Kinder in der Gemeinde

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon solange » 30.05.2007, 22:41

Tatyana hat geschrieben:
panta_rhei hat geschrieben:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Kleinen gut tut, ihren eigenen geschützten Raum zu haben, mit ihren eigenen Ritualen und Möglichkeit zu jeder Zeit aufzustehen.


Geschützter Raum ist gut. Aber oft führt dieser geschützte Raum für die Kinder dazu, daß sie von der Gemeinde abgegrenzt werden...und das kann nicht der Sinn der Sache sein.



Hallo Tatyana,

das verstehe ich nicht, wie werden die Kinder denn ab- oder ausgegrenzt?
Das hat doch nichts mit eigenem Raum oder Kindergottesdienst zu tun?

Mein Eindruck beim Lesen ist der, dass sich die Mütter ausgegrenzt und benachteiligt fühlen! Und das wahrscheinlich auch zurecht - nur, warum traut sich niemand, das zu sagen?

Liebe Grüße, Solange
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Beitragvon Tom » 31.05.2007, 04:10

Wenn ich da so an früher zurück denke, da waren die Kinder irgendwie näher am Gottesdienst dran, aber eben viel zu lange. Sie mussten fast 70 Minuten stille sitzen, danach durften sie mal sich ein bissel bewegen (nicht toben), man war ja im Hause Gottes (so wurde jede Bruchbude bezeichnet) und dann kam der eigentliche Kindergottesdienst. Dort durften dann die Fragen gestellt werden und es kam zu einem oft interessanten Frage/Antwortspiel. Das Schlimme daran war aber, dass dass ein AT gehalten hat, der ja damals sehr verherrlicht wurde. Da wurde so manche junge Pflanze (andere Meinung und Empfindung) im Keime erstickt.

Von einem Mittelpunkt konnte da zwar keine Rede sein, aber die Kinder waren näher dran. Heute ist das eben alles anders, weils ja so verordnet ist. Die Texte und Unterweisungen sind vorgegeben, also zentralisiert. Es erinnert mich irgendwie immer wieder an die JP (jungen Pioniere!)

Jedoch bereits heute hier thematisieren, halte ich für verfrüht. Ich bin eher dafür, dass die aktiven AT sich einbringen und in ihrer Gemeinde nachfragen, was so ein jeder für Vorschläge hat. Es wird sehr schnell ein Konflikt zwischen zentraler Vorgabe und eigenem Wollen geben.

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Beitragvon Tatyana † » 31.05.2007, 06:00

solange hat geschrieben:
Tatyana hat geschrieben:
panta_rhei hat geschrieben:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Kleinen gut tut, ihren eigenen geschützten Raum zu haben, mit ihren eigenen Ritualen und Möglichkeit zu jeder Zeit aufzustehen.


Geschützter Raum ist gut. Aber oft führt dieser geschützte Raum für die Kinder dazu, daß sie von der Gemeinde abgegrenzt werden...und das kann nicht der Sinn der Sache sein.



Hallo Tatyana,

das verstehe ich nicht, wie werden die Kinder denn ab- oder ausgegrenzt?
Das hat doch nichts mit eigenem Raum oder Kindergottesdienst zu tun?

Mein Eindruck beim Lesen ist der, dass sich die Mütter ausgegrenzt und benachteiligt fühlen! Und das wahrscheinlich auch zurecht - nur, warum traut sich niemand, das zu sagen?

Liebe Grüße, Solange


Durch die Extraräume für Sonntagsschule/Vorsonntagsschule und den Kinderraum sind die Kinder einfach in der Gemeinde nicht präsent. Und wenn dann doch eine Mutter hingeht und ihr Kind unter drei oder vier Jahren mit in den "großen" Gottesdienst nimmt(weil sie dann auch was vom GD hat, was im Kinderraum einfach oft nicht der Fall ist), kommen häufig negative Stimmen, sie solle doch bitteschön die vorhandenen Räumlichkeiten nutzen, so eine Unruhe im GD sei nicht zumutbar für die älteren Geschwister, etc. Manchmal sind es die Geschwister selber, die sich beschweren(und selten bei der Mutter selber), manchmal ist es auch ein freundlicher Diakon, der vorsorglich eingreift und die Mutter bittet, nach draußen zu gehen...
Auch die Kinder, die aus der Sonntagsschule zum Abendmahl reinkommen, werden manchmal als Störung empfunden. Dabei kommen sie bei uns nicht mal nach vorne, sondern schleichen sich auf die Empore, weil der Raum für die Sonntagsschule oben liegt. Wehe, man hört, daß sie reinkommen...

Oh, manche sagen schon was. Aber in Gemeinden, in denen immer weniger Kinder sind, dafür immer mehr ältere Geschwister, gehen diese Stimmen schnell unter. Unsere Gemeinde wurde aus dreien zusammengewürfelt. Und es sind genau drei Kinder zwischen fünf und zehn Jahren da-meine. Einige Jugendliche, ein paar kleinere...das wars.
In Gemeinden, in denen das Durchschnittsalter immer höher liegt, haben Kinder (und Eltern) einfach keine Lobby...
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Beitragvon organa » 31.05.2007, 07:54

Engelchen hat geschrieben:Es hat mich an ein Gespräch erinnert.
Ich führte es vor 20 Jahren mit einer jungen evangelischen Pfarrerin. Wir unterhielten uns über Kinder und ihre Bedürfnisse im Gottesdienst.
Ich erzählte von der NAK und sie von der evangelischen Kirche.
Was soll ich sagen. Sie fand Ideen und Ansätze der NAK so gut, daß sie diese ins Gemeindeleben einbrachte.
Der Kirchenvorstand hat getobt, die Alten verweigerten den Besuch des Gottesdienstes. (Was bitte sollen Kinder im Gottesdienst!!!!!!)
Was? Extraräume für Kinder? Nie und nimmer!
Gottesdienst für Kinder? Schwachsinn!
Mutter-Kind-Räume? Fehlanzeige!


Engelchen - wieder einmal wundere ich mich sehr, welche seltsamen Ev. Gemeinden Du (wenn auch vor 20 Jahren) kanntest....

Kindergottesdienst ist nun wirklich ein ganz "alter Hut" - kaum eine Gemeinde bietet ihn NICHT an. Der Kirchenvorstand hat getobt? Ja, wo war das denn?
Presbyterien machen sich i.d.R. sehr gezielt Gedanken darüber, wie Kinder und Jugendliche in den GD integriert werden können, nicht nur bei den speziellen GDs für Kinder/Jugend/Familien.

Extra-Räume (gibt es bei uns zwar auch, aber die (in/an der Kirche) werden nur genutzt, wenn Eltern selbst mit ihrem (kleinen) Kind etwas Pause brauchen, wickeln möchten etc.... nach Möglichkeit sind alle zusammen in der Gottesdienstgemeinde. Und wenn es dann mal quakt oder quietscht - niemand stört sich dran. Warum auch? Spricht der Pfarrer halt mal etwas lauter. Gelegentlich nehmen unsere Pfarrer während der Predigt auch mal selbst ein Würmchen auf den Arm und gehen mit ihm durch die Kirche (vor allem jüngere, sehr schnell verzweifelnde Eltern trauen sich das meist nicht).

Alte verweigern den GD-Besuch? So etwas habe ich noch nie erlebt. Meist sind gerade diese besonders entzückt, wenn die Jugend sie "umgibt".

Mutter-Kind-Räume gibt es bei uns übrigens schon seit 35 Jahren. Kindergottesdienst noch sehr viel länger. Ebenso leistet sich meine Gemeinde seit Jahrzehnten eine hauptamtliche Jugendleiterin.

Muß wirklich eine sehr traurige Gegend sein....

viele Grüße
organa
"Es wurden schon viele Kirchen leergepredigt, aber noch keine leergesungen..."
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Beitragvon Frettchen » 31.05.2007, 11:53

frinj hat geschrieben:Und bitte nicht die Kinder vorführen, in die Mitte nehmen heißt einbeziehen!


Genau darin sehe ich ein großes Problem: die vielen „Selbstdarsteller“ in den Gemeinden… die Eltern, die zeigen wollen, wie gut ihre Kinder schon ein Instrument spielen können oder ähnliches… (das erinnert mich an einen Apostel-GD in einer kleinen Gemeinde, wo der örtliche Flötenchor gespielt hat und eine Mutter hatte mit dem VS abgesprochen, dass ihre beiden Mädchen nach dem GD dem Apostel noch ein-zwei Lieder vorspielen dürfen…)


Tatyana hat geschrieben: Und Blumenpflege oder Altarschmuck sind Dinge, die in einer Gemeinde nahezu unbemerkt passieren.


Ja, das weiß ich. Bin ja selbst eine Garten-Fee.
Ich habe es jedoch schon erlebt, dass der VS ausdrücklich erwähnt hat, dass dieser Blumenschmuck von den Kindern gestaltet wurde.


solange hat geschrieben:Mein Eindruck beim Lesen ist der, dass sich die Mütter ausgegrenzt und benachteiligt fühlen!


Oftmals sind aber die Mütter selbst daran schuld. Ich war die ersten drei Jahre mit Sohnemann im Mu-Ki-Raum. Bin aber zu jedem Chorlied raus und ins Kirchenschiff gegangen und habe mitgesungen. Weil ich nicht ausgegrenzt sein wollte, aber trotzdem auf die vielen älteren (und nörgelnden Geschwister) Rücksicht nehmen wollte). Einer anderen Mutter war diese Lauferei zu viel….
Beispiel Abendmahl: Da kommt der Priester nach hinten, um den gehbehinderten Geschwistern das Abendmahl zu bringen. Ich als Mutter konnte jetzt draußen im Flur stehen bleiben und mir das Abendmahl dort geben lassen. Ich konnte aber auch nach vorne gehen und mir das Abendmahl vorn am Altar geben lassen…

Tatyana hat geschrieben: @Kathi-Bine:
deine Vorschläge in allen Ehren. Aber in wie vielen Gemeinden sind noch so viele Kinder, daß ein Kinderchor oder Aufführungen realisierbar wären?


Meine Meinung ist: Wenn Kinder gerne singen, kann man auch mit 2-3 Kindern Singen (mit leiser Orgelbegleitung und Unterstützung der Lehrkraft). Wenn man natürlich von vorn herein sagt, die Kinder können nicht singen… oder: Jungs können nicht singen… irgendwann wollen die dann wirklich nicht mehr. Ich habe momentan 2 Jungs in der Vorsonntagsschule und die singen von Herzen und mit Freude.

Viele Grüße
vom Frettchen
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Beitragvon Vancouver » 31.05.2007, 12:05

Frettchen,

"Kinderchor", eine Strophe bitte: Der Engelchenchor

:mrgreen:

V.
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Beitragvon Jesse » 31.05.2007, 12:40

organa hat geschrieben:
Engelchen hat geschrieben:Es hat mich an ein Gespräch erinnert.
Ich führte es vor 20 Jahren mit einer jungen evangelischen Pfarrerin. Wir unterhielten uns über Kinder und ihre Bedürfnisse im Gottesdienst.
Ich erzählte von der NAK und sie von der evangelischen Kirche.
Was soll ich sagen. Sie fand Ideen und Ansätze der NAK so gut, daß sie diese ins Gemeindeleben einbrachte.
Der Kirchenvorstand hat getobt, die Alten verweigerten den Besuch des Gottesdienstes. (Was bitte sollen Kinder im Gottesdienst!!!!!!)
Was? Extraräume für Kinder? Nie und nimmer!
Gottesdienst für Kinder? Schwachsinn!
Mutter-Kind-Räume? Fehlanzeige!


Engelchen - wieder einmal wundere ich mich sehr, welche seltsamen Ev. Gemeinden Du (wenn auch vor 20 Jahren) kanntest....

Kindergottesdienst ist nun wirklich ein ganz "alter Hut" - kaum eine Gemeinde bietet ihn NICHT an. Der Kirchenvorstand hat getobt? Ja, wo war das denn?
Presbyterien machen sich i.d.R. sehr gezielt Gedanken darüber, wie Kinder und Jugendliche in den GD integriert werden können, nicht nur bei den speziellen GDs für Kinder/Jugend/Familien.

Extra-Räume (gibt es bei uns zwar auch, aber die (in/an der Kirche) werden nur genutzt, wenn Eltern selbst mit ihrem (kleinen) Kind etwas Pause brauchen, wickeln möchten etc.... nach Möglichkeit sind alle zusammen in der Gottesdienstgemeinde. Und wenn es dann mal quakt oder quietscht - niemand stört sich dran. Warum auch? Spricht der Pfarrer halt mal etwas lauter. Gelegentlich nehmen unsere Pfarrer während der Predigt auch mal selbst ein Würmchen auf den Arm und gehen mit ihm durch die Kirche (vor allem jüngere, sehr schnell verzweifelnde Eltern trauen sich das meist nicht).

:lol: Ich kenne viele evangelische und katholische Kirchen in unserer großen Main-Metropole. Keine einzige hat einen Mutter-Kind-Raum, 2 haben einen Kinderchor, und 1 Gemeinde einen ständigen Chor, der auch einmal an Weihnachten singt. Die Chöre geben Konzerte..... für Geld!

Alte verweigern den GD-Besuch? So etwas habe ich noch nie erlebt. Meist sind gerade diese besonders entzückt, wenn die Jugend sie "umgibt".

Stimmt aber nach dem Gottesdienst!

Mutter-Kind-Räume gibt es bei uns übrigens schon seit 35 Jahren. Kindergottesdienst noch sehr viel länger. Ebenso leistet sich meine Gemeinde seit Jahrzehnten eine hauptamtliche Jugendleiterin.

Wo?

Muß wirklich eine sehr traurige Gegend sein....

Die Wüste der Evangolen halt... :mrgreen:
Jesse
 

Beitragvon Kathi-Bine » 31.05.2007, 12:48

Hallo,

ich schaue jetzt auf 11 Jahre Kinderarbeit (Vorsonntagsschule) zurück.
Durch meinen Umzug nach Süddeutschland, werde ich diese "Arbeit" nicht mehr machen können.

Hier bei uns habe ich einiges erreichen können. Mittlerweile ist es fast schon Tradition, dass der Altarschmuck zum Muttertag und zum Erntedankfest von den Kindern gestaltet wird.
Auch das Rollenspiel zur Adventsfeier ist schon fest integriert.

Arbeit gäbe es allerdings noch reichlich. Immer noch habe ich keine Tafel im Eingangsbereich, wo die Kids ihre Malereien ausstellen können.
Immer noch gibt es keine Zusammenarbeit aller Kindergruppen in manchen Bereichen (obwohl wir ein prima Laternenfest mit allen Kindern in 2005 hatten).

Mein Vorsteher hatte es allerdings auch nicht immer einfach mit mir. Da ich die Bobbybücher und die Vorlagen des Verlags ablehne (nicht vom Inhalt, aber die Gestaltung ist einfach grausig), habe ich eben Ersatz besorgt. Die Kinderbibel der katholischen Kirche ist hier das Mittel 1. Wahl! Einfach Klasse gemacht und die kurzen theologischen Erklärungen sehr hilfreich. Da habe ich wohl schon immer ökumenisch gedacht :wink:
Außerdem gehören Puzzles und Memories genauso zur Grundausstattung, wie Bastelpaier,Scheren, Kleber, Fingerfarbe etc. Hmmmmm.........hier macht sich mein früherer Beruf bemerkbar (Erzieherin) :P

Teilweise hatte ich bis zu 10 Mini´s nun sind es "nur" noch 2 Kinder. Aber mit denen läßt es sich genauso gut singen und musizieren.
Wenn die Kinder Freude haben, dann überträgt sich das automatisch.

Noch ein Beispiel: Zur Adventsfeier bekamen alle älteren Geschwister einen selbstgebastelten Stern umgehängt von den Kindern.
Wochenlang haben wir dafür gebraucht. Unsere Gemeinde hat ca 50 Senioren (geschätzt).
Aber beide Seiten haben sich gefreut und dies war eine altersübergreifende Geschichte.

Die Akzeptanz den Kindern gegenüber kann man (leider) nicht zwangsläufig erwarten. Hier kann man nur durch Aktionen Verständnis erwecken und wachsen lassen. Einige alte Geschwister kennen eben noch die 2 Std GD wo sie als Kind still sitzen mussten. Und wenn sie unruhig waren, gab es Zuhause dafür den Hintern voll. Das sich die Zeiten geändert haben (zum Glück für die Po´s der Lütten :lol: ) kann man vielleicht behutsam einbringen.
Wie zB eine Weihnachtsbastelei, die den Senioren geschenkt wird.

Vor dem 2. Weltkrieg, war es in einer Gemeinde in Kassel üblich, dass alle Kinder wechselweise von Schwestern betreut wurden während des Gd. Mit Spaziergang zum Spielplatz oder in den Park. Undenkbar modern für uns heute, oder?
Was würde ein AT sagen, wenn die Kinder jeden Sonntag während der Gottesdienstzeiten regelmäßig "ausfliegen" ? Damals völlig normal.

Hmmm.....darüber muss ich mir mal meine Gedanken machen.

Und zum Schluß: Im Süden werde ich keine Mini´s mehr betreuen. Erstens haben die genug Schwestern (leider auch solche, denen es augenscheinlich um Profilsucht geht) und zweitens wäre ich wohl für den Süden ZU revolutionär :twisted:


Gruß, Bine
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Beitragvon Jesse » 31.05.2007, 12:58

Kathi-Bine hat geschrieben:Hallo,

ich schaue jetzt auf 11 Jahre Kinderarbeit (Vorsonntagsschule) zurück.
Durch meinen Umzug nach Süddeutschland, werde ich diese "Arbeit" nicht mehr machen können.

Hier bei uns habe ich einiges erreichen können. Mittlerweile ist es fast schon Tradition, dass der Altarschmuck zum Muttertag und zum Erntedankfest von den Kindern gestaltet wird.
Auch das Rollenspiel zur Adventsfeier ist schon fest integriert.

Arbeit gäbe es allerdings noch reichlich. Immer noch habe ich keine Tafel im Eingangsbereich, wo die Kids ihre Malereien ausstellen können.
Immer noch gibt es keine Zusammenarbeit aller Kindergruppen in manchen Bereichen (obwohl wir ein prima Laternenfest mit allen Kindern in 2005 hatten).

Mein Vorsteher hatte es allerdings auch nicht immer einfach mit mir. Da ich die Bobbybücher und die Vorlagen des Verlags ablehne (nicht vom Inhalt, aber die Gestaltung ist einfach grausig), habe ich eben Ersatz besorgt. Die Kinderbibel der katholischen Kirche ist hier das Mittel 1. Wahl! Einfach Klasse gemacht und die kurzen theologischen Erklärungen sehr hilfreich. Da habe ich wohl schon immer ökumenisch gedacht :wink:
Außerdem gehören Puzzles und Memories genauso zur Grundausstattung, wie Bastelpaier,Scheren, Kleber, Fingerfarbe etc. Hmmmmm.........hier macht sich mein früherer Beruf bemerkbar (Erzieherin) :P

Teilweise hatte ich bis zu 10 Mini´s nun sind es "nur" noch 2 Kinder. Aber mit denen läßt es sich genauso gut singen und musizieren.
Wenn die Kinder Freude haben, dann überträgt sich das automatisch.

Noch ein Beispiel: Zur Adventsfeier bekamen alle älteren Geschwister einen selbstgebastelten Stern umgehängt von den Kindern.
Wochenlang haben wir dafür gebraucht. Unsere Gemeinde hat ca 50 Senioren (geschätzt).
Aber beide Seiten haben sich gefreut und dies war eine altersübergreifende Geschichte.

Die Akzeptanz den Kindern gegenüber kann man (leider) nicht zwangsläufig erwarten. Hier kann man nur durch Aktionen Verständnis erwecken und wachsen lassen. Einige alte Geschwister kennen eben noch die 2 Std GD wo sie als Kind still sitzen mussten. Und wenn sie unruhig waren, gab es Zuhause dafür den Hintern voll. Das sich die Zeiten geändert haben (zum Glück für die Po´s der Lütten :lol: ) kann man vielleicht behutsam einbringen.
Wie zB eine Weihnachtsbastelei, die den Senioren geschenkt wird.

Vor dem 2. Weltkrieg, war es in einer Gemeinde in Kassel üblich, dass alle Kinder wechselweise von Schwestern betreut wurden während des Gd. Mit Spaziergang zum Spielplatz oder in den Park. Undenkbar modern für uns heute, oder?
Was würde ein AT sagen, wenn die Kinder jeden Sonntag während der Gottesdienstzeiten regelmäßig "ausfliegen" ? Damals völlig normal.

Hmmm.....darüber muss ich mir mal meine Gedanken machen.

Und zum Schluß: Im Süden werde ich keine Mini´s mehr betreuen. Erstens haben die genug Schwestern (leider auch solche, denen es augenscheinlich um Profilsucht geht) und zweitens wäre ich wohl für den Süden ZU revolutionär :twisted:


Gruß, Bine




Danke! :lol:
Dein Beitrag ist einfach spitze!
Jesse
 

Beitragvon organa » 31.05.2007, 13:48

Engelchen hat geschrieben: :lol: Ich kenne viele evangelische und katholische Kirchen in unserer großen Main-Metropole. Keine einzige hat einen Mutter-Kind-Raum, 2 haben einen Kinderchor, und 1 Gemeinde einen ständigen Chor, der auch einmal an Weihnachten singt. Die Chöre geben Konzerte..... für Geld!



Dann mache Dich doch bitte mal kundig, welche Kirchenmusikstellen es an den betreffenden Kirchen gibt, bzw., welche Stellen möglicherweise schon längst weggestrichen oder gekürzt wurden.

"Die Chöre geben Konzerte... für Geld!"
Wofür oder wogegen soll das nun ein Argument sein?
Für Geld - was geschieht denn anschliessend mit dem Geld? Auch darüber sollte man sich erst kundig machen, bevor man urteilt. Manche meiner Chöre singen durchaus auch "für Geld" - und finanzieren damit eine ganze Menge Dinge, die anders gar nicht mehr möglich wären.

Also - bitte differenzieren und nicht mit dem üblichen abgedroschenen Pauschalkrams kommen. :wink:


Stimmt aber nach dem Gottesdienst!

Nee, IM Gottesdienst.


Wo?

In einer kleinstädtischen Kirchengemeinde mit ca. 20.000 Gemeindegliedern.

Die Wüste der Evangolen halt... :mrgreen:

"Die" Wüste, die gibts nicht.
Weder bei den Evangelen, noch bei den Neuapostolen.

Höchstens Vorurteile -
auf dieser Ebene hätte ich allerdings eher wenig Lust auf Austausch.
"Es wurden schon viele Kirchen leergepredigt, aber noch keine leergesungen..."
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Beitragvon organa » 31.05.2007, 15:05

ach ja - ich habe mal kurz gegooglet:

ein paar Kantoreien/Chöre in Frankfurt:

http://www.musikaltnikolai.de/dcho0201.html
http://www.frankfurterkantorei.de/
http://www.stk-musik.de/
http://www.kirchenchorcaecilia.de/
http://www.thomaskantorei.de/Chor
http://www.kurt-thomas-kammerchor.de.vu/
http://hometown.aol.de/_ht_a/kirchenmusikak/ensembles.htm
http://www.luthergemeinde-ffm.de/index.php?view=kirchenmusik-kantorei&mode=kirchenmusik
http://www.paulsgemeinde.de/musik/inhalt/chor.html

und das sind nur ein paar - auf die Schnelle gesuchte - Ensembles mit Homepages...

Engelchen - da hast Du Dich nicht genug umgehört.
Erst recherchieren - dann etwas über Wüsten erzählen... :wink:
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Beitragvon Jesse » 31.05.2007, 15:34

Liebe Organa,
keinesfalls war es meine Absicht die evangelische Kirche niederzumachen. Viele der Chöre die Du angeführt hast, kenne ich aus eigenem Erleben.
Teilweise sind sie wirklich spitze!
Was mir aber wirklich auffällt ist die mangelnde Präsenz dieser Chöre in ganz normalen Gottesdiensten.

Um sachlich zu werden, es gibt Gemeinden die funzen und Gemeinden die wirklich klasse sind. Bei evangelischen, katholischen und neuapostolischen. :lol:

Bist Du wieder lieb? :lol:
Jesse
 

Beitragvon Jesse » 31.05.2007, 15:55

Engelchen hat geschrieben:Liebe Organa,
keinesfalls war es meine Absicht die evangelische Kirche niederzumachen. Viele der Chöre die Du angeführt hast, kenne ich aus eigenem Erleben.
Teilweise sind sie wirklich spitze!
Was mir aber wirklich auffällt ist die mangelnde Präsenz dieser Chöre in ganz normalen Gottesdiensten.

Um sachlich zu werden, es gibt Gemeinden die funzen und Gemeinden die wirklich klasse sind. Bei evangelischen, katholischen und neuapostolischen. :lol:

Bist Du wieder lieb? :lol:


Ach noch was... Ich besuche desöfteren die Konzerte dieses Chores. :lol:
http://www.marktkirche-wiesbaden.de/mar ... t=1&lang=1
Jesse
 

Beitragvon Matula1 » 31.05.2007, 16:00

Um sachlich zu werden, es gibt Gemeinden die funzen und Gemeinden die wirklich klasse sind. Bei evangelischen, katholischen und neuapostolischen. :lol:

Was bedeutet es gibt Gemeinden die funzen und Gemeinden die wirklich Klasse sind....
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