Jugendarbeit 2. Teil

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Unkenntnis / Aufrechterhaltung der Sonderlehre

Beitragvon agape » 09.09.2004, 08:12

Unkenntnis / Aufrechterhaltung von "Sonderlehren"

Der Hintergrund zu dieser Anfrage ist die Befürchtung, dass immer mehr, immer weniger wissen.
Aus dem jetzigen Kinder- und Jugendkreis soll sich dann die nächste Generation zukünftig "bepredigen" lassen :!:

Solide Grundlagen braucht man allerdings, um überhaupt religiöse und theol. Aussagen zu machen.

Wie oft habe ich "neuapostolische Meinung" mit
vermeintlichen Bibelworten dargereicht bekommen.
Diese Worte gibt es zum Teil in der Bibel gar nicht.
Quasi eine "interne Überlieferung", die man zum festen Bestandteil der christlichen Lehre erhob.

Das ist "mein Thema" dabei.
Die nächste Generation muss jetzt besser vorbereitet werden. Die "Sprecher" und die "Zuhörer".
Wenn das jetzt versäumt wird, geht auch dieser Schuss nach hinten los.

Ihr wisst, was ich meine.

Liebe Grüße,
agape
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon sepia » 09.09.2004, 08:13

Ahnung habe ich auch nicht, aber einige Ahnungen:

Habt ihr euch einmal das Leben von berufstätigen Eltern mit Sonntagschulkindern angeschaut?

Informations- und Bildungsflut bis in den Nachmittag hinein, dann Hausaufgaben und und ein wenig freie Zeit. Beim Abendessen kommen viele erst einmal dazu, den Tag zu verarbeiten und wichtige innerfamiliäre Dinge zu besprechen. Dabei entwickeln sich dann hin und wieder eben auch Glaubensgespräche.

Liebe Agape,
sollten Eltern dann Ämterhierarchien und Amtsträgernamen abfragen oder habe ich das falsch verstanden?

Mir persönlich wäre wichtiger, sie brächten ihnen bei, wie man das Gebot, den Nächsten wirklich wie sich selbst zu lieben, im Alltag umsetzt, daraus könnte sich dann Weiteres entwickeln.

Erfahrungsgemäß merken Kinder sich bei Menschen, die ihnen etwas bedeuten, die ihnen Vorbild sind, bei denen sie sich an- und ernstgenommen fühlen,..... auch bald die Namen.

Trotzdem ein Vorschlag:
Können sich die Lehrkräfte unserer Kinderunterrichte nicht vor der Vermittlung eines Themas mit den Eltern zusammensetzen, ihnen erläutern, was gelehrt werden soll und sie um ein wenig häusliche Reflexion und Begleitung bitten? Vielleicht nur ein 15-Minutengespräch nach einem Sonntagsgottesdienst, bei einem Kaffee...


:) Sepia.
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Beitragvon agape » 09.09.2004, 08:18

"sollten Eltern dann Ämterhierarchien und Amtsträgernamen abfragen oder habe ich das falsch verstanden? "

Ja, pardon, liebe Sepia,

ich meine es gerade anders herum:

Anstatt das man den Religiosunterricht dafür nutzt, um wirklich mit den Schülern, die meistens auch leicht zu interessieren sind, in die "Tiefe" zu gehen, werden nur zum x-ten Male von wenig motivierten Lehrern die Ämterhierarchie der NAK durchgezogen.
Das ist den Schülern mittlerweile selbst zu dumm.

Gerade in diesem Alter haben die Kinder andere Fragen und stellen sich und anderen ganz "tiefe Fragen", dass mancher sich wundert!

Diese Zeit sollte man nicht verpassen.
Das meine ich, liebe Sepia,

agape
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Beitragvon Randnotiz » 09.09.2004, 08:21

@ Agape,

das ist häufig der Knackpunkt - die fachliche Qualifikation und die Motivation der LehrerInnen.

Wie soll ein altes vertrocknetes Toastbrot einem Kind beibringen, ein frisches, duftendes Brötchen zu sein?

Da vergeht selbst Sepia die Lust auf den Kaffee...
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Beitragvon sepia » 09.09.2004, 08:31

Liebe Agape,

verzeih :oops: , dann wollen wir ja beide das Gleiche. :D

@ Randnotiz:

Bei uns gibt es sehr motivierte Lehrer/innen... und da steckt eine Menge Arbeit hinter. Kinder sind kritisch.

Woran erkennst du die "Vertrocknung"? Warst du einmal in den Unterrichten? Oder hast du da andere Kriterien??? :twisted:

Wenn du schon dabei bist, sieh dir einmal die Lehrwerke an... *seufz*

Anschließend können wir dann einen Kaffee trinken.

:wink: Sepia.
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Beitragvon Randnotiz » 09.09.2004, 09:20

@ Sepia:

Ich will ja nicht alles über einen Kamm wickeln.
Und nicht in jeder Gemeinde weht der Hase in die gleiche Richtung. Ich meine das auch eher allgemein, und nicht als globale, spezifische Schwarzmalerei.

Die Vertrocknung sitzt bereits in der Stimme.
Freudloses herunterbeten von Katechismen und das monotone Abfragen von Leeraussagen / Hausarbeiten hat den Charme einer Kiste Torf.
Und da kann ich nur sagen: Man sollte die Kirche nicht im Torf lassen!

P.S.: Kaffeetrinken? Hast du nichts zu bügeln? :mrgreen:
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Beitragvon Cemper » 09.09.2004, 09:24

An die ERWACHSENEN

Auch Erwachsene wissen oft keine Antworten.
Ich bin ein Beispiel. Weiß ich, wer oder was Gott ist?
Weiß Herr PD Dr. Kiefer, wer Jesus Christus ist?

Da schaut man doch gern auf die Kinder.
Sie beantworten die Frage "Wer oder was ist Gott?" so:

GOTT IST DAS BESTE, WAS ES AUF DIESEM GEBIET GIBT.

Also: So ihr nicht werdet wie .. Sie wissen schon.

Schöne Grüße von unterwegs ... hab nur mal reingeschaut ...

C.
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Beitragvon ich bin's » 09.09.2004, 09:32

Cemper
hat geschrieben:
An die ERWACHSENEN

C.


:?: Wer ist wann erwachsen ? :?:

liebe grüße
ich bin's ... sicher nicht immer
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Beitragvon pu » 09.09.2004, 09:47

Ich denke, sepia hat es schon geschrieben:
Schön wäre Zusammenarbeit von Eltern und Lehrkräften. Doch daran scheitert es meistens.
Das Lehrmaterial, jedenfalls für den Religionsunterricht, ist schon sehr vielseitig und reicht von der Schöpfung der Welt, über Reformation, verschiedene Weltreligionen, Gebote...
In meinen Augen machen es sich die Eltern zu leicht. Sie geben die Verantwortung in den meisten Fällen ab und wenn dann irgendwelche *Wissenslücken* da sind, dann liegt es *natürlich* am Lehrer und am Lehrmaterial. So ist es aber nicht nur im Kirchenunterricht, so ist es meiner Erfahrung nach auch im Schulleben.
In welcher Familie nimmt man sich denn noch Zeit für das gemeinsame Lesen in der Bibel? Welche Eltern nehmen sich die Zeit, um nachzufragen, welches Thema im Unterricht durchgenommen wird?
Klar könnte man die Eltern informieren und zu einem Gespräch einladen. Doch meiner Meinung nach, sollte das von den Eltern ausgehen. Sie sollten doch interessiert daran sein, was ihren Kindern vermittelt wird.
Lieben Gruß
von pu
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Beitragvon agape » 09.09.2004, 10:06

Randnotiz:
"...Abfragen von Leeraussagen / Hausarbeiten hat den Charme einer Kiste Torf." :mrgreen: schlimm.

pu:
"...sollte das von den Eltern ausgehen. Sie sollten doch interessiert daran sein, was ihren Kindern vermittelt wird. "

Müsste man denken!

Erwachsen. Wer ist erwachsen?
Cemper:
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Meinetwegen ;) :D

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Beitragvon sepia » 09.09.2004, 10:19

@ pu:

Im Idealfall sind die Eltern interessiert und die Lehrkräfte motiviert. In allen anderen Fällen wird es einmal mehr nur gehen, indem wir uns "Hände reichen". Und das sollte gelingen, wenn alles das Wohl und die Entwicklung der Kinder im Auge haben.

Es mag auch sein, dass wir "Erwachsenen" nicht wirklich hinschauen, wie die Kinder es machen. Da ließe sich bestimmt wieder auffrischen, was wir verlernt haben.

Und gefrotzelt:
"Erwachsene" ziehen sich aus Unangenehmem gern in die Bügelwäsche zurück, klingt nach Arbeit und Arbeit entschuldigt. Kinder tragen es aus. :wink:

Bin bügeln,

Sepia.
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Beitragvon Cemper » 09.09.2004, 10:43

JUGENDARBEIT ODER: WER ODER WAS IST GOTT?


... ich habe noch mal reingeschaut ... Einen Aufenthalt an einer auswärtigen Hochschule kann ich mit einem Besuch bei meiner alten Mutter verbinden. Eben haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht.

Ich: „Wie würdest du in einem Satz die Frage ‚Wer oder was ist Gott beantworten?’“
Sie: „Dazu brauche ich keinen Satz. Das kann ich mit einem Wort sagen: Allmacht.“
Und dann:
„Man fragt sich aber, warum die Welt dann so verrückt ist.
Man muss schon glauben, dass alles für einen gut ist.
Das ist manchmal gar nicht so einfach.“

Ich: „Was sollten nach deiner Meinung junge Menschen über Religion lernen?“
Sie: „Dass im Leben nicht alles so geht, wie sie’s gern hätten.“

Ich: „Was ist der Unterschied zwischen uns, wenn es um solche Fragen geht?“
Sie: „Du hast schon einen großen Überblick. Das kann man ja nicht bestreiten. Aber du findest kein Ende.
Ich glaub’, ich kann besser glauben.“

Dann kamen wir an eine Bank. „Komm, wir setzten uns mal. Ja, so ist das. Manche haben was auf der Bank und manche sitzen auf der Bank. Das kannst Du auch nicht ändern.“

- Tach, Randnotiz.

C.
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Beitragvon autor » 09.09.2004, 10:46

@sepia

Ach Martha, lass ab vom Bügeln, wähle die Weisheit!

(Pred.9,16) Da sprach ich: Weisheit ist zwar besser als Stärke, doch des Armen Weisheit wird verachtet und auf seine Worte hört man nicht.
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Beitragvon Randnotiz » 09.09.2004, 10:51

Cemper
hat geschrieben:
Ich: „Was ist der Unterschied zwischen uns, wenn es um solche Fragen geht?“
Sie: „Du hast schon einen großen Überblick. Das kann man ja nicht bestreiten. Aber du findest kein Ende.
Ich glaub’, ich kann besser glauben.“


Ein herzliches Dankeschön an die Mutter.

P.S.: Haben Sie das Schild an der Bank gesehen?
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