Rosenmontag 27.2.06 in Köln-Ehrenfeld

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Rosenmontag 27.2.06 in Köln-Ehrenfeld

Beitragvon Bert » 28.02.2006, 20:58

Rosenmontag war traditionell Jugendgottesdienst in Köln-Ehrenfeld. Bericht darüber ist nachlesbar bei TIO-Online

http://tio.atomix.de/artikel/Zurueckges ... el-510.htm

Während das feiernde Köln dem Rosenmontagszug zujubelt, bekommen die Jugendlichen in dem GD nichts zu lachen. Ist ja klar, denn sonst wäre man ja nicht neuapostolisch.

So auch dieses Mal. Die jungen Leute stramm rannehmen war wiederum durch die GD-leitenden Apostel angesagt.

Den Jugendlichen wurde eine Checkliste mit sechs Punkten aus dem 'Glaubensleben' vorgelegt. Anhand dieser sollen sie sich selbst hinsichtlich ihrer Glaubensintensität bewerten und je Punkt Noten von 1 bis 6 vergeben. Jugendliche, die in der Addition ihrer Einzelnoten nur einen Gesamtwert von 0 bis 12 erreichen, wurde ein Gespräch mit dem Jugendleiter angeraten.

Ist ja ein tolle Art, GD abzuhalten! Muss ich schon sagen. Sollte da ein besonderes System von GD auf Jugendebene auf Tauglichkeit erprobt werden?

Und bei Erfolg?

Erhalten die Geschwister demnächst in anderen GD ebenso Checklisten mit dem Rat, eine Selbstkontrolle im Punktesystem durchzuführen und bei Minder-Ergebnissen das Gespräch mit dem Vorsteher zu suchen??

Zum Inhalt der Checkliste:

1. Gebetsleben
2. Übertragung des Gottesdienstes auf den ALltag
3. Begeisterung für das Werk des Herrn
4. Beitrag zum Gemeindeleben
5. Übernahme von Verantwortung für die Vollendung des Werkes Gottes
6. UND WIEDER EINMAL: Opfer 'Gebe ich einen Teil dessen zurück, was mir von Gott geschenkt wurde?

Der Punkt 5 hat es aber in sich! Die armen Jugendlichen sollen jetzt schon die Verantwortung übernehmen für die Vollendng des Werkes Gottes! Ob die Apostel da nicht zuviel von den Jugendlichen erwarten??

Ja, der 6. Punkt noch, der Dauerbrenner in NRW. Erst im Januar-Jugend-GD noch war das Opfer ein Haupt-Thema. Jetzt schon wieder. Und das ausgerechnet am lustigsten rheinischen Tag!

Mich würde es nicht wundern, wenn bei einer solchen Art der Bedienung von 'oben' das Interesse und die Freude an Begegnungen im Tempel des Herrn immer mehr schwinden.

Meine Güte, es kann doch nicht sein, dass die Jugendlichen stets und ständig ermahnt werden müssen, um nicht zu sagen, in den Hintern getreten werden müssen.

Dass Jugendliche das überhaupt noch mitmachen, grenzt nach meiner Meinung schon an ein Wunder. Sind die alle abgestumpft? Oder sind die nur mit dem Körper anwesend und mit den Gedanken (zu Recht) woanders?

Kann man denn keinen GD halten, in welchem Gott und sein Sohn und das, was sie uns sind und für uns tun, so gepredigt werden, dass die jungen Menschen darüber regelrecht in Jubel ausbrechen und voller Glück aus dem GD gehen können?

Fragt ein konsternierter
Bert

PS. Na wenigstens bekamen die offensichtlich geschwächten Jugendichen nach dem GD etwas zur Stärkung - wie es in dem Bericht heisst. Was wohl: Die armen Würstchen erhielten Würstchen (und Getränke). Von wem wohl? Gesponsert von den Jugendleitern.

Bert
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Re: Rosenmontag 27.2.06 in Köln-Ehrenfeld

Beitragvon old_juekra » 28.02.2006, 22:41

Naja, zumindest hat man es mit dem Song "Unsere Stammbaum" von Bläck Fööss wohl geschafft, "die bekannteste Karnevals-Beatband Kölns" (http://www.presseportal.de/story.htx?nr=790311&action=bigpic&att=51623) in das Nachmittagsprogramm zu integrieren...

Realsatire???

SCNR...

(Nein, ich habe nichts gegen Bläck Föss!)
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Beitragvon Dietemann » 28.02.2006, 22:57

Das hatte ich so erwartet, wie es hier berichtet wird. Deshalb habe ich mich im Vorfeld schon negativ geäußert über eine Form Jugendliche am Rosenmontag zu gängeln!

Zum Inhalt der Checkliste:

1. Gebetsleben
2. Übertragung des Gottesdienstes auf den ALltag
3. Begeisterung für das Werk des Herrn
4. Beitrag zum Gemeindeleben
5. Übernahme von Verantwortung für die Vollendung des Werkes Gottes
6. UND WIEDER EINMAL: Opfer 'Gebe ich einen Teil dessen zurück, was mir von Gott geschenkt wurde?


Hier von lese ich keinen Bericht in der offiziellen Darstellung. Warum?

Es spräche nichts dagegen Jugendliche zu motivieren - aber das berichtete stößt doch nur ab! Warum will man in dieser Art Jugendliche übertölpeln?
Solche „Drohungen“ haben nichts mit froher Verkündigung zu tun!
Zuletzt geändert von Dietemann am 01.03.2006, 06:45, insgesamt 1-mal geändert.
Dietemann
 

Beitragvon lotus » 01.03.2006, 06:25

Guten Morgen,
wenn ich mir die Bilder von Jugend Online angucke, sehe ich nicht viele die sich "gegängelt" fühlten.

IM GEGENTEIL :lol: :lol: :lol:

http://www.jugend-online.info/
Schaut Euch nur die Bilder in den Gelerien und Kommtentare an

Gruß
Lotus
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Beitragvon dasCHRIStkind » 01.03.2006, 06:59

@Bert, @Dietemann,

Frage: habt ihr diesem "Rosenmontagsjugendtag" persönlich miterlebt?

Wenn ich mir die Feedbacks auf jugend-online von den anwesenden Jugendlichen durchlese, und die mit euren Beiträgen vergleiche, lese ich von zwei verschiedenen Veranstaltungen! Seltsam...

Nette Grüße
Chcristoph
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Beitragvon Beobachter » 01.03.2006, 07:09

Hallo zusammen,

es hört sich ja fast so an, als sei keiner von den "3 Schreiberlingen" in Köln-Ehrenfeld anwesend gewesen... Ich finde es schon mutig in diesem Fall Aussagen über die Charaktereigenschaftend der dort versammelten Jugendlichen (immerhin fast 500) zu treffen...

Da ich selber Jugendbetreuer in einer Gemeinde der anwesenden Bezirke bin, treffen mich diese Unterstellungen insoweit auch persönlich.

Seit 13 Jahren habe ich an jedem dieser Rosenmontagstreffen teilgenommen und es war in den meisten Jahren immer ein besonderer Tag für mich.

Unsere Jugend sieht die Veranstaltung nicht als "Gegenveranstaltung" zum Rosenmontagszug sondern vielmehr als besonderes Highlight des NAK-Jugend-Jahres an. Wenn ein Jugendlicher sagt, ich gehe lieber zum Zoch, dann aktzeptiere ich dass, auch wenn ich persönlich es bedauer.

Da der Rosenmontagszug jedoch von meinen Jugendlichen eh nicht gut angenommen wird (zu viele Touris, zu wenig Indentifikation), habe ich einige bei den "Veedelszöch" getroffen, die bei uns traditionell Sonntags oder Dienstags stattfinden.

Wie Ihr seht, viel heiße Luft um nichts, was den Termin angeht.

Wie dieses in der weiter zurück liegenden Zeiten (vor 1990) gewesen ist, dafür möchte ich nicht meine Hand ins Feuer legen, aber ihr könnt sicher sein, dass sich heute keiner von meinen Jugendlichen von der Kirche etwas "aufzwängen" oder gar "verbieten" lässt. Wer´s nicht glaubt, kann gerne eine
x-beliebige Jugendstunde im Kölner Raum besuchen oder nächsten RoMo nach Köln-Ehrenfeld kommen und sich selbst davon überzeugen. Jeder ist eingeladen.

Übrigens, wenn die Kirche versuchen sollte, die Jugendlichen von den Auswirkungen des Karnevals fernzuhalten, dann müsste eine Gegenveranstaltung an Weiberfastnacht angeboten werden, denn an diesem Tag ist hier "der Teufel los" :twisted:

Inhaltlich war der Gottesdienst am Vormittag für mich etwas besonderes. Apostel Otten hat es geschafft, die Jugend für die Ernsthaftigkeit, mit der man seinen Glauben leben soll zu sensibilisieren und hatte dabei gleich manchen Lacher auf seiner Seite. Würdet Ihr den O-Ton der Predigt hören können, würdet Ihr die durchweg positiven Kommentare der Jugendlichen auf den entsprechenden Internet- Seiten nachvollziehen können.

Und hierüber sollte sich (insbesonders) Bert mal Gedanken machen:

Kann es nicht sein, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Jubeln im karnevalistischen Sinne und dem Jubeln der Herzen? Also wenn ich so nach dem GD in die Augen mancher Jugendlicher gesehen habe, dann konnte ich keine "Trübsal" und keine "Traurigkeit" über den verpassten RoMoZug erkennen.

Für das wahre Schätzen und Begreifen der "frohen Botschaft" ist halt manchesmal eine gewisse "Ausrichtung" notwendig.

Auch ein Läufer kann über einen Erfolg nur jubeln, wenn er den installierten Wegweisern vertraut, die nicht dafür da sind, diesen zu gängeln, sondern ihm den sichersten Weg zum Ziel zu zeigen...

Und diese Wegweiser finden wir im Evangelium en masse. Lest selber nach, das Neue Testament ist voll davon.
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Beitragvon dasCHRIStkind » 01.03.2006, 07:15

Hallo Beobachter,

stimmt! Ich war nicht dabei! Ich las hier lediglich die Threads und die Komentare der Jugendlichen und wundere mich noch immer...

Servus
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Re: Jedes Jahr das gleiche...

Beitragvon old_juekra » 01.03.2006, 09:11

Hallo Beobachter...

Inhaltlich war der Gottesdienst am Vormittag für mich etwas besonderes. Apostel Otten hat es geschafft, die Jugend für die Ernsthaftigkeit, mit der man seinen Glauben leben soll zu sensibilisieren und hatte dabei gleich manchen Lacher auf seiner Seite. Würdet Ihr den O-Ton der Predigt hören können, würdet Ihr die durchweg positiven Kommentare der Jugendlichen auf den entsprechenden Internet- Seiten nachvollziehen können.


mich würde mal interessieren, was zu den Punkten 3 und 5 gesagt wurde... Wie wird man "begeistert"? Wie übernimmt man die Verantwortung?

Gruß,
Jürgen.
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Beitragvon Beobachter » 01.03.2006, 09:21

Hallo Juekra,

ich werde mich mal umhören, ob es einen Bericht zum GD gibt, den ich dann gerne zur Verfügung stellen werde.

Melde mich dann wieder...
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Re: Jedes Jahr das gleiche...

Beitragvon Jeremia1975 » 01.03.2006, 09:50

Beobachter
hat geschrieben:
Für das wahre Schätzen und Begreifen der "frohen Botschaft" ist halt manchesmal eine gewisse "Ausrichtung" notwendig.

Auch ein Läufer kann über einen Erfolg nur jubeln, wenn er den installierten Wegweisern vertraut, die nicht dafür da sind, diesen zu gängeln, sondern ihm den sichersten Weg zum Ziel zu zeigen...

Und diese Wegweiser finden wir im Evangelium en masse. Lest selber nach, das Neue Testament ist voll davon.


Lieber Beobachter,
man kann über die Idee, ausgerechnet am Rosenmontag in einer Karnevalshochburg Gottesdienst halten zu müssen, sicher geteilter Meinung sein. Ganz persönlich verstehe ich den Sinn nicht, ausgerechnet an DIESEM Tag einen Gottesdienst zu veranstalten und nicht z.B. am Sonntag davor. Man macht ja auch keinen GD am 1.Mai, an Pfingstmontag oder Fronleichnam. Also ist da nicht doch ein gewisser Bezug zum Rosenmontag - will heißen als "Anti-Veranstaltung"?
Nun ich selbst habe von einem befreundeten Teilnehmer positives Feedback bekommen und will das den betreffenden dann auch nicht nehmen..
Aber die oben von mir zitierten Sätze, lieber Beobachter, lassen das Märchen von der "Freiwilligkeit" und dem "Angebot" an IHRE Jugendlichen als ein völliges Trugbild erscheinen. Natürlich geben Sie in Ihrem Beitrag zu, man könne ja auch zum RoMoZug gehen - dies aber zu paaren mit Sätzen über den "bedauernden" Jugendleiter der es "akzeptiert", wenn eines seiner Schäfchen mal lieber zum Zug geht und das ganze mit ein paar pseudo-netten Drohungen über "den sichersten Weg zum Ziel" und die installierten "Wegweiser" spickt, dann finde ich das schrecklich.... Niemand wird das Ziel versäumen, weil er am Rosenmontag lieber Kammelle wirft als von seinem Jugendleiter "olle" Kammellen serviert zu bekommen... Also, wer hingehen mag, soll das tun - wer nicht, der war am Sonntag und am Mittwoch in der Kirche und das ist völlig in Ordnung...
Also, liebe Kölner, tut nicht immer so locker und tuffig, wenn ihr es in der Sache (und der hier aufgegriffene Beitrag zeugt davon) eigentlich gar nicht seid.
Beste GRüße aus Gießen
Lars
"Diese Idee des Alleinseligmachenden ist etwas, was man hinter sich lässt. Das relativiert manches und macht auch freier."
Franz Müntefering
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Beitragvon Beobachter » 01.03.2006, 09:53

Aus meiner Erinnerung:

Der Apostel hat auf die im Bericht aufgezählten Fragen immer eine besonders niedrig bewertete Antwortoption und eine mögliche optimale Antwort formuliert.

Irgendwo dazwischen sollte man sich -jeder für sich alleine - einordnen. Es wurde hier niemand gebeten sich zu outen, wenn er besonders gut oder schlecht abgeschnitten hat.
Es sollte m.E. nach verdeutlichen, dass es im Glaubensleben oft mehr Optionen gibt, als uns manchmal bewußt ist, dass man oft aus der Gewohnheit heraus nicht (mehr) wirklich ganz bei der Sache, oder "bequem" geworden ist. Die Augen für "das Wesentliche", öffnen, das Glaubensleben neu zu überdenken, so habe ich diese einleitende Standortbestimmung empfunden und was bitte soll daran so schlimm sein ?

Mich persönlich hat insbesondere das verwandte Stilmittel "begeistert". Es war zwar weiter ein Monolog, aber das Gefühl war ein anderes. Man war irgendwie aktiv in die "Predigt" involviert und folgte intensiv den Worten. Das sind Dinge, die kann man hier nicht wiedergeben, die muss man erlebt haben. Auch ein wortwörtlicher Bericht wird hier nicht die Stimmung vermitteln können, die dort zu spüren war.
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Beitragvon Bert » 01.03.2006, 10:06

Hallo,

ich war nicht in K-Ehrenfeld im JuGD anwesend. Meine Beurteilung beruht allein auf dem Bericht von TIO-Online, wobei ich davon ausgehen muss, dass er zutreffend ist.

Der Bericht macht mir klar, was von der Jugend gewollt ist. Sie soll sich die vorgestellte Checkliste zu eigen machen und ihren Glaubensstand nach Art einer Schulbenotung überprüfen und bei minderen 'Leistungsstand' zum Jugendleiter gehen. Zwecks Ausrichtung auf höhere Glaubensleistungen, versteht sich.

Diese dort berichtete Vorgehensweise halte ich für eine gottesdienstliche Veranstaltung für indiskutabel. So etwas kann man m.E. nicht machen, um eine Begegnung der Menschen mit Gott vorzusehen.

Insbesondere kritisiere ich die sich aus der Checkliste ergebende Behauptung der Apostel, die Jugend habe Verantwortung für die Vollendung des Werkes Gottes zu übernehmen. Wie sollen denn die Jugendlichen dieser Verantwortung gerecht werden? Will man den Jugendlichen evtl. vorwerfen, dass die erwartete Wiederkunft sich wegen ihres Verhaltens verzögert?

Nachdem erst im Januar 2006 im JuGD das Thema Opfer ausfühlich behandelt wurde, kritisiere ich an dem JuGD von Rosenmontag ausserdem die erneute Behandlung des Punktes. Als gäbe es nichts Anderes mehr zu predigen.

Es mag sein, dass es rund um die ausserordentlich ernsten Punkte der Checkliste noch genügend Anlässe zur Heiterkeit gab, dass man gelacht und sich gefreut hat. Ich will das gar nicht ausschliessen. Doch in dem Bericht, auf den ich mich stütze, kommt das nicht zum Ausdruck.

Das Jugendliche nach der Veranstaltung gewisse Begeisterung äusserten, kann m.E. nur andere Gründe haben als der Vortrag der m.E. völlig deplazierten Checkliste.

Gerade jener Unsinn war es, der in ähnlicher Weise vor Jahren gebracht wurde und mein Kind im jugendlichen Alter veranlasste, mir im vertraulichen Gespräch mitzuteilen, wie schrecklich er solche Äusserungen empfand. Damals sagte er mir, ich mag bei solchen Ausführungen nicht mehr hinhören.

Ich denke, dass auch heute Jugendliche, wenn auch nicht alle, ähnlich denken und solche unsinnigen Aufforderungen, ihren Glaubensstand nach schulischem Vorbild zu prüfen und zu benoten, nicht ernst nehmen, schnell darüber hinweghören und statt dessen sich auf die angenehmeren Seiten des Events zu konzentrieren.

Soweit hier Amtsträger evtl. sogar stolz darauf sind, dass die Apostel Checklisten zwecks Überprüfung glaubensmässiger Verhaltensweisen anbieten und dazu auffordern, sich bei Minderpunktzahlen den Amtsträgern anzuvertrauen, verstehe ich dieses Verhalten überhaupt nicht.

Ob diese AT sich selbst ordnungsgemäss einschätzen und bei nicht erreichtem Klassenziel zu ihrem Vorsteher oder Bezirksältesten, ggf. auch Apostel gehen zwecks Rücksprache? Ich bezweifle das. Das macht keiner von ihnen.

Also sollte man solchen Blödsinn auch nicht von den Jugendlichen fordern. Ich würde jede Wette eingehen, dass kein einziger Jugendlicher überhaupt die Checkliste anwendet. Wofür also solcher Rat?

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Beitragvon Bert » 01.03.2006, 10:17

Beobachter schreibt u.a.:

Es wurde hier niemand gebeten sich zu outen, wenn er besonders gut oder schlecht abgeschnitten hat.


Hallo Beobachter,

einer berichtet hier falsch. Im Tio-Online-Bericht steht nämlich, dass die Jugendlichen bei einer bestimmten (niedrigen) Gesamtpunktzahl (die einen 'schlechten' Glaubensstand erkennen lässt) zu ihrem Jugendleiter gehen sollen.

Was ist denn nun richtig?

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Beitragvon mkoch » 01.03.2006, 10:43

Ich gehe davon aus, dass die Jugendlichen dort schon freiwillig hinpilgern. Wie bei allen Gruppenveranstaltungen spielen natürlich eine Menge Faktoren bei jedem einzelnen eine unterschiedliche Rolle. Denkbar sind folgende:

- Tradition der Veranstaltung im Leben
- Gruppendynamik /-zwang
- Sehen und gesehen werden
- Keine Lust auf Karneval
- aktive Beteiligung

Wie Bert sehe ich das sehr kritisch, dass keine Predigt bei uns ohne nagativ-Botschaften, rethorische Fragen usw. auskommt. Spätenstens nach fünf aufeinanderfolgenden Gottesdienstbesuchen in deinem Leben stumpfst du aber ab. Du nimmst das gar nicht mehr so wahr. Ich hatte in letzter Zeit mal wieder einen Gast migenommen in den GD, dem dann die Predigt einfach schlicht zu abstrakt war. Es wird mit Schlagwörtern gearbeitet, die nur Sinn machen, wenn man dreissig Jahre NAK-Sozialisation auf dem Buckel hat.

So, wie die UF niemand kauft wegen dem Gottesdienstbericht, wie man sonntags oder am Jugendtag nicht wegen der Predigt da hingeht, so werden auch bei dieser Veranstaltung die wenigsten wegen der Predigt da gewesen sein.

Vielmehr spielt da das "wir sind wir" und die ganzen anderen sozialen Faktoren eine viel größere Rolle; und das ist gut so. Wir leben in einer Zeit, in der Traditionen, also "Ruhepunkte" im Leben, immer weniger und daher immer wichtiger werden.

Wenn man sich die Veranstaltung so ankuckt und sie seit ihrem Bestehen analysieren würde, käme bestimmt zu tage, dass sie sich immer weiter säkularisiert hat. In ein paar Jahren ist der ursprüngliche Sinn als Gegenveranstaltung zu Karneval völlig verloren gegangen und wir haben eine neuapostolische Prunksitzung mit Wahl des schönsten NAK-Mariechen ;-)
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