3. Seelsorge

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

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Beitragvon nassfrosch » 25.05.2003, 20:08

Die Vielzahl von größtenteils ehrenamtlichen Amtsträgern in der NAK ermöglicht grundsätzlich ein dichtes Geflecht von Seelsorge.<br>Dies wird aber wieder dadurch eingeschränkt, dass erst ab dem Bischof aufwärts eine berufliche Ausübung des Amtes möglich ist.<br><br>Es stellt sich von daher die Frage, ob eine Tendenz zu größeren Gemeinden mit jeweils einem angestellten Geistlichen (Gemeindevorsteher), der von den ehrenamtlichen Ämtern unterstützt wird, sinnvoll ist.<br><br>Dies gilt um so mehr, als die NAK auf Grund ihrer Amtsträger-Struktur keine eigene Beratungs- und nur in geringem Umfang caritative Arbeit leisten kann.
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Beitragvon user_533 » 05.07.2003, 17:42

Guten Abend zusammen ,<br><br>bei dem Nachbar-Thread " Vom Umgang mit dem Tod" , bin ich schon wieder bei der Seelsorge der Amtsträger angelangt.<br><br>Ich erinnere mich, dass maximin nach Zürich rufen möchte, um den AT´s den Gemeinden mehr Handwerkzeug angedeihen zu lassen.<br>Das ist gut und notwendig.<br>Auch mit der Tatsache, dass eine Basisorganisation, wie auch immer die strukturiert sein mag, nicht existiert, ist aber unübersehbar, dass die Betreuung einen größeren Raum bekommen muß.<br> Vorausgesetzt, was ich aber nicht genau weiß, dass es einen Geldmangel in der Kirche gibt, wäre es nicht möglich, div. Projektkreise für einzelne Bundesländer oder Gebietskirchen zu eröffnen, die privat unterstützt würden und man auf diese Weise eine qualifizierte "Weiterbildung" sichern könnte.<br>Ich denke, bevor man auf die armen AT´s haut, die an Einsatz m.E. nicht zu wenig leisten, sollte man lieber dringend zusehen, dass man gutes Handwerkzeug zur Verfügung stellt.<br>Ich stelle es mir noch unglücklicher vor, wenn die armen Priester und Seelsorger i.A. an ihrem "burn out" zu Grunde gehen würden.<br>Methodik zur Hilfestellung und Abgrenzung ist nicht unwichtig.<br>Die "Zeit-Frage" ist auch ein spezielles Thema.<br><br>Wenn allerdings das Geld zur Mangelware wird, traut man sich keine Vorschläge mehr zu machen, die vorsehen würden, wenigstens einen Vorsteher einer größeren Gemeinde zu finanzieren.<br><br>L.G.<br>WaSu
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Beitragvon maximin » 05.07.2003, 18:46

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Beitragvon Anne » 06.07.2003, 11:18

Liebe WaSu - und trotzdem bist du auf dem richtigen Weg. <br><br>Hier in Niedersachsen schwärmen die Vorsteher von dem Zusatzseminar zu "Dienen und Führen", das es scheinbar nur hier gibt. <br>In diesen Seminaren ging es ans Eingemachte, wurden Schwierigkeiten konkret besprochen und Lösungsstrategien erarbeitet. <br><br>Wie mir ein Freund erzählte, war ein Fazit: Wir brauchen Anleitungen / Hilfestellungen/ Ansprechpartner für besondere Seelsorge - Situationen.<br>Und nun lies mal unter "Umgang mit dem Tod", was hier gerade an alle priesterlichen Ämter verteilt wurde und bei euch sicher auch. <br><br>Das sind alles Anfänge - gute Anfänge, wie ich finde - und sie werden ausgebaut. <br>Du sprichst nun von privat unterstützten Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch so etwas ist hier im Entstehen ! <br><br>Hier muß man nur sehr genau abwägen, wer was organisieren möchte und von wem ein Angebot auch abgenommen wird.<br>Damit tut sich meiner Erfahrung nach die Kirche oft sehr schwer. Mancher hat sich schon daran aufgerieben, dass er etwas Gutes tun wollte und doch abgeschmettert wurde.<br><br>Also: Fühler ausstrecken und nicht unterkriegen lassen ! <br><br>Aufmunternde Grüsse ! <br>Anne
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Beitragvon Sonnenstrahl » 07.07.2003, 05:43

Nassfrosch schreibt:<br>> Dies wird aber wieder dadurch eingeschränkt, dass erst ab dem<br>> Bischof aufwärts eine berufliche Ausübung des Amtes möglich<br>> ist.<br><br>Bischöfe und Apostel sind Angestellte der jeweiligen Gebietskirchen. Die berufliche Ausübung des Amts bezieht sich in erster Linie auf die in der Tat zahlreichen Verwaltungsaufgaben; zum Teil sind die betreffenden ATs in Projektgruppen abgeordnet.
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Beitragvon Sonnenstrahl » 07.07.2003, 05:57

Maximin schrieb:<br>> In meiner Jugendzeit z.B. riet die NAK von Psychiatern oder<br>> Psychoanalytikern ab.<br><br>Die derzeitige Meinung der Kirche ist, von einer Behandlung durch Psychiatern und Pyschoanalytikern abzuraten, die ein atheistisches Weltbild pflegen.<br><br>Diese differenzierte Haltung der NAK ist durchaus berechtigt. Kein Mensch geht grundlos zu Psychiatern und Pyschoanalytikern. Bedarf ein NAK-Mitglied derartiger Hilfe, und ist dieses NAK-Mitglied gläubig, kann die Behandlung durchaus zu Schaden führen, wenn atheistische Psychiater und Pyschoanalytiker die Ursachen der seelischen Störungen im christlichen Glauben des Patienten meinen aufgespürt zu haben.<br><br>Nicht jeder Mensch ist innerlich so stabil, daß er seinen Glauben gegen andere Meinungen vertritt; der Normalzustand wird häufig sein: der Patient, ein Otto Normalverbraucher, auf der einen Seite, und der Arzt, ein Intellektueller, auf der anderen Seite. Es ist klar, wer verliert.<br><br>Erfreulich ist immerhin, daß die NAK ihren Mitgliedern nicht mehr grundsätzlich die Behandlung seelischer Störungen und Probleme durch Psychiater und Pyschoanalytiker abrät.<br><br>Ich möchte mit meinem Beitrag keine Mißverständnisse aufkommen lassen: Jeder Mensch, der die Berufsbezeichnung Psychiater oder Pyschoanalytiker führen darf, hat sich für diesen Beruf hinreichend qualifiziert, auch atheistische Fachleute.
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Beitragvon user_533 » 07.07.2003, 06:44

Liebe Anne, sonnenstrahl und maximin,<br><br>@Anne<br>schön, dass Du die zu behandelnden Themen hier bereitsvorgestellt hast.<br>Wirklich sehr interessant und vielverspechend!!!<br>Wir bei uns haben das noch nicht.<br>Die Seminare laufen gerade über "gehaltvolle Predigt", <br>mit "Dienen und Führen" ist man irgendwie "durch", obwohl jeder weiß, dass es eigentlich nach den Seminaren erst richtig anfängt.<br><br>Ich denke, wir brauchen kompetente Berater und kommen auf Dauer auch nicht drum herum.<br>Ich denke auch, dass die Kirche entsprechend gute Anbieter findet, die auch noch bezahlbar wären. Bei jedem anderen sozialen Job ist übrigens eine Supervision vorgeschrieben.<br>Sehr sinnvoll für Betreuer und zu Betreuende!<br>Anne, machen wir weiter ?!<br><br>@ maxi und sonnenstrahl<br><br>So wie ich die Meinung der Kirche verstehe, hat sie überhaupt kein Problem mit fachmännischer Hilfeleistung, wie Psychotherapie, -analyse, etc.<br>Ich denke auch nicht, dass der Otto-Normalverbraucher gegenüber dem intellektuellen Psychotherapeut oder Analytiker verliert. <br>Man kann immer verlieren, allerdings denke ich, dass ein wirklich professionell arbeitender Therapeut, seinem Klienten / Patienten seine Problematik reflektiert und ihn nicht mit einem gewieften Seitenhieb aus seiner Kirche werfen will oder ihm seinen Gottesglauben entziehen will.<br><br>@ bes zu maxi,<br><br>die Kirche von heute steht nicht mehr so eindeutig abweisend zur prof. Hilfe, auch zur Bereitstellung kompetenter Methoden, die den AT´s weiterhelfen würden.<br>Heiliger Geist contra prof. Hilfestellung in der Beratung sehe ich somit nicht mehr.<br><br>Alles zusammen macht die Sache erst rund.<br><br><br><br>Wollen wir mal sehen, was so kommt.<br>Projektfinanzierungen auf priv. Ebene wären vorübergehend immer noch möglich.<br><br>Danke für Eure Antworten<br>WaSu
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Beitragvon Gaby » 07.07.2003, 06:50

Hallo Sonnenstrahl,<br><br>"Die derzeitige Meinung der Kirche ist, von einer Behandlung durch Psychiatern und Pyschoanalytikern abzuraten, die ein atheistisches Weltbild pflegen"<br><br>Sind die AT´s denn informiert, welcher Psychiater in ihrer näheren Umgebung kein atheistisches Weltbild pflegen?<br><br>Im Normalfall weiß man so etwas ja nicht. <br>Wenn Glaubensgeschwister alleine mit ihren Problemen nicht mehr fertig werden und dringend psychiatrische Hilfe brauchen, sollte der zuständige AT zumindest in dem Punkt Hilfestellung geben können und einen geeigneten Psychiater empfehlen können.<br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby
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Beitragvon peter » 07.07.2003, 07:03

Liebe Gaby,<br><br>Du schreibst:<br>>Wenn Glaubensgeschwister alleine mit ihren Problemen nicht mehr fertig werden und dringend psychiatrische Hilfe brauchen, sollte der zuständige AT zumindest in dem Punkt Hilfestellung geben können und einen geeigneten Psychiater empfehlen können.<<br>Vom Grundsatz her könnte ich dem zustimmen, doch was glaubst Du, welch ein Aufschrei durch die Foren gehen würde, wenn ein AT einen bestimmten Psychiater empfehlen würde! Ich persönlich denke, das in diesen Fällen ein Miteinander aller Beteiligten (Patient, Seelsorger und Psychiater) erforderlich seind und in entsprechenden Vorgesprächen konkretisiert werden sollten. Hierbei trennen sich dann automatisch die hierzu "offenen" Psychiater. Die Entscheidung des Psychiaters sollte grundsätzlich dem Patienten vorbehalten bleiben, denn dieser MUSS seinen Helfern vertrauen!<br><br>Herzlichst<br><br>Peter
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Beitragvon Anne » 07.07.2003, 07:04

Liebe WaSu, <br><br>klar machen wir weiter; mit Gottes Hilfe ! <br><br>Lieber Sonnenstrahl, <br><br>ich denke, dass ein Therapeut dann die Macht hat, einen Patienten in Sachen Kirche und Glauben zu belasten und den Grund allen Übels darauf zu schieben, wenn der P. selbst seinen Glauben eher unbewusst lebt. <br><br>Inzwischen erlebe ich aber, dass Viele ihren Glauben bewusster und auch kritischer leben, wodurch sie ihn auch vor Therapeuten klarer benennen können. <br><br>Ausserdem stelle ich fest, dass viele Therapeuten für den Glauben offener geworden sind und in dem Chaos dieser Zeit sogar selbst danach suchen. <br>Die Therapeuten, von denen mir erzählt wurde oder die ich selbst erlebt habe, sind sehr offen dafür gewesen, einige haben sogar Achtung,Respekt und sogar ihr Erstaunen ausgedrückt. <br><br>Herzl. Gruss ! <br>Anne
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Beitragvon Anne » 07.07.2003, 07:13

Liebe Gaby, lieber Peter, <br><br>eine Zusammenarbeit zwischen Betroffenem, Seelsorger und Psychiater oder Therapeuten ... eine traumhafte Vorstellung. <br>Hier gibt es sie in einigen, wenigen Fällen, aber das ist wohl noch die Ausnahme. <br><br>Aber eine Vernetzung der Kontakte und der Ansprechpartner ist in Arbeit. <br><br>Wenn man eine/n Th. aufsucht, muss man sich nie sofort an ihn / sie binden, sondern hat einige Gespräche frei, in denen man testen kann, ob er / sie den Vorstellungen entspricht. <br>Also ist es eigentlich kein Problem, sich den / die Richtige heraus zu suchen. <br><br>Die ev. und kath. Kirche bieten ausserdem kostenlose Ehe -, Familien - und Lebensberatungen an und hier kann man ebenso klären, ob der eigene Glaube oder die Kirchenzugehörigkeit ein Problem darstellen oder nicht. <br><br>Ich selbst habe damit durchweg positive und bereichernde Erfahrungen gemacht. <br><br>Grüsse ! <br>Anne
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Beitragvon Gaby » 07.07.2003, 07:27

@ all<br><br>Es ging mir ja nur um die Aussage, dass von einem Psychotherapeuten mit atheistischem Weltbild abgeraten wird.<br><br>Wenn ich einem Hilfesuchenden mit dieser Aussage alleine lasse, wäre ich ihm sicherlich keine große Hilfe.<br><br>"Aber eine Vernetzung der Kontakte und der Ansprechpartner ist in Arbeit."<br><br>So etwas in der Art schwebte mir vor ;)<br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby
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Beitragvon Sonnenstrahl » 07.07.2003, 08:07

Gaby fragte:<br>> Sind die AT´s denn informiert, welcher Psychiater in ihrer näheren<br>> Umgebung kein atheistisches Weltbild pflegen?<br><br>In einem Ämterdienst vor ein paar wenigen Wochen wurde dieses Thema behandelt; daher auch meine Ausführungen von heute morgen.<br><br>Ich gehe davon aus, daß der Bezirksvorsteher in einem konkreten Fall Anschrift von Pyschiatern und Psychoanalytikern nennen kann, die kein atheistisches Weltbild pflegen.
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Beitragvon Anne » 07.07.2003, 11:52

Also dass Bezirksvorsteher solche Adressen haben, das glaube ich überhaupt nicht ! <br>Aber es gibt in jedem Bezirk Leute, die sich auf diesem Gebiet auskennen und die Empfehlungen ausprechen können. <br><br>In einem Nachbarbezirk hörte ich von einer Empfehlung des Apostels, in einem weiteren von einem Priester, der selbst auf dem Gebiet arbeitet, dann wiederum von einer Gl.schwester mit gleichem Beruf etc. <br><br>Und in den neuen Bundesländern, sagte mir gestern ein Freund, der selbst psychol. Berater ist, darf man das Thema gar nicht erwähnen ... :rolleyes:.<br><br>Grüsse ! <br>Anne
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