Kinder in der Gemeinde

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 16:26

Predigt an sich ist ja nicht verkehrt. Aber warum nicht so, daß hinterher noch ein Gesprächskreis dazu stattfindet? Davon hätten alle in der Gemeinde was-auch der Dienstleiter...
''If you have never been called a defiant, incorrigible, impossible woman… have faith… there is yet time." (C.P. Estes)
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Beitragvon trinity » 30.05.2007, 16:35

Hi Tatyana,

(Deine Kids kannste jederzeit bei mir hier im Kinderparadies abgeben! Und dann auch gerne wieder abholen *lächel*)

Predigt ist o.k., wenn es eine geistgewirkte Antwort ist. Um aber ganz sicher zu gehen, dass bei der nonverbalen Transaktion der Fragen nichts verloren geht (stille Post), könnte man ja mit seinem Geist die Fragen stellen und Menschen mit Geist beantworten diese dann - je mehr, je besser (Menschen und Geist, mein ich)! Verstehst Du das?

Und die Kinder könnten uns mit ihren Fragen zu tieferschürfenden Antwortversuchen helfen!

Grüss Gott
Herr T
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Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 16:42

Hallo Trinity,
warum habe ich bloß das Gefühl, daß du viel zu weit weg wohnst, um in den Genuß meiner Zwerge zu kommen? Schade eigentlich...
(und irgendwann will ich Enkel, damit ich die dann auch wieder wegschicken kann, wenn die Reserven aufgebraucht sind :wink: )

Blöderweise steht da oft am Altar ein Mensch, dessen Geist sich meiner Frage widersetzt oder schlicht nicht zuhört...oder mir Antworten gibt, die ich einfach gar nicht hören will :oops: . Vielleicht ist ja manchmal auch einfach die Leitung gestört, von meiner oder von seiner Seite?
Tatsache ist, wenn ein Kind Fragen stellt, ist es oft gar nicht so einfach, eine Antwort zu finden. Hat man dann aber eine gefunden, muß man sie auch noch verständlich machen-und stellt dabei oft genug fest, daß man auch selber eine Antwort gefunden hat, wo man vorher nicht einmal die Frage kannte.

Von kindlichem Glauben und kindlichem Unglauben könnten ganz viele Gemeinden ganz viel profitieren...
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Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 16:49

Randnotiz hat geschrieben:Das Einbeziehen von Kindern im Gottesdienst scheitert doch schon daran, dass gar keine Kinder anwesend sind.
Am Sonntag werden sie in der Sonntag- und Vorsonntagschule dem Gottesdienst entwöhnt, in der Woche fehlt der Drive.
Und wenn sich mal ein Kind im Gottesdienst verirrt, findet sich mit Sicherheit auch gleich der passende Dienstleiter, der didaktisch nicht ansatzweise in der Lage ist, kindgerecht zu predigen.


Ist doch auch viel praktischer so, oder? Wie die Blumen am Altar, im vorbeigehen anschaun, vergessen. Immer schön still, immer adrett...
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"Werdet wie die Kinder!"

Beitragvon trinity » 30.05.2007, 16:57

Liebe "Kinder(land)verschickerin" (also aufs Land mein ich natürlich!),

(immer her damit, egal ob Kinder oder Enkel ... in Bayern saads ole wuikoma!)

Tatyana, Du bringts meinen Geist heute ganz schön in Wallung: stell Dir mal vor, es gäbe keine Predigt mehr. Statt dessen einen runden Tisch mit AT's, Geschwistern und Kindern. Und es würden Fragen gestellt werden dürfen, auf die gemeinsam geistvolle Antworten gesucht werden würden.

Ich wette, dass diese Gottesdienste sehr lange nachklingen und uns beschäftigen würden, weil, ja weil man mittendrin statt nur dabei war!

Weisst Du, woher ich das weiss? :wink: Weil wir es ausprobiert haben (ökumenisch und mit Laien) ... sehr bewegend! Nur die Kids haben gefehlt!

Begeisterten Gruss
Herr T
trinity
 

Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 17:05

Hallo Herr T.,
von Bremen nach Bayern ist eine Weltreise. Wörtlich, es sind verschiedene Welten :wink: )

Ein runder Tisch...hört sich gut an. Und ja, so etwas wäre mit Sicherheit nachhallender als eine bloße Predigt allein. Weil jeder etwas beitragen könnte. Dann könnte sich auch hinterher keiner beschweren, daß für ihn nichts dabei war :wink:

Allerdings: um wie vieles kleiner würden die Gemeinden dann. Nicht jeder kann und mag sich mit seinem Glauben auseinandersetzen. Vorgekautes ist so viel einfacher zu konsumieren. Ein echtes Gespräch setzt zudem ein gewisses Maß an Selbstreflexion voraus. So mancher traut sich das nicht. Und es gehört Vertrauen dazu, zu sich selbst und zu den Mit-Rednern. Sonst wird ein allgemeines Zerfleischen daraus, statt ein Hinfinden zu (Glaubens-)Erkenntnissen. Obwohl...Kinder könnten auch da ein guter Puffer und ein Anreiz sein...
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Beitragvon trinity » 30.05.2007, 17:26

Tatyana hat geschrieben:Hallo Herr T.,
von Bremen nach Bayern ist eine Weltreise. Wörtlich, es sind verschiedene Welten :wink: )

Bremen - da bin ich ganz oft! Worpswede und Fischerhude - das sind meine Urlaubsparadiese ... Das musste jetzt mal geschrieben werden!
:)
Zurück zum Thema ...


Nein, ich glaube eben nicht, dass die Gemeinden kleiner werden würden - denn die Glieder hätten endlich eine Aufgabe und einen vollen Wert und würden wahrgenommen und gehört ... segensreiche Beschäftigungstherapie sozuschreiben! Und wie Du schreibst: keiner könnte mehr rumnöhlen, weil er ja mittendrin war!

Ich glaub dran (weil ich es glauben will)!

Gruss an die Weser
Herr T
trinity
 

Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 19:38

Herr T, vielleicht hättest du sogar Recht, vielleicht wäre es wirklich so, daß viel segensreiches Miteinander daraus entstehen könnte. Es käme auf einen Versuch an...

(und wenn du mal wieder in unsere Gefilde kommst, sag vorher Bescheid :wink: )
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Beitragvon Kathi-Bine » 30.05.2007, 20:08

Zurück zur Eingangsfrage:

Antwort: In dem man die Kinder aktiv am Gemeindeleben teilhaben läßt.

* den Altarschmuck gestaltet
* die Blumenbeete bestellt
* Collagen zu verschiedenen Bibelthemen erarbeitet und ausstellt
* Rollenspiele erarbeitet und aufführt (bei Gemeindefesten, Weihnachtsfeiern, Gästegottesdiensten)
* Kinderchor aktivieren (aber nich so tröge, sondern mit Power.....Trommeln, Rasseln...etc pp)

...hach da würde mir noch soooooo viel einfallen. Leider sind die Kinder in vielen Gemeinden "Kellerkinder" die nur zum Abendmahl "hochgeholt" werden.

LG Bine
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Beitragvon tergram » 30.05.2007, 20:33

Kathi-Bine hat geschrieben:Leider sind die Kinder in vielen Gemeinden "Kellerkinder" die nur zum Abendmahl "hochgeholt" werden.


Ja. Danke! Genau so ist es.

Die Kinder sitzen im "Unterstübchen" (O-Ton!), Souterrain mit vergitterten Fenstern (wohl aus Versicherungsgründen), kahle weiße Wände, Neonröhre. Der Charme eines Wartesaals im Hauptbahnhof. Wenn sie Glück haben, gibt's das abgelegte Altargesteck vom Vorsonntag auf dem Bonsi-Altar. Dann werden sie "hochgeholt", spazieren durch den Mittelang zum Abendmahl und dürfen danach in der ersten reihe Platz nehmen. Ab da sind sie dann "unsere lieben Kleinen" - für ca. 5 Minuten.
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Beitragvon panta_rhei » 30.05.2007, 21:18

Am Sonntag werden sie in der Sonntag- und Vorsonntagschule dem Gottesdienst entwöhnt, in der Woche fehlt der Drive.
Und wenn sich mal ein Kind im Gottesdienst verirrt, findet sich mit Sicherheit auch gleich der passende Dienstleiter, der didaktisch nicht ansatzweise in der Lage ist, kindgerecht zu predigen.

...hach da würde mir noch soooooo viel einfallen. Leider sind die Kinder in vielen Gemeinden "Kellerkinder" die nur zum Abendmahl "hochgeholt" werden.
Zwei Zitate, die mich nachdenklich gemacht haben...
Seht Ihr das wirklich so? Werden die Kinder dem GD entwöhnt, wenn sie während dieser Zeit Vor-u. Sonntagsschule haben? Sollte man Kinder an GD gewöhnen...? Aus welchen Grund, oder besser, mit welchem Ziel...?
Vielleicht kann man es auch einmal von der anderen Seite sehen.
Welche Bedürfnisse haben kleine Kinder? 3-4 Jährigen KANN kein Dienstleiter gerecht werden, wie soll denn eine didaktisch auf Kleinkinder zugeschnittene Predigt aussehen? Und selbst ein knapper GD von vielleicht 45 min würde sie hoffnungslos überfordern.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Kleinen gut tut, ihren eigenen geschützten Raum zu haben, mit ihren eigenen Ritualen und Möglichkeit zu jeder Zeit aufzustehen.
Und dann stehen sie eben mal mit geschlossenen Augen vor einem geöffneten Fenster und lauschen in die Natur. Und finden so ihren ganz eigenen Zugang zu Gottes Schöpfung. Sie können mit viel Material Begebenheiten aus der Bibel nachspielen oder haben vielleicht eine Handpuppe ( Wido Widehopf z.B. oder eine Kirchenmaus... :D ), die ganz kindgerecht mit ihnen spricht.
Mit den Größeren machen wir ganz ähnliche Erfahrungen. Auch sie bekommen Raum für ihre ganz eigenen Gedanken, können sich erproben im diskutieren und auch zuhören, der Unterricht ist auf ihren Erfahrungshorizont zugeschnitten. Und das halte ich für sehr wichtig.
Ich meine, wie soll sich ein Kind an einem Ort wohlfühlen, wo es im Grunde nichts versteht und man sich von ihm nur erhofft, dass es still ist?
Wenn ich an unsere eigenen Kinder denke, so waren sie nur deshalb so still, weil sie mindestens 2 Butterbrote und 5 Bilderbücher hatten....

Wir haben es für kurze Zeit versucht, "Unsere" Kinder in einer Gruppe zusammenzufassen. Das waren dann Kinder von knapp über 3 Jahren (und manchmal die kleinen Geschwisterchen dazu...) bis zu 9 Jahren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es keine so glückliche Lösung für uns ist.
Es ist eben sehr schwer, dann allen Gerecht zu werden; den Kleinen, die sehr neugierig und aufgeweck, oft aber auch in neuen Situationen unsicher und zurückhaltend sind. Sie leben noch in einer "magischen" Welt.
Und dann die Größen, sie denken in ganz anderen Schritten,
Kinder in diesem Alter werden kritischer, hinterfragen, wenn man sie lässt.... Sie fangen an Grenzen auszutesten und sind auf der anderen Seite sehr interessiert.

Es macht mich traurig, von Beispielen, wie Du tergram es erlebst, zu lesen.
Und ich frage mich, kann man das nicht ändern???
Man könnte doch z.B mit den Wänden einiges anstellen und für den Altar könnte es im Wechsel einen "Altarhüter" geben, der einen kleinen Schmuck mitbringt, der ihm wichtig ist. (das dürfte dann auch mal ein Teddy oder das Lieblingsbuch sein...)
Oder was spricht dagegen, dass sich die Kinder im Ämterzimmer finden? Bei uns ist das so, es hat mich nur eine Frage gekostet.
Dann hat die Begegnung gleich einen ganz anderen Rahmen und für die Kinder ist es eine besondere Erfahrung, im Ämterzimmer sein zu können. ( und feierlicher sowieso...)
(der Nachteil ist, dass man alles wieder wegräumen muss...)
Aber trotzdem ist es für uns eine sehr schöne Lösung und auch ein Gedanke, auf diese Art die Kinder "in die Mitte" zu stellen.

Auch bei uns hat sich viel entwickelt, haben wir verschiedenes ausprobiert. Aber ich denke, auf diese Art stellt man die Kinder in die Mitte; eben in den man sich ihren Bedürfnissen anpasst, sie ernst nimmt.
Aber das ist UNSERE Aufgabe, das wird doch kein Anderer für uns tun!
Kathi-Bine, Deine Vorschläge sind da ganz toll. Ich wünsche Dir sehr, dass Du etwas bewegen kannst.

Und dann sollte man die Kinder auch mal fragen, wo sie lieber sind; im GD oder in ihren eigenen Begegnungen.....

LG

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Beitragvon katze » 30.05.2007, 21:20

dies ist nicht nur ein Problem der NAK... es ist ein Problem überhaupt.

Unser ganzes Land muss lernen, dass Kinder äußerst wertvoll sind... in der Politik lernt man es gerade
aus anderen Gründen...

Die Intelligenz Jesu ist einmalig.
katze
 

Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 21:48

panta_rhei hat geschrieben:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Kleinen gut tut, ihren eigenen geschützten Raum zu haben, mit ihren eigenen Ritualen und Möglichkeit zu jeder Zeit aufzustehen.


Geschützter Raum ist gut. Aber oft führt dieser geschützte Raum für die Kinder dazu, daß sie von der Gemeinde abgegrenzt werden...und das kann nicht der Sinn der Sache sein.

@Kathi-Bine:
deine Vorschläge in allen Ehren. Aber in wie vielen Gemeinden sind noch so viele Kinder, daß ein Kinderchor oder Aufführungen realisierbar wären? Und Blumenpflege oder Altarschmuck sind Dinge, die in einer Gemeinde nahezu unbemerkt passieren. Ob das also wirklich helfen könnte, Aufmerksamkeit auf die Kinder zu lenken?
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Beitragvon Jesse » 30.05.2007, 22:05

Eine schöne Diskussion mit tollen Lösungsansätzen.

Es hat mich an ein Gespräch erinnert.
Ich führte es vor 20 Jahren mit einer jungen evangelischen Pfarrerin. Wir unterhielten uns über Kinder und ihre Bedürfnisse im Gottesdienst.
Ich erzählte von der NAK und sie von der evangelischen Kirche.
Was soll ich sagen. Sie fand Ideen und Ansätze der NAK so gut, daß sie diese ins Gemeindeleben einbrachte.
Der Kirchenvorstand hat getobt, die Alten verweigerten den Besuch des Gottesdienstes. (Was bitte sollen Kinder im Gottesdienst!!!!!!)
Was? Extraräume für Kinder? Nie und nimmer!
Gottesdienst für Kinder? Schwachsinn!
Mutter-Kind-Räume? Fehlanzeige!
Eine sehr gute evangelische Freundin hat in den ersten drei Jahren im Leben ihres Sohnes Gottesdienste in der gemeindeeigenen Küche verbracht. Sie versuchte zuweilen einige Sprachfetzen der Predigt zu erhaschen. Das gelang leider nicht häufig.

Liebe Grüße
Engelchen
Jesse
 

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