Kinder in der Gemeinde

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Kinder in der Gemeinde

Beitragvon lotus » 30.05.2007, 13:25

Hi,
der Stammapostel hat dazu aufgerufen Kinder in die Mitte zu stelle.
In einem anderm Forum wurde die Frage auch schon gestellt.

Nun möchte ich sie hierher übernehmen.

Also wie kann man die Kinder in den Gemeinden in die Mitte stellen?

Gruß
Lotus
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Re: Kinder in der Gemeinde

Beitragvon trinity » 30.05.2007, 13:36

lotus hat geschrieben:Also wie kann man die Kinder in den Gemeinden in die Mitte stellen?


Hallo lotus,

ich "storme" mal schnell meinen "brain" :wink: ...

1. in dem man sie ernst nimmt (mein Bruder sein Filius hat neulich den Papa gefragt: Du Papa, warum haben denn die Erwachsenen immer recht?) ...

2. in dem man ihnen auf ihrer Ebene begegnet und sich mit ihnen auf ihrer Ebene auseinandersetzt ...

3. in dem man den Platz in der Mitte freimacht ...

4. in dem man sich zurückerinnert an sein eigenes Kindsein und sich diese Gefühle herholt (inneres Kind) ...

5. in dem man versucht, auf die scheinbar plötesten Fragen eine Antwort zu finden ... und falls man keine Antwort findet, das auch sagen ...

6. in dem man ihnen etwas zutraut ...

Gruss
Herr T
trinity
 

Beitragvon lotus » 30.05.2007, 13:46

Lieber tinity,

Zitat:
4. in dem man sich zurückerinnert an sein eigenes Kindsein und sich diese Gefühle herholt (inneres Kind) ...

genau da hapert es doch gewalting. Bei uns heißt es dann immer,
"Die Kinder von heute, wir hätten uns das nie getraut......"
Die Meisten sind doch erwachsen auf die Welt gekommen und wenn die Kinder heute mal bääää sagen, wird direkt schief geguckt.
Da können die Lehrkräfte sich noch so viel Mühe geben, was nützt es wenn dann solch du.... Sprüche und Blicke kommen und die Kinder das mitbekommen.

LG
Lotus
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Beitragvon trinity » 30.05.2007, 13:56

lotus hat geschrieben:Die Meisten sind doch erwachsen auf die Welt gekommen und wenn die Kinder heute mal bääää sagen, wird direkt schief geguckt.
Da können die Lehrkräfte sich noch so viel Mühe geben, was nützt es wenn dann solch du.... Sprüche und Blicke kommen und die Kinder das mitbekommen.

Hallo lotus,

da kann ich nicht mitreden, weil das bei mir anders war :wink: ...

Ich hab nähmlich immer die dähmlichsten Fragen gestellt und damit eigentlich nicht aufgehört! Und wenn ich heute Kindern begegne, dann ermutige ich sie zu solchen Fragen und teile ihnen glaubhaft meine vollkommene Ahnungslosigkeit mit! Und anerkenne ihre blitzgescheiten Fragen, auf die ich niemals gekommen wäre (was mir natürlich auch furchtbar stinkt!).

Ich lerne gerade am meisten von Kindern und ihrer Art out of the box zu denken und wahrzunehmen ... und sich das dann auch noch sagen zu trauen!

Und nochwas: es ist erstaunlich, welch interessanten Gespräche es werden, wenn man Kinder wirklich Ernst nimmt und als ebenbürtigen Gesprächspartner anerkennt!

Kindlichen Gruss
Herr T
trinity
 

Beitragvon Tatyana † » 30.05.2007, 14:45

Trinity, kann ich dir meine drei mit ihren endlosen Fragen mal leihen :lol: ? Manchmal bringen Kinder Erwachsene gewaltig ins schwitzen...

WIE macht man den Platz in der Mitte der Gemeinde frei? Alle prügeln sich drum, da gehen Kinderstimmchen schnell unter...

Die meisten Erwachsenen denken doch, sie hätten alle Antworten schon längst gefunden. Läßt man jetzt also Kinder als aktiven Teil der Gemeinde zu, statt bisher nur als Deko, tun sich auf einmal (unbequeme) Fragen auf. Wer beantwortet die? (zum Beispiel, warum ein kleines Kind zwar mucksmäuschenstill zu sitzen hat, aber Opa Müller ständig auf dem Sitz rumrutschen darf. Und warum die Kinder zwar keinen Pieps machen dürfen, der Chorgesang aber oft genug vom rascheln des Bonbonpapiers von Oma Meier fast übertönt wird. Und warum Mütter zwar ihren Nachwuchs gern zum Kircheputzen mitnehmen dürfen, aber nicht in die Chorprobe. )
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Beitragvon katze » 30.05.2007, 14:51

1. in dem man sie ernst nimmt (mein Bruder sein Filius hat neulich den Papa gefragt: Du Papa, warum haben denn die Erwachsenen immer recht?) ...

2. in dem man ihnen auf ihrer Ebene begegnet und sich mit ihnen auf ihrer Ebene auseinandersetzt ...

3. in dem man den Platz in der Mitte freimacht ...

4. in dem man sich zurückerinnert an sein eigenes Kindsein und sich diese Gefühle herholt (inneres Kind) ...

5. in dem man versucht, auf die scheinbar plötesten Fragen eine Antwort zu finden ... und falls man keine Antwort findet, das auch sagen ...

6. in dem man ihnen etwas zutraut ...


Lieber trinity,

da kann ich nur zustimmen...

Was mir noch einfällt, dass die Kinder auch im Gottesdienst in die Mitte genommen werden sollten.

Damit meine ich, eine interessante und verständliche Predigt. Die Dienstleiter und mitdienenden Amtsträger sollten die Kinder miteinbeziehen z.B. durch Fragen usw.

Kinder sind Kinder und keine kleinen Erwachsenen.

lg katze
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Beitragvon frinj » 30.05.2007, 14:56

Und nicht nur die Predigt verständlich, sondern auch Gebete und Zwischenansprachen.

Außerdem sollte der Anteil des Gesprochenen Wortes im Gottesdienst stark reduziert werden, denn man kann über alles predigen, aber nicht über 20 Minuten.

Und bitte nicht die Kinder vorführen, in die Mitte nehmen heißt einbeziehen!
Froh zu sein bedarf es wenig ...
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Beitragvon autor » 30.05.2007, 15:01

[quote="trinity
Ich hab nähmlich immer die dähmlichsten Fragen gestellt und damit eigentlich nicht aufgehört! Und wenn ich heute Kindern begegne, dann ermutige ich sie zu solchen Fragen und teile ihnen glaubhaft meine vollkommene Ahnungslosigkeit mit! Und anerkenne ihre blitzgescheiten Fragen, auf die ich niemals gekommen wäre (was mir natürlich auch furchtbar stinkt!).

Ich lerne gerade am meisten von Kindern und ihrer Art out of the box zu denken und wahrzunehmen ... und sich das dann auch noch sagen zu trauen!

Und nochwas: es ist erstaunlich, welch interessanten Gespräche es werden, wenn man Kinder wirklich Ernst nimmt und als ebenbürtigen Gesprächspartner anerkennt!

Kindlichen Gruss
Herr T[/quote]

Als ich diesen Beitrag las, habe ich mich erinnert was ich vor einiger Zeit glaubte, meinem Kleinen dichtenderweise mit auf den Lebensweg geben zu müssen.

Juris-Diktion

„Ach wie süß!“ und „Wunderbar!“
heißt es, kaum, dass du gestammelt.
Und man streichelt dir das Haar,
wenn du Wort um Wort gesammelt.

„Hehe!“, „Schau her!“ so klingt es weiter,
wenn du einen Satz gerahmt.
„Sie an!“ Und alle Mann sind heiter,
weil du fleißig nachgeahmt.

Bald lässt es sich nicht vermeiden,
dass du selbst Gedanken findest.
Doch man wird es dir verleiden,
dass du sie zu Sätzen bindest.

Plötzlich heißt es „Alles Quatsch!“
„Unverfroren!“, „Dummer Wicht!“
So kriegst du mit kühlem „Patsch“
eine „Wahrheit“ ins Gesicht.

Was du jetzt noch sagst bleibt nichtig.
Die Großen schließen ihre Ohren.
Keinem ist es mehr so wichtig,
dass du die Worte selbst geboren.

Lieber Juri habe Mut!
Denken, Sprechen das ist zäh.
Selbst bei Großen unterm Hut
gibt es kindliches „Rabää“.


dein Vater
1105

(Namen und Daten möchte ich als völlig zufällig verstanden wissen.)


Grüße an alle,

a.
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Beitragvon katze » 30.05.2007, 15:07

Ein Gottesdienst, der 60-90Min. dauert ist für Kinder im Alter von 11-14 Jahren zu lange, auch wenn er noch so interessant ist.

Aber um ehrlich zu sein, ich denke, dass sich in den meisten Gemeinden nichts ändern wird. Vielleicht werden die Kinder musikalisch mehr mit einbezogen, doch eine Änderung im Gottesdienstgeschehen wird es kaum geben...

lg katze
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Beitragvon Randnotiz » 30.05.2007, 15:11

Das Einbeziehen von Kindern im Gottesdienst scheitert doch schon daran, dass gar keine Kinder anwesend sind.
Am Sonntag werden sie in der Sonntag- und Vorsonntagschule dem Gottesdienst entwöhnt, in der Woche fehlt der Drive.
Und wenn sich mal ein Kind im Gottesdienst verirrt, findet sich mit Sicherheit auch gleich der passende Dienstleiter, der didaktisch nicht ansatzweise in der Lage ist, kindgerecht zu predigen.
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

(Natural Born Kieler)
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Beitragvon katze » 30.05.2007, 15:22

Gibt es eigentlich noch Gemeinden in denen die Sonntagschule nach dem GD stattfindet, würde mich interessieren?
Zuletzt geändert von katze am 30.05.2007, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
katze
 

Beitragvon Bert » 30.05.2007, 15:23

"Kinder in die Mitte nehmen - in der Gemeinde" ...

den Aufruf kann man nur unterstützen. Doch wenn wir es hier machen wollten, es gäbe nur seltenst eine Gelegenheit dazu! Weil so oft kein Kind in der Kirche ist!

Ich würde mir wünschen, dass wieder wie früher eine grössere Anzahl Kinder in der Gemeinde wäre! Dann wäre auch ein Stück Zukunft der Gemeinde gesichert.

Es dürfte -wie bei so vielen Menschen heute- auch in den für das Kinderkriegen relevanten Jahrgängen der Kirche eine Überlegung gegen Kinder Platz gegriffen haben. Grund könnten auch die knappen Mittel sein.

Könnte hier nicht die Kirche unterstützend helfen durch Geldzuwendungen an Eltern, die knapp bei Kasse sind? Und auch die Gemeindemitglieder, die sich Kinder in ihrer Mitte wünschen, 'um sie wie Jesus zu herzen', könnten in der Hinsicht etwas unternehmen. Oder?

Jesus sagte: 'Wer ein Kind aufnimmt, der nimmt mich auf, und den, der mich gesandt hat.' (s. Markus 9)

Also: Über die Aufnahme der Kinder nehmen wir Jesus auf.

Leider ist diese Aussage Jesu vielen nicht so präsent, wie es wünschenswert wäre.

Viele Grüsse an alle Kinderfreundinnen und -freunde.

Bert

Rz, danke für den gleichlautenden Hinweis, was das Vorhandensein von Kindern in der Kirche angeht.
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Beitragvon orig.gabi » 30.05.2007, 15:31

Randnotiz hat geschrieben:Und wenn sich mal ein Kind im Gottesdienst verirrt, findet sich mit Sicherheit auch gleich der passende Dienstleiter, der didaktisch nicht ansatzweise in der Lage ist, kindgerecht zu predigen.



Tja, die Schwierigkeit liegt wohl teilweise darin, dass der Unterschied zwischen einer kindgerechten Predigt und einer Predigt für`s kindliche Glaubensgemüt weder verstanden noch als notwendig erachtet wird. 8)

Viele Kinder sind immerhin recht anspruchsvoll. :wink:
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1.Johannes, 4,16
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Beitragvon trinity » 30.05.2007, 15:39

orig.gabi hat geschrieben:Tja, die Schwierigkeit liegt wohl teilweise darin, dass der Unterschied zwischen einer kindgerechten Predigt und einer Predigt für`s kindliche Glaubensgemüt weder verstanden noch als notwendig erachtet wird. 8)

Viele Kinder sind immerhin recht anspruchsvoll. :wink:

Grüss Gott orig.gabi,

aber wer braucht denn eigentlich eine Predigt? Das wäre das erste, was ich abschaffen würde und mit einer (oder mehreren) Austausch-Runde(n) ersetzen würde. Wo lernt denn Mensch am meisten? Wenn er Fragen zu Gedanken stellen darf und nicht, wenn er diese Gedanken x-mal durchgekaut und mit den verschiedensten Worten angereichert präsentiert bekommt!

Und setzt man zu solch einer Runde Kinder dazu ... was will man denn mehr lernen. Denn: kommt es nicht auf die Fragen an? ...

fragt sich
Herr T
trinity
 

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