Lehrmaterial Religionsunterricht

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Sesemi » 14.05.2005, 15:15

Werte Diskursteilnehmer,

ich bin gerade eher zufällig auf diesem Thread gestoßen und bin außerordentlich verwirrt. Sollte hier nicht ursprünglich über Unterrichtsmaterial für Kinder diskutiert werden?

Wenn ich die Beiträge betrachte, sind diese inhaltlich meilenweit weg von dem entfernt, was Kinder in Vorpubertät und Pubertät interessiert.

Da mein eigener Religions- und Konfirmandenunterricht schon lange zurückliegt, stelle ich den heutigen Experten folgende Fragen:
    1. Welche Inhalte sollen unseren Kindern vor der Konfirmation vermittelt werden? Biblisches Wissen, historisches Wissen, Grundwissen über die NAK, vor allem die Fähigkeit, die NAK mehr oder weniger qualifiziert zu kritisieren oder… :?:

    2. Wer steht im Mittelpunkt des Unterrichts? Das Lehrwerk, die Inhalte, die Lehrkräfte oder vielleicht sogar die Kinder :?:

    3. Wie sieht es vor Ort mit Lehrkräften aus? Gibt es überhaupt Geschwister, die - wenn sie mit Kritik, wie in diesem Thread formuliert, konfrontiert werden - bereit sind, Unterricht zu übernehmen :?:


So viele Fragen - so wenige Berichte.

Grüße von der Trave

Sesemi
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Beitragvon Sebastian » 12.05.2006, 19:00

MARAN_ATHA hat geschrieben:Ach übrigens Sonntagvormittag ist wieder Training und der Trainer freut sich auf dein kommen und mitmachen.



"Wir müssen Brücken bauen, zu denen, die den falschen Weg gegangen sind und nun leiden müssen!"

Dieser Satz hat sich in mein Gehirn eingeprägt. Vielleicht kennt ihr die Geschichte des kleinen Jungen der Sonntags lieber Fussball spielen wollte, als zur Kirche zu gehen.

Ich war ca. 7 Jahre und in der Sonntagsschule. Meine Lehrerin war krank, deshalb wurden wir von einem Priester unterrichtet. An diesem Tag sollten wir lernen, welche Konsequenzen es haben kann, bewusst den Gottesdienst nichtiger zu erachten, als andere Dinge. Gleichzeitig sollten wir uns bewusst machen, was unsere Gebetsmacht für die "Ungläubigen" bewirken konnte.

Eine Geschichte wurde an uns herangetragen. Ein Junge - wenn ich mir die gemalten Bilder vor Auge führe, so muss ich heute sagen, dass dieser Junge wohl noch nicht mal religionsmündig war - spielte Sonntags lieber Fussball mit seinen Freunden, während die Eltern und Geschwister brav in die Kirche gingen. Nun überspringt die Geschichte die ganze Lebensspanne und die Familie ist plötzlich tot :roll: . Was ich damals nicht (und heute auch nicht) verstand war die Tatsache, dass auf den Bildern der Junge und seine Familie im Jenseits immer noch aussahen, wie auf Erden. Was war passiert? Hatten sie einen Autounfall? Wie dem auch sei, jedenfalls bestand zwischem dem Jungen und seiner Familie eine große Kluft. Er konnte nicht zu seinen Lieben, weil er auf Erden die Gottesdienste schwänzte... Nun aber kamen wir ins Spiel und wir sollten malen, wie wir durch unsere Gebete es schafften, dass eine Brücke entstand, über die der Junge zu seiner Familie gehen konnte.

Mir hat diese Geschichte damals sehr angst gemacht. Ich konnte den Jungen verstehen, dass er lieber Fussball spielte, als in einem "stink - langweiligen" Gottesdienst zu gehen, wo man nur still auf der Bank sitzen soll... Es war das erste Mal, dass ich sagte: Das glaube ich nicht. Wie konnte Gott so grausam sein und einen Jungen von seiner Familie trennen, wo doch alle zu ihm "lieber Gott" sagen? Ich fragte daraufhin meinen Vater. Der fand die Geschichte genauso bescheuert, wich aber der Frage, ob es stimme, dass alle die nicht in die Kirche gingen, automatisch in einen "dunklen Bereich" kommen aus.

Wird mit solchem Einschüchterungslehrmaterial immer noch unterrichtet? Bei uns schon einige Zeit nicht mehr, aber in vielen Köpfen spuckt sowas immer noch. Was habt ihr für Erfahrungen mit "Gruselstunden"? Was kann man als Lehrkraft tun, wenn man zu Zweit unterrichtet und dein Kollege Dinge von sich gibt, wo du nur denkst: das kann doch nicht wahr sein, was erzählt er/sie denn den Kindern? Ich hatte solche Begebenheiten, als ich mit dem Reliunterricht begann und mein "Kollege" bald in "Ruhestand" ging...

Gruß
S.
Sebastian
 

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