Blumenwiese

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon 17einhalb » 04.07.2007, 20:28

Liebe panta_rhei,

wegen der Bilder habe ich die Muttis angerufen und gefragt, was sie von der Idee halten und ob sie Bilder mitschicken können/möchten.

Oh ja, sie hatten seeehr viel Freude am Gestalten der Häuser - ein Glück, dass du den Hinweis auf Zeitbegrenzung oder ähnliches mit angemerkt hattest! :lol:

Unser "ruhigster" Moment war der, als wir kurz über jeden Entschlafenen gesprochen haben (wie hieß er, wer war er, wann ist er von uns gegangen)
Ein sonst sehr aufgewecktes Mädchen kniete währenddessen vor ihrem Haus und schloss die Augen (ich bat vorher darum, dass wir unseren verstorbenen jetzt in Gedanken einen Besuch abstatten möchten)
Das Mädchen hielt die ganze Zeit über die Augen geschlossen - das hat mich sehr berührt.

Liebe Grüße und immer in Erwartung weiterer so schöner Anregungen :wink:
17einhalb

Ps: Die website hat ein - aus meiner Sicht - ebenso tolles Forum! :lol:
Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit , das eine vom anderen zu unterscheiden (R. Niebuhr)
Benutzeravatar
17einhalb
 
Beiträge: 258
Registriert: 24.05.2005, 08:20

Beitragvon panta_rhei » 11.11.2007, 16:41

Einen herzlichen Gruß in die Runde.

Heute mal wieder eine Idee für ein Thema zur Sonntagsschule.


"Ihr seid das Salz der Erde, wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden?" (Math.5,13)

Diese Worte Jesu habe ich für unsere heutige Sonntagsschule gewählt.
Ich wollte mit den Kindern darüber reden, warum Jesus gerade das Salz wählte, was Salz bewirken kann, was Jesus mit seinen Worten meinte.

Vorbereitung:
frische Eier
hohe Gläser (möglichst durchsichtig)
Wasser, Salz
ganz kleine Stückchen Brot
Flip Cart


Wir haben uns zuerst darüber unterhalten welchen Wert, welche Bedeutung Salz zu Jesu Zeiten hatte, wie es aufbewahrt wurde und warum es passieren konnte, dass das Salz „kraftlos“ in seiner Würzkraft wurde.

Welche „sichtbare Kraft“ in Salz steckt, konnten die Kinder durch ein einfaches Experiment selbst ausprobieren:
zuerst in ein hohes Trinkglas klares Wasser füllen (höchstens 1/3 voll), vorsichtig ein Ei hineinlegen und schauen, was passiert
danach ein anderes Glas wieder ca 1/3 mit Wasser füllen und 3 Eßl. Salz hineinrühren
in dieses Glas ein Ei legen und staunen .... :-)

Dann haben wir uns diese kleinen unscheinbaren Körnchen genauer angesehen und überlegt und zusammengetragen, was Salz bewirken kann, wozu Salz genutzt wird.
Was die Kinder erfahren sollten ist, dass Salz keinen Selbstzweck hat, nicht für sich selbst nütze sondern ein Hilfsmittel ist. (...wenn Salz in der Tüte bleibt, wird es nichts bewirken...)

„Ihr seid das Salz der Erde...“, sagte Jesu und was ich den Kinder nahebringen wollte ist, auch sie sind damit gemeint. Auch wenn sie noch klein sind, können sie Dinge tun, die anderen helfen.
Mit einem kleinen Versuch konnten sie es ein Stück fühlen:
Sie bekamen jedes ein winziges Stück Brot zum probieren, ob und was sie schmecken.
Anschließend ein zweites winziges Stückchen auf dem nur 1-2 Körnchen Salz lagen und sie probierten wieder.....

Es müssen keine großen Dinge sein, das Salzkörnchen ist auch ziemlich winzig und trotzdem hat es etwas bewirkt.
Wir haben dann gemeinsam zusammengetragen, was die Kinder tun können, wie sie wie die kleinen Salzkörnchen sein können.

Früher wurde das Salz kraftlos in seiner Würzkraft, wenn es zu lange auf den Dächern, wo es aufbewart wurde, lag und durch Regen und Feuchtigkit ausgewaschen - oder eben nicht benutzt wurde.
Ist es mit uns in unserem Christ-sein nicht ähnlich...?

Genau wie Salz nicht sich selbst salzt, sondern das Essen, so sind auch wir in unserem Christ-sein nicht für uns selbst, sondern für andere da. Und dann erfüllen wir auch den "Auftrag", den Jesu den Menschen damals gab und der uns auch heute noch gilt.
Das war der Grundgedanke unserer Sonntagsschule.
____________________________________________

... ich würde empfehlen, etwas klares Wasser für die Kinder bereit zu stellen. Es lässt sich nicht vermeiden, dass die Kinder vielleicht mehr Salz probieren als gut ist .... :-)

www.kigo-tipps.de
Diesen Link kann ich empfehlen. Da findet Ihr viele hilfreiche Vorschläge für die Umsetzung von Themen. Daher habe ich auch die Idee für unsere heutige Stunde.

Ich wünsche Euch eine gute und behütete Zeit
LG panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 21.12.2007, 15:45

Advent- das heißt, warten.

Dieser Gedanke stand im Mittelpunkt unserer Vorsonntagsschule vergangenen Sonntag.
Wir haben wunderschöne selbstgemachte Krippenfiguren (... aus ganz kleinen Töntöpfen :D ), Tiere und natürlich einen Stall.
Mit Hilfe dieser Figuren versuchten wir der Weihnachtsgeschichte näher zu kommen.
Wir überlegten, wie beschwerlich es für Maria gewesen sein muss, zu reiten und wie es ihnen wohl zumute war.

Die Kinder waren ganz hingerissen von dem Spiel.Und sie wollten nun auch das Jesus-Kind sehen.
Aber es war ja noch Advent und das Kind noch nicht geboren.
Also blieb der Stall noch leer. Maria und Josef waren noch unterwegs, noch nicht angekommen.
Wie ich darüber mit den Kindern sprach, spürte ich ihr kurzes inne-halten.
Alle der Kleinen haben noch jüngere Geschwisterchen und wissen, wie die Ankunft eines Babys vorbereitet wird. Da wird viel darüber gesprochen wie es wohl aussehen wird, sie dürfen die Bewegungen am Bauch erspüren, erleben ganz viel Vorbereitung und vor allem so viel Freude auf dieses neue Leben. Und es bedeutet auch warten....Alle diese Dinge sind ihnen vertraut.

Es war mir wichtig, dass unsere Kinder auch die Adventszeit als eine Zeit der Erwartung erfahren.
Ich finde es schade, dass Weihnachtskrippen meist schon "vollständig" sind, wenn sie aufgestellt werden.

In unserem Stall fehlt das Jesus-Kind.
Am Weihnachtsgottesdienst wird es dann in seiner Krippe liegen.
Bis dahin stehen in unserem Ämterzimmer auf dem Schreibtisch Schafe und Hirten, Kamele und Könige, Maria und Josef - und alle sind sie unterwegs.
Und es gibt einen noch leeren Stall...
Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf diesen leeren Stall zu sehen.
Und ich wünsche unseren Brüdern, dass sie sich für dieses Gefühl Zeit nehmen und ihm nachspüren. (... und es auszuhalten und nicht dem Drang nachzugeben, doch nun endlich das Jesus-Kind in die Krippe zu legen, da wir ja wissen, dass es da hingehört... - eben diese Leere auszuhalten...)
Ich merke bei mir, dass es mich sehr froh macht, dass der Stall nicht leer bleiben wird.
Aber ich bin auch froh, dass es diesen "leeren Stall" gibt, dieses Geheimnis, dessen Erfüllung nur auf Hoffnung beruht.
____________________________________________

Das war mein letzter Beitrag in diesem Jahr auf unserer Blumenwiese.
Ich wünsche allen die hier mitlesen, ein frohes Weihnachten und eine gute und behütete Zeit.
Und ich wünsche mir für das kommende Jahr viele Impulse auch von anderen Kinderbetreuern.
Ich finde es schade, dass es hier so still ist. Ich bin mir sicher, es gibt ganz viele wundervolle Ideen und Erfahrungen, die in anderen Kindergruppen gemacht wurden.

LG
panta rhei :D
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon gecko » 28.12.2007, 16:58

nicht, dass der gruss verlorengeht ...

Frettchen hat geschrieben:Im Thread „Blumenwiese“
panta_rhei hat geschrieben:…Und ich wünsche mir für das kommende Jahr viele Impulse auch von anderen Kinderbetreuern.
Ich finde es schade, dass es hier so still ist. Ich bin mir sicher, es gibt ganz viele wundervolle Ideen und Erfahrungen, die in anderen Kindergruppen gemacht wurden.


Liebe panta_rhei

An dieser Stelle (weil die Blumenwiese sich im Hinterzimmer befindet… :( …) ein herzliches Dankeschön für Deine vielen Ideen und Impulse. Schon einige Male warst Du mir eine große Hilfe.
Ich mache schon einige Jahre Vorsonntagsschule... und „klebe“ am Buch, weil mir die Ideen fehlen. :(
Hättest Du, oder auch die anderen hier mitlesenden Lehrkräfte, ein paar Buch-Tipps für mich?
Sozusagen als „Sekundärliteratur“?

Liebe Grüße und auch Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest
vom Frettchen
Benutzeravatar
gecko
 
Beiträge: 1886
Registriert: 12.08.2005, 21:05
Wohnort: baden

Beitragvon panta_rhei » 04.01.2008, 16:54

Zuerst einen ganz herzlichen Gruß in die Runde.
Ich wünsche allen ein gutes und behütetes Jahr. :D

Liebes Frettchen, Du fragst nach Buchtipps...

Ich kann jetzt nur von meinen Erfahrungen sprechen. Ich habe viele Bücher "ausprobiert", manchmal waren es nur wenige Impulse, die ich mir behalten habe, andere Bücher benutze ich sehr gern.
Das muss jeder selbst ausprobieren.
Ich werde einige Vorschläge machen. Gern leihe ich auch Bücher aus, so mal zum reinschauen.
Als Erstes einige Vorschläge zu Büchern, die mir zu grundlegenden Dingen für Begegnungen mir den Kindern sehr hilfreich waren:

Bild
Inhalt:
- Mit Kindern reden - mit Kindern zu Gott reden
- Eigene Erfahrungen mit den Zu-Gott reden bedenken
- Beten- was ist das? Ein Stück theologische Theorie
- Beten lernen- Wie geht das?
- Beten lehren - Wie fange ich an? Wie fahre ich fort?
- Beten im Kindergarten
- Erzählende Gebete für GD mit Kindern
________________________________________________

Aus der Reihe: Glauben erfahren mit Hand Kopf und Herz
Verlag katholisches Bibelwerk
"Symbole erleben"
Aus dem Inhalt:
- ein theoretischer Teil mit grundlegenden Überlegungen zur Bedeutung von Symbolen im Leben des Menschen, für Religion und Glaube, als bildhafte Ausdrucksweise; Symbole in der religiösen Erziehung, Umgang mit Symbolen im Kindesalter, symboldidaktische Konzepte
- die praktische Umsetzung mit den Symbolen Wasser,Stein/Fels, Kreis, Hand

"Montessori für Religionspädagogen"
Da waren mir besonders die Kapitel:
- Hilf mir, selbst zu glauben
- Aufmerksam leben - Übungen der Stille und der Meditation sehr hilfreich
_____________________________________________

Nun einige meiner Erfahrung nach ganz praktische Bücher:

Bild
Symbole im Kindergarten- verstehen und gestalten - Ein Praxisbuch für die religiöse Früherziehung von 3-7 jährigen
Man findet da ganz wunderbare praktische Anleitungen, wie man den Kindern Symbole wie Licht und Sonne, Wasser, Luft/Wind, Baum, Samenkorn, Steine, Weg erlebbar machen kann, ihre Wahrnehmung sensibilisieren und ihre eigenen Erfahrungen auf die Symbolebene übertragen kann.
________________________________________________

Auch richtig schön Bild
Sieh mal an
Das sind Stundenentwürfe für Vorschulgruppen, gibt es in 2 Teilen mit jeweils 52 Stundenentwürfen zu 16 bzw 11 Themen.
________________________________________________

Bild
Meine Welt spielen und erzählen
Gütersloher Verlagshaus
Themen wie:
- Jahresbeginn
- Brot
- Passion
- Ostern
- Geschwister
- Pfingsten
- Wasser
- Bilder von Gott
- Stille erleben
- Angst und Geborgenheit
- Weihnachten
werden ganz praktisch aufbereitet nach dem Schema: die Situation der Kinder - Sensibilisierung - Bewusstwerdung - und Übertragung.
Es ist ein sehr praktisches Buch mit Altersangaben der Kinder für das jeweilige Thema, einen Zeitrahmen bei einer bestimmten Anzahl von Kindern und Materialangaben.
__________________________________________________

Vom Verlag "Junge Gemeinde" habe ich einige wirklich schöne Arbeitshilfen:
Bild
Komm in Gottes Schöpfungsgarten
Aus dem Inhalt:
Der Regenbogen (Gottesdienst zur Sintflutgeschichte)
Die Muschel (Nimm dir Zeit für Gottes Wunder)
Die Sonne (Ein neuer Tag beginnt)
Augen können sehen (GD zur Bartimäusgeschichte)
Der Spatz/Der Rabe (Seht die Vögel am Himmel -Matth.6,26)
Küken, Raupe und Schmetterling (Kleine Tiere- ganz groß)
Der Wal (GD zur Jonasgeschichte)


Bild
Wie ein Netz voller Fische
"...Ein bunter Kreativmarkt mit Vorschlägen zum Basteln, Gestalten und Erzählen. Im ersten Teil gibt es Ideen zur Gestaltung des Kindergottesdienstraumes, z.B. in der Advents-, Weihnachts- oder Passionszeit. In einem zweiten Kapitel gibt es Kreatives zum Erzählen biblischer Geschichten. Das dritte Kapitel liefert Ideen für viele Gelegenheiten. Von der Aktion Tauferinnerung bis hin zum Stempel aus Moosgummi. Im letzten Kapitel werden Bastelarbeiten und kleine Geschenke vorgestellt."

Zeig mir wo Gottes Spuren sind
Vorschläge für Familien-GD zu Themen wie
- Der Himmel ist über uns
- Was uns die Erde schenkt
- Was das Leben reich macht
- Was uns die Bibel erzählt

Bild
Komm in unsere Mitte, Herr!
"...Weil Gott in unserer Mitte lebt, ist wichtig, wie der Raum und die Mitte eines Stuhlkreises oder einer Gruppe, die zum Gottesdienst zusammen kommt, gestaltet werden. Welcher Blickfang wird geboten, wie verändert sich die Mitte, wenn wir zusammen beten, feiern und von Gott erzählen?
Mit Legematerialien - teils selbst gesammelt oder gebastelt, teils vorgefertigt gekauft - lassen sich Gottesdienste mit Kindern, aber auch Einheiten im Kindergarten oder Religionsunterricht anschaulich gestalten. Die Kinder sind durch die Symbolik der Gegenstände unmittelbar angesprochen. Sie können sich aktiv beteiligen, mit Herz und Hand."


Wir feiern Gott in unserer Mitte
... Bodenbilder, Gestaltungsideen und liturgische Bausteine für GD mit Kindern
Aus dem Inhalt:
- Weihnachtsmenschen
- Die Weisen aus dem Morgenland
- Der Weg nach Emmaus
- Komm zu uns ins Boot
- Geborgen ist mein Leben in Gott

Für die Gestaltung von Legebildern habe ich mir einen "Materialienkasten" zugelegt.
Das ist ein einfacher Plastekasten für Kleinteile aus dem Baumarkt.
Gefüllt habe ich ihn mit den unterschiedlichsten Dingen wie Holzkegelfiguren in verschiedenen Größen, Holzstäbe,farbige Glasnuggets, Holzbausteine, ein kleines Holzkreuz, eine Kerze, Tonscherben, eine winzige Holzbibel...
Der Inhalt ist mit der Zeit gewachsen... :D
In Bastelläden und Baumärkten gibt es billige Legematerialien zu kaufen
Außerdem arbeite ich mit farbigen Tüchern im Format 70 x 70 in den Farben: gelb, rot, blau, violett, grün und schwarz.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit den Kindern an Legebildern zu arbeiten - so eine Geschichte wachsen zu sehen und zu "begreifen"

Ein wirklich hilfreicher Verlag ist der RPA-Verlag (RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ARBEITSHILFEN)
Dort findet man Arbeitshilfen zur Religionspädagogischen Praxis, Bilderserien, Liederbücher, CD´s, Lege- und Gestaltungsmaterial (.. ist da aber leider etwas teuer...)und Musikinstrumente.

Zum Schluss noch etwas zum singen mit den Kindern: :D

Bewegte Lieder
Rheinischer Verband für Kindergottesdienst
"...Dieses kleine Heft enthält über 30 Vorschläge aus der Praxis für Bewegungen, Gesten und Gebärden zu meist bekannten Liedern"


Bild
"... 74 biblische Spiellieder für Kinder.
Die meisten Lieder sind mit Spielanregungn versehen. Sie unterstützen die ganzheitliche Erfahrung biblischer Themen.



Und das Beste zum Schluss :D

Bild
... ein ganz traumhaftes Buch mit CD
Helme Heine entführt uns in das große Geheimnis der Schöpfung.
Er zeigt Gott als Künstler und Handwerker, der Himmel und Erde schafft, die Pflanzen malt, sich Tiere ausdenkt und Adam und Eva aus Lehm formt. Ihren Kindern und Kindeskindern schenkt Gott zur Geburt drei Freunde: Dick Bauch, Rosi Herz und Professor Kopf. Sie begleiten uns das ganze Leben...



So, das soll ein Auswahl gewesen sein. Vielleicht hilft es etwas weiter :D
Wie schon gesagt, ich leihe auch gern Bücher aus.

LG
panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Unser Weg zu Gott

Beitragvon Anne » 07.01.2008, 19:10

panta_rhei hat geschrieben:Für die Gestaltung von Legebildern habe ich mir einen "Materialienkasten" zugelegt.
Das ist ein einfacher Plastekasten für Kleinteile aus dem Baumarkt.
Gefüllt habe ich ihn mit den unterschiedlichsten Dingen wie Holzkegelfiguren in verschiedenen Größen, Holzstäbe,farbige Glasnuggets, Holzbausteine, ein kleines Holzkreuz, eine Kerze, Tonscherben, eine winzige Holzbibel...
Der Inhalt ist mit der Zeit gewachsen... :D
In Bastelläden und Baumärkten gibt es billige Legematerialien zu kaufen
Außerdem arbeite ich mit farbigen Tüchern im Format 70 x 70 in den Farben: gelb, rot, blau, violett, grün und schwarz.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit den Kindern an Legebildern zu arbeiten - so eine Geschichte wachsen zu sehen und zu "begreifen"


Und so sieht das dann aus:

Bild

Liebe panta rhei,

als Dankeschön an dich - und mit Hilfe von Merlot, die wunderbarst Bilder bearbeiten kann :) - stelle ich dieses Bild hier ein.

Es zeigt das Ergebnis einer der letzten gemeinsamen Sonntagsstunden mit allen Kindern unserer Gemeinde. Was es aussagt, liegt ganz 'im Auge des Betrachters' - und so ist es auch entstanden: Die z.T. schon großen Kinder haben mit dem Material ganz aus sich heraus gearbeitet. Ich hatte ihnen lediglich die Tür in die Mitte gestellt, das weitere Material zur Gestaltung kannten sie bereits ... und dann haben sie einfach ihren inneren Bildern Ausdruck verliehen und waren derartig engagiert bei der Sache, dass mir klar war: Ich bin hier total überflüssig. :mrgreen:

Das ist übrigens einer meiner schönsten Gedanken: Zu wissen, dass sie groß geworden sind; sie haben gelernt, sich auszudrücken...

Diese Murmel(n) des Abschieds waren mir ein Bedürfnis,
der Olle Hansen würde wohl sagen: Du warst meine schönste Wiese! :)

Mit einer Umarmung,
deine Anne

Benutzeravatar
Anne
 
Beiträge: 1693
Registriert: 01.08.2002, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 09.01.2008, 12:47

Liebe Anne Bild

das ist ja wunderschön geworden... und macht mich ganz still


Das ist übrigens einer meiner schönsten Gedanken: Zu wissen, dass sie groß geworden sind; sie haben gelernt, sich auszudrücken...

Bild
Anneschatz, das hast Du einfach gut gemacht!
Du hast den Kindern etwas Besonderes mit auf den Weg gegeben; ein Gespür für Gott.
Du hast ihnen Räume weit gemacht und ihnen die Möglichkeit gegeben, eigene Gefühle zu erfahren und mit ihnen geübt, sie auszudrücken.
Und Du hast sie ermutigt, eigene Wege zu gehen, auf Eigenes zu vertrauen.
Auch wenn sie jetzt "groß" sind; Du hast Deinen "schönsten Gedanken"Bild


Ein herzliches "Danke" mit einem Text von Pierre Stutz:

Stell dich in die Mitte

bringe dich ein
mit deinen Fähigkeiten

Teile mit

was du gut gemacht hast
wo deine Lebensfreude und Kreativität
fließen konnte
wo dein einfühlsames Miteinandersein
neue Räume des Vertrauens eröffnete

Stell dich in die Mitte

damit deine Einmaligkeit
sichtbar wird
und du Komplimente annehmen kannst

Stell dich in die Mitte

mit deinen Schatten
der zu dir gehören darf
denn im Ausdrücken deiner Bedürftigkeit
liegt der Schlüssel
zum heilenden Dasein


Ganz liebe Grüße
Deine panta rhei


... ich hoffe, "diese Murmel(n) des Abschieds" waren kein Abschied aus unserer Blumenwiese... :roll:
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 11.02.2008, 10:30

Einen herzlichen Gruß in die Runde :D

Heute wieder ein Vorschlag für die Sonntagsschule ( unsere sind schon älter- gehen z. Teil ab Ostern in Reli ), ich könnte mir dieses Thema aber auch für die Reli-Kinder vorstellen.
Schaut einfach, wieviele Kinder teilnehmen, es sind nur verschiedene Impule, zu verwenden wie ein Baukasten :D

Anders als geplant war ich mit einem Kind allein, aber es war trotzdem eine besondere Erfahrung. Es ist ja ein sehr persönliches Thema und ich empfand es als etwas Besonderes, ein Stück in das Innere dieses Kindes hineinschauen zu dürfen.
Ich habe es so gestaltet, dass wir einfach abwechselnd die Fragen beantwortet haben, ich also auch "Sonntagsschüler" war. Sonst wird eine Lehrkraft für ein Kind das ganz allein ist, zur Plage... :roll:
Gerade bei diesem Thema ist es wichtig, sich im Vorab über das eigene Gottesbild im Klaren zu sein und auch darüber zu sprechen- denn von den Kindern erhoffen wir es uns ja auch....

Thema: Bilder von Gott

...um sich Gott annähern zu können, braucht der Mensch Bilder, das war der Grundgedanke

1. Etwas, das wir noch nie gesehen haben....
Einstieg: Ein indisches Märchen
Ein indischer Fürst rief einmal alle Blindgeborenen des Landes zusammen, um ihnen einen Elefanten zu zeigen.
Da versammelten sich nun die Menschen, die noch nie in ihrem Leben etwas hatten sehen können, und betasteten das große Tier. Ein jeder gerade dort, wo er stand.
Dann ging der Fürst zu den Blinden hin und fragte sie: "Habt ihr erkannt, was ein Elefant ist?"
"Ja", erwiderten alle. Und als er weiter fragte: "Wie ist denn ein Elefant?" sagte einer, der das große Ohr betastet hatte: "Der Elefant ist wie eine Schaufel."
"Nein, der Elefant ist wie eine Schlange", meinte ein anderer, der den Rüssel in der Hand hielt.
"Wie ein Baum ist der Elefant!", sagte der nächste, der mit beiden Händen ein Bein des Tieres umfasste.
"Wie ein Besen ist er", sagte der das Schwanzende zwischen den Fingern hatte.
Und sie gerieten in einen heftigen Streit über den Elefanten. Jeder wollte recht haben, und jeder traute nur seinen eigenen Erfahrungen. Aber sie vermochten nicht, das Ganze zusammenzubringen und zu erkennen, wie ein Elefant in Wahrheit von Gestalt und Aussehen ist.
( ... ich finde, diese Geschichte ist nicht nur etwas für die Kleinen.... :roll: )
... über diese Geschichte kann man gut mit den Kindern reden

oder:
die Kinder malen ein Bild von etwas, von dem es kein Bild geben kann
- ein Bild vom Wind malen; die Bilder gemeinsam anschauen, es wird deutlich: Wind kann man nur an seinen Auswirkungen deutlich machen

oder:
den Kindern ein seltenes Tier beschreiben, das sie (hoffentlich :D ) noch nie gesehen haben und sie ein Bild davon malen lassen... z.B. Lemuren oder so....
Anschließend die Bilder nebeneinander aufhängen und vergleichen....
Dieser Einstieg kann besonders eindrucksvoll sein, wenn viele Kinder anwesend sind.
Die Kinder erkennen, wie unterschiedlich die Vorstellungen sind von Dingen, die wir noch nicht gesehen haben.

2.Gottesbilder in der Bibel:
In der Bibel sind viele verschiedene Bilder von Gott zu finden. Wir haben einige herausgesucht:
Psalm 32, 7
Psalm 96, 1
Jesaja 66, 13
5. Mose 32, 4
Psalm 32, 7
2. Samuel 22,33
Durch diese Beispiele verstehen die Kinder besser, was mit "Bildern" gemeint ist und dass mit diesen Bildern Vorstellungen und Hoffnungen verbunden sind.
Für diesen Teil der So-schule braucht es mehr Zeit.
Die Kinder sollen verstehen, dass sie sich natürlich ihre eigenen Vorstellungen vom Aussehen Gottes machen.
Dass aber mit dem heutigen Thema etwas anderes gemeint ist, eben dieses WIE ist Gott, wie ist ihr Gefühl, wenn sie an ihn denken oder mit ihm sprechen.
Sie haben meist personengebundene Vorstellungen wie Gott als Vater oder Freund.
Unsere Vorstellungen über die Wesensart Gottes mit Dingen oder Orten zu vergleichen, kann für die Kinder eine neue Erfahrung sein.
Es ist der Sensibilität und Behutsamkeit zuträglich zu wissen, dass in der Vermittlung von Gottesbildern Wirkungen verborgen sind, die ein ganzes Leben lang anhalten können.
Es bedarf der kritischen Anfrage an jeden Bildervergleich
aus: "Meine Welt spielen und erzählen"
Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Satz für uns Lehrkräfte!


3. Vorstellung der Kinder von Gott
Ich hatte viele verschiedene Bilder kopiert wie Burgen, Felsen, ein Sonnenaufgang, Bäume, Kinder unter Regenschirmen usw.
Die Kinder (und auch die Lehrkräfte!) sollen dann ganz spontan auswählen, welches Bild sie anspricht in ihrer Verbindung zu Gott.
Es ist gut, wenn man sie für einen Moment „allein“ mit ihrem gewählten Bild lässt und sie erst dann bittet zu beschreiben, warum sie gerade dieses Bild wählten.
Ich bin der Meinung es ist wichtig, dass auch wir Lehrkräfte den Kindern die Möglichkeit geben ein Stück unser persönliches Gottesbild zu erfahren.

... der Junge, mit dem ich zusammen war, wählte einen wunderschönen Sonnenaufgang...
Er sagte: „Weil es so schön wärmend ist...“ und ich fühlte mich beschenkt von seiner Offenheit.

Man kann den Kindern auch noch ein Puzzle vorbereiten mit folgendem Text:

Wie der Vater, wie ein Freund
der es gut mit mir meint.
Wie die Mutter, die mich liebt
und mir was ich brauche gibt.
Wie der Sonnenstrahl am Morgen
der vertreibt die dunklen Sorgen.
Wie der Wind in großer Hitze
wenn ich schon ganz schrecklich schwitze.
Wie der Funken in der Nacht
der ein helles Licht entfacht.
Ich könnt ihm tausend Namen geben,
so ist Gott in meinem Leben. :D
aus: "Meine Welt spielen und erzählen", Gütersloher Verlagshaus,
In diesem Buch sind sehr hilfreiche Gedanken zum Thema "Bilder von Gott" zu finden, mir hat es sehr geholfen.

So, das wars. :D
Vielleicht könnt Ihr etwas davon entnehmen.

LG
panta rhei
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 07.03.2008, 13:07

Einen herzlichen Gruß in die Runde :D

Weil es doch etwas Vorbereitung braucht, heute ein "vorfristiger" Vorschlag :D

An Palmsonntag werden die Kinder eine Osterkerze gestalten, die sie dann mit nach Hause nehmen und am Ostersonntag im Kreis ihrer Familie entzünden können.

- Motive auf den Osterkerzen können sein ein Kreuz, eine Taube, ein Lamm, Wasser, die Sonne, die Jahreszahl
- man kann den Kindern die Symbolik der Farben erklären:
das Weiß der Kerze bedeutet Hoffnung
die Farben Gold und Gelb stehen für Licht und Auferstehung

Gebraucht werden:
- bunte Wachsplatten (oder diese Kerzen-Pens mit flüssigem Wachs)
- weiße Kerzen
- kleine Scheren oder eine dicke Stopfnadel
- eine feste Unterlage
- Motive als Vorlage

Die größeren Kinder legen die Vorlagen auf die Wachsplatte, zeichnen sie mit Kuli nach und schneiden sie anschließend mit der kleinen Schere aus ( geht auch mit einer dicken Stopfnadel- praktisch bei feineren Konturen, ist aber etwas gefummel...)
Für die jüngeren Kinder gibt es im Spielwarenbedarf so kleine "Ausstechförmchen zum Backen" :D , da sind eine kleine Sonne, Vögel und ein Herz dabei.

Die Kinder erleben Karfreitag in ihren Gemeinden.
Die Freude über die Auferstehung gemeinsam in der Familie zu erleben und als sichtbares Zeichen diese besondere Kerze zu entzünden, kann eine berührende Erfahrung für die Kinder (... und auch für uns Erwachsene) sein

LG
panta rhei :D
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon panta_rhei » 01.06.2008, 13:26

Hallo,Naitsabes
Du hast mich nach einem Vorschlag für die Gestaltung einer Vorsonntagsschulstunde mit dem Thema "Unser Vater" gefragt.
Ich schreibe die Antwort hier auf die Blumenwiese. Meine Mitstreiterinnen hatten eine wundervolle Idee, wie man die Kinder einen "greifbaren" Zugang zu diesem Gebet finden lassen kann.
Dazu muss ich sagen, es waren unsere Sonntagsschüler, mit denen sie gearbeitet haben.
Mit unseren Vorsonntagsschulkindern haben wir dieses Thema noch nicht behandelt. Zur Zeit haben wir ihre kleinen Geschwisterkinder (alle so ca 3 Jahre) mit dabei (bei Kindern unter 4 Jahren bitte ich ein Elternteil mit teilzunehmen - das funktioniert prima)
Unsere Vorsonntagsschulkinder sind auch nicht allzu viel älter, ich werde mit diesem Thema noch etwas warten.
______________________________________

Sie haben mit Fotos,, die sie gemeinsam mit unseren Kindern machten, gearbeitet:
Sie haben mit den Kindern die einzelnen Bitten besprochen und herausgefunden, was diese für sie ganz persönlich bedeuten könnten, dann dazu passende Gesten oder körperliche Haltungen gesucht und diese fotografiert.
Also z.B. "... unser täglich Brot gib uns heute..."- ein Kind hält ein Brot oder eine Handvoll Korn in die Kamera,
"... und vergib uns unsere Schuld... - da stehen 2 Kinder nebeneinander und das Eine ist gerade im Begriff, das Andere zu schubsen :-)
"... wie auch wir vergeben unsern Schuldigern..." - die Zwei geben sich die Hände.
Man kann mit einer Sofortbildkamera arbeiten; es kann aber auch spannend sein, am darauffolgenden Sonntag die Fotos mitzubringen, gemeinsam darüber zu sprechen und die Bilder zu einem Wandbild zu gestalten.

Vorschläge für Gesten "vorrätig" zu haben ist ganz sicher nicht verkehrt. :-) Es kann gerade den Kleinen bei manchen Bitten etwas schwerer fallen, eine (für sie) passende Geste zu finden.
______________________________________

Ich fand diese Idee einfach genial. Das Ergebnis ist ein berührendes Wandbild mit Fotos von Kindern die mit gefalteten Händen beten, die sich versöhnen und denen man es ansieht, dass sie mit Ernst und auch mit Freude bei der Sache waren.

Vielleicht hilft Dir ja dieser Vorschlag weiter
Oder der... :-)
http://forum.glaubenskultur.net/viewtopic.php?t=1313&postdays=0&postorder=asc&start=56

LG
panta rhei :-)

Und wie immer meine Bitte: Schreibt doch Eure Entwürfe, Ideen und Erfahrungen zu Themen mit den Kindern.
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

Beitragvon maranatha » 01.06.2008, 14:30

panta_rhei,
du hast auf das "Unser Vater" für Kinder hingewiesen, schade warum nur für Kinder?
Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. :wink:
Gott des Aufbruchs, sei mit mir unterwegs zu mir selbst, zu den Menschen, zu dir.
Benutzeravatar
maranatha
 
Beiträge: 2284
Registriert: 08.05.2005, 20:06

Beitragvon maijken » 02.06.2008, 08:48

gelöscht, da doppelt :oops:
Zuletzt geändert von maijken am 02.06.2008, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
maijken
 
Beiträge: 434
Registriert: 13.03.2008, 21:29

Beitragvon maijken » 02.06.2008, 08:49

Liebe Blumenwiesenbetrachter(innen)

ich würde hier gerne einen kleinen Beitrag schreiben und habe ein wenig Bauchweh dabei, denn auf dieser Seite empfinde ich aus vielen Beiträgen eine besondere, eine wirklich schöne Stimmung. Ich werde mich bemühen, diese schöne Blumenwiese nicht zu zertreten... :oops:

Wir versuchen seit kurzem, die Zeit vor dem Beginn der Sonntagsschule so zu gestalten, dass die Kinder „ankommmen“ können und sich zusammenfinden können. Bislang haben wir das vor allem musikalisch umgesetzt, würden aber auch gerne thematisch oder jahreszeitlich passende kleine Bastelarbeiten, Spiele, Rätsel etc. einsetzen (was eben in einer Viertelstunde so machbar ist). Hat hier jemand gute Ideen, bzw. Buchvorschläge (die Seite „KiGo-Tipps“ hat zwar sehr viel im Angebot, aber ich finde wenig wirklich Geeignetes..)

Der Ablauf sieht bei einer musikalisch gestalteten „Ankunftphase“ in etwa so aus: Wir sitzen im Bodenkreis auf Sitzkissen und singen zur Gitarre. Dabei versuchen wir, die Lieder auch etwas zu erarbeiten bzw. „greifbarer“ zu machen. Zum Beispiel das Lied „Der Gottesdienst soll fröhlich sein“ wurde folgendermaßen gestaltet: In die Mitte des Bodenkreises haben wir ein schönes Tuch mit einem runden Spiegel darauf gelegt, in der Mitte eine große Kerze (nicht angezündet – war uns zu gefährlich). Darauf verteilt schöne farbige Glasnuggets. In Schälchen bereitgestellt waren Kieselsteine und Filzblümchen. Dann haben wir zuerst die für uns neue Melodie gelernt und den ersten Vers gesungen. Dann haben wir den (ziemlich gespannten) Kindern erklärt, dass wir nun über das Geschehen im Gottesdienst nachdenken wollten, also, was gehört zu einem Gottesdienst, welche Elemente hat er etc.

Im zweiten Vers heißt es „wir hören jetzt auf Gottes Wort, und davon leben wir. Das wirkt im Alltag fort und fort, begleitet uns an jedem Ort...“ Diese Wort Gottes ist ja etwas, dass wir mitnehmen dürfen aus dem Gottesdienst (ein Trostwort, eine schöne biblische Geschichte...) und es soll uns begleiten, deshalb durften die Kinder die Glasnuggets, die das versinnbildlichen sollen, nehmen, einstecken – und sich vielleicht beim Fühlen in der Jackentasche an das Wort Gottes erinnern...

Der dritte Vers handelt von den Sorgen, die uns bedrücken und wie Gott unseren Kummer hört. Dafür waren die Kieselsteine, jedes mit einem „Kummer“ beschriftet. Die durften die Kinder aussuchen und auf den Spiegel legen. Sinnbild dafür, dass die Sorgen, die Gott gesagt werden dableiben können, und nicht mehr mit „herumgetragen“ werden müssen.

Dann, im vierten Vers wird Gott ein schönes Danklied gesungen – und die Kinder haben Filzblümchen auf die Spiegelfläche gestreut. Den Dank schenken wir Gott!

Und wie hat es den Kinder gefallen?
Vor allem die 6 – 9 jährigen haben gut mitgemacht und auch „verstanden“, damit umzugehen. Für die Größeren ist so etwas noch etwas „gewöhnungsbedürftig“ - Mitmachen war bislang ja noch nicht so üblich in der (unserer) SoSchu.

Eigentlich hätte man damit eine ganze Stunde füllen können und noch viel mehr mit den Kinder reden können – aber wir haben halt nur die Viertelstunde vorher und das ist dann „besser als nichts“.

Das Lied „Laudato si“ eignet sich meiner Meinung auch sehr gut zur „Illustration“. Der Lobpreis der Schöpfung des Franz von Assisi ist ein absolutes Lieblingslied unserer Kinder und ich habe mir überlegt, ein „Himmelsmodell“ zu basteln, und die Kinder die Gestirne, Wolken etc aufhängen zu lassen und auch die „irdische“ Seite mit Sand, Muscheln, Ähren etc. darzustellen.

So, das war's.

Liebe Grüße,
maijken
Benutzeravatar
maijken
 
Beiträge: 434
Registriert: 13.03.2008, 21:29

Beitragvon panta_rhei » 02.06.2008, 13:22

Liebe maijken,
ganz herzlichen Dank für Deinen wundervollen Beitrag.
Ich werde mich bemühen, diese schöne Blumenwiese nicht zu zertreten...
Was Du Dir für Gedanken machst... {{{ }}}
Und Du hast Recht, man hätte wirklich eine ganze Stunde füllen können... ich werde es auf jeden Fall machen :-)
Vielen Dank für diesen besonderen Impuls.

Ich habe noch nicht ganz Eure zeitlichen Abläufe verstanden. Ist es so, dass sich Eure Kinder 15 min vor der Sonntagsschule in ihrem Raum treffen und gemeinsam auf den Beginn warten?
Du schreibst, dass Du in den 15 min gern thematische Dinge tun würdest. Knüpft Ihr inhaltlich dann in der Soschu an diese Themen an?
Ich halte es für eine sehr schöne und wichtige Idee, den Kindern (auch zeitlich) die Möglichkeit des Ankommens zu geben.
( wieviele Kinder habt Ihr denn? )
Ich persönlich finde sich immer wiederholende Rituale als sehr hilfreich. Also, dass man z.B. immer die gleiche Musik im Hintergrund spielen lässt.
Ich finde Eure Idee einer musikalisch gestalteten "Ankunftsphase" sehr schön.

http://www.kindergottesdienst.org/article22830-6534.html... mit 3,50 Euro richtig günstig, größtenteils auch mit Noten
und ein wundervolles Heft mit Vorschlägen für Gesten und Gebärden zu verschiedenen kurzen Liedern zu Themen wie Schöpfung, Liebe Gottes und dem Miteinander.

"Unsere Kinder" lieben auch alles was mit Schöpfung zu tun hat ganz leidenschaftlich :-)Bild
Dieses Buch ist Klasse :-) ich verleihe es gern.

Meine Frage ist: Verstehe ich es richtig, Du suchst ganz kurze Impulse für ca 15 min oder ein gleichbleibendes "Ankommen-Ritual"
Was würdest Du Dir denn so vorstellen?

LG
panta rhei :-)
Tausend verschiedene Wege führen zum Großen Geheimnis

Lehre der Navajo - Medizinmänner
Benutzeravatar
panta_rhei
 
Beiträge: 380
Registriert: 01.06.2004, 10:12

VorherigeNächste

Zurück zu Kinder und Jugendliche



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron