Das 4.Gebot

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon tosamasi » 29.08.2007, 10:51

scholli, du bist At, was vermittelst du?
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
(Hermann Hesse)
tosamasi
 
Beiträge: 5977
Registriert: 29.01.2007, 10:44
Wohnort: tief unten

Beitragvon scholli » 29.08.2007, 11:09

tosamasi hat geschrieben:scholli, du bist At, was vermittelst du?


tosa,

hast Du schon mal einen At im Arminen-Trikot gesehen? :P

Also.......
Ich setze Liebe mit Freiheit gleich. Die Liebe zu Gott kann nicht durch Gebote, sondern nur durch einen Akt der Willensfreiheit bewirkt werden. - Isaac B. Singer
Benutzeravatar
scholli
 
Beiträge: 3406
Registriert: 09.01.2007, 13:33
Wohnort: OWL

Beitragvon Matula1 » 29.08.2007, 11:20

Tatyana hat geschrieben:
Matula1 hat geschrieben:

Ich finde in dem Zusammenhang ist eine Bringschuld doch wohl alles andere als egoistisch, wenn ich meinen Kindern Liebe und Wärme schenke, also ihnen diese entgegen bringe, so dass sie dann ihrerseits etwas zu ehren oder zu achten haben.


Diese Liebe und Wärme müssen die Kinder aber erst einmal empfinden können. Können sie das nicht, warum sollten sie dann etwas zurückgeben? Wo sollten sie das hernehmen?
[/quote]


Davon bin ich natürlich ausgegangen, dass die Kinder die entgegen gebrachte Liebe und Wärme auch empfinden können.
Matula1
 
Beiträge: 1078
Registriert: 17.11.2006, 08:50

Beitragvon Matula1 » 29.08.2007, 11:25

Zitat Godzilla
Matula,ich würde Dir gern mal meine Eltern präsentieren...Du würdest mit der Lupe nach Achtbarem suchen müssen.
LGG[/quote]


Ich glaube, Du hast mich nicht richtig verstanden.
Natürlich setze ich voraus, dass die Eltern alles erdenkliche und in Liebe für ihre Kinder tun. Dann kann ich sie auch ehren und achten.

Eine Mutter, wie von Dir kurz angedeutet, brauche ich natürlich nicht zu ehren und zu achten.
Matula1
 
Beiträge: 1078
Registriert: 17.11.2006, 08:50

Beitragvon Matula1 » 29.08.2007, 11:26

scholli hat geschrieben:Moin Matula,

das Wort Bringschuld passt,meiner Meinung, irgendwie nicht.

Bringschuld

Unter Bringschuld wird eine Schuld verstanden, bei der Erfüllungsort der Wohn- bzw. Geschäftssitz des Gläubigers ist. Die Schulden hat der Schuldner im Zweifel auf seine Gefahr und auf seine Kosten an den Wohnsitz des Gläubigers zu überbringen, bzw. zu übermitteln (§ 279, Abs. 1, BGB).

Wenn nicht anders vereinbart sind Geldschulden Bringschulden. Es kommt somit nicht darauf an, wann ein Schuldner den offen stehenden Betrag überweist, hat, sondern wann dieser beim Schuldner eingeht.



Ich gebe doch meinen Kindern nicht etwas um was zu erwarten.

Das meinte ich :wink:

LG C.


Gut, dann nehme ich das Wort Bringschuld einfach zurück.
Matula1
 
Beiträge: 1078
Registriert: 17.11.2006, 08:50

Beitragvon tosamasi » 29.08.2007, 11:28

tosa,

hast Du schon mal einen At im Arminen-Trikot gesehen?

Also.......


Oh, dann habe ich deinen Beitrag v.12.01.07/Selbstständig, Familie, At wohl missverstanden, sorry Bild
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
(Hermann Hesse)
tosamasi
 
Beiträge: 5977
Registriert: 29.01.2007, 10:44
Wohnort: tief unten

Beitragvon Tatyana † » 29.08.2007, 11:28

Matula1 hat geschrieben:
Tatyana hat geschrieben:
Matula1 hat geschrieben:

Ich finde in dem Zusammenhang ist eine Bringschuld doch wohl alles andere als egoistisch, wenn ich meinen Kindern Liebe und Wärme schenke, also ihnen diese entgegen bringe, so dass sie dann ihrerseits etwas zu ehren oder zu achten haben.


Diese Liebe und Wärme müssen die Kinder aber erst einmal empfinden können. Können sie das nicht, warum sollten sie dann etwas zurückgeben? Wo sollten sie das hernehmen?



Davon bin ich natürlich ausgegangen, dass die Kinder die entgegen gebrachte Liebe und Wärme auch empfinden können.[/quote]

Manchen Kindern wird das gewaltig erschwert...
''If you have never been called a defiant, incorrigible, impossible woman… have faith… there is yet time." (C.P. Estes)
Benutzeravatar
Tatyana †
 
Beiträge: 5025
Registriert: 10.10.2006, 07:37

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Tatyana † » 19.06.2009, 22:47

"a) Das Beispiel der Eltern

Die christliche Erziehung beginnt mit dem christlichen Beispiel der Eltern. Das Vorbild der Eltern ist die unmittelbarste und überzeugendste Art, den Kindern eine christliche Lebens-Einstellung zu vermitteln. Diese gelebte "Botschaft" prägt das Kleinkind schon lange, bevor es den Gebrauch der Vernunft erlangt: Das Beispiel der Eltern ist in diesem Alter die unbewusste Orientierung, ja das unbewusste Ideal des Kindes. Aber auch in späteren Jahren ist das Beispiel der Eltern entscheidend. Die junge Generation muss erleben, dass sich die christlichen Haltungen bei der älteren Generation bewähren: Sie müssen erfahren, dass Liebe, Treue, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Vergebung usw. die tragenden Säulen eines harmonischen Zusammenlebens sind. Das glückliche und gelungene Leben der Eltern ist der beste Beweis für die Gültigkeit ihrer christlichen Grundsätze.
b) Liebe und Geborgenheit

Die christliche Erziehung baut weiters auf Liebe und Geborgenheit auf. Das Kind kann nur dann in seelischer Gesundheit heranwachsen, wenn es sich angenommen und geliebt weiß. Dabei kommt vor allem "der frühkindlichen Mutter-Kind-Beziehung schicksalhafte Bedeutung" (K. Hörmann) zu. Aber auch das größere Kind gedeiht nur "im Schoß warmer mütterlicher und väterlicher Güte" (H. Madinger). Nur im warmen Nest der Familie lernt das Kind "das Urvertrauen, Vertrauen auf Autorität, Vertrauen in den Sinn des Lebens, Vertrauen in die Gemeinschaft und Fähigkeit zur Liebe." (H. Madinger) Jede Erziehung braucht daher ein ganz persönliches Vertrauens-Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Ein solches Verhältnis kann aber nur zustande kommen, wenn die Eltern ganz persönlich und Tag für Tag am Leben ihrer Kinder teilnehmen. Nur wenn sie wissen und fühlen, wie es ihren Kindern geht, können sie ihnen beistehen und sie erziehen. Nur wenn die Jugendlichen spüren, dass man für sie Zeit und Verständnis hat, werden sie den Eltern ihre Freuden und Nöte mitteilen. Dann werden sie von ihnen auch einmal ein "Nein!" akzeptieren: Sie wissen, dass die Eltern in jedem Fall nur ihr Bestes wollen. Auf diese Weise ist also die Liebe der Eltern die Grundvoraussetzung für das gute Verhältnis zu ihren Kindern. Sie ist aber auch die Grundvoraussetzung für die Kinder, dass sie zum Leben und seinen Spielregeln ein frohes "Ja" sagen können. "

Mehr

Hervorhebung von mir. Sind also die Eltern "selbst Schuld", wenn ihre Kinder sie nicht lieben und ehren können? Die von mir zitierte Passage scheint das anzudeuten.

Wenn Kinder sich also nicht geliebt fühlen, müssen sie dann ihre Eltern noch ehren? Können sie es überhaupt? Ich denke, nein. Zuerst muß die bedingungslose Liebe der Eltern gegeben sein, dann können Eltern (vielleicht) die Forderung nach Gegenliebe stellen(kann/darf man Liebe einfordern?). Und welches Kind sollte schon Eltern lieben, die sich von ihm losgesagt haben, es seelisch verkrüppelt haben, vielleicht für die körperlichen aber nie für die seelischen Bedürfnisse gesorgt haben, das Kind vielleicht gar als Sündenbock für eigene Verfehlungen und eigenes Scheitern benutzt und mißbraucht haben.
''If you have never been called a defiant, incorrigible, impossible woman… have faith… there is yet time." (C.P. Estes)
Benutzeravatar
Tatyana †
 
Beiträge: 5025
Registriert: 10.10.2006, 07:37

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Arnie » 20.06.2009, 06:07

Gutes Thema. :wink:
Schade das dieses Gebot keinen Spielraum gibt wenn bestimmte ,nicht akzeptable , Zu- und Umstände von Eltern gegeben sind und dadurch dieses Gebot nicht eingehalten werden kann.
Ehre wie auch Liebe muss man sich erarbeiten , gerade bei Kinder die mit einer ungeheueren Sensibilität alles wahrnehmen.



Die Nak sieht es so :
Das 4. Gebot:
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden.

Was heißt das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert halten.


Hier stört mich schon das Wort fürchten. Wenn ich jemand fürchte kann ich ihn nicht ehren und von Herzen lieben.
Hinzu kommt das dieses Gebot ein langes Leben auf Erden vermittelt wenn bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sind. Hierzu fehlt mir leider der (kindliche) Glaube.

LG A.
Arnie
 
Beiträge: 1402
Registriert: 06.03.2009, 09:49
Wohnort: NRW

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Tatyana † » 20.06.2009, 06:11

Manche Eltern meinen aber, mit Furcht/Härte Liebe und Achtung erzwingen zu können. Gelingt das nicht, werden die dazugehörigen Kinder abgestraft.
''If you have never been called a defiant, incorrigible, impossible woman… have faith… there is yet time." (C.P. Estes)
Benutzeravatar
Tatyana †
 
Beiträge: 5025
Registriert: 10.10.2006, 07:37

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Konfusius » 20.06.2009, 06:28

Tatyana,

zwei Dinge: zum einen mache ich mir immer bewusst, wem Gott diese Gebote gegeben hat. Es war wohl wichtig, seinem "jungen" Volk damals einen sozialen und grundsätzlichen Leitfaden des Zusammenlebens (evtl. des gemeinsamen Überlebens) an die Hand zu geben.

Zum anderen hat sich im Zusammenleben der Menschheit und in der Entwicklung der äusseren Umstände eine Menge verändert. Ich frage mich oft, ob es damals auch schon so viele psychische Probleme in der Menschheit gab. Ich denke nicht. Aber wir müssen heute von unserem Status Quo ausgehen, wenn wir dieses Gebot betrachten. Und da stellt sich manches anders dar.

Wir einigen uns immer, wenn es um die Haltung den Eltern gegenüber bezüglich des 4. Gebotes geht, auf das Wort "anerkennen". Im Wissen, dass Eltern auch "nur" Menschen sind und manches schlicht und einfach nicht besser konnten und können, nicht wahrnehmen und daher auch nicht anders handeln können. Die Ursachen hierfür sind unzählig.

Manchmal folgt einer Anerkennung aber auch eine Trennung. Das ist eine Gnade der späten Geburt. :wink:

Konfusius
„Ja, auch eine freimaurerische Regel: Miteinander reden, nicht übereinander!“
(DerPropagandaminister am 18.08.2009)
Konfusius
 
Beiträge: 159
Registriert: 15.06.2009, 09:54

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Arnie » 20.06.2009, 06:31

Tatyana hat geschrieben:Manche Eltern meinen aber, mit Furcht/Härte Liebe und Achtung erzwingen zu können. Gelingt das nicht, werden die dazugehörigen Kinder abgestraft.


Es ist ein Spagat :wink:

Hab eben den Link verjessen.
http://www.nac-mgemnowa.org/hrs_german/ ... p?navid=23
Arnie
 
Beiträge: 1402
Registriert: 06.03.2009, 09:49
Wohnort: NRW

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Tatyana † » 20.06.2009, 06:49

Konfusius hat geschrieben:Manchmal folgt einer Anerkennung aber auch eine Trennung. Das ist eine Gnade der späten Geburt. :wink:


Im Zeitalter von Internet reicht aber bloße räumliche Ferne heutzutage nicht mehr aus.
''If you have never been called a defiant, incorrigible, impossible woman… have faith… there is yet time." (C.P. Estes)
Benutzeravatar
Tatyana †
 
Beiträge: 5025
Registriert: 10.10.2006, 07:37

Re: Das 4.Gebot

Beitragvon Gaby » 20.06.2009, 08:34

" Im Wissen, dass Eltern auch "nur" Menschen sind und manches schlicht und einfach nicht besser konnten und können, nicht wahrnehmen und daher auch nicht anders handeln können. Die Ursachen hierfür sind unzählig."

Genau das ist es wohl, das Verhältnis, das ich zu meinen Eltern hatte würde ich auch nicht als optimal bezeichnen. Aber je älter ich wurde, selber Familie hatte, umso mehr hat sich mein Blickwinkel mit der Zeit geändert. Im Nachhinein auch viel mehr vom Hintergrund meiner Eltern gewußt, hat mir dann doch so einiges "aufgeschlossen" warum meine Eltern so waren wie sie waren. Wobei ich für einiges wie die Praxis der Prügelstrafe auch im Nachhinein keine Entschuldigung finde. Ich selbst blieb als Nesthäkchen einigermaßen verschont, aber meine älteren Geschwister hatten es wahrlich nicht leicht.

Aber es ist glaube ich für einen selbst wichtig, dass man zumindest versucht "loszulassen", zu verzeihen, indem man sich in die eigenen Eltern versucht hineinzuversetzen. Versucht, das Leben aus ihrem Blickwinkel zu betrachten, ihre Lebensumstände und ihre Vergangenheit mit einbezieht.

Liebe Grüße

Gaby
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
Benutzeravatar
Gaby
 
Beiträge: 3820
Registriert: 01.02.2003, 11:12
Wohnort: St. Andreasberg

VorherigeNächste

Zurück zu Kinder und Jugendliche



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste