Kinder in der Gemeinde

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Sesemi » 05.12.2006, 17:37

a cappella, dein Einspruch ist abgelehnt!

Als Mutter habe ich leider ganz andere Erfahrungen mit unserem Schulwesen gemacht - mit der Realsituation und die sollten wir in der Kirche gewiss nicht kopieren. :roll: - Aber ich will hier keine schulpolitische Diskussion eröffnen. :wink:

Wichtig ist mir, dass unsere Kinder gern und freiwillig an kirchlichen Unterrichten teilnehmen und positive Erfahrungen mitnehmen. (Das soll nicht ausschließen, dass sie auch etwas lernen.)

Gruß von der Trave

Sesemi
Das Normale, Wohlanständige und Liebenswürdige ist das Reich unserer Sehnsucht, ist das Leben in seiner verführerischen Banalität. (Tonio Kröger)
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Beitragvon a cappella » 05.12.2006, 21:44

Tja, was machen wir jetzt?
Diskutieren wir?
Oder lassen wir es?

Ich denke, man macht es sich zu leicht, wenn man derartige Statements abgibt.

Aber ich bin heute milde gestimmt und lasse das so stehen.

Liebe Grüße zurück!
a cappella
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Beitragvon Tatyana † » 06.12.2006, 13:14

A Cappella,
eine Frage: hast du Kinder? Gehen die zur Schule? Ich habe zwei schulpflichtige Kinder und eins im Kindergarten. Und die Situation, die ich hier in der Schule vorfinde, die Kommunikation zwischen Lehrpersonal und Eltern ist weit davon entfernt, ideal zu sein. Auch kenne ich niemanden, der Kinder an einer staatlichen Schule hat, der rundherum zufrieden mit Unterricht oder Kommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonal wäre...mag sein, das ist nicht verallgemeinerbar. Aber es sind trotzdem Erfahrungen, die ich(und nicht nur ich) alltäglich mache. Wenigstens für den kirchlichen Bereich täte ich mir etwas mehr Aufmerksamkeit für das einzelne Kind wünschen...
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Beitragvon DEN » 06.12.2006, 13:45

Liebe Tatyana,

ich glaube nicht, dass es von Bedeutung ist, ob z. B. a cappella Kinder hat, oder nicht. Deswegen kann er trotzdem über Erfahrungen verfügen, die Einlassungen und Auffassungen zu diesem Thema erlauben.

Ich habe Kinder. Zwischenzeitlich erwachsen, bzw. halbwüchsig. Halbwüchsig geht auch noch zur Schule. Sowohl bei meinem erwachsenen Sohn, als auch bei dem halbwüchsigen bin ich partiell, zumeist in kleinen Krisensituationen, mit der Schule und den Lehrern konfrontiert. Meine diesbezüglichen Erfahrungen sind nicht schlecht. Es gibt immer sehr gute und weniger gute Lehrer. Und es gibt auch immer persönliche Symphathien und Antipathien. Es entspricht meinen Erfahrungen, dass, je sachlicher und emotionsärmer Diskussionen angefangen werden, das Ergebnis von Konfliktlösungen besser wird. Sachlichkeit und Emotionsarmut fällt zugegebenermaßen bei den eigenen Kindern manchmal schwer. Notwendig ist aber auch eine gesunde Portion Realitätsbewußtsein, wenn man seine eigenen Kinder aus der Entfernung betrachtet. Hier habe ich das Gefühl, daß sehr viele Eltern große Schwierigkeiten haben, die Verhaltensweisen Ihrer Kinder objektiv zu beurteilen, und hierbei habe ich mich jetzt sehr, sehr vornehm ausgedrückt.

Sowohl in der Schule, als auch in der Kirche gilt für mich: Bei der Auswahl von Lehrern sollten immer die "Besten und fachlich Qualifiziertesten" ausgesucht werden. In der Schule fehlt uns da in der Regel die Einflußmöglichkeit. In der Kirche sollten wir uns diesbezüglich echt engagieren und ggfls. auch gegen personelle Fehlentscheidungen aktiv zur Wehr setzen.

Liebe Grüße
DEN
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Beitragvon Tatyana † » 06.12.2006, 13:54

DEN
hat geschrieben:
Liebe Tatyana,
Sowohl in der Schule, als auch in der Kirche gilt für mich: Bei der Auswahl von Lehrern sollten immer die "Besten und fachlich Qualifiziertesten" ausgesucht werden.
Liebe Grüße
DEN


In einer idealen Welt würden sie das...nun ist mir auch klar, daß wir in keiner idealen Welt leben. Aber man kann ja so gut als möglich versuchen, ein Stück dazu beizutragen...
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Beitragvon Sesemi » 06.12.2006, 15:16

DEN
hat geschrieben:
Sowohl in der Schule, als auch in der Kirche gilt für mich: Bei der Auswahl von Lehrern sollten immer die "Besten und fachlich Qualifiziertesten" ausgesucht werden. In der Schule fehlt uns da in der Regel die Einflußmöglichkeit. In der Kirche sollten wir uns diesbezüglich echt engagieren und ggfls. auch gegen personelle Fehlentscheidungen aktiv zur Wehr setzen.


Volle Zustimmung zur Bestenauslese :lol: :lol: :lol: Aber die fachliche Qualifikation, die selbstverständlich unbedingt notwendig ist, reicht allein nicht aus. Die Fähigkeit zu Didaktisieren, große Methodenkompetenz, pädagogisches Geschick, die Fähigkeit zu motivieren, eine hohe emotionale Intelligenz, große Flexibilität bei der Reaktion auf spontane Reaktionen der Kinder und bei der Wahl der Unterrichtsmethoden sind ebenfalls grundlegende Voraussetzungen für guten Unterricht.

Doch sowohl in Schule als auch in Kirche gilt, dass nur aus denen ausgewählt werden kann, die auch für Unterricht zur Verfügung stehen. Die Politik wirbt nicht ohne Grund, jedoch mit mäßigem Erfolg in verschiedenen Bundesländern massiv für den Lehrerberuf.

Kirche kann nur auf ehrenamtliche LehrerInnen einsetzen, d.h., nur wer bereit ist in der Freizeit Unterricht vorzubereiten und zu unterrichten, steht de facto zur Verfügung. Die Qualifikationen der/des einzelnen sind dabei unterschiedlich. Hier könnte die Alternative noch eher als in Schule heißen: schlechter Unterricht oder kein Unterricht.

Gruß von der Trave

Sesemi
Zuletzt geändert von Sesemi am 06.12.2006, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon a cappella » 06.12.2006, 16:26

Damit habe ich wirklich nichts zu tun. :mrgreen:
a cappella
 

Beitragvon a cappella » 06.12.2006, 16:40

Noch eine allgemeine Aussage zum Thema:

Ich bin weit davon entfernt, Dinge zu idealisieren.
DEN hat die wesentlichen Aussagen bereits gemacht.

Aber ich möchte für einen wesentlichen Aspekt des Problems ein wenig sensibilisieren.

Ein Lehrer steht heute in der Regel vor einer Klasse mit mindestens 25 SchülerInnen (das ist schon eher ein Wunschtraum, meistens sind es mehr), die zum großen Teil aus nicht ganz einfachen Verhältnissen kommen, aber ihren Schulabschluss so gut wie möglich absolvieren sollen.
Basics fehlen zu einem nicht unerheblichen Teil.

Und jetzt soll der Lehrer dem überfrachteten Lehrplan genügen, Stoff vermitteln, und dabei noch erziehungstechnisch das nachholen, was in der Familie nicht geleistet wurde.

Anders ausgedrückt:
Die Eltern schaffen's im Durchschnitt bei 1,7 Kindern nicht, der Lehrer soll es dann bei 25 nebenbei schaffen.
Und das bei Kindern, die aufgrund ihrer Umwelt oft noch nicht einmal drei Sätze konzentriert aufnehmen können.

An diesem Punkt sehe ich große Probleme.
Und da ist manch ein/e Lehrer/in überfordert.

Zu lösen ist dieses Problem nur, wenn von allen Beteiligten und gesamtgesellschaftlich daran gearbeitet wird.

Und bevor das nicht passiert, wird es auch weiterhin zu wenig Lehrer geben.
Aber in Hessen dürfen jetzt ja die, die es schon immer besser konnten (wussten?), die Kinder vollends vermurksen.

Liebe Grüße in die Runde.
a cappella

PS:
Es ist wie bei der Musik:
Dort kennt sich jeder aus, weil ja jeder Musik hört.
Die Schule betreffend ist jeder Fachmann, weil ja jeder dort war. :roll:
a cappella
 

Beitragvon Tatyana † » 06.12.2006, 16:49

@A Cappella,
sicher, es gibt engagierte Lehrer, die gerne würden, wenn sie könnten und Zeit hätten. Es gibt aber auch andere. Solche, die eigentlich nur noch darauf warten, in Rente zu gehen, und denen die Kinder und deren Eltern herzlich egal sind. Glaube mir, ich habe mehr als die statistische Kinderzahl, war schon Elternsprecher und im Elternbeirat, habe hospitiert,...okay, zugegeben, ich würde mich nicht freiwillig vor so eine Horde kleiner Monster stellen, um sie zu unterrichten. Aber ich habe mir den Beruf genau deswegen auch nicht ausgesucht :roll:
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Beitragvon a cappella » 06.12.2006, 16:53

... es gibt engagierte Lehrer, die gerne würden, wenn sie könnten und Zeit hätten. Es gibt aber auch andere.


So sehe ich das ja auch.

Aber ich habe mir den Beruf genau deswegen auch nicht ausgesucht


Und so sehen das immer mehr.
Deshalb wird es immer weniger Lehrer geben.
Und damit logischerweise auch immer weniger gute!
a cappella
 

Beitragvon Tatyana † » 06.12.2006, 16:57

Ich finde, es ist ziemlich gut, wenn man seine Stärken und Schwächen kennt . Und weil ich weiß, daß ich kein guter Lehrer wäre, lasse ich eben die Finger davon...sicher, dadurch gewinnt man auch keine guten neuen Lehrer. Aber wenigstens nicht noch mehr schlechte dazu :wink:
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Beitragvon DEN » 06.12.2006, 17:05

@Tatyana,

a cappella hat wesentliche Punkte genannt, die mir bei Ihnen fehlen, die ich jedoch für kriegsentscheidend halte. Diese betreffen hauptsächlich das Elternhaus und das soziale Umfeld der Kinder. Das wird nicht von Lehrern beeinflußt. Wenn wir über unsere Kinder nachdenken, sollten wir zunächst uns selbst anschauen.

Gruß
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Beitragvon Tatyana † » 06.12.2006, 17:12

DEN
hat geschrieben:
@Tatyana,

a cappella hat wesentliche Punkte genannt, die mir bei Ihnen fehlen, die ich jedoch für kriegsentscheidend halte. Diese betreffen hauptsächlich das Elternhaus und das soziale Umfeld der Kinder. Das wird nicht von Lehrern beeinflußt. Wenn wir über unsere Kinder nachdenken, sollten wir zunächst uns selbst anschauen.

Gruß
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Am sozialen Umfeld oder Elternhaus anderer Kinder kann ICH nichts ändern, da kann ich nur versuchen, meinen eigenen Kindern etwas mitzugeben. Von daher kann ich höchstens an der akuten schulischen Situation meiner Kinder etwas ändern, wenn ich sehe, daß ein Lehrer unfähig und/oder gleichgültig ist. Was dann wiederum schon Einfluß auch auf andere Kinder und deren Bildungssituation hat.
Außerdem: JEDER Mensch, der sich für einen Lehrberuf entscheidet, weiß, daß er nicht nur vor unbeschriebenen Blättern stehen wird. Jedes Kind hat einen Hintergrund. Aber das scheint vielen Lehrern oft nicht klar zu sein. Sie bekommen im Studium erklärt, welchen Stoff sie zu unterrichten haben. Aber den Umgang mit Menschen lernt man dabei dummerweise nicht automatisch mit. Und so findet sich dann so mancher, dem eine theoretische akademische Laufbahn vielleicht besser getan hätte, auf einmal mit der Situation konfrontiert und oft damit überfordert, nicht nur theoretisch Wissen zu vermitteln, sondern mit ganz vielen ganz verschiedenen Menschen aus Fleisch und Blut umzugehen.
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Beitragvon a cappella » 06.12.2006, 17:17

Das Zusammenleben mit einem Menschen, und dann noch über Jahre, bringt viele Probleme mit sich.
Das scheint vielen Menschen nicht klar zu sein. Sie heiraten trotzdem und lassen sich dann wieder scheiden. Oder sind einfach unglücklich.

Die Erziehung von Kindern ist wirklich schwer.
Das scheint vielen Menschen nicht klar zu sein. Sie bekommen trotzdem Kinder, und die Kinder sind nicht zu beneiden.

Was machen wir jetzt?
Zwei wohl absolut richtige Aussagen.

Nicht mehr heiraten?
Keine Kinder mehr bekommen?
a cappella
 

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