Kinderlose Ehepaare/NAK Niemandsland?

u.a. Diskussion der Idee eine Basisorganisation in der NAK

Beitragvon agape » 26.10.2004, 13:39

Bert und Holy,

Ihr habt es genau erfasst.
Darum ging es mir.
Ich sehe auch, dass PaulusM etwas Tröstliches sagen wollte.
agape
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Beitragvon Protestant » 26.10.2004, 14:15

agape hat geschrieben:Unabhängig von diesem ganz konkreten Leiden, sind große Erlebnisse zu einem und dem selben Thema immer des einen Freud, und des Anderen Leid.
Ich würde am liebsten die ganzen Glaubenserfahrungsberichte durch geistvolle und erbauende Themen ersetzen.


Liebe agape, Peter, holytux, bert,

ja, das ist ein ganz sensibles Thema. Und Sensibilität sollte man diesbezüglich auch von den Verantwortlichen des "VFB" und der Redaktion von "UF" erwarten können.

Aber wie das halt so ist, wenn im "NAK-Mainstream" bezüglich der "apostolischen Gebetsgewalt" nicht nur mitgeschwommen werden soll, sondern diese besondere "Macht" auch öffentlichkeitswirksam Verbreitung finden will, muß man "einen Tod sterben"; und das ist in diesem Fall halt der, des Mitgefühls mit den Geschwistern, die genauso ernstlich wünschen und beten (und für die das auch von anderen getan wird), ohne "Erfolg".

Was mich daran so ungemein stört und traurig macht ist die Tatsache, dass durch solche "Glaubenserlebnisberichte" sich so ein blödes Gefühl in der Magengegend breitmacht, dass die Intention der Verantwortlichen nicht alleine die "Erbauung und Ermunterung" der Leser ist, sondern dass der kirchlich-moralische Zeigefinger, sehr dezent zwar, aber klar sichtbar als "Wasserzeichen" auch hier auf die weißt, die eben nicht im "NAK-mainstream" institutionell mitbeten, mitglauben und mitverherrlichen.

Es ist doch eigenartig, dass justament in der Phase, in der das "neuapostolische Apostolat" immer größere Anstrengungen unternimmt, seine Legitimation als "ausschließliche Botschafter an Christi Statt" zu beweisen (wirkt dadurch immer unglaubwürdiger), ein solch prekärer Artikel erscheint und den Apostel an sich zum einen als den "guten Onkel" und zum anderen als den "Garanten für Gebetserhörungen" darstellt.

Ich habe dann mit so einer Verfahrensweise ein massives Problem, wenn man m.E. durchaus bewußt (ansonsten wären diese für die Redaktion eines kirchlich-religiösen Zentralorgans eh nicht tragbar) mit den Gefühlen "Nicht-Gesegneter" so wie geschehen umgeht, u.a. auch um entsprechende "PR" zu machen.

Aber es ist, wie es ist; echte Seelsorge kann man nicht lernen; man hat's, oder man hat's nicht. Leider, leider...

Lieber Peter, ich kann Deine Frau und Dich gut verstehen und es ehrt Dich ganz persönlich, dass Du trotz all dieser Geschehnisse immer versuchst das Gute in den Vordergrund zu stellen. Darin bist Du mir ein großes Vorbild!!! Ich schaffe das oft nicht.


Ganz ganz liebe Grüße vom
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Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

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Beitragvon Holytux » 26.10.2004, 18:01

In dem Buch "Mystik und Widerstand" schreibt Dorothee Sölle über die Mystik des Bittgebets u.a. folgendes:

Es ist ein mystischer Akt, weil es den Grund der Welt nicht als eisiges Schweigen nimmt. Es ist, was es ist. Es hat die Zwangsvorstellung vieler Bittgebete hinter sich gelasen, daß etwas bezweckt und erreicht werden müsse. Es protzt nicht, wie manche Fundamentalisten es tun, mit der Anzahl der Gebetserhörungen.

:roll:
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Schweigen

Beitragvon agape » 26.10.2004, 18:17

HOLYTUX! : - ))

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Novizen, der beim Nachdenken über den Begriff "Glaubenserlebnisse" leicht irritiert seine Haltung ändert und von dort an nur noch von "GLAUBENSGEHEIMNISSEN" spricht.

"Das Schweigen der Lämmer", möchte man sagen.
Ganz liebe Grüße und ein bes. "MERCI",
agape
Zuletzt geändert von agape am 26.10.2004, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Cemper » 26.10.2004, 18:28

Lieber Holytux!

Ich kannte Frau Sölle - die ja aus Köln kommt - und hatte auch einmal Gelegenheit zu einem Gespräch über den Tod. Ihre Sicht kann wohl so beschrieben werden: Wir fallen wie ein Wassertropfen in den Ozean. Aber das ist sehr verkürzt. Eine personale Existenz jenseits des Todes hat sie offenbar nicht „vermutet“ bzw. geglaubt. Dies ist übrigens ein Punkt, der auch für Ihren (Holytux) älteren Beitrag zum neuap. „Entschlafenenwesen“ interessant sein könnte. Sölles theologisch-literarische Arbeiten muss man auch auf diesem Hintergrund sehen. Er hat nicht zu „Wutanfällen“ geführt, sondern zu einem Denken, das in einem Buch mit dem Titel „Mutanfälle“ (politisch) ausgebreitet ist. Sie hat es mir geschenkt. Ich habe es gelesen - und dann war ich wieder ... Sie wissen schon (ratlos).

C.
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Beitragvon orig.gabi » 26.10.2004, 18:54

@ Agape,

:wink: :wink: :wink:
Herzliche Grüße Gabi
Zuletzt geändert von orig.gabi am 26.10.2004, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Beitragvon Holytux » 26.10.2004, 19:04

:D Liebes ratloses C.
Zumindest wäre es für mich ein Lichtblick, als Wassertropfen in einen großen Ozean aufgenommen zu werden. Jedenfalls besser, als "nichts"...
Ich habe das Buch übrigens nur quer gelesen, sehr quer. (Weil ich nämlich Ratlosigkeit nicht leiden kann ...:wink:)
Ansonsten weiß ich kaum etwas "genaues" über die Autorin. (Und wenn ich mehr gelesen hätte, hätte ich`s ohnehin nicht begriffen.)
Das Zitat fiel mir auf, und paßt ein wenig zum "Gebetserhörungsanspruch", und einer recht spezifischen Eigenheit der NAK, dem Publizieren dessen einen bedeutenden Platz einzuräumen. Sozusagen als Indikator für den "wahren Weg".
Schade, daß Frau Sölle keine Nachricht geben kann. Ich wüßte wirklich zu gerne, wie sich das nun verhält mit dem Tropfen und dem Ozean. Und so hoffe ich weiter, dass ich doch irgendwie meine "Identität" behalte, wenn es soweit ist.

Liebe Grüße
:)
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