Entschl.gottesdienste / Kinder

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Entschl.gottesdienste / Kinder

Beitragvon Anne » 26.02.2005, 16:17

Entschlafenengottesdienste mit Kindern

Liebe Fories,

in unserem Bezirk ist es üblich, dass die Kinder einer Gemeinde während eines Entschlafenengottesdienstes mit in der Gemeinde sind. Die Unterrichte fallen an diesen Tagen aus. Wenn ich nach dem Sinn und Zweck frage, bekomme ich in etwa diese Antwort: "Die Kinder sollen ( wohl ) an den Gottesdiensten und ihrer besonderen Stimmung teilhaben."
Das Ganze hat auch kulturelle Hintergründe ( es wurde irgendwie "schon immer" so gemacht ) und ich gebe zu, mir darüber bis vor kurzem auch noch nicht so viele Gedanken gemacht zu haben.

Den letzten Entschlafenengottesdienst habe ich zum ersten Mal zusammen mit den Kindern unserer Gemeinde verbracht. Es war mein persönlicher Wunsch, ihn einmal zusammen mit ihnen zu verbringen, mein Vorsteher war damit einverstanden und wir beide fanden den Gedanken schön, den Kindern so auch mal einen eigenen Raum für dieses Thema bieten zu können. Dabei gingen unsere Vorstellungen nur dahin, in einer gemütlichen und vertrauten Atmosphäre zusammen zu sein und über das zu reden ( die Kinder über das reden zu lassen ), was ihnen / uns an diesem Tag wichtig war.
Nun war ich davon ausgegangen, dass die Kinder zu diesen speziellen Gottesdiensten iiirgendeinen Bezug haben würden ( zumal unter ihnen auch Religions - Kinder sind, die schon diverse Entschlafenengottesdienste miterlebt haben ). Was ich dann aber erlebt habe, hat mich einigermaßen schockiert: Ich kam gerade noch dazu, den Kindern zu erklären, warum wir an diesem Tag zusammen waren, da überschütteten sie mich und sich gegenseitig schon mit Fragen zum Thema, brachten ihre Abscheu :!: davor zum Ausdruck, kramten in Windeseile alle möglichen Schauergeschichten aus, wann wer wo und wie gestorben ( "krepiert" ) war und aus allen Erzählungen war deutlich heraus zu hören, wieviel Angst und Überforderung, aber auch unverabeitete Trauer bei den Kindern vorhanden war !

Ich glaube, ich habe irgendwann einfach "STOP" gerufen und die Kinder erstmal beruhigt. Kissen und Kerzenschein haben sie einfach aufatmen lassen und ehrlich wie sie sind, haben sie sich irgendwann Luft gemacht: "Boh - wie gut, dass wir heute nicht im Gottesdienst sein müssen!!!"

Ich denke, dass wir kaum eine Vorstellung davon haben, wie Kinder die großen Themen "Sterben, Tod, Ewigkeit" usw. auffassen und verarbeiten. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Kinder gerne darüber reden und dass sie begreifen wollen, wie alles ist. Das ist aber nicht so einfach: Es ist schon schwer, alles in Worte zu fassen und manchmal fehlen schlicht Vertrauenspersonen, die auch bereit sind, mit ihnen zu reden. Und fassen wir uns doch mal ein Herz: Können wir denn die Fragen beantworten ??

Diesen "Fragenkatalog" haben heute zwei Kinder ihren Eltern gestellt:

Was ist der Tod ?
Wie ist es, wenn wir sterben ?
Wie ist es denn im Himmel ?
Sehen wir uns dort wieder ?

Was ist, wenn du sterben musst ?
Und was ist, wenn ich sterben muss ?

Haben wir schon einmal gelebt ?
Waren wir schon einmal im Himmel, bevor wir geboren wurden ?

Stimmt es, dass man ein ganz helles Licht sieht, wenn man stirbt ?
Stimmt es, dass manchmal Tote wieder zurück kommen ?


Die letzte Frage lässt sich leider noch ergänzen, denn gerade in Entschlafenengottesdiensten hören die Kinder viel, was für sie unerklärlich und manchmal geradezu bedrohlich ist:

Wieso geht es denn manchen Menschen im Himmel so schlecht ?
Und was wird mit mir ?

Ich habe Angst, dass plötzlich ein Verstorbener vor mir steht ( diese Aussage habe ich auch schon von vielen Erwachsenen gehört ) !


Wenn man sich mit diesem Thema einmal beschäftigt, muss einem die Verantwortung bewusst werden, die damit verbunden ist. Und ich behaupte: Wir werden ihr nicht gerecht. :(
Es wäre ja schön, wenn die Kinder durch neuapostolisches Leben ihre Angst im Umgang mit dem Tod verlören. Es wäre schön, wenn das Miterleben schwerer Krankheiten ( z.B. bei den Großeltern ), Beerdigungen, oder eine Zeit der Trauer für sie eine so tröstende, aufbauende Begleitung hätte, dass sie davon nicht dauerhaft belastet sind. Es wäre schön, wenn sie sich trotz solcher Katastrophen, wie gerade in Asien geschehen ( die eine breite Öffentlichkeit bewegen ), ganz sicher fühlen könnten. Wir können aber nicht behaupten, dass das so gegeben ist !

Ich denke - und es ist mir wichtig, diesen Gedanken hier zu lassen - so lange wir nicht durch entsprechende Ausbildung wissen, wie Kinder diese großen Themen verarbeiten und wie man darauf kindgerecht antworten kann, sollten wir sie nur mit äusserster Vorsicht berühren und unsere Kinder vor Eindrücken schützen, die sie nur schwer verarbeiten können !

Und ein letzter Gedanke: Manche Kinder wirken unempfindlicher als Andere, machen nicht den Eindruck, von diesen Themen besonders belastet oder beeindruckt zu sein. Aber auch hier wäre ich vorsichtig, das als "gegeben" hinzunehmen.

Vielleicht sollten wir als Erwachsene damit beginnen, uns selbst zu fragen, wie wir denn mit all´ dem umgehen ...

Einen Gruß zum Wochenende !

Anne
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Beitragvon a cappella » 26.02.2005, 16:47

Liebe Anne,

ein wirklich ernstes Thema.

Vielleicht ganz spontan einige Gedanken:

1) Meine Frau weiß von einem weit in ihre Kindheit zurückreichenden Interesse an diesem ganzen Themenkreis zu berichten.
Die Antworten ihrer Eltern, vor allem ihrer die Hauptlast der Erziehung tragenden Mutter auf ihre Fragen ging meist in die Richtung:
"Ach, das ist für Dich noch kein Thema, Du bist noch zu klein."
Sicher besteht ein Interesse seitens der Kinder. Aber es muss natürlich, da gebe ich Dir völlig recht, "fachmännisch/-fraulich" vermittelt werden.

2) Das mit der Angst vor dem Fremden ist natürlich die Gretchenfrage schlechthin. Wenn ich an Bedenkenträgers Auslassungen :wink: zum Thema "Standort Gottes" denke, muss man sich wohl die Frage stellen, inwieweit unsere Vorstellungen zum Thema ohnehin "zu kurz gesprungen" sind. Ich persönlich hatte dahingehende Erlebnisse noch nie, vielleicht auch deshalb, weil mein Vater schon immer offen von seinen zahlreichen dahigehenden Erlebnissen sprach.

Soweit für jetzt und liebe Grüße
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Beitragvon Bert » 26.02.2005, 17:01

Liebe Anne,

ich kann Deinen Bericht inhaltlich nachvollziehen.

Ich persönlich habe in meinem nun schon über 60 Jahre währenden neuap. Leben nie einen Bezug zu dem herstellen können, was in der NAK an Entschlafenen-GD 'abgeht'. Darunter litt ich insbesondere in der Zeit, als ich Priester war. Gott sei Dank, brauchte ich in all der Zeit nur 2mal hinter dem Altar stehen.

Heute habe ich an alle Dienstleiter von morgen und vom nächsten Sonntag die herzliche Bitte, lasst bitte alles weg, was an Spiritismus und Okkultismus im GD-Ablauf erinnert. Denkt bitte daran, liebe DL, dass auch Menschen unter den GD-Besuchern sind, denen jede Übertreibung der oftmals durch unglaubliche Phantasien angereicherten Verjenseitigung des Glaubens einfach zuwider ist.

Hoffentlich lesen hier DL.

LG
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Beitragvon tergram » 26.02.2005, 17:12

Liebe Anne,
Sie sprechen mir aus der Seele. Danke, dass Sie sich dieses Themas annehmen!

Ich habe als Kind in der NAK der 50-er und 60-er Jahre schauerliche Erlebnisse und Eindrücke mitbekommen und viele Jahre gebraucht, bis ich sie verarbeiten konnte.

In den damaligen Entschlafenen-GD wurden noch Erlebnisse und Träume von Geschwistern vorgelesen, die natürlich stets mit angeblichen (sorry, bin im Lauf der Jahre mißtrauisch geworden) Begegnungen mit Heimgegangenen zu tun hatten. Ich habe mich als Kind nicht nur gegruselt (was für Kinder ja meist recht angenehm ist), sondern schrecklich gefürchtet. Ausserdem schluchzte die ganze Gemeinde bitterlich und ich fand alles nur entsetzlich. Später bin ich zu "Halsschmerzen" o.ä. übergegangen, um mir diese Veranstaltungen zu ersparen. Ich hatte auch ständig Angst, ein Verstorbener könnte mir begegnen...

Ich glaube, (auch) zu diesem Thema im Zusammenhang mit Kindern hat die NAK noch einen weiten Weg vor sich. In den Unterlagen für den Religionsunterricht habe ich auch kindgerechte Hilfen zum Thema vermisst.

Wie immer: Ehrlichkeit hilft! Wir können Kindern erklären, dass wir dazu nicht wirklich etwas wissen, sondern "nur" glauben. Hier sind auch die Eltern stark gefordert, wobei mir aktuell keine Unterstützung für ihre Gespräche mit den Kindern einfällt.

Warten wir, was die anderen Fories einzubringen haben - sicher wertvolle Gedanken.

Liebe Grüße
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Beitragvon Anne » 26.02.2005, 18:14

Vielen Dank für eure Antworten :) !

Wer suchet, der findet:

Bild

Es gibt viel Literatur zum Thema, entscheidend ist das Bewusstsein, dass mit jedem Entschlafenengottesdienst dieser ungeheuer weite, große, unfassbare Bereich in den Kindern berührt wird :!:

Liebe tergram,

Ihr Beitrag spricht Bände. Und wenn ich in meinem Umfeld nachfrage, wie diese Gottesdienste denn als Kind so empfunden wurden, kommen ähnliche Antworten:

"Furchtbar, dass die Meisten den halben Gd geheult haben !"
"Unheimlich ...!" usw.

Lieber shalom,

es ist und bleibt mein Lieblingszitat. Und trotzdem tun sich vor mir so viele ????? auf, wenn ich an die nächste Woche denke. :?

So viel erstmal, bis später !

Anne
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Beitragvon tergram » 26.02.2005, 18:40

Liebe Anne, vielen Dank, das Buch ist ein guter Tipp.
Die notwendige Sensibilität im Umgang mit den ganz jungen Seelen auch und besonders bei diesem Thema wünsche ich mir/uns von allen Seelsorgern!
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Beitragvon Anne » 26.02.2005, 21:17

Guten Abend, Ulrich !

Zur Vereinfachung hier der Link auf das von dir genannte Thema:

http://www.glaubenskultur.de/phpbb/view ... sc&start=0

Das erspart tatsächlich Wiederholungen. Du schriebst:

Weil jeder ernstzunehmende Pädagoge würde diese für die Kinderseelen als "Horroszenarien" bezeichnen.
Kindsmißbrauch in vollendeter Form !


Ulrich, ich weiß nicht, wie Pädagogen die Thematik beurteilen würden. Und ich weiß auch nicht, ob sie 1. dafür da sind und 2. in der Lage sind, einen Missbrauch zu definieren und darüber klar zu urteilen. Aber eins ist mir klar: Gerade bei diesem Thema ist eine scharfe Differenzierung notwendig und ich denke nicht, dass du und ich in der Lage sind, diese im notwendigen Umfang zu leisten.

Natürlich kannst du und kann jeder Andere davon berichten, was er erlitten hat und welche Schuld er der Kirche daran gibt. An dieser Stelle der Diskussion allerdings gleich nach der Gesetzgebung und der Justiz zu rufen, halte ich für übertrieben. Und Ulrich - der Vowurf des Missbrauchs ist einer der schwersten, die man vorbringen kann.

Denk darüber nach und *schalom* :wink:

Anne
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Beitragvon Anne » 27.02.2005, 13:34

Lieber Ulrich,

ich habe deine Beiträge gelesen und verstehe die Zusammenhänge, die du beschreibst. Im Moment habe ich keine Zeit, um darauf näher einzugehen, werde das aber später gerne nachholen.

Bis dahin einen herzlichen Gruß !

Anne
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Beitragvon Anne » 27.02.2005, 20:06

Lieber Ulrich,

wie versprochen hier nun eine ausführlichere Antwort. Du schriebst:

Seit Jahren versuche ich aber mit den Verantwortlichen der NAK-Herren , - mit Gesprächen, Briefen, offenen Briefen etc. einen Konsenz zu finden, - aber wie wurde in einem Nachbarthread geschrieben .... lassen wir Sie/Ihn ins leere laufen.
So verhält sich die NAK-KL nun seit Jahren mir gegenüber, trotz Lösungsvorschlägen und Gesprächsbereitschaft meinerseits.


Zunächst einmal verstehe ich den "Frust", der daraus entsteht. Es haben hier schon einige von ähnlichen Erfahrungen berichtet.
In deinem späteren Beitrag benennst du die Gründe, die naturgemäß zu einer Betriebsblindheit o.ä. führen:

Welcher Mensch ist dazu bereit und fähig, seine über Generationen gelebte Glaubensstruktur plötzlich in Frage zu stellen! usw.


Das ist m.E. fast schon die Kernfrage / das Kernproblem aller Gespräche in und über diese Kirche.

Nun fragst du:

Sollten/müssen wir diese Erfahrungen nicht weitergeben :?:
Ich denke das wir Menschen aus Erfahrungen lernen sollten :!:


Ja, das sehe ich genau so. Und weiter:

Deshalb denke Ich, das hier dringen Anregungen und Hilfen von außen notwendig sind, um die teils in dieser Ethnie praktizierten, menschenverachtenden Dogmen zu durchbrechen.


Anregungen von außen finde ich ebenso wichtig. Kommst du / kommen wir von außen ?

Nun sprichst du in Bezug auf "Kinder im Entschlafenengottesdienst" von menschenverachtenden Dogmen und Missbrauch.
Ulrich, ich kann die Wirkung, die diese Gottesdienste auf Kinder haben bzw. früher hatten, ( noch ) nicht wirklich beurteilen. Ich habe lediglich einen Eindruck gewonnen, habe Gefahren erkannt und auf diese hier deutlich und zu einem frühen Zeitpunkt hingewiesen. Auch in meinem kirchlichen Umfeld mache ich das alles zum Thema. Meine Eindrücke reichen jedoch nicht so weit, dass ich hier von einem "menschenverachtenden Dogma" oder von einem "Missbrauch" reden würde.

Lieber Ulrich, ich bin schon eine ganze Weile in diesem Forum aktiv und habe vieles - sehr vieles - gelesen und erfahren. Ich weiß von der "verdammten inneren Not und Machtlosigkeit" im Umgang mit dieser Kirche und ich habe auch verstanden, was du in deinem oben zitierten Beitrag ausgedrückt hast: Der Ekel, die Überforderung ... das alles ist schlimm genug und es tut mir für jeden Leid, der es so erlebt hat :!:

Aber gerade weil diese ganze Thematik hochemotional ist, ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, sie möglichst klar zu betrachten. Ulrich, es ist gerade ein pädagogisches Grundwissen, es sind gerade die Kenntnisse über Missbrauch, die das für mich unerlässlich machen !

Mein Fazit: Wir brauchen Fachkenntnisse und Fachleute für diese Thematik ! Sie können die Grundlagen für hilfreiche Gespräche ( erst ) legen.

Abschließend das:

Ich erlaube mir aber als Laie, hier meine persönlichen, in Gesprächen angetragenen Erlebnisse und Erfahrungen hier offen niederzuschreiben.


Mach das. :wink:

Einen lieben Gruß zum Abend und gute Wünsche für dich !

Anne
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Beitragvon Anne » 28.02.2005, 10:51

Lieber Ulrich,

ich gebe dir Recht, dass man sehr nah am Menschen sein muss, wenn man sein - bzw. ein kollektives Problem erfassen möchte. Und ich bin auch der Meinung, dass genau das oft nicht gegeben ist. Für unser Thema hier sind authentische Erlebnisberichte sicher ganz entscheidend. Wir sind hier aber nicht wirklich nah am Menschen, insofern kann ein Forum lediglich einen Einblick gewähren ...
Und davon allein hat sich noch nichts verändert.

Wenn selbst die NAKI nur vorläufige und lückenhafte Stellungnahmen zum Entschlafenenwesen der NAK und ihrem Verständnis von der Ewigkeit gibt / geben kann, wird doch deutlich, auf welchem Boden wir uns hier bewegen. Das ganze Thema ist ein "heißes Eisen", würde ich sagen.
Genau deshalb brauchen wir einen neutralen Boden, auf dem Erlebnissberichte ihren Platz haben, aber auch Fachleute zu Wort kommen, die uns etwas über kindliche Wahrnehmung(sgrenzen) etc. berichten.

Ich würde gerne wissen, ob die Kinder eigentlich bundesweit in die Entschlafenengottesdienste integriert werden und ob jemand den Grund dafür benennen kann !? Und ich denke, dass in diesem Fall wirklich die Kirchenleitung das Signal dafür geben müsste, wenn das anders gehandhabt werden soll !

Herzliche Grüße von

Anne
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... zynisch ... ich kann auch da nicht anders ...

Beitragvon Protestant » 28.02.2005, 19:58

Liebe Anne,

wie es mal so Deine Art zu sein scheint :lol: hast Du mit diesem Thema und Deinem Eingangs-Statement einen Riesenkomplex angetastet und schlicht, in Deiner natürlichen Art, mehrere Problemkreise auf einen Schlag blosgelegt.

Du hast da ein ganz heißes Eisen angegriffen!!!

Nicht, dass das nicht richtig wäre. Nein, im Gegenteil; es ist sehr, sehr gut dass Du diesen Themenkreis ansprichst und es ist noch besser, wie Du dies ansprichst.

Es ist aber halt leider so, wie es meistens mit allem anderen in "unserer NAK" ist: ist die Problemstellung so komplexer Natur, wie hier, will keiner der "höheren Menschen" da dran gehen. "Vertretbare Lösungen" können einzig und allein zeitnah auf der Gemeindeebene gefunden werden, wenn verantwortungsbewußte Verantwortliche Dich (oder die jeweiligen Betroffenen) unterstützen, weil sie "Dir" mehr vertrauen, als dem zähen, politisch handelnden Amtskirchenapparat. Shalom hat's so schön in seinem Deutsch geschrieben. Er hat diese "Veranstaltung" als seinen Kindern gegenüber "Verantwortlicher" auf den "Index" gesetzt; basta. Damit hat er die Reißleine gezogen und sich nicht auf irgendeine "halbseidene" Lösung vielleicht ab dem Jahr 2010 verlassen.

Warum ist diese Problematik so komplex?

Wie wir ja alle in der na-amtlichen Verlautbarung ( :lol: ) für die neue "Jenseits-Broschüre" lesen können, hat die Echatologie oder "na" "das "Entschlafenenwesen" (schrecklich! ... hört sich an wie "Postwesen", ... und ist somit auch etwas "amtliches" :lol: ) traditionell einen sehr hohen Stellenwert in der NAK. Und da haben wir's schon. Gepaart mit der "Wirksamkeit des Heiligen Geistes", der "besonderen Kraft aus dem Apostelamt" und dem "NAK-Identitiäts-Furien-Tanz" der momentan offenbar sehr zielgerichtet vorbereitet wird, ist diese oberheilige Tradition ein Bollwerk, dass durch nichts durchdringbar scheint. Würzt man dieses unheilige Gericht noch sehr subtil mit einer Prise "Exklusivität" und nur einem Hauch "Heil ausschließlich aus dem und im Apostolat", dann ist das Ganze haltbar bis "in Ewigkeit"( :cry: :lol: :cry: ).

Jetzt kommst Du daher und sagst, dass die Kinder en gros durch diese "allerheiligen Momente neuapostolischer Mega-Exklusivität" traumatisiert werden (und da dies ja viele schon als Kinder "waren" und nicht "therapiert" wurden, sind sie's natürlich jetzt als Erwachsene auch noch ... :?: ...).

Liebe Anne, Du weißt, ich nehme jeden Kampf auf :lol: ... und an Deiner Seite erst recht :lol: :lol: ..., aber das ist starker, starker Tobak. Für "unsere KL" gilt dann ab sofort, dass dieser Rauch die na-amtliche KL-gesundheit und wahrscheinlich die gesamte NAKI-Gesundheit gefährdet.

Ich höre in den letzten Monaten immer und überall bei offiziellen Statements, in Predigten und bei diversen Interviews wesentlicher Köpfe unserer KL sehr klar heraus, dass "wir" die einzige christliche Kirche seien, die die Wiederkunft Christi ins Zentrum ihrer Lehre stelle und das unser "Entschlafenenwesen" einzigartig in der Christenheit sei und dies natürlich eine Identität und Profil darstellt, das wir schärfen müßten; das dürfe nicht aufgegeben werden.

So, und wenn es nun nicht aufgegeben werden darf, dann muß es doch auch den Kindern beigebracht werden, wie sollten sie sonst in "diesen schönen Glauben hineinwachsen" ... ? Und wenn die Kinder sich dann vor solchem tiefen Erleben fürchten, dann stehen die Eltern nicht in der rechten Verbindung; da stimmt das Gebetsleben nicht; da hat das "Werk Gottes" nicht mehr den 1. Platz im Herzen; ... da ... ... soll ich noch weitermachen ...? ... ich kann das noch schier endlos weiterführen, ... leider!

Dieses ganze Geseiere hörst Du in der Regel nicht in "tutti" von einem "Vorangänger" (außer er wäre stockdumm). Dies wird ein Sammelsurium sein der so dahingeworfenen Äußerungen von vielen "Verantwortungsträgern" und Dir wird der Kopf brummen und Du wirst nicht mehr wissen, wer Dir jetzt eigentlich was gesagt hat. Das System eben ... :cry: , ... leider!

Nee, liebe Anne, ich bin mir sicher, hier kannst Du nur "im Kleinen" wirken. Mit Deinem Vorsteher (wenn Du "Glück" hast) kannst Du an Lösungen stricken. Alles andere ist nicht in 1000 Tagen erreichbar, vielleicht noch nicht einmal in 1000 Monaten ... leider ...!

Da erreichen wir eher noch die Mitgliedschaft der NAK in der ACK ... :) ...

Ich drück Dir (und allen, die "in ähnlichen Schuhen stecken") ganz fest meine beiden Daumen und drehe mit viel Schwung meine "Gebetsmühle" (und lasse verstohlen noch ein paar Flüche los in Richtung KL ... man muß ja schließlich alles versucht haben ... :lol: :lol: :lol: ...!) das Du hier zu Lösungen kommst, ansonsten ... shalom :wink: grüßt ... .


Dein
Protestant

P.S.: Das Thema ist eigentlich zu ernst und auch zu traurig, als dass man hier zynisch, oder sarkastisch schreiben sollte. Ich kann mir aber im Moment in solchen Fällen leider nicht auf eine andere Weise "helfen". Vielleicht wird's mal wieder anders ...!?!
P.
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Beitragvon Anne » 28.02.2005, 20:41

Mein lieber Protestant,

zunächst mein herzallerliebstes Dankeschön für deinen Beitrag ! Und als nächstes das: In unserer Gemeinde handeln wir bereits. Mehr dazu später.

Und dann noch das: Ja, lieber Protestant, ich ahne, welche Bedeutung dieses ganze Thema hat und werde es deshalb hier auch nicht lange fortsetzen, sondern auf anderen Wegen weiter verfolgen. Aber ich bin keine Märtyrerin, Protestant. :lol: Wenn ich nicht erleben - und auch davon ausgehen könnte, dass die Verantwortlichen in unserem Bezirk trotz der "Heiligkeit" dieses Themas ihren klaren Menschenverstand benutzen und auf das Wohl der Kinder achten, würde ich - vor allem hier - wohl so nicht schreiben. Ich gehe aber davon aus, weil ich z.B. in bezirksweiten Versammlungen für Lehrkräfte diese Erfahrung gemacht habe. Mir ist zum Beispiel die äußerst behutsame, gleichzeitig aber sehr deutliche Ansprache unseres Apostels zum Thema "sexueller Missbrauch" noch im Ohr und auch die Stille, die danach im Raum / in der vollbesetzten Kirche lag ...
Ich habe mich hinterher immer gefragt: Wie hat er es geschafft, das SO zu sagen, habe es bewundert, wenn ich das mal so sagen darf.

Außerdem ist es so, dass ich die Bewegung, die Entschlafenendienste ausgelöst haben, einige Male sehr nah miterlebt habe. Ich kenne also die große Bedeutung, die sie für Viele haben und würde mich hüten, auf diesen Gefühlen herum zu treten. Wer mich kennt, wird mein Anliegen ( hoffentlich ) richtig einzuschätzen wissen. :)

Im Grunde habe ich jetzt schon genug geschrieben, denn mir ging es zunächst erstmal nur darum, Eindrücke weiter zu geben. Alles Weitere zu seiner Zeit :wink: ,

liebe Grüße !

Deine Anne
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Beitragvon Protestant » 28.02.2005, 22:31

Meine liebe Anne,

... wußte ich's doch ... :lol: , dass "ihr" da schon weiter seid :lol: ... !

Ich bin mir allerdings sicher, dass dies im weiten "Neuapostolen-Land" nicht so ist !!!

Ihr seid "uns anderen" halt immer mehrere "Krüger-Nasen" voraus :lol: !!!

Trotz der Brisanz, ist es gut, dass Du dieses Thema hier so angesprochen hast. Ich betone dies nochmals ausdrücklich!

Natürlich hat das "Entschlafenenwesen" nicht nur na-amtlichen ( :lol: ) Charakter. Viele Menschen haben in diesen Gottesdiensten und um diese herum ganz tiefe persönliche Erfahrungen haben können, die man nicht einfach so "wegwischen" darf. Aber dies hat nichts mit "der" Lehre oder "einer" Lehre zu tun, sondern es sind eben ganz persönliche Gott- und Glaubenserfahrungen, die zu keiner allgemeingültigen Wahrheit führen. Auch wenn man in dieser neuen Broschüre auf die Schilderung solcher Erlebnisse verzichten wird, hat sich dieses "Entschlafenenwesen" (mein Gott, was für ein Begriff ...) genau daraus entwickelt und hat mit der Zeit eine Dimension erreicht, die längst die Basis "Jesus Christus" verlassen hat. Weitere Mystifizierungen hatten, oder haben zwischenzeitlich daraus einen ziemlich runden Aberglauben werden lassen.

Dass Kinder damit in große Seelennöte hineingestürzt werden müssen, ist eigentlich selbstredend, wenn diese Kinder natürlich und realitätsnah erzogen werden.

Gegen diese Fehlentwicklung muß Entscheidendes unternommen werden. Wie schon geschildert, ist dies aber sauschwer, insbesondere da Kinder auch in der NAK eigentlich nicht wirklich eine Lobby haben.

Was das Entscheidende ist, welches man unternehmen muß, ganz besonders unter dem Aspekt, dass wirklich etwas verändert wird, kann ich nicht sagen, da dies, wie immer, hauptsächlich davon abhängen wird, welche verantwortliche Personen die "Räder drehen"; ... in allen Etagen!

Ich brenne darauf, von Dir Neues diesbezüglich zu hören!

... und meine Rüstung habe ich mir auch schon bereit gelegt :lol: :lol: :lol: ("auf, meine Gebieterin, in den Kampf, Dein Knappe folgt ..." :lol: )


Es grüßt Dich ganz lieb Dein
Protestant

P.S.: Deine Aussage, vielleicht im Moment nicht mehr dazu schreiben zu wollen, finde ich bemerkenswert ... und richtig!!!
P.
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Beitragvon Anne » 01.03.2005, 11:36

Lieber Protestant und alle,

nachdem ich aufgehört habe, zu lachen, antworte ich dir einfach so:

Bild

Titel des Bildes: "Warum lieber Tod ?"

Anne :)
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