Diese Frage hat mich auch schon beschäftigt

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

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Beitragvon Gaby » 13.10.2003, 06:02

Diese Predigt hat mich wieder einmal daran erinnert, dass ich mir diese Frage auch schon oft gestellt habe.<br>Warum mußte Jesus ans Kreuz? Kann ein Vater so "grausam" sein?<br>Ich denke nachfolgenede Predigt wird von den meisten Christen als ziemlich ketzerisch empfunden.<br>Mir zeigt sie, dass wir letzendlich ALLE nur glauben und nicht wissen.<br><br>"So etwa lautet die „Satisfaktionstheorie„ des Anselm von Canterbury, der im 11. Jahrhundert gelebt hat.<br>Noch heute halten sich viele Theologen an diese Vorstellung"<br><br>Was von dem an das wir heute glauben ist letztlich göttlich und was ist menschlich?<br><br>Hier der Text:<br><br>Christkönigsfest<br><br>Thema: Verlangt Gott den Tod Jesu?<br>Lesg./Ev.: Lk 23, 35-43<br>gehalten am 22.11.1998<br>von E. Gottsmann, OStR<br><br>Liebe Christen!<br>In einem illustrierten Geschichtsbuch habe ich ein Bild gefunden, an das ich nur<br>mit Schaudern denken kann: drei Männer hängen da mit schiefem Hals und herausgestreckter<br>Zunge an einem improvisierten Galgen, mit einem riesigen Schild<br>um den Hals: „Ich bin ein Verräter„. Jedem, der an dieser Hinrichtungsstätte vorbeikam,<br>sollte bekannt werden, warum diese drei Menschen sterben mußten.<br>Solch eine Tafel, „titulus„ genannt, verwendeten auch die Römer bei ihren<br>Hinrichtungen - und auch bei der Kreuzigung Jesu. In drei Sprachen, wie es im<br>Neuen Testament bestätigt wird, wurde der Hinrichtungsgrund angegeben:<br>„Jeschua’ nazoraja malka di_jehudaje„ lautete er wahrscheinlich auf aramäisch,<br>„hic est rex judaeorum„ auf lateinisch und „ho basileús tõn judaíõn„ auf griechisch,<br>wie man mittlerweile rekonstruiert hat. Nach römischem Recht mußten ja drei<br>Daten auf dem titulus vermerkt sein: der Name des Verbrechers, seine Herkunft<br>und seine Schuld.<br>Wenn das so ist, dann wurde Jesus eindeutig als Messiasanwärter hingerichtet,<br>als selbsternannter jüdischer König - und das ist gleichbedeutend mit „Rebell gegen<br>die Römer„.<br>Uns wird heute gar nicht mehr bewußt, daß sich der Judenhasser Pilatus mit<br>diesem Text ein „nettes, kleines Späßchen„ erlaubte. Die jüdische Obrigkeit hatte ja<br>Jesus gerade nicht als Messias anerkannt; und nun mußte sie ohnmächtig mit<br>ansehen, wie der aus „Staatsraison„ den Römern ausgelieferte Jesus ebendiesen<br>Titel bekam. Kein Wunder, daß es sofort Proteste hagelte, die Pilatus bekanntlich<br>mit dem Satz: „Quod scripsi, scripsi„ - „Was ich geschrieben habe, das bleibt!„<br>beiseitefegte.<br>Jahrhundertelang haben sich Theologen den Kopf zerbrochen, warum dieser<br>Messiaskönig, der ja unserer christlichen Überzeugung nach ganz von Gott erfüllt<br>ist, den brutalen Kreuzestod auf sich genommen habe. Und das noch dazu freiwillig,<br>wie manche Äußerungen der Evangelisten nahelegen!<br>Ausgerechnet die abstruseste Erklärung für den Kreuzestod Jesu scheint sich<br>durchgesetzt zu haben - ich habe es noch selber im Religionsunterricht gelernt: Die<br>Sünden der Menschen seien im Angesicht Gottes so unendlich groß, daß sie kein<br>Mensch mehr sühnen könne, nur noch Gott selbst. Die Gerechtigkeit Gottes<br>verlange aber nach dieser Sühne, und deshalb habe er seinen Sohn - im Grunde<br>sich selbst - als stellvertretendes Opfer hingegeben, damit er - der einzige<br>Sündenlose! - sich für die Sünder hingebe und dadurch Verzeihung erwirke. Auf<br>diese Weise komme auch die Liebe Gottes zu den Menschen zum Zug.<br>So etwa lautet die „Satisfaktionstheorie„ des Anselm von Canterbury, der im 11.<br>Jahrhundert gelebt hat.<br>Noch heute halten sich viele Theologen an diese Vorstellung, und sie denken<br>kaum darüber nach, wie sehr sie dem zuwiderläuft, was uns Christus über Gott<br>sagt. Achten Sie doch einmal darauf, wie oft liturgische Texte und Kirchenlieder<br>diesen Sühnegedanken aufgreifen!<br>Woher kommt denn diese Vorstellung überhaupt?<br>Sicher ist sie zuallererst in der natürlichen religiösen Anlage des Menschen<br>begründet. Schlechtes Gewissen einer höheren Macht gegenüber können einen<br>leicht auf den Gedanken bringen, daß man für seine Verfehlungen sühnen muß -<br>und aus der Religionsgeschichte kennen wir tatsächlich unzählige Beispiele, daß<br>diese fällige „Genugtuung„ auch wirklich durch Tier- und Menschenopfer geleistet<br>wurde, sozusagen stellvertretend für den Sünder.<br>Auch im Glauben der Israeliten bis hin zum jüdischen Tempelkult hat das Sündoder<br>Bußopfer, das für freiwillig begangene Sünden dargebracht werde mußte, eine<br>große Rolle gespielt. Dabei wurde dem Blut des Opfertieres - eines Stiers oder<br>Schafbocks - eine besondere sühnende Kraft zugeschrieben: es wurde gegen den<br>Tempelvorhang gesprengt, die Hörner des Räucheraltars wurden damit eingerieben,<br>der Rest wurde am Fuß des Brandopferaltars ausgegossen. Ohne Blutvergießen<br>keine Vergebung! Das war die fest eingefahrene Vorstellung des jüdischen Denkens.<br>Gerade in dieser Hinsicht aber hat Jesus durch seine Predigt vom himmlischen<br>Vater mit den herkömmlichen Vorstellungen gebrochen. Das Gleichnis vom<br>verlorenen Sohn, dem der Vater bei seiner reuigen Rückkehr bedingungslos<br>verzeiht, und auch das Verhalten Jesu Sündern gegenüber zeigt: nichts anderes als<br>die Liebe Gottes veranlaßt ihn, täglich nach dem Ausschau zu halten, der sich von<br>ihm entfernt hat, und ihn mit offenen Armen zu empfangen und bedingungslos zu<br>vergeben, wenn er nur freiwillig zu ihm zurückkehrt. Das ist die frohe Botschaft,<br>die Jesus nicht müde wird zu verkünden - und diese Botschaft hält er auch in<br>brutalster Behandlung durch - bis zu seinem Tod.<br>Deutlicher kann man es nicht zeigen! Da Jesus völlig in Übereinstimmung<br>mit Gott lebt - genau das bedeutet „Gottes Sohn„ in jüdischer Ausdrucksweise -,<br>macht er deutlich: Gott selbst, die Liebe in Person, liefert sich den Menschen<br>völlig aus; er nimmt sie so an, wie sie sind, mit aller Bosheit und Gemeinheit; er<br>nimmt es auf sich, daß sie ihn fertigmachen - und er wehrt sich nicht einmal<br>dagegen.<br>Alle Menschen sehnen sich danach, absolut und unverlierbar geliebt zu sein;<br>auch dann - und vor allem dann -, wenn sie ganz und gar nicht liebenswert sind.<br>Genau diese bedingungslose Liebe zeigt Gott durch den Menschen Jesus: du kannst<br>mich anspucken, du kannst mich zerfleischen, du kannst mich annageln - aber du<br>kannst meine Liebe zu dir nicht zerstören.<br>Umgekehrt zeigt aber der am Kreuz Hängende auch das: Zu so etwas seid ihr<br>Menschen fähig! Obwohl ihr so nach Liebe verlangt, macht ihr einen, der euch eben<br>diese Liebe entgegenbringt, brutal fertig. Der Haß der Finsternis gegen das Licht,<br>der Lieblosigkeit (und damit Gottlosigkeit) gegen die Liebe (und damit gegen Gott)<br>wird hier so offenkundig, daß man es nicht mehr verdrängen oder sich selbst<br>anlügen kann. Das Kreuz zwingt zu einer Entscheidung! Für Gott, und damit für<br>die Liebe, für das Leben, für das Glück - oder gegen Gott, und damit gegen die<br>Liebe, gegen das Leben, gegen das Glück.<br>Gehen wir einmal von uns selbst aus. Jeder von uns mag bestimmte Menschen<br>besonders gern. Gerade ihnen verzeiht man eine Menge und läßt Dinge durchgehen,<br>die man einem weniger geliebten kaum gestatten würde. Aber unbegrenzt würden<br>wir auch an diesem geliebten Menschen nicht festhalten; irgendwann hat er unsere<br>Zuneigung ausgereizt, irgendwann hat er so gehörig mit seinem Fehlverhalten<br>übertrieben, daß einfach Schluß ist! Alles hat seine Grenze, und jetzt ist sie einfach<br>erreicht. Die anfängliche Liebe schlägt in Enttäuschung, vielleicht sogar Haß um -<br>der andere ist bei mir bis in alle Ewigkeit unten durch! Wir würden das alle<br>verstehen können, denn so eine Reaktion ist einfach menschlich.<br>Auf diesem Hintergrund wird erst so richtig deutlich, daß das Verhalten Jesu<br>eigentlich nicht mehr „menschlich„ genannt werden kann. Selbst am Kreuz verzeiht<br>er den höhnisch spottenden religiösen Würdenträgern, dem höhnenden<br>Mitgekreuzigten, den gefühllosen römischen Soldaten, den feigen Freunden, die<br>vorher so groß getan haben: „Ich würde dir sogar in den Tod folgen!„, und die nun<br>spurlos verschwunden sind. Einer davon - der erste Papst - wollte nicht einmal<br>mehr etwas mit ihm zu tun haben: „Ich kenne diesen Menschen nicht!„.<br>Diese Liebe Jesu, die er so hartnäckig und unter allen Umständen durchhält, ist -<br>wie gesagt - nicht mehr menschlich. So kann nur Gott lieben: bedingungslos,<br>unbegrenzt, ausnahmslos. „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!„ - so jemand kann nur<br>die Verkörperung Gottes sein, wie selbst ein Heide, ein römischer Hauptmann,<br>erkennen muß.<br>„Mein Reich ist nicht von dieser Welt!„ hatte Jesus kurz vorher zu Pilatus gesagt.<br>Mit anderen Worten: meine Königsmacht sieht anders aus als die eure, die auf<br>Gewalt und Zwang aufbaut! Meine Macht ist die Macht der Liebe, die zwar<br>ohnmächtig erscheint; die durch Gewalt scheinbar leicht besiegt werden kann; die<br>niemals mit Zwang und Druck arbeiten kann - die aber letztlich alles besiegen wird,<br>selbst den Tod.<br>AMEN<br><br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby
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Beitragvon agape » 13.10.2003, 06:20

Liebe Gaby,<br><br><br><br>stellst Du Dir eine polemische Diskussion á la Frau Ranke-Heinemann vor?<br><br>Das kann sehr grausam werden und führt theologisch nicht zu einer Klärung.<br><br>Das Thema gehört m.E. ins Kapitel "Glauben in der NAK" und nicht in "Offene Kirche" ;) :D <br><br>Liebe Grüße <br>agape
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Beitragvon Gaby » 13.10.2003, 06:46

Hallo agape,<br><br>>Was von dem an das wir heute glauben ist letztlich göttlich und was ist menschlich?< fragte ich.<br><br>Das es hier kein entweder oder gibt ist mir schon klar.<br><br>Frau Ranke-Heinemann kenne ich nicht und weiß auch deshalb nicht um was es bei ihr ging.<br>Ich habe diese Predigt halt gelesen und seitdem beschäftigt sie mich.<br>Das ist meine einzige Motivation dazu.<br>Wie kommt man anhand der Bibel darauf, dass das Opfer Jesu wirklich sein mußte?<br>Das würde mich zum Beispiel interessieren.<br><br>>Das Thema gehört m.E. ins Kapitel "Glauben in der NAK" und nicht in "Offene Kirche"<<br><br>Nun mit Glauben in der NAK hat dies Thema meiner Meinung nach auch nicht unbedingt etwas zu tun denke ich ;) <br>Offene Kirche habe ich gewählt, weil ich denke, dass in einer "Offenen Kirche" über ALLES diskutiert werden kann.<br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby<br><br>P.S. Warum müssen Diskussionen immer gleich "grausam" verlaufen? Ich kann trotz einer konträren Meinung schließlich sachlich bleiben, oder nicht?
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Beitragvon agape » 13.10.2003, 07:08

Liebe Gaby,<br><br>ich weiß, dass Du immer "die liebe Gaby" bist und Du Dich nicht unsachlich äußerst. Ausnahmen gibt´s meistens nur dann, wenn man die Aussage nicht genau verstanden hat, was einer sagte.<br><br>Fau Uta Ranke Heinemann ist kath. Theologin und streitet sich seit Jahren fast ihr eigenes Blut aus dem Leib, weil sie der Lehre und in gewisser Hinsicht auch Gott übelste Vorwürfe macht, wegen des Opfertodes Jesu. Deswegen hat sie auch Probleme, das als Wahrheit anzunehmen.<br>Es ist <br>ihr Thema schlechthin.<br><br>Wenn Du willst, kannst Du ja mal im Internet rumgucken, was sie so sagt. Das ganze thematisch im Thread inhaltlich zu bearbeiten, wäre ja fast eine Lebensaufgabe. ;) <br><br>Das Kapitel "Glauben in der NAK" ist auch nicht optimal, trifft es aber noch am ehesten.<br>Das ist eine christliche Glaubens-Grundsatzfrage.<br><br>Deine Frage, wie man anhand der Bibel draufkommt, dass es einen Opfertod gibt, beginnt im Grunde bei Mose.<br>Da wird von jemandem berichtet, der der Schlange den Kopf zertreten wird.<br>Es steht nicht dabei, dass Jesus dabei selbst sterben muß.<br>Aber das ist ebn der Punkt, der eigentlich nicht geklärt werden kann, warum Gott keinen anderen Weg gewählt hat.<br><br>Die Frage, warum hat Gott keinen anderen Weg gewählt, kann man sich zig-tausendmal stellen.<br>Wie soll man das klären.<br>Lies mal Ranke-Heinemann: "Nein und Amen".<br><br>Bin auf die Diskussion gespannt, ehrlich,<br>agape
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Beitragvon agape » 13.10.2003, 07:22

Liebe Gaby,<br><br>es ist nicht mein wirklicher Wunsch, dass Du <br>Uta Ranke Heinemann liest.<br>Wenn man eigentlich glauben will und das ist ja etwas, wovon Gott sagte, dass das eine Voraussetzung sei, kann man sich je nach dem nicht mit Literatur befassen, die einiges Bedeutungsvolle platt machen will.<br>Der Opfertod ist nur eine Sache.<br>Der Stammapostel wollte, dass wir Neuapostolische Christen weiterhin an die Jungfrauengeburt glauben sollen.<br>Ich wollte das erst auch nicht mehr, aber ich kann es schon glauben. Den Nutzen sehe ich allerdings nicht genau dabei.<br>Jesus Christus ist mir genauso viel wert, ob nun Geistgezeugt oder Menschgezeugt.<br> <br><br><br><br>Ich setz Dir mal einen Link, dann weißt Du, was R-H so schreibt.<br>http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3453211820/<br>http://www.uni-protokolle.de/buecher/kat/498690/<br><br>Bis dann.<br>agape
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Beitragvon Holytux » 13.10.2003, 08:14

Hallo liebe Leute, Hallo Agape!<br><br>"Die Frage, warum hat Gott keinen anderen Weg gewählt, kann man sich zig-tausendmal stellen."<br><br>Ja Agape, hab ich mir auch schon gestellt. Vielleicht hängt das letztendlich vom "Gottesbild" in seiner Gesamtheit ab. Ich meine, man sollte die Möglichkeit erwägen, dass es für Gott keinen anderen Weg geben k o n n t e, weil kein anderer Weg e x i s t i e r t. Das mag oberflächlich betrachtet zwar an der "Allmacht" kratzen. Wenn ich nun aber unterstelle, das Gott den e i n z i g möglichen Plan realisiert, passt das schon.<br>Die Offenbarung Joh. hat da ja auch so einen merkwürdigen Satz, wo es heißt, dass Satan noch einmal losgelassen werden m u s s (20, 3). Deutet solches vielleicht an, dass Gott nicht anders k a n n? :confused: <br>Ich denke, das könnte eine spannende Frage sein. ;) <br><br>Frundliche Grüße vom Holytux :)
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Beitragvon agape » 13.10.2003, 08:59

Lieber holytux,<br><br>so denke ich auch.<br>Es gibt irgendeine Unabdingbarkeit, die sich nicht leicht durchschauen läßt und wo ich nur eine kleine Ahnung bei "fühle". Wenn man das überhaupt so sagen kann.<br>Es gibt ein Prinzip Gottes, was sich um die gerechte Behandlung des Satans bemüht, als ein Prinzip der Freiheit. <br><br>Ich habe mal ein Vergleich gehört.<br>Ein Kind schmeißt die Fensterscheibe kaputt. (egal ob vorsätzlich oder nicht)<br>Das Kind will die Scheibe ersetzen.<br>Der Vater übernimmt aber den Schaden, weil das Kind<br>a) kein Geld hat<br>b) keine Ahnung hat, wie die Scheibe auszuwechseln ist<br>c) mit Versicherungsangelegenheiten nicht umgehen kann .....usw.pp.<br><br>Übertragung, der Mensch kann die Abgesondertheit von Gott (Sünde) nicht selbst überbrücken, nicht in den alten Zustand zurückversetzen.<br>Obwohl der Mensch auch zu Gott (Vater) hingeht und sagt:" Ich mach das schon!"<br><br>Gott sieht, dass wir es nicht schon machen, er muß selbst an sein eigenes Werk mit seinen Mittel, mit denen wir nicht umgehen können.<br><br>Meine Eselsbrücke<br>agape
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Beitragvon Gaby » 13.10.2003, 09:21

Hallo agape,<br><br>erst einmal danke für den Link.<br>Ich halte es schon für wichtig, mich auch mit kritischen Texten auseinanderzusetzen.<br>Bislang konnte dies meinen Glauben an sich auch noch nicht erschüttern.<br>Vielleicht weil auch ich für mich nicht jede Kleinigkeit im Glauben "beweisen" muß, sondern weil ich letzlich "vertraue".<br>Was mich damals doch ziemlich in Bezug auf die NAK erschüttert hatte, war diese ganze Angelegenheit um Stammapostel Bischoff.<br>Eben weil so etwas ausgeschwiegen wurde und absolut kein Thema war, als ich neuapostolisch wurde.<br>Wenn man über etwas informiert ist, kann man sich sein eigenes Bild machen, kann selber entscheiden wie man über etwas denkt. Man wird nicht einfach "überrumpelt".<br>Es mag sein, dass man es sich selbst damit schwerer macht als es sein müßte, trotzdem halte ich dies für wichtig.<br>Für sich selbst Position beziehen, nachdem man sich mit einem Thema beschäftigt hat.<br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby<br><br>P.S. Für den Link werde ich wohl erst heut abend Zeit finden, ab und an muß ich auch mal was tun ;)
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Beitragvon Holytux » 13.10.2003, 09:37

@agape <br>Bild<br><br>Bild"Über sieben (Esels)Brücken mußt du geh`n..." :) <br><br>Grüßle Bild
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Beitragvon Merlot » 13.10.2003, 10:03

Hallo Gaby :)<br><br>Vielen Dank für diese äußerst interessante Predigt. Das ist für mich so ziemlich das erste Vernünftige, das ich zu dieser Frage lese.<br><br>Alles andere würde für mich eigentlich auch keinen Sinn machen, wenn der Tod ansich als Opfer für die Sünden gesehen werden müsste... Gott stellt Regeln auf und erfüllt sie dann selbst für uns? Ein Gott verlangt ein Todesopfer und bringt es dann selbst? <br><br>Was die Uta dazu meint, is mir jetzt wurscht ;) Ich finde diese Predigt einen sehr sinnigen schönen Ansatz. Basta.<br><br>Merlot
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Beitragvon user_875 » 13.10.2003, 18:02

Nehmen wir einmal an, es würde die beiden ersten Menschen wirklich gegeben haben – was aus geologischen Erkenntnissen einfach nicht wahr ist:<br>So wird der „Sündenfall“ dieser beiden „ersten“ Menschen unter logischen Aspekten betrachtet einfach nur zur Farce. <br><br>Diesen beiden armen Menschen, die jeglichem Schuldverständnis abhold waren („erwiesenermaßen“), und dann als die Urgroßeltern des Elends in dieser Welt verstanden wissen werden wollen, kann nun wirklich keine Sünde nachgewiesen werden.<br><br>Verantwortlich ist allein der „ Liebe Vater“ (Gott), der es in seiner Weisheit zugelassen hat, in das vermeintliche Paradies als Testator (Stifter) aller Schlechtigkeiten auch noch seinen ärgsten Feind und Widersacher zuzulassen.<br><br>Damit mutiert dieser Gott ganz schnell zu einem vorsätzlichen Anstifter und wird ob seiner weisen Voraussicht selber zum größten Straftäter des Universums!<br><br>Es bleibt nur zu hoffen, dass er selber als allererstes vor dem Jüngsten Gericht zu erscheinen hat!<br><br>Liebe Grüße!
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Beitragvon Gaby » 14.10.2003, 08:53

Hallo agape,<br><br>bei dem Link müßte ich ja das Buch bestellen.<br>Ich glaube nicht, dass ich es unbedingt lesen muß.<br>Ich habe diese Predigt bereits letzten Mittwoch gelesen und seitdem denke ich darüber nach.<br>Derjenige der mir diese Predigt zugemailt hatte, wollte meines Erachtens, dass ich in Eberhard Gottsmann den "Irrlehrer" erkenne.<br>Ich hatte ihm "Das geistliche Testament" von Gottsmann zugeschickt.<br><br>(http://www.eberhard-gottsmann.de/ "Zum Abschied" anklicken)<br><br>Bislang hatte ich solche Aussagen wie "Gott ist ein grausamer Gott, weil er dies Opfer von seinem Sohn verlangte" immer für mich "auf Eis" gelegt.<br>Mir erschien dieser Opfergedanke immer plausibel und ich hatte im Grunde auch nie ein Problem damit, da für mich Gott ein Gott der Liebe ist (trotz des Opfergedankens)<br>Diese Predigt hat mich nun doch zum Nachdenken gebracht.<br>Aber für mich ändert sie trotzdem nichts, ich muß aber Gottsmann auch nicht als "Irrlehrer" sehen.<br>Wenn diese Theologin über dieses Thema sogar ein Buch schreibt, gibt es wohl viele Christen die mit diesem Opfer ein Problem haben.<br>Wenn also Gottsmann mit dieser Predigt dazu beiträgt ein etwas anderes Gottesbild zu vermitteln, bei Menschen, die ursprünglich mit dem "grausamen" Gott der Opfer verlangt nichts zu tun haben wollten, ist seine Predigt für mich dadurch gerechtfertigt.<br>Jesus ist meiner Meinung nach auf die Welt gekommen, um das alte Gottesbild eines strengen und unnachgiebigen Gottes <br>vor dem viele Angst hatten zu verändern.<br>Er sah sich nicht nur selbst als Sohn Gottes, sondern verkündete Gott sei unser aller Vater.<br>Und zwar ein Vater der seine Kinder liebt, ganz gleich in welcher Lebenssituation sie grad stecken und wieviel Ecken und Kanten sie haben.<br>Etwas anderes predigt Gottsmann auch nicht.<br>Schließlich leugnet er Jesus ja nicht. Auch für ihn ist Jesus der Sohn Gottes.<br>Ob nun die Seligkeit davon abhängen wird, ob wir an gewissen Dogmen von Kirchen festhalten (du sprachst von der Jungfrauengeburt z. Bsp.) glaube ich nicht.<br>Wichtig ist, dass wir Gott erkennen, ihm glauben und vertrauen und ich denke da hat Gottsmann uns gezeigt, dass er dies wirklich tat.<br><br>Liebe Grüße<br><br>Gaby<br><br><br>P.S.<br>>Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat.< (Kol 2,14) <br><br>Ob dieser Schuldschein nun durchgestrichen wurde, weil Gott den Opfertod Jesu gewollt hat, oder weil wir Menschen eben<br>alles was nicht so ist wie wir es haben wollen vernichten, <br>wichtig ist doch, dass der Schuldschein durchgestrichen ist.<br>Selbst wenn Gott den Opfertod nicht als Bedingung gemacht hätte, hat er Jesu ja trotzdem zu uns geschickt, obwohl er wußte was passieren würde. Denn schließlich ist Gott doch allwissend, oder nicht? Gott hat den Tod Jesu nicht verhindert.
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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