Wie kriegt man die Kinder in die Kirche?

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Cemper » 23.02.2007, 11:20

weltmensch hat geschrieben:Gerade Kinder von Menschen, die nicht religiös leben, stellen oftmals später die Fragen und interessieren sich.

Und umgekehrt haben die Kinder von sehr religiösen Eltern nicht selten irgendwann die Nase voll davon.

Hallo Weltmensch -

ich habe einen Moment ins Forum geschaut und Ihren Eintrag gelesen. Ich will Ihnen dazu etwas sagen: Heute Abend und morgen besucht mich ein Freund. Der Mann ist Pastorensohn - und was hat er studiert? Richtig! Theologie. Und was hat er nach dem Theologiestudium gemacht? Er hat mir mal gesagt: "Nach dem Examen habe ich das Wort 'Gott' nicht mehr hören können. Ich habe beim Wort 'Gott' immer lachen müssen - und ich bin dann auch nicht ins Vikariat gegangen." Der Freund hat dann Musik studiert. Hauptfach Klavier. Damit war er irgendwann fertig - Examen. Danach wollte er doch wieder etwas von Gott hören und hat das Vikariat "gemacht" und ist Pastor geworden. Landpastor. Während dieser Zeit hat er sich etwa ein halbes Jahrzehnt intensiv die Theologie des Paul Tillich erarbeitet - und die kennt er nun. Dann hat er sein Landpastorenamt aufgegeben und ist in die "religiöse Bildungsarbeit" gegangen. Seine drei Söhne hat er liberal erzogen. Der eine lässt sich in einigen Wochen "vom Vater" kirchlich trauen. Der andere schaut den Vater und den Bruder verständnislos an. Gott ist für diesen Sohn "der Mann mit dem Bart". Und das dritte Kind sagt nichts. Es ist seit vielen Jahren todkrank und kann auch nicht sprechen. Über die Krankheit dieses Sohnes ist mein Freund verzweifelt - und er sagt oft: "Das ist auch der Ruf Gottes an seine Geschöpfe."

Und eine Freundin - auch Pastorentochter - erzählte mir: "Als Kind hatte ich immer Angst vor dem Kreuz auf dem Schreibtisch meines Vaters. Das Kreuz war so bedrohlich und so groß und so schwer. Damit hätte man einen erschlagen können." Diese Frau "landete" dann beruflich in der Unfallchirurgie einer Universitätsklinik. Die Kirche war für sie weit weg. Das in der Klinik erfahrene Leid war dann Anlass zu einem Perspektivwechsel. Die Frau hat sich zum Theologiestudium entschlossen. Sie hat in der Klinik überwiegend Nachtdienste gemacht und tagsüber Theologie studiert. Jetzt ist sie Pastorin und verzweifelt an der Kirche ...

Sehen Sie - so verschieden ist das alles ... Bleiben Sie trotzdem heiter ...

C.
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Beitragvon abendstern_ » 23.02.2007, 11:21

scholli hat geschrieben:Micky Mausheft,Malheft und Stifte und vor allen Dingen Leckers Bild

Gameboy is verboten :roll:


Hinterher Eis essen gehen oder zu McDonald motiviert auch ungemein :lol:

Manche Erwachsene trinken hinterher gerne einen "Absacker"

Scheint also nicht nur ein Kinderproblem zu sein :lol:
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Beitragvon exkantor » 23.02.2007, 11:23

Nicht "Absacker".

Manchmal braucht man einen Schnaps, um das Gehörte verdauen zu können.

Sozusagen als Selbstschutz. :lol:
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Beitragvon abendstern_ » 23.02.2007, 11:26

exkantor hat geschrieben:Nicht "Absacker".

Manchmal braucht man einen Schnaps, um das Gehörte verdauen zu können.

Sozusagen als Selbstschutz. :lol:


So haben meine Bekannten es mal genannt - man lässt das Gehörte absacken... :)
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Beitragvon scholli » 23.02.2007, 11:30

exkantor hat geschrieben:Nicht "Absacker".

Manchmal braucht man einen Schnaps, um das Gehörte verdauen zu können.

Sozusagen als Selbstschutz. :lol:



Einer reicht manchmal nicht Bild
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Beitragvon weltmensch » 23.02.2007, 12:56

Bruder X hat geschrieben:
weltmensch hat geschrieben:Gegen Deine Quintessenz habe ich keine Einwände.



Mensch, das freut mich aber !

:D :D :D


wußt ichs doch!
:P :D
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Beitragvon fireangel » 23.02.2007, 17:02

Werter Herr Cemper,

was Sie schrieben ist zwar interessant, es handelt sich aber doch wohl um Einzelfälle, welche eher nicht dazu geeignet sind verallgemeinert zu werden.

Ein Patentrezept gibt es weder dafür noch dagegen. Jedem Menschen, dass ist meine feste Überzeugung, ist sein Lebenslauf in die Wiege gelegt, man braucht ihn nur zu finden ... ; und zu gehen ...

Gruss
fireangel
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Beitragvon Tatyana † » 23.02.2007, 17:07

Wenn man diesen Lebenslauf erst finden und gehen muß, lieber Fireangel, ließen sich Abweichungen vom (vermeintlich) vorgezeichneten Weg doch durchaus denken?
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Beitragvon fireangel » 23.02.2007, 17:09

Auch Umwege führen zum Ziel. Manchmal ... 8)
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Beitragvon Tatyana † » 23.02.2007, 17:11

...und manchmal verirrt man sich bloß und landet mitten im Nirgendwo 8) . Auf jeden Fall nicht da, wo man hinwollte oder -sollte.
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Beitragvon fireangel » 23.02.2007, 17:14

Wissen wir denn immer, ob das Ziel nun von uns "selbst gewählt" wurde oder doch unser "vorbestimmtes" ist?
fireangel
 

Beitragvon Tatyana † » 23.02.2007, 17:16

Ich glaube lieber an eine gewisse Wahlmöglichkeit, sonst müßte ich diesen Gott da oben für reichlich sadistisch und ungerecht halten...
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Beitragvon fireangel » 23.02.2007, 17:21

Und wenn nun diese Wahlmöglichkeit, durch die Vorherbestimmung beeinflusst ist?
fireangel
 

Beitragvon Tatyana † » 23.02.2007, 18:02

Dann: siehe oben...
Wenn keine Wahlmöglichkeit besteht, nciht einmal eine geringe, dann ist letztlich sowieso egal, was ich tue oder nicht tue, ob ich mich bemühe, ein gutes Leben zu führen oder nicht. Dann sind auch Himmel und Hölle vorherbestimmt und dieses Leben eine Farce...
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