Blumenwiese

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Anne » 07.03.2005, 11:52

Liebste panta rhei,

im Moment sitze ich hier und bin sehr berührt von deinem Bericht. {{Danke}} !
Wie schön auch, dass du diesem Thema diesen Verlauf gibst ! Nochmal {{danke}} !

Du hast uns wirklich voraus, dass du - bedingt durch deine Ausbildung - diese sensiblen Empfindungen zum Thema in Handlungen umsetzen kannst. Das ist wirklich sehr bereichernd und hilfreich.
Und das waren auch noch meine Überlegungen dazu: Unsere Kinder brauchen innere Bilder, die ihnen helfen, das nahezu "Unfassbare" altersgemäß einordnen zu können, damit es für sie nicht bedrohlich wirkt. Dazu verhelfen ihnen die "Symbole", die du nennst und es kann nur weiter helfen, wenn wir verschiedene kennen lernen.

Im Allgemeinen fürchte ich, dass es hier im Forum nicht so viele Lehrkräfte gibt, die einen Unterrichts - Thread füllen könnten ... und ich mag nicht immer selbst so viel schreiben. :oops:

Aber warten wir´s mal ab, vorerst eingemummelte Grüße von deiner

Anne :):)
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

Jahreslosung 2009
Benutzeravatar
Anne
 
Beiträge: 1693
Registriert: 01.08.2002, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 07.03.2005, 12:13

Meine liebe Anne!

Und das waren auch noch meine Überlegungen dazu: Unsere Kinder brauchen innere Bilder, die ihnen helfen, das nahezu "Unfassbare" altersgemäß einordnen zu können, damit es für sie nicht bedrohlich wirkt.

Da hast Du sehr recht, genau das müssen wir versuchen.

Im Allgemeinen fürchte ich, dass es hier im Forum nicht so viele Lehrkräfte gibt, die einen Unterrichts - Thread füllen könnten .

Es müssen ja nicht nur Lehrer sein.
Jeder Impuls ist wichtig. Warten wir es ab.
Es ist ein Versuch.

... und ich mag nicht immer selbst so viel schreiben.

Ja und das lasse ich nun gar nicht gelten!!!!!
Laß mich hier nicht hängen :D
Du hast so viele Ideen. Glaub mir, es ist wichtig sie weiterzugeben.
Wir machen einen Anfang und sehen weiter!

Ach und von wegen eingemummelt... es schreibt sich auch mit Poncho :D :D :D
Deine panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon Liebesgruß » 15.03.2005, 13:05

Ihr lieben Kinder von der Blumenwiese - liebe Blumenkinder,
ich presche jetzt einfach einmal vor. Panta rhei hat vor nicht langer Zeit ihre Erfahrungen mit der Sonntagsschule zum Entschlafenengottesdienst hier kundgetan. Ich fand das großartig. Sie schrieb dann unter anderem auch, dass diese Blumenwiese eine Ideenwiese für Lehrerinnnen und Lehrer, aber auch für alle Interessierten sein könne. Eine Wiese, auf der die Blumen der Ideen für Kinder, Jugend und Erwachsene blühen könnten. Eine Wiese, von der jede und jeder sich ein paar Blumen pflücken dürfte. Eine Wiese, auf der jede und jeder wiederum auch Blumen aussäen dürfte. Und eine Wiese, die nicht zertrampelt werden dürfte. Von Forenmitlgiedern sozusagen zerschossen. Für Kritik müsse es dann einen eigenen "Blumenwiesenrefelxionsthread" geben. Sie wünschte sich eine reich und bunt blühende Wiese.

Was für eine tolle Idee. panta rei und ich habe schon darüber gesprochen und sind uns eigentlich einig, dass wir diese Wiese zum blühen bringen möchten. Für all diejenigen, die Gestaltungsideen für Kinder, Jugendstunden, Gesprächsabende, Altenheimgottesdienste und ähnliches brauchen. Für all diejenigen von uns, die bisher allein gelassen worden sind von unserer Kirche oder von Organisationen. Macht ihr mit? Wenn ja, dann bitte unter der Bedingung diese zarten Blumen auf dieser Wiese nicht zu zertreten oder darüber Witze zu machen. Bei Interesse, sagt uns einfach Bescheid. Entweder vorerst hier oder als PN an panta rei oder Liebesgruß.
Liebesgruß
 
Beiträge: 2395
Registriert: 01.08.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 15.03.2005, 14:10

Liebesgruß, ich danke Dir!
Und ein herzliches Willkommen Allen auf der wiederbelebten "Blumenwiese".
Liebesgruß schrieb über unsere Motivation, dieses besonderen Thread weiterzuführen.
Ich hatte immer das Gefühl, ein "empfindsamer Bauch" und die Tatsache, dass ich selbst Kinder habe, reichen nicht aus um Kindern "mit allen Sinnen" Gott erspüren zu lassen.
Manchmal müssen diese "Begegnungen mit Gott" auch tröstend und heilend sein. Bringen die Kinder doch "ihre Lebenswelt" mit in den Unterricht.
Dem gerecht zu werden, fühlte ich mich nicht geschult genug.
Es war nicht das WAS, es war das WIE; WIE gestalte ich den Unterricht, dass sich die Kinder ernst genommen fühlen, WIE kann ich ganzheitlich, d.h. mit Herz, Mund und Händen mit den Kindern Gott suchen, finden und feiern.
Deshalb habe ich nach Hilfen gesucht.
Es gibt viele wunderbare Bücher mit Gestaltungsideen, liturgischen Bausteinen, kindgerechten Meditationen u.s.w.
Es gibt besondere Verlage, die sich mit Religionspädagogik beschäftigen, Arbeitshefte und Bildermappen anbieten.

Ich bin der gleichen Meinung wie Liebesgruß, dass man hier seine Erfahrung austauschen,Fragen stellen und jede Menge Ideen einbringen kann.
Das wünsche ich mir vor allem.
Ich hoffe, möglichst Viele beteiligen sich hier mit ihren Gedanken.
So können wir uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.

Wenn ja, dann bitte unter der Bedingung diese zarten Blumen auf dieser Wiese nicht zu zertreten oder darüber Witze zu machen.

Ehrlich gesagt, darüber mache ich mir keine Sorgen. Ich bin sicher, die Idee dieses Threades wird respektiert.

Also, los geht es :D
panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon Nachsicht » 15.03.2005, 15:29

Liebe panta_rhei

Danke für deinen Impuls. Ich habe mir deine Gedanken als Word gespeichert. Die Lehrkräfte in unsere Gemeinde sind sicher offen für neue, Kinder bezogene Gedanken, speziell bei besondern Anlässen.
Wir haben bei uns auch noch einen Garten, den könnte man sicher in diese Stunde integrieren. Ganz wichtig für uns ist dass die Kinder gerne (zumindest nicht ungerne) in die Sonntagschule gehen. Da können die Lehrkräfte dazu beitragen, und auch die Eltern.

Es ist klar für unsere Lehrkräfte, auch im Bezirk denke ich, dass die Lehrkräfte keine Hemmungen haben sollen vom vorbereiteten Stoff abzuweichen wenn die Kinder mit speziellen Themen kommen, wenn sie übersprudeln vor Erzähldrang über das was sie beschäftigt.

Wir wollen dass die Eltern wissen was so in der So Schule läuft, d.h an Stoff, an Unterrichtsmittel u.s.w., eben sie sollen integriert sein. Der Weg ist nicht einfach, Rückschlage fast vorprogrammiert, aber wir wollen ihn gehen.

Am Entschlafene Gd habe ich, aufgrund einer Anregungung von agape, das Lied 197 singen lassen. Der Text passt sicher auch zur Blumenwiese.
offene Herzen verstehen mehr als offene Ohren
Nachsicht
 
Beiträge: 85
Registriert: 04.01.2005, 12:44

Beitragvon ich bin's » 15.03.2005, 16:14

Hallo alle zusammen,

ich werde in loser Folge immer mal wieder ein paar Gedanken zur Jugendarbeit (die größeren Kinder) als Ideen niederschreiben.

Thema heute: Begrüßung der Konfirmaten in der Jugend
Das fängt bei uns schon im Januar an, ab da werden die Konfis das erste Mal vom 'zukünftigen' Jugendleiter, der dann die Jugendarbeit vorstellt, besucht und dürfen auch schon mit zum Jugendchor. Auch wird jedem Konfi ein jugendlicher Betreuer vorgestellt, der in der Anfangszeit bei organisatorischen Fragen hilft (Wie komme ich wo hin, wer kann wenn mitnehmen usw). Im Februar machen wir eine Schnupperjugendstunde für die Konfis (zusammen mit der anderen Jugend), wobei wir dabei bewußt ein 'leichtes' Thema aussuchen. In der ersten Jugendstunde nach der Konfirmation geht die gesamte Jugend Pizzaessen, was von der Jugendkasse gesponsert wird und eigentlich immer recht lustig ist.

Ziel ist es, die 'jungen' sofort mit in den Kreis der 'alten' zu integrieren und eigentlich gelingt uns das ganz gut.
Das sind sicherlich keine revolutionären neuen Gedanken, eben ein Erfahrungsbericht, so wie es sich bewährt hat.

Liebe Grüße
Ich bin's
Wenn Gott die Menschen misst, legt er das Maßband ums Herz und nicht um den Kopf. (Irisch. Sprichwort)
ich bin's
 
Beiträge: 360
Registriert: 06.09.2004, 12:34
Wohnort: BW

Beitragvon panta_rhei » 16.03.2005, 11:40

Vielen Dank

Einen ganz herzlichen Gruß an Euch beide,
nachsicht und ich bin`s.
Und Danke für Eure Beiträge.
Nachsicht, Du schreibst, dass Ihr einen Garten habt. Das ist doch wunderbar.
Gerade jetzt im Frühling bietet er doch viele Möglichkeiten für die Kinder und die Lehrer.
Wir wollen dass die Eltern wissen was so in der So Schule läuft, d.h an Stoff, an Unterrichtsmittel u.s.w., eben sie sollen integriert sein. Der Weg ist nicht einfach, Rückschlage fast vorprogrammiert, aber wir wollen ihn gehen.

Habt Ihr Erfahrungen mit Hospitationen des Unterrichts von Seiten der Eltern, oder "Elternabenden". Ich meine, setzt Ihr Euch mit den Eltern zusammen und redet miteinander? Ist Interesse für den Unterricht da bei den Eltern?
Ich würde bei uns gern irgend etwas in dieser Art anregen, bin mir aber über das WIE und den Rahmen noch nicht im Klaren.

@ ich bin`s, ich denke gerade Deine Beschreibung, wie Eure "neuen Konfi`s" einen "Begleiter" zur Seite bekommen, weiter....
Das könnte man gerade in größeren Gemeinden mit vielen Kindern auch für die "neuen" Sonntagsschulkinder machen...
Die Jüngsten sind ja gerade mal 6 Jahre alt. So eine "große Schwester" oder ein "großer Bruder" wäre doch vielleicht etwas Schönes für die Kleinen.
Eine wirklich gute Art, wie Ihr die "Neuen" begleitet und ihnen helft, sich "einzuleben" ind der Jugend.
Wie ist der Altersschnitt bei Euch? Habt Ihr große Altersunterschiede?
Ich kenne Jugendgruppen, das ist von gerade "Konfi", also 14 Jahre bis 25 alles dabei.
Ich frage mich, ob das funktionieren kann. Bei diesem Altersunterschied sind die Interessen doch manchmal ziemlich unterschiedlich.

Ich danke Euch Beiden!
Allen Lesern eine gute Zeit!
panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon Liebesgruß » 16.03.2005, 12:15

Kreative Gemeindearbeit

Am Anfang dieser Blumenwiese einmal ein paar grundsätzliche Gedanken. Am Beispiel der Gemeindearbeit. Wer heute Gemeindearbeit machen will, muss diese Arbeit am Gemeindemitglied ausrichten. Gehen wir es einmal wie einen Bauplan an. Am Anfang wird das Fundament gelegt. Wer sind diese Gemeindemitglieder und wie kommen wir an sie heran. Dann erarbeiten wir Bausteine: Wie lässt sich Gemeindearbeit kreativ gestalten? Und wie können Gestaltungsbausteine zusammengefasst werden? Noch einmal zur Erläuterung. Diese Gedanken gelten nicht nur für die Jugendarbeit. Sie gilt für alle Bereiche. Kinder, Jugend, Mittelalter, Senioren. Für alle Gruppen benötigt man ein Gerüst, um das Gemeindehaus zu bauen.

Wichtig ist, dass wir bereit sind zu bauen. Und bauen tut man ja eigentlich nur, wenn der Altbau Mängel renoviert werden muss oder gar ein Neubau erforderlich ist. Hat das Haus ein dichtes Dach und einen trockenen Keller, braucht man in der Regel nicht umzubauen. Außer, die Bewohner fühlen sich nicht mehr wohl in diesem Haus. Und hier liegt oftmals das Problem. Viele Bewohner im Altbau Jugendarbeit – Gemeindearbeit geht es in diesem Haus nicht mehr so gut.

In vielen Gemeinen wird geklagt, dass sich immer weniger Jugendliche, auch Senioren, in den für sie vorgesehenen Stunden blicken lassen. Das liegt, denke ich, vor allem daran, dass es im kirchlichen „Altbau Gemeindearbeit“ zuweilen muffelt. Die guten alten Konzepte und liebevollen Traditionen riechen abgestanden. Der dezente Mief kann daher kommen, dass man vergessen oder nicht für nötig gehalten hat, von Zeit zu Zeit gründlich durchzulüften. Aber eine Gemeindearbeit, die gut funktioniert, muss sich doch nicht verändern! Oder doch? Ich glaube, lebendige Gemeindearbeit verändert und bewegt sich fortwährend. Tut sie das nicht, wird sie zum muffeligen Krematorium.

Warum ist das so? Der Grundgedanke ist simpel. Es weiß doch jeder von uns: Lebendiges bewegt sich. Da das Gemeindemitglied lebt, bewegt es sich selbstverständlich auch. Deshalb muss auch Gemeindearbeit beweglich sein. Ansonsten ist sie bald gezwungen, ohne das Gemeindemitglied auszukommen. Denn dieses wird sich von der starren Form fortbewegen. Und einmal ganz ehrlich, Gemeindearbeit ohne Gemeinde ist doch schon ein bisschen doof.

Beobachten wir einmal aktuelle Gemeindearbeit, so lassen sich fünf beteiligte Elemente entdecken:
• Gemeindemitglieder
• Mitarbeiter/innen und Amtsträger
• Der Heilige Geist
• Biblische Inhalte
• Gestaltungsmöglichkeiten und – inhalte

Stellen wir uns einmal ein Fünfeck vor. Jede einzelne Ecke ist beweglich. Außerdem sind alle Ecken mit einem Gummiband miteinander verbunden. Was passiert nun, wenn sich eine Ecke bewegt? Logisch: es hat Auswirkungen auf alle anderen Ecken.

Setzen wir unsere fünf Elemente nun in dieses Bild ein. Die Gemindemitglieder, die Mitarbeiter/innen und AT`s und drittens die Möglichkeiten und Inhalte der Gestaltung. Sie sind veränderbare Größen. Bekannt ist, dass sich die Gemeindemitglieder in der heutigen ‚Zeit rasant verändern. Bewegen sie sich, zwingen sie alle anderen Elemente dazu, sich ebenfalls zu bewegen. Möchte ich mir also den Zugang zur tatsächlichen Lebenssituation des Gemeindemitglied es offen halten, muss ich mich als Mitarbeiter mit den Inhalten und der Gestaltung aus die durch das Gemeindemitglied veränderte Situation einlassen. Mit anderen Worten: das Gemeindemitglied bewegt sich. Ich muss dann mit meinem Programm auf diese Beweglichkeit eingehen, um am Gemeindemitglied dran bleiben zu können. Tue ich das nicht, mache ich möglicherweise ein gutes Programm, aber es trifft nicht mehr auf das Gemeindemitglied zu.

Oftmals macht man bei uns in den Gemeinden die Erfahrung, dass die Notwendigkeit der Bewegung nicht erkannt wird. Oft denkt man: was vor 10 oder 20 Jahren geklappt hat, muss auch heute noch klappen. Oder, warum sollen die Mitarbeiter und At`s geschult werden? Wir haben doch den Heiligen Geist, und wenn der wirkt, geht es auch ohne ein geschultes Team. Wird aber dann doch die Notwendigkeit erkannt, dass Bewegung nötig ist, sind die Mitarbeiter/innen und AT`s häufig nicht in der Lage, diese Erkenntnis umzusetzen und neue Ansätze zu entwickeln und einzubringen.

Übrigens glaube ich nicht, dass der Heilige Geist sich verändert. Auch denke ich, dass sich der biblische Inhalt grundsätzlich nicht verändert. „Heiliger Geist“ und „biblischer Inhalt“ können von daher nur mit Einschränkung als veränderbare Größe verstanden werden. Das heißt wiederum nicht, dass die Vermittlung von „biblischen Inhalten“ nicht veränderbar wäre. Dazu ein Beispiel:

Wenn ich mich heute in einer Gestaltungseinheit mit Jugendlichen mit der Thematik Sünde auseinandersetze und davon berichte, dass Gott die Zusage gegeben hat, unsere Sünden im tiefsten Meer zu versenken, so wird das möglicherweise längst nicht so verstanden, wie ich es gern verstanden wissen will. Was heutzutage im tiefsten Meer versenkt wird, taucht garantiert irgendwann wieder auf und hinterlässt eine große Schweinerei. Die Meere kippen um von all den Dingen, die man versenkt hat. Greenpeace for President – so oder ähnlich hören sich wohl die Gedanken an, die diese Aussage in den Köpfen der Jugendlichen auslöst. Hoppla! Wir müssen uns Gedanken darüber machen, was biblische Bilder und Gleichnisse bei Jugendlichen in der heutigen Lebenssituation bewirken.

Es sei noch einmal gesagt, dass ich den Gemeindemitglieder nicht immer hinterherlaufen und alles recht machen muss. Aber ich darf das Gemeindemitglied nicht als ein starres, unbewegliches Element sehen, das ich immer auf die gleiche Weise in die Gemeinde einbinden kann. Die zentrale Frage an uns lautet daher: Wenn das Gemeindemitglied weitergeht, werde ich bereit sein mitzugehen?

Ihr Lieben hier, das ist der Grund für die Blumenwiese, wie sie panta rhei angeregt hat. Voneinander zu lernen, wie ich mich und die Gemeinde bewegen kann. Ob es nun Kinder, Jugendliche oder auch senioren sind. Teilt uns eure Erfahrungen mit. Was habt ihr bisher gemacht? Was ging schief? Was war schlecht? Und was war vor allen Dingen so toll, dass man es weitergeben kann und anderen zur Freude dient. In diesem Sinne lasst es uns anpacken.
Liebegruß
Liebesgruß
 
Beiträge: 2395
Registriert: 01.08.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 16.03.2005, 12:23

http://www.rpa-verlag.de/

Diesen Verlag möchte ich Euch kurz einmal vorstellen.
Er gibt ganz wunderbare Anregungen in seinen Arbeitshilfen.

Damit Ihr Euch etwas darunter vorstellen könnt, werde ich ,gerade für die "Vor-Osterzeit", eine kleine Beschreibung für die Umsetzung des Themas: Jesus geht in die Stille, um zu beten geben.

Es geht darum, "mit Jesus in die Stille zu gehen"
Ich kann nicht über alles schreiben, nur über einen Teil der Gestaltung.


Die Kinder sitzen in einem Kreis.
Sprecherin:
Ich möchte Euch heute von Jesus erzählen.
Wir sehen die Sonne über dem Land untergehen, die Nacht senkt sich herab.
Eine Kerze (Jesus- Licht) wird entzündet, auf ein Tuch gestellt
... die Lehrerin erzählt den Kindern von Jesus, wie er auch an diesem Tag durch das Land zog, vielen Menschen begegnete. Wie er ihre Bitten hörte, er sah die Kranken...
Er liebte die Menschen, erzählte ihnen von Gott.
... die Lehrerin erzählt, wie Jesus am Abend, als alle nach Hause gingen allein fortgeht. Wie er langsam, es war ja schon dunkel, auf den Berg geht.
2 oder 3 Tücher übereinander zu einem Hügel legen, die Kerze steht neben dem Hügel
Es wird still........
Die Lehrerin erzählt den Kindern, wie Jesus in die Nacht horcht, stille ist, betet.
Die ganze Nacht bleibt Jesus still und allein in der Einsamkeit des Berges und betet.
Am Morgen (ein Glockenspiel wäre schön...), als die Sonne aufgeht, kommt er zurück zu den Menschen
Seine Freunde schauen ihn an, nehmen ihn wahr und fragen: "Wo warst du?"
Und Jesus erzählt....
Sie sehen, dass Jesus etwas Besonderes erlebt hat. Es ist, als würde sein Gesicht von innen leuchten.
Sie spüren, dass es gut ist, bei Jesus zu sei, denn Gott ist nahe.
Sie fragen: "Was hast du getan?"
Er antwortet: "Ich habe in der Stille zu Gott gebetet"
Da bitten sie ihn: "Jesus, lehre uns beten, wie du es tust."

So sollt ihr beten: "Vater unser im Himmel.."
-----------------------------------------------
... man sollte die Erzählung "ausschwingen lassen"
mit den Kindern in die Stille hören, was sagt Gott, was sagt Jesus
-----------------------------------------------------

Als Jesus auf den Berge stieg
und er dort die Nacht verblieb,
hört er in die Nacht hinein,
in die Ruhe, Stille.

Wenn man ruhig, stille ist
und den Lärm des Tags vergißt,
hört das Herz man schlagen,
hört das Herz man sagen:

Gott, o Gott, ich suche dich!
Gott, o, Gott, sag´ luiebst du mich?
Auf dich Gott, da hör ich hin,
was kannst du mir sagen?

Und Gott spricht, ich lieb dich sehr.
Weit und tief gleich wie das Meer
so ist meine Liebe groß,
meine Güte, Liebe.

Als die Jünger Jesus sehn,
fragen sie: Was ist geschehn?
Seht, wie leuchtet sein Gesicht!
Gott, der ist mit ihm.
---------------------------------------------------
Dieses wunderschöne Gedicht kann man den Kindern mitgeben, damit sie es gestalten nach ihren Vorstellungen.
Überhaupt sind bei dem "drumherum" der Gestaltung keine Grenzen gesetzt.Ich nutze manchmal leise meditative Musik im Hintergrund, wir arbeiten viel mit Tüchern, kleinen Holzfiguren, Steinen u.ä.

Ich habe einige wirklich schöne Arbeitshilfen aus diesem Verlag und ich verleihe sie gern.

Viele Grüße
panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon ich bin's » 16.03.2005, 12:38

Liebe panta rhei

Deine Idee mit "Betreuern" für die kleinen Sonntagsschüler finde ich prima, ich denke an meinen Sohn, der nun mittlerweise nicht mehr ganz klein ist, aber, da er sehr schüchtern war, so einen 'großen' Bruder sicher gut gebraucht hätte.

Der Alterschnitt unserer Jugend reicht wirklich von 14 - 25. Bei den Betreuern achten wir aber darauf, das der Altersunterschied möglichst klein ist. Oftmal sind es sogar die Konfirmaten des letzten Jahres, die richtig stolz sind, das sie jetzt ihre ersten Erfahrungen weitergeben können.

Wie wir die Jugendarbeit altersgerecht machen, dazu später mehr.

Liebe Grüße
Ich bin's
Wenn Gott die Menschen misst, legt er das Maßband ums Herz und nicht um den Kopf. (Irisch. Sprichwort)
ich bin's
 
Beiträge: 360
Registriert: 06.09.2004, 12:34
Wohnort: BW

Beitragvon Liebesgruß » 16.03.2005, 12:49

Hier einmal das Beispiel einer Jugendstunde über die 10 Gebote. So habe ich sie bei uns gehalten. Wir haben Gruppenarbeiten gemacht um die Fragen zu bearbteiten. Diese Erarbeitung wurde dann jeweils von einem Gruppenmitglied en anderen Jugenstundenteilnehmern vorgestellt. Hier das Thema:

Inselaffäre

Fünf Überlebende eines Schiffbruchs schaffen es, die Sicherheit von zwei Inseln zu erreichen, die sich genau gegenüberliegen. Dazwischen ist allerdings haifischverseuchtes Wasser. Auf der einen Insel sind Albert und ein weiterer junger Mann: Bruno. Die andere Insel erreichen die Verlobte Alberts: Karla, deren Mutter Della und Edgar, ein Mann im Mittelalter. Er ist ein Einzelgänger.

Albert und Karla sind sehr verliebt und planen zu heiraten. Nach zwei Monaten Trennung und dennoch im Blickfeld des anderen, sehnen sie sich danach, wieder beisammen zu sein. Aber jeder neue Tag verringert die Hoffnung auf Rettung. Karla wird mutlos. Als sie einmal am Strand spazieren geht, entdeckt sie ein Kanu, das aus einem ausgehöhlten Baumstamm gemacht worden war. Es schaut seetüchtig aus. Edgar, der Mann in mittleren Jahren erscheint. Er wurde gerade mit dem Bau des Bootes fertig. Karla erklärt ihm ihre Sehnsucht, auf die andere Insel zu gelangen. Und sie fleht Edgar an, ihr das Boot zu geben. Edgar lehnt ab mit der Begründung, dass das Bopot für seine und nicht für ihre Flucht gemacht worden ist.

Als Karla weiter fleht, macht Edgar ihr einen Vorschlag. Falls Karla mit ihm schläft, wird er sie zur anderen Insel hinüberbringen. Karla bittet um Bedenkzeit und läuft weg, um ihre Mutter zu suchen. Sie erklärt ihrer Mutter, dass die Aussicht auf Rettung hoffnungslos ist, und wenn sie schon auf einer Insel gestrandet sein müssen, dann wollte sie wenigsten mit ihrem Verlobten zusammensein. Della, die Mutter, hört verständnisvoll zu und gibt ihr nach langem Überlegen einen Rat: „Ich weiß, dass du Albert über alles liebst, und ich verstehe dein Verlangen, bei ihm zu sein. Aber ich fürchte, die Kosten dafür sind etwas zu hoch. Es liebt bei dir, was du tust. Aber mein Rat ist, noch etwas länger zu warten. Ich bin sicher, dass sich eine bessere Lösung finden wird. Und dann wirst du glücklich sein, gewartet zu haben.“

Karla bedenkt den Ratschlag ihrer Mutter einige Tage lang. Aber schließlich beschließt sie, das Angebot Edgars anzunehmen. Karla schläft mit Edgar. Edgar hält Wort und rudert Karla zu Alberts Insel. Albert und Karla fallen sich in die Arme und sind sehr glücklich. Aber in den nächsten Tagen erklärt Karla Albert die Lage, die sie dazu trieb den Handel mit Edgar einzugehen. Sie gesteht, dass sie mit Edgar geschlafen hat, aber nur, weil sie Albert so sehr liebt. Albert ist tief verletzt. Er versucht Karla zu verstehen, aber nach langer Diskussion erklärt er Karla, dass er, obwohl er sie so sehr liebt, diese Beziehung nicht aufrechterhalten kann. Weil sie mit einem andern Mann geschlafen hat. Karla versucht Alberts Einstellung zu ändern, aber ohne Erfolg.

Während der Diskussion hört Bruno, der andere junge Mann, versteckt hinter einem Busch, dem Gespräch zu. Als Albert geht, kommt Bruno zu Karla und erklärt, dass er ihr Handeln als bewundernswert ansieht. Er versteht, dass ihre Erfahrung mit Edgar das Ergebnis von Hoffnungslosigkeit und ein Akt der Liebe gegenüber Albert war. Bruno erklärt Karla, dass er so jemanden sofort akzeptieren würde, der einen solch hohen
Preis aus Liebe zahlt, und er würde sich um Karla kümmern anstelle von Albert. Karla akzeptiert.

Aufgabe:
Versucht in 2 Arbeitsgruppen, euch gemeinsam für die beste und die schlechteste Person zu entscheiden und stellt sie den andern vor und die Gründe, warum ihr euch so entschieden habt.

Weitere Diskussion:
Gruppe 1:
Karla:
1.Hat sie richtig gehandelt, um zu erreichen, bei Albert zu sein?
2.Hätte sie Brunos Angebot annehmen dürfen?

Albert:
1.Hätte er Karla akzeptieren sollen?
2.Wäre Albert ein wahrer Christ gewesen, hätte er sich dann anders verhalten?

Gruppe 2:
Della:
1.War ihr Rat annehmbar?
2.Welchen Rat hättet ihr gegeben?

Edgar:
1.Gibt es eine Rechtfertigung für sein Handeln?

Bruno:
1.Warum denkt ihr, dass er sich Karla angenommen hat?
2.Würdest du dich ihrer annehmen?
Liebesgruß
 
Beiträge: 2395
Registriert: 01.08.2004, 10:12

Beitragvon Liebesgruß » 16.03.2005, 13:52

Impulse für eine Gesprächs- oder Jugendstunde

Es soll ein Anstoß sein, gemeinsam nach dem zu suchen, was uns letztlich trägt. Jeder Mensch trägt die Möglichkeit in sich, Gott zu erfahren, von ihm getroffen, bewegt zu werden. Impulse dieser Art wollen Erfahrungen schaffen, die den Alltag sprengen. Sie wollen empfindsam machen für das, was in uns und um uns geschieht. Ich habe diesen Impuls in einer Jugendstunde ausgeführt. Er ist bei den Jugendlichen sehr gut angekommen. Und sie haben das, was sie als Licht angezündet haben, in den nächsten Tagen und Wochen in die Tat umgesetzt.

Licht sein

Ziel: Einen Ort finden, wo ich der Finsternis trotzen und Licht verbreiten kann
Dauer: 15 – 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Material: Tücher, Große Kerze, Teelichter in Anzahl der Teilnehmer, Text, Gb.


Einstimmung
Alle sind im Kreis um eine mit Tüchern schön gestaltete Mitte versammelt. Dort steht eine große brennende Kerze und für jede Person ein Teelicht bereit.

Jemand leist den Text „Licht sein“ vor.

Verlauf:
Während 3 – 5 Minuten überlegt sich jede und jeder, wo sie oder er heute und in der kommenden Zeit trotz allem leuchten möchte.
Nacheinander entzünden die Teilnehmenden je ein Teelicht an der großen Kerze. Sie stellen ihr Licht ohne Worte in die Mitte oder sagen, wofür es brennt. Nach jeder Kerze, bei vielen Teilnehmern nach drei bis vier, wird ein Lied, zum Beispiel „Licht das in die Welt gekommen …“ gesungen.

Abschluss:
Die Geschichte nochmals vorlesen.

Geschichte:
In einem Winkel der Welt kauerte verbissen, trotzig und freudlos eine dicke, schauerliche Finsternis. Plötzlich erschien in dieser Not ein kleines Licht. Klein, aber ein Licht. Jemand hatte es hingestellt. Es war ganz einfach da und leuchtete. Einer, der vorüberging, meinte: „Du ständest woanders besser als in diesem abgelegenen Winkel.“ „Warum?“ fragte das Licht. „Ich leuchte nicht, um gesehen zu werden. Nein, ich leuchte, weil es mir Freude macht, Licht zu sein.“ Aber die düstere Finsternis ging zähneknirschend und wütend gegen das Licht an. Und doch war die ganze große Finsternis machtlos gegen dieses winzige Licht.
(aus: Heinrich Lhotzky)
Liebesgruß
 
Beiträge: 2395
Registriert: 01.08.2004, 10:12

Beitragvon Liebesgruß » 16.03.2005, 14:41

Ich habe die hier erschienen Artikel in einen eigenen tread kopiert. Titel: Bluemwiese. Rubrik: Leben in der NAK.

Was zu diesem Thema spricht, bitte dort einschreiben. Nicht mehr hier. Danke!

Liebesgruß
Liebesgruß
 
Beiträge: 2395
Registriert: 01.08.2004, 10:12

Beitragvon ich bin's » 16.03.2005, 16:49

Wäre das Thema nicht bei Kinder und Jugendliche besser aufgehoben ?
Wenn Gott die Menschen misst, legt er das Maßband ums Herz und nicht um den Kopf. (Irisch. Sprichwort)
ich bin's
 
Beiträge: 360
Registriert: 06.09.2004, 12:34
Wohnort: BW

VorherigeNächste

Zurück zu Kinder und Jugendliche



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast