCHWIMMEN? Können!
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Beitragvon Protestant » 25.09.2005, 06:15

Danke, werter shalom !

Danke :lol: :!: :lol:


Es grüßt Sie herzlich Ihr
Protestant

... der heute für zwei Stunden "am Main" weilt ... :lol: :lol:

... jetzt aber hurtig ... 8)
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

(Galater 5.1)
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Beitragvon Mona Lisa » 26.09.2005, 13:12

@all: Vielen Dank für die vielen Mitteilungen. Leider hatte ich keine Zeit, mich an der Diskussion zu beteiligen.

@ 17 1/2: ja, diese Aussage
damit man euch in die jenseitigen Zelte aufnimmt, sobald es mit dem Diesseits vorüber ist.
verwirrt mich auch. Da haben auch die nachfolgenden Erklärungen nicht viel Erleuchtung gebracht.

@Zwischenruf: Deine Erläuterung würde - sofern sie stimmt - wirklich die Problematik erklären. Schade, dass keiner mehr darauf eingegangen ist. Zumindest würde es die Aufforderung zum Betrug ausschliessen.
Gibt es eventuell eine ähnliche Erklärung zur Tempelreinigung? Sie würde es mir auch einfacher machen.

Ich werde mir Eure Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Vielen Dank nochmals.

Bis zum nächsten Mal liebe Grüße
Mona Lisa
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Beitragvon 17einhalb » 26.09.2005, 15:30

thueringer hat geschrieben:Gute Nachricht
...»nutzt das leidige Geld dazu, durch Wohltaten Freunde zu gewinnen. Wenn es mit euch und eurem Geld zu Ende geht, werden sie euch in der neuen Welt Gottes in ihre Wohnungen aufnehmen.«

Hoffnung für Alle
.... Helft damit solchen Menschen, die eure Hilfe brauchen. Dann werdet ihr, wenn euch das Geld nichts mehr nützen kann, von Gott einen Platz im Himmel bekommen.


[b]Neues Leben

...Nutzt euren weltlichen Besitz zum Wohl anderer und macht euch damit Freunde. Auf diese Weise sammelt ihr euch mit eurer Großzügigkeit Lohn im Himmel an.


@ Mona Lisa

Thüringer hat durch das Einstellen verschiedener Übersetztungen aus meiner Sicht etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es darum, dass man das Geld und sonstigen Besitz (evtl. auch Gaben die man besitzt?) nutzen soll, um sich Freunde zu machen. Diese sind uns wiederum dafür dankbar und wir können uns durch diese Form der Nächstenliebe "Punkte" bei Gott holen.

Liebe Grüße 17einhalb
Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit , das eine vom anderen zu unterscheiden (R. Niebuhr)
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Shining ...

Beitragvon niltir » 26.09.2005, 21:42

... und noch was zum Thema:

Scheinen ... im Sinne von: nicht sein! Nicht Sein, oder besser noch: Nichts-Sein im Sein des Seienden!

Der Begriff für den Nicht-Seienden lautet: Mensch.

Der Begriff für den Ewig-Seienden lautet: Gott.

Wer, ausser Cemper, mir noch folgen mag, tue es.

Nichts ist so, wie es scheint. Aber. Was, oder wer scheint?

Oder warum? Oder, oder noch, viel besser oder: In welche Richtung?!!

Ergebnis: Chaos! Verwirrung! (ohne Beispiel) ..

++++

Und irgendwann dann spricht Gott: Es werde!
... und es ward!

Das Ende für den Anfang! Oder: der Anfang ist das Ende!

++++

Jesus sagt: Wer es fassen kann, der fasse es. Für alle anderen bleibt die Gnade ...

Liebe, herzliche Grüße
niltir
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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Freispruch ?

Beitragvon Mona Lisa » 27.09.2005, 15:48

Lieber shalom,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Sie hilft mir, den Hintergrund noch etwas besser einzuordnen, auf dem die Tempelreinigung basiert.

Sie hilft mir jedoch - leider - nicht, wenn ich frage, ob diese Tempelreinigung nicht als solche dem Bild eines sündlosen Jesus entgegensteht. Schließlich denke ich, würde es jeder als Unrecht ansehen, wenn ich jemand schädige. Auch wenn ich es mit dem besten Ziel vor Augen tue.

Wenn ich - ein profanes Beispiel - meinem Nachbar sein Auto kaputtmache, weil er oft im Suff fährt, so habe ich - vielleicht - edle Motive, weil ich ihn und seine Umwelt schützen will. Dennoch mache ich mich der Sachbeschädigung schuldig und würde von jedem Gericht dafür bestraft werden.

Wenn Jesus die Händler aus dem Tempel wirft, weil er den Opferkult als nicht mehr zeitgemäss ansieht, so hat er sicher auch edle Motive dafür gehabt. Dennoch mussten welche darunter leiden, die dafür keine Verantwortung zu tragen hatten.

Ich hoffe, Du verstehst, auf was ich hinauswill. Ich würde gerne einen "Freispruch" für Jesus begründet wissen.

Liebe Grüße und ein freundliches shalom
Mona Lisa

PS: und ein wenig im Chaos verwirrte Grüße an niltir...
Mona Lisa
 

Chaos und so ..

Beitragvon niltir » 27.09.2005, 16:21

Liebe Mona Lisa,

habe Dank für Deine Grüße.
Ich arbeite an mir und meinem Chaos. Es ist nicht einfach. Und manchmal dringt das Chaos durch.
Aber wie gesagt, ich arbeite daran ... :wink:

Liebe Grüße an Dich
niltir
Am Ende schuf Gott aus Liebe einen neuen Anfang ..
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Beitragvon Wiwi » 28.09.2005, 07:29

Moin zusammen,

eine Liedzeile geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf: "Was Gott tut, das ist wohlgetan". Hilft das weiter?

Liebe Grüße und eine schönen Tag!
Wiwi
Wer nicht mit der Zeit geht, muss - mit der Zeit - gehen
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Beitragvon thueringer » 28.09.2005, 19:40

hallo shalom,

christus lieferte aber auch gleich die erklärung, warum sie sich schwerter kaufen sollten:

37 Denn ich sage euch: Es muss das an mir vollendet werden, was geschrieben steht (Jesaja 53,12): »Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das wird vollendet.

das darf man dabei auch nicht außer acht lassen.

nächtliche grüße aus thüringen
olaf
Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen. ( 1.Kor 6,12 )
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