3. Seelsorge

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

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Beitragvon Sonnenstrahl » 17.09.2003, 05:11

Agape schrieb:<br>> eben doch windowsfähig ;-).....<br>> freier Wech-Fluch durchs geschlossene Fenster <br><br>Wie war das mit dem Gleichnis, wo ein Haus auf Sand gebaut wurde?
Die ältesten und kürzesten Wörter - "Ja" und "Nein" - erfordern auch das stärkste Nachdenken (Pythagoras, griech. Philosoph und Mathematiker, 27.11.580 - 31.12.500 v. Chr.)
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Beitragvon Sonnenstrahl » 18.09.2003, 07:58

Uli,<br><br>deine Antwort auf unsere Frage darf ruhig einfach ausfallen, verständlich für alle GK-Fories. Eine einfache Antwort ist vor allem für die von der NAK manipulierten Mitglieder erforderlich. :D<br><br>Zur Orientierung:<br>Die Frage war: Welchen praktischen und konkreten Nutzen haben deine Weisheiten und Theorien für die praktische Seelsorge?<br><br>Wenn du keine Antwort lieferst, könnte doch jemand auf die verwerfliche Idee komen, daß deine Ergebnisse, die du hier präsentierst, praktisch nicht umsetzbar sind. Das wäre doch schade.
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Beitragvon Uli » 18.09.2003, 09:12

@sonnenstrahl:<br><br>Die Seelsorge, die ich praktiziere, legt keine religiöse/ideologische Weltanschauung zugrunde und beansprucht keine göttliche Wahrheit, lässt das moralische Urteil aussen vor. Sie ist getragen von der vorurteilsfreien Annahme des Hilfebedürftigen und der best möglichen Erfassung des ganzen Menschen, der ehrlichen, offenen, authentischen Zuwendung. Sie besteht aus dem Angebot der Begleitung und der unaufdringlichen Hilfestellung zur der die Möglichkeit der Reflexion zählt. Lässt dem Gegenüber Raum, einen eigenen Standpunkt zu finden, verbietet die suggestiv-manipulative Intervention. Damit wird eine ideologische Aussensteuerung vermieden und die Selbstfindung eines eigenen Standpunktes ermöglicht.<br> <br>Gruß,<br>Uli
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Beitragvon Ceci » 18.09.2003, 10:33

Deine Art der Seelsorge klingt gut Uli, aber ist es auch immer möglich sie so durchzuführen, da es ja einer -wie ich finde Idealvorstellung gleichkommt- ?<br><br>Ceci
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Beitragvon Sonnenstrahl » 18.09.2003, 11:01

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Beitragvon Uli » 18.09.2003, 11:15

@Ceci:<br><br>Die Voraussetzungen einer Seelsorge nach meinem Verständnis, erfordern eine entsprechende Qualifikation und Reife des Seelsorgers. Dadurch sind die Grenzen der praktischen Umsetzung festgelegt.<br><br>Ich denke aber nicht, dass ich hier eine Idealvorstellung skizziert habe, im Sinne eines unerreichbaren Ideals. Jeder qualifizierte Therapeut arbeitet heute nach diesen Grundsätzen, wenn er sich nicht einer bestimmten Ideologie verschrieben und verpflichtet hat. Alleine die Menschenwürde und das Recht auf verantwortungsvolle Selbstbestimmung, gebieten diese Voraussetzung zur seelsorgischen, therapeutischen Arbeit.<br><br>Dort wo Seelsorge im Rahmen eines religiösen Bekenntnisses oder eine anderen ideologischen Weltanschauung geleistet wird, besteht die Gefahr, dass solche Weltanschauungen im Rahmen der Seelsorge transportiert werden sollen. Wo ideologische Pädagogik zugrunde gelegt ist, gehen Suggestion und Manipulation Hand in Hand.<br><br>Den persönlichen, subjektiven Standpunkt der Weltanschauung aussen vor lassen zu können, ist eine unabdingbare Voraussetzung für echte therapeutische Arbeit. Deshalb kommt ein Therapeut, wenn er qualifiziert arbeiten will, um regelmässige Reflexion bzw. Supervision nicht herum. Die Ausgrenzung ideologischer Pädagogik und Weltanschauung, aus der seelsorgischen, therapeutischen Arbeit, fordert aber die Unterlassung des moralischen Wertens und Urteilens. So setzt qualifizierte Seelsorge und Therapie grundsätzlich voraus, das die Hilfestellung und Begleitung durch eine freie Willensentscheidung bekundet wird.<br><br>Gruß,<br>Uli
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Beitragvon Uli » 18.09.2003, 11:26

@sonnenstrahl:<br><br>Du rennst offene Türen bei mir ein!<br><br>:)<br><br>Ich habe doch die rechten Hilfsmittel gekennzeichnet, über die qualifizierte Seelsorge verfügen muss. Und wo heute die Pharisäer, Schriftgelehrten und Tempeldiener zu finden sind, das wissen wir doch nur zu gut - in den Kirchen!.<br><br>Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten, mache ich immer wieder die Erfahrung, wie einzig wirkliche Hilfestellung und Begleitung geleistet werden kann; jedenfalls nicht mit einem Kirchengott, der zwar die Keule der Moral schwingt, der sich aber nicht wirklich rührt und sich nicht blicken lässt!<br><br>Gruß,<br>Uli
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Beitragvon Anne » 18.09.2003, 16:03

Lieber Uli, <br><br>hier noch ein paar Gedanken: <br><br>Seelsorge und therapeutische Arbeit sind in der Regel zwei Paar Schuhe. <br>Die Seelsorge beinhaltet immer die Frage nach dem Sinn des Lebens und ist bemüht, dem Einzelnen den Sinn seines ganz persönlichen Schicksals und die Entwicklungsmöglichkeiten daraus zu vermitteln. <br><br>Therapeutische Arbeit hat in der Regel ganz andere Ziele. <br><br>Aus der Seelsorge ist die Weltanschauung nicht zu verbannen, aus der therapeutischen Arbeit wohl.<br>Meine Erfahrung aber ist, dass viele Menschen nach einem Sinn des Lebens suchen.<br>V. Frankl, der Begründer der Logotherapie, begründete seine neue Art der Therapie sogar damit, dass viele Menschen an der ihnen oft fehlenden Sinnhaftigkeit des Lebens krank werden. <br>Also bezieht er diesen Sinn in jede Therapie mit ein, dabei lässt er aber jeden Einzelnen seinen persönlichen Sinn finden und entspricht damit dem, was du beschrieben hast. <br>Für mich ist diese Art der Therapie wirklich die einzig Sinnvolle . <br><br>Lieben Gruß ! <br>Anne
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Beitragvon user_678 » 18.09.2003, 19:43

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Beitragvon Anne » 19.09.2003, 04:57

Wenn ganz offensichtlicher Schwachsinn zu einem Nachfolgetrauma wird, kann nur noch ärztliche Kunst helfend eingreifen.
<br><br>Einen Guten - Morgen - Gruß auf´s "Dach der Welt" ! <br><br>Und wenn der Arzt seine Kunst versteht, wird aus dem Trauma, in dem man gefangen ist, eine Befreiung, die dem Leben vielleicht sogar einen besonderen Sinn geben kann. <br><br>So eine Entwicklung ist möglich, wenn man sich ein Ziel setzt und bereit ist, die Strapazen auf dem Weg dorthin auszuhalten.<br> <br>Grüße von<br>Anne
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Beitragvon Ceci » 19.09.2003, 06:11

Lieber Uli,<br><br>ich wollte mit meinem Beitrag deine Kompetenz nicht in anzweifeln, (bist du Therapeut?), nur ist mir so eine Idealeinstellung bislang noch nicht untergekommen, deshalb die Anmerkung.<br><br>Ceci
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Beitragvon user_569 » 19.09.2003, 06:13

Hallo!<br><br>Uli schreibt:<br>Und wo heute die Pharisäer, Schriftgelehrten und Tempeldiener zu finden sind, das wissen wir doch nur zu gut - in den Kirchen!.<br><br>Grüß Gott, lieber Uli. Wie schön...<br>Ich verweise in diesem Zusammenhang auf Lk 18,11.<br>Man kann Gott ja wirklich dankbar sein, wenn man nicht so ist wie die genannten, nech?<br><br>nette Grüße<br>reverend
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Beitragvon Mallorca » 24.09.2003, 04:53

Liebe Leute,<br><br>das Thema Seelsorge machte auch mir einige Sorgen. <br><br>In einer meiner beider Heimatgemeinden, ich meine die in Deutschland, werden wir in absehbarer Zeit nur noch einen Vorsteher und einen Priester haben. Unsere Gemeinde ist laut Kirchenbuch ca. 140 Geschwister groß und am Sonntag kommen im Schnitt um die 90.<br><br>So langsam wacht der Vorsteher auf und bemerkt, dass er sehr bald fast alleine sämtliche Geschwister betreuer darf. Bislang scheute er sich neue Brüder vorzuschlagen, da er nur sich und seiner Familie über den Weg traute (er hat dafür sicher triftige Gründe). So kommt es wie es kommen mußte, ein großes Jammern setzt ein. <br><br>Ein Freund von mir aus der Gemeinde brachte den Sachverhalt sehr schön auf den Punkt:<br><br>Für die mangelhafte Personalplanung ist einzig allein der Vorsteher verantwortlich. Aber ausbaden dürfen es alle Geschwister.<br><br>Nun, seit einigen Monaten geht die Suche nach geeingeten Priestern und Diakonen los. Die jüngeren Brüder lehnen der Reihe nach die Einsetzung in das Diakonenamt ab. Keiner ist bereit sich den antiquierten Vorstellungen des Vorstehers auszuliefern (er ist übrigens noch gar nicht so alt, aber leider Beamter). Unangenehme Themen werden ausgesessen oder einfach ignoriert. <br><br>Die Diakone wehren sich vehement gegen die Aufgabe als Priester tätig zu werden. Die meisten sind eh schon an die 50 Jahre und älter und wollen kein Opfer der personellen Fehlplanungen werden.<br><br>Von wirklicher Seelsorge kann zur Zeit nicht die Spur der Rede sein. <br><br>Übrigens die Bez.Vor. greift ebenfalls nicht ein, da er eh anfang nächsten Jahres in Rente geht. <br><br>Es brechen zumindest bei uns in der Gemeinde düstere Zeit an.<br><br>So sieht es selbst in Deutschland zwischenzeitlich
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Beitragvon agape » 24.09.2003, 07:39

hallo mallorca,<br><br>Du schreibst ja, dass der Vorsteher triftige Gründe hat, keine Vorschläge aus der Gemeinde zu machen.<br>Das ist doch eigentlich ein verantwortungsvolles Verhalten. Sonst würde man doch erst recht sagen, dass man unzufrieden mit der "Anti-Wahl" ist.<br><br>Der Vorsteher trägt auch nicht allein die Verantwortung für die Personalfragen in einer Gemeinde.<br>Es gibt die Bezirksevangelisten und Ältesten.<br>Ich glaube auch nicht, dass ein Vorsteher den Personalmangel erst bemerkt, wenn er fast alleine da steht.<br>Das traue ich auch einem Beamten zu ;-)<br><br>Nur wenn die Befragten alle dankend abwinken, kann eine Gemeinde auch bald einpacken, oder sich auf die nächst mögliche Fusion vorbereiten. Das soll nicht immer der schlechteste Weg sein.<br>Ich weiß nicht, ob das ein deutsches Phänomen ist, aber die beruflichen Anforderungen werden immer größer, gleichzeitig wünscht man sich ein dichteres seelsorgerisches Netz.<br><br>Wenn aber auch die Opfergelder leicht zurückgehen, weiß ich nicht genau, wird aber gemunkelt, dann hat man leider auch keine bezahlten Seelsorger in Aussicht.<br>Das sieht nach einem Dilemma aus.<br><br>Viele Grüße
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

Gerrit Sepers, Mai 2007
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