Ein Platz für Kinder...

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon orig.gabi » 21.08.2014, 15:43

Werter Cemper,

meinen Sie nicht auch, dass Sie ab und an ein wenig unfair argumentieren?
Hier diskutieren in der Mehrzahl Laien mit Laien zu bestimmten Themen. So weit, so gut. Es kommen alle möglichen Sachverhalte zur Sprache, jeder kann und darf dazu aus
seiner laienhaften Sicht Stellung beziehen. Darum geht es hier.Die Leute sind interessiert und wollen einen regen Austausch auf einem alltagstauglichen, jedoch nicht akademischen
Niveau pflegen.
Und da hauen Sie oft - und zwar völlig unfair wie von dem hohen Ross eines Reiters, der sich mit nichts als der Reiterei beschäftigt, die sein Fachgebiet ist, hinunter auf Leute, die
nie auf einem Pferd gesessen haben. Die allerdings durchaus Ahnung von Pferden haben können, aber nicht Jahr um Jahr beruflich mit nichts anderem beschäftigt sind.
Sicher haben Sie sehr viel Ahnung von Politik und Gesetzestexten, deren Auslegung, Sie betonen dieses ja nun oft genug.
Aber die meisten anderen hier sind da weniger involviert, die haben anderes zu tun, haben von anderen Sachverhalten Ahnung.Was nicht heißt, dass sie "blöd" sind.
Sollten die deshalb im Forum schamhaft schweigen? Weil ihre Fachgebiete hier nicht zur Sprache kommen? Sie daher gegenüber Ihnen, der sicher in seiner Disziplin im Sattel sitzt,
"naiv" wirken? Nee, wieso?

Nochmal, ich finde manche Ihrer Einwände unfair. Berechtigt wäre Ihre Kritik, würden sich Laien in Fachforen einloggen und dort mit speziellen Fachleuten ihre laienhaften Ansichten
diskutieren wollen. Wenn sich z.B. ein sachfremder Richter in einem Medizinerforum mit Ärzten in einen ernsthaften Austausch um die neuesten Therapien bezüglich der Krankheit
X,Y, einmischte und dort auf seine laienhaft - unwissende Sicht beharrte.
Das ist hier nicht gegeben.

In diesem Forum tauschen sich weder Rechtswissenschaftler aus, noch Theologen, noch Philosophen, noch sonstige, oft einseitig gepolte Kapazitäten.
Sondern ganz normale Leute. Von denen sich etliche durchaus bei Zeit und Interesse in Spezialgebiete einlesen und darauf einlassen könnten.
Wer sagt übrigens, dass sie das nicht tun?
Nur eben nicht hier... vernünftigerweise ... :wink:
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 21.08.2014, 19:43

Werte orig.gabi!

Ihre Frage "Meinen Sie nicht auch, dass Sie ab und an ein wenig unfair argumentieren?" ist suggestiv; die Frage enthält die Behauptung, ich würde unfair argumentieren. Ich will ich Ihnen darauf so antworten:

Was heißt "fair"? Wir alle wissen es ja. Ich habe trotzdem ins Wörterbuch geschaut. Dort steht anständig, ehrenhaft, ehrlich, einwandfrei, gerecht, in Ordnung, kameradschaftlich, kollegial, korrekt, legitim, ordentlich, redlich, regelgemäß, regelkonform, regelrecht, regulär, ritterlich, sauber, sportlich, untadelig, lauter, schicklich, solidarisch, koscher, gebührlich, rechtschaffen.

Wenn ich nun Ihre Frage, ob ich nicht auch meine, dass ich ab und an ein wenig unfair argumentiere, mit „ja“ beantworte, dann würde ich damit sagen: Ja, ich argumentiere ab und an ein wenig unanständig, unehrenhaft, unehrlich, nicht einwandfrei, ungerecht, nicht kameradschaftlich, unkollegial, unkorrekt, illegitim, unordentlich, unredlich, unregelgemäß, nicht regelkonform, nicht regelrecht, irregulär, unritterlich, unsauber, unsportlich, nicht untadelig, unlauter, unschicklich, unsolidarisch, nicht koscher, ungebührlich und nicht rechtschaffen. Das alles trifft - meine ich - nicht zu. Deshalb sage ich nicht, dass ich - wie Sie - meine, dass ich ab und an ein wenig unfair argumentiere.

Ansonsten:

Wir alle sind auf fast allen Gebieten des Lebens Laien. Laienhaftigkeit ist der Normalzustand. Gehen Sie mal alltäglich-praktische und diverse theoretische Bereiche durch. Es wird sofort klar, dass wir auf ganz wenigen Gebieten sagen können, dass wir davon etwas verstehen oder sogar Experte sind. Wir gehen deshalb bei den meisten Problemen zu einem Fachmann oder einer Fachfrau. In den allermeisten Fällen redet man dem Experten auch nicht rein oder fängt gar an, ihm zu erklären, wie er was machen muss oder wie etwas ist.

Es gibt aber einige Lebensbereiche, in denen die Laienmeinung wichtig ist. Dazu gehören Fragen der Politik, das Thema Recht und Gerechtigkeit und das weite Feld Glauben / Religion. Da soll jeder Laie mitreden. Foren sind eine Plattform, die das in besonderer Weise möglich machen.

Es ergibt sich aber immer die Frage, wie dann Diskurse geführt werden. Was soll man tun, wenn beispielsweise pauschal negativ über Parteien und Politiker geredet wird? Oder wenn jemand offenbar wenig Sachkenntnisse hat und gleichwohl zur Sache reden will? Ich kann Ihnen sagen, dass ich darauf keine wirklich befriedigende Antwort weiß.

C.
Zuletzt geändert von Cemper am 21.08.2014, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Peter B aus E » 21.08.2014, 21:30

Cemper hat geschrieben:Werter Herr Peter B aus E,

Ihr an mich adressierter Eintrag beginnt mit einer sinnentstellenden oder wahrheitswidrigen Kürzung meiner Aussage betr. die Wahrheitspflicht der deutschen Bundeskanzlerin und endet mit der Forderung nach Wahrheit - das ist etwas kurios. Sie zitieren mich korrekt, wenn Sie schreiben:
Ein deutscher Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin ist nicht dazu da, auf Wahlversanstaltungen, im Fernsehen oder sonstwo die Wahrheit zu sagen.

Die dann folgenden Sätze - die erst deutlich machen, worum es mir und hier geht - unterschlagen Sie. Es sind diese Sätze: "Der Amtseid verpflichtet dazu, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden - das gehört zu den Amtspflichten. usw .usw....


Cemper ,
hier widerspreche ich Ihnen .
Richtig ist zwar ,dass es aus einem Zusammenhang gerissen wurde .


Falsch (oder besser unpassend) allerdings ist Ihr rechtlicher Hinweis dazu .
denn - Als persönlichen , erklärenden Kommentar- fügte ich unten folgendes an :
Vllt. kommt der Wahlverdruss einiger Menschen auch daher ,dass Sie derselben Meinung sind wie Sie..
(im ersten Zitat) .


1 . . posteten Sie eine Meinung .
2.. wird die Darstellung oder Aussagekraft inhaltlich nicht verändert oder gar Sinnentfremdet .
3.. ging es bei der Gegenüberstellung -Ihrer beiden Zitate ( wie ich auch schrieb ! ) um die "Wichtigkeit " von Wahlen
und nicht, wie Sie anführen -um Wahrheit .

Die Wahrheit - wurde von mir nur im Kontext mit der" FAZ" als Prämisse bemüht...
Ich verstehe nicht was Sie wollen , vor allem halte ich Ihre rechtlichen Verweise
für - "nicht zuständig" ...

Es ist auch nicht zutreffend ,dass das 3.te Reich " zwischen parlamentarischen Demokratien " lag . Es entstand eben durch eine solche , denn - die NSDAP wurde parlamentarisch gewählt . Das es sich dabei nicht um eine demokratische Partei selbst handelte - ist etwas anderes .
Die von Ihnen angedeutete Unfähigkeit vieler Mitbürger , entsprechende Folgen politischer Entscheidungen
zu durchblicken, spricht gegen die damalige " parlamentarische Demokratie " ....

Was die DDR -Scheindemokratie angeht , bin ich" bei Ihnen" .

freundliche Grüße
Peter B .
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 21.08.2014, 21:52

@ Peter B.

Einige Teile Ihres Eintrags verstehe ich nicht. Ich lasse diese Teile mal so stehen. Anmerken will ich nur: Was meinen Sie denn mit "parlamentarisch gewählt"? Meinen Sie eine Wahl im Parlament oder durch das Parlament (also den damaligen Reichstag)? Falls Sie das meinen: Bei der Reichstagswahl März 1933 wurde die NSDAP doch nicht vom Parlament, sondern "vom Volk" mit knapp 44 Prozent gewählt. Nach Ausschaltung der Gegner der NSDAP haben die Nazis dann bei der Reichstagswahl im November 1933 alle Sitze des Parlaments besetzen können - auch hier hat das Volk gewählt und auch das war keine parlamentarische Wahl.

C.
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Peter B aus E » 21.08.2014, 23:01

Cemper hat geschrieben:@ Peter B.

Einige Teile Ihres Eintrags verstehe ich nicht. Ich lasse diese Teile mal so stehen. Anmerken will ich nur: Was meinen Sie denn mit "parlamentarisch gewählt"? Meinen Sie eine Wahl im Parlament oder durch das Parlament (also den damaligen Reichstag)? Falls Sie das meinen: Bei der Reichstagswahl März 1933 wurde die NSDAP doch nicht vom Parlament, sondern "vom Volk" mit knapp 44 Prozent gewählt. Nach Ausschaltung der Gegner der NSDAP haben die Nazis dann bei der Reichstagswahl im November 1933 alle Sitze des Parlaments besetzen können - auch hier hat das Volk gewählt und auch das war keine parlamentarische Wahl.

C.


Nun ,hier liegt wohl das Verständigungsproblem im Detail .

Die NSDAP benötigte für das Ermächtigungsgesetz ( welcher Folgen Sie andeuteten ) Machtkonspiration im Parlament .
Natürlich wählt in der parlamentarischen Demokratie das
Volk die Parteien .

Insoweit - von mir missverständlich formuliert , Sie haben aber nachvollzogen .

freundliche Grüße
Peter B .
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 22.08.2014, 09:43

Werter Peter B aus E!
Peter B aus E hat geschrieben:Die NSDAP benötigte für das Ermächtigungsgesetz ( welcher Folgen Sie andeuteten ) Machtkonspiration im Parlament .

Ja - aber die "Macht" allein (d.h. eine parlamentarische Mehrheit) hatte damals nicht gereicht. Das Ermächtigungsgesetz und damit praktisch die Abschaffung der ersten deutschen Demokratie war auch möglich, weil die Weimarer Reichsverfassung keine ausreichenden Schutzmechanismen enthielt. Es war damals möglich, mit Zweidrittelmehrheiten Gesetze zu beschließen, die der Verfassung eigentlich widersprachen (wie z.B. das Ermächtigungsgesetz). Das ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht möglich. Das Grundgesetz enthält Schutzmechanismen. Ich erwähne das, weil in diesem Forum so oft auf Gott und die Welt (und dabei auf die Politik) geschimpft und der Wert des Grundgesetzes und unserer rechtsstaatlichen Ordnung nicht richtig gesehen wird.

Artikel 79 Grundgesetz bestimmt unter anderem:
(1) Das Grundgesetz kann nur durch ein Gesetz geändert werden, das den Wortlaut des Grundgesetzes ausdrücklich ändert oder ergänzt. (…)
(2) Ein solches Gesetz bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates.
(3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.

Besonders wichtig ist hier Abs. 3. Er enthält eine sog. Ewigkeitsgarantie. Das Grundgesetz kann nie so geändert werden, dass die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden. In den Artikeln 1 und 20 (nicht einundzwanzig, sondern 1 und 20) heißt es:

Artikel 1 GG
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 20 GG
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Ich wünsche Ihnen - werter Peter B aus E - fröhlichen und erfolgreichen Widerstand. Aber bedenken Sie - Widerstand nur dann, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Also evtl. beim Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde einreichen. Ich schrieb ja schon: Postkarte genügt. Adresse siehe oben. Ansonsten denken Sie vielleicht an den Lyriker Peter Rühmkorf: "Bleib erschütterbar und widersteh."

Ein schönes Wochenende und am Sonntag eine hoffentlich alltagstaugliche Predigt! Vielleicht berichten Sie mal nächste Woche, was (welches Bibelwort) wie verpredigt worden ist.

Und nun zurück zum Thema: Klick

Ihr Cemper
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Peter B aus E » 22.08.2014, 18:17

@ Cemper,
nein- ich befinde mich nicht im Widerstand .
Weder aktiv -noch passiv..
--
Die Erörterung historischer Ereignisse war eigentlich auch nicht das Thema. Mit unserem Thema "Politik" - haben wir nun mittlerweile
auch " Den Platz für Kinder..." zerschossen.
Ich meine ,
wenn wir Waffen nach Katar liefern , damit die Is ( oder Isis ) mitfinanzieren . Und anschließend Decken und Helme
oder ebenfalls Waffen -für die Kurden in den Irak ...
Dann müsste auch Ihnen auffallen ,dass mit der deutschen Außenpolitik etwas nicht stimmt .
----
Die Ukraine und die Rolle der NATO- haben wir ja ausreichend durchgekaut .
Dass ein ( so meinten Sie ) " reines Verteidigungsbündnis " das Recht auf " Einmischung in Konflikte anderer Staaten "( so meinten Sie auch ) besitzt -
nun - akzeptiere ich als Ihre persönliche Haltung .
aber -

Irgendwie wäre ich Ihnen dankbar , wenn Sie
die Einschätzung -ob es sich um " gute und durchdachte " Politik handelt -
" schlechte oder kurzgedachte " -
nicht mit automatischem Widerstand verbinden .

----
Ihre Affinität zum GG( zumindest in Teilen ) habe ich zur Kenntnis genommen .
Ihre Einlassungen dazu ebenfalls.
Zum Thema Souveränität - auch dort für Sie-
einen Hinweis . Und was dann evtl. aus Ihrer " Ewigkeitsgarantie " würde . Zur Souveränitätsdiskussion
bräuchte man - zugegeben- einen gewissen Herleitungswillen .

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_146.html

Schauen Sie ruhig mehrmals Ihren Politikern ( meinen auch -ich habe meinen Ausweis noch ) ruhig etwas genauer auf die " Finger ".
Nicht jeder - verortet Sie gleich in den Widerstand ,
falls Ihnen ( evtl. einmal ) ein Widerspruch auffällt . Falls das nicht geschieht ( Ihnen nichts auffällt ) - erst recht nicht .

rät freundlich
Peter B.
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 23.08.2014, 06:45

Guten Morgen, Peter B!

Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Rat.

Mit Ihrem Eintrag habe ich aber wieder einige Schwierigkeiten. Ich will das nicht ausbreiten, sondern nur pauschal sagen: Politik war immer und ist auch heute "die Kunst des Möglichen", wobei man sehen muss, dass diese Kunst oft grausam war und ist, weil die Möglichkeiten beschränkt waren und weil Politiker auch Verbrecher waren und manchmal sind. Politik war und ist keine Angelegenheit, die immer widerspruchsfrei und am Gemeinwohl orientiert gestaltet werden kann. Sie war und ist von Interessen bestimmt. Die Interessen wurden und werden oft brutal durchgesetzt. Eben deshalb sind normative Grundlagen - vor allem Verfassungen mit Orientierungen an Menschenrechten - und Machtbalancen so wichtig. Bei aller Kritik an Deutschland und Europa - wir können froh sein, dass wir seit einem halben Jahrhundert einigermaßen human und sicher leben können. Ich jedenfalls bin das - und insoweit verstehe ich Ihre direkten und indirekten Hinweise auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände manchmal nicht. Beachten Sie: Ich habe nicht geschrieben, dass alles gut ist.

Sodann: Sie verlinken den Artikel 146 Grundgesetz. Das wirkt - jedenfalls auf mich - so, als wollten Sie damit andeuten, dass in Deutschland etwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung ist und dass Sie deutsche Verfassung als nicht wirklich rechtsgültig ansehen. Es wäre schön, wenn Sie einmal genau beschrieben, was der Sinn der Verlinkung dieses Artikels ist.

Damit wir hier nicht sinnlos rumpalavern und weil dieser Artikel vielfach nicht verstanden wird, wobei man den Eindruck haben kann, das Leute, die auf diesen Artikel verweisen, nicht lesen können, sei kurz dies angemerkt:

In Art. 146 GG steht:

"Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

In diesem Artikel steht nicht, dass das Grundgesetz nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands seine Gültigkeit verliert, sondern dass es nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt. Das ist der Fall. Man kann natürlich endlos darüber diskutieren, was "Vollendung der Einheit und Freiheit" heißt, aber man kann nicht bestreiten, dass es die deutsche Einheit gibt und dass in Deutschland Freiheit gewährleistet ist.

In diesem Artikel steht ferner, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit verliert - ja, aber wann denn? In dem Artikel steht nicht, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit mit der Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands verliert, sondern dann, wenn "eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist". Das steht da. Und da eine solche Verfassung nicht beschlossen wurde, kann sie - logisch - nicht in Kraft treten. Und da das so ist, gilt das Grundgesetz fort. Im Übrigen hat es einen Beitritt der DDR gemäß dem alten Artikel 23 GG zum Geltungsbereich des Grundgesetzes und nicht zu "irgendwas" gegeben.

Deshalb die Frage: Was wollen Sie eigentlich? Wollen Sie eine neue Verfassung? Falls das so ist - bitte sehr, das ist Ihr "gutes Recht". Ich bin übrigens auch dafür. Die Frage ist nur: Was soll denn in dieser Verfassung stehen? Und wo sind die Mehrheiten, mit denen eine neue Verfassung beschlossen werden kann? Ich vermute mal, dass die evtl. Mehrheit in Ihrem Dort oder Ihrer Kleinstadt nicht ausreicht.

Schöne Grüße
Ihr Cemper
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon orig.gabi » 23.08.2014, 06:55

Und? Was sollte drinstehen in einer neuen Verfassung?

Davon abgesehen, wäre eine Umschreibung, Veränderung, Neugestaltung der Verfassung überhaupt möglich?
Wenn ja, wie? In weiten Teilen, in Teilbereichen, falls, in welchen?
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 23.08.2014, 07:05

In der neuen Verfassung sollte "drinstehen", dass Frau orig.gabi aus dem Forum "Glaube und Kirche" Staatspräsidentin auf Lebenszeit wird und Herr Peter B aus E von der Staatspräsidentin zum vorläufigen Regierungschef ernannt werden kann.

Ansonsten: Ja, das wäre alles möglich - und wie!

C.
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon orig.gabi » 23.08.2014, 07:23

Hm.So wenig halten Sie also vom Amt des Staatspräsidenten, oder eher von den letzten und/oder dem aktuellen Inhaber?
Warum?
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 23.08.2014, 09:37

Ich verstehe hier nur noch wenig. Die Argumentation des Peter B verstehe ich kaum. Und wenn ich Ihren Eintrag lese, verstehe ich nicht, mit welcher Logik Sie aus meinem Eintrag Ihre Schlussfolgerung ziehen. Worauf bezieht sich denn das von Ihnen gebrauchte Wort "also"? Ihr Eintrag erinnert wieder an die Geschichte vom Fuchs, der vier Beine hat, und an die Bemerkung, dass Sie ein schlauer Fuchs sind und also vier Beine haben.

Wenn Sie verstehen, wat ick meene.
HC
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Peter B aus E » 23.08.2014, 12:09

@Cemper,
mein Problem - sind Ihre Schlußfolgerungen.
weshalb Leute ,die den Link lesen- ihn nicht verstehen sollten ... würde ich mir pauschal .. Sie wissen schon.

Ich kritisierte nicht Deutschland oder Europa . Sie schrieben dazu:

Bei aller Kritik an Deutschland und Europa - wir können froh sein, dass wir seit einem halben Jahrhundert einigermaßen human und sicher leben können. Ich jedenfalls bin das - und insoweit verstehe ich Ihre direkten und indirekten Hinweise auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände manchmal nicht. Beachten Sie: Ich habe nicht geschrieben, dass alles gut ist.


Ich kritisierte die teils ( für meine Begriffe ) undurchdachte Politik Steinmeiers und Rasmussens( als NATO- Repräsentant ) .
Sehen Sie ( oder versuchen es ) .. wenn ich meine , die beiden fügen mit ihrer Politik Deutschland und
Europa Schaden zu .
Dann ist Ihre Einlassung zum Thema für mich unverständlich .
Anderseits meinen Sie selbst :

Politik war und ist keine Angelegenheit, die immer widerspruchsfrei und am Gemeinwohl orientiert gestaltet werden kann. Sie war und ist von Interessen bestimmt. Die Interessen wurden und werden oft brutal durchgesetzt. Eben deshalb sind normative Grundlagen - vor allem Verfassungen mit Orientierungen an Menschenrechten - und Machtbalancen so wichtig.


Damit formulieren Sie doch selbst , was allgemein bekannt und anerkannt ist .
Können Sie sich wirklich nicht vorstellen ,dass eine weniger agressive Politik( oder Einmischung ) , als die gegenwärtige der beiden angeführten Repräsentanten ,
für Europa ,Deutschland und dem Frieden dienlicher wäre ?

Sie verorteten mich in den Widerstand .
Weshalb ? Weil ich frage ,hinterfrage und gegenwärtige Außenpolitik Deutschlands in vielen
Fragen als " Friedensproblematisch " betrachte ?

Sehen Sie denn die momentane Doppelmoral , mit der Deutschland Katar mit Waffen ( damit die Isis Truppen) beliefert ,
und nun Schutzwesten , Decken und wahrscheinlich demnächst Waffen in den kurdischen Teil Iraks ....
wirklich nicht ??

Und wie kommen Sie dann jedesmal auf das Grundgesetz , welches auch eine gegensätzliche
Meinung zulässt ( also auch eine gegensätzliche zur gegenwärtigen Politik ) ?

Ich habe - das kann natürlich völlig falsch sein - den Eindruck ,
dass Sie Inhalte ( manchmal auch nur unterschwellig ) so verschieben , dass diese in Ihre Argumentationslinie passen .
Und irgendwie am Grundgesetz hängen bleiben ...

Selbst dann, wenn es auch nicht im Ansatz im Ausgangsthema zuständig war .
Sie werden meine Argumentation wieder nicht verstehen ,meine ich .
Leider kann ich mich nicht anders mitteilen ,
ich kann aber auch nicht einschätzen , ob Sie mir wirklich gedanklich folgen wollen....

Sie müssen - natürlich nicht .
Sie dürfen auch weiterhin annehmen , wer die Politik Steinmeiers und Rasmussens kritisiert und für Destruktiv in der Friedenssicherung für Europa hält ,
befindet sich im Widerstand . Meinetwegen - auch wenn Sie das bis jetzt nicht - meine ich ganz persönlich -
sinnvoll und nachvollziehbar begründen konnten.

Vielleicht kommt Ihnen auch komisch vor , dass Leute - welche durch den Euro Maidan in der Ukraine an die Macht kamen ,
-diesen heute räumen lassen .

Sehen Sie hier : http://web.de/magazine/nachrichten/ausl ... sland.html

Mal ehrlich Cemper , Sie haben keine Ahnung - wen wir da unterstützen , oder ?
Und ob diese " Halbgewalkten " wirklich Frieden wollen ,oder ??

freundliche Grüße ,
Peter B .
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Re: Ein Platz für Kinder...

Beitragvon Cemper » 23.08.2014, 16:49

@ Peter B -

Ich kann die "politischen Linien" des deutschen Außenministers Steinmeier und die des NATO-Generalsekretärs Rasmussen nicht beurteilen. Ich weiß, welchen politischen Lagern die beiden Politiker zuzuordnen sind und orientiere mich bei der Meinungsbildung etwas daran. Dabei gibt es einen gewissen Vertrauensvorschuss - bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Sodann bekomme ich - wie andere auch - einige Informationen über Medien. Die betrachte ich selbstverständlich kritisch. Außerdem habe ich im Zusammenhang meiner Arbeit gelegentlich Fachzeitschriften auch aus dem Gebiet Außenpolitik und Internationale Politik. Da bekommt man auch etwas mit. Aber das alles reicht nicht für ein Urteil. Ich hatte auch - Sie werden es kaum glauben - vor einigen Wochen Gelegenheit, den deutschen Außenminister ein bis zwei Stunden aus allernächster Nähe zu beobachten und auch kurz mit ihm zu sprechen; ich erwähne das nur, weil ich dabei nicht entfernt den Eindruck hatte, dass dieser Mann irgendwas unüberlegt macht oder gar zum Schaden Deutschlands agiert. Nein - ihm sind Beiträge zu friedlichen Konfliktlösungen ein ernstes Anliegen. Freilich steckt er in unvorstellbar vielen Abhängigkeiten und einem kaum vorstellbaren Stress. Und die Problemlagen Waffenindustrie und Waffenexport und das ganze Elend der Waffenschieberei usw. usf. sind wirklich groß. Patentlösungen gibt es wohl nicht. Manchmal denke ich, dass man politisch so oder so oder anders handeln kann und immer in Schuld verstrickt ist.

Was nun Sie als Person betrifft: Ich sehe Sie nicht "im Widerstand", ich habe nur den Eindruck, dass Sie sich Ihre eigenen widerständigen Gedanken über Gott und die Welt machen. Und was die Verfassungsfragen betrifft: Da habe ich den Eindruck, dass es nicht schadet, wenn durch einige "sachdienliche Hinweise" in diesem Forum Voraussetzungen für eine von Kenntnissen geprägte Meinungsbildung gefördert werden. Ein Forum soll ja auch einen gewissen Sinn haben - also keine von Ahnungslosigkeit strotzende sinnentleerte Quatschbude sein und sich nicht so entwickeln, dass es eines Tages eine garantiert geschmacksneutrale Tomate wie die holländische Tomate wird. Das wollen wir doch dem Herausgeber Randnotiz nebst Mitherausgebern nicht antun.

Freundliche Grüße - Klick

C.

PS: Ich verlinke mal den Organisationsplan des Auswärtigen Amtes. Schauen Sie mal rein, da finden Sie viele, die viel Ahnung haben und wissen, worum es geht … Klick Da sitzen Fachleute mit mit solchen Ausbildungen: Klack und Klick.

PPS: Und hier soll es um Kinder gehen!
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