Blumenwiese

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon Uhu-Uli » 18.02.2006, 18:12

Liebe Panta-rhei

ich wünsche mir, das viele es wagen, die Kinder so an den Glauben & Jesus heranzuführen, wie du es tust ...

Etwas, was wie nach deinem Motto klingt:

    Sagst du´s mir, vergeß ich´s.
    Zeigst du´s mir, merk ich´s mir vielleicht.
    Läßt du´s mich mitmachen, versteh ich´s.
    chinesisch


Alle Engel mit euch ...
Deine Uli
Uhu-Uli
 

Beitragvon panta_rhei » 23.02.2006, 14:46

Ehe es verloren geht, hier das Gedicht, das MARAN_ ATHA im Geburtstagsthread geschrieben hat.
Es ist eine schöne Idee für eine Sonntagsschule...

"IN GOTTES HAND GEBORGEN"
Gott, ich suche eine Hand,
die mich hält,
die mich beruhigt und ermutigt.
Eine Hand, die mich begleitet,
die mich schützt und führt.
Eine Hand, die mir den Weg zeigt,
die stark ist und mich nicht loslässt.
Eine Hand, die es gut mit mir meint,
die sich um mich legt,
die zärtlich ist.
Gott, Deine Hand hält mich.
Sie beruhigt und ermutigt.
Deine Hand begleitet mich.
Sie beschützt und führt.
Du legst Deine Hand um mich.
Du bist zärtlich, unendlich gut.
Deine Hand lässt mich nicht mehr los.
In Deiner Hand bin ich geborgen -
für immer.

http://www.stadtkirche-geseke.de/typo3t ... 7bc3a6.jpg gar kein "kleiner" Vorschlag
Damit kann man doch etwas Schönes anfangen... :D, MARAN_ATHA, herzlichen Dank

Viele Grüße
panta rhei
..............................
PS: Die Sonntagsschule über das Abendmahl war etwas ganz Besonderes, auch für mich.
Versucht es einmal; wascht Euch gegenseitig die Hände... und teilt ganz bewußt das Brot miteinander...
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Beitragvon Anne » 25.02.2006, 13:33

Die Sonntagsschule über das Abendmahl war etwas ganz Besonderes, auch für mich. Versucht es einmal; wascht Euch gegenseitig die Hände... und teilt ganz bewußt das Brot miteinander...

Liebe panta rhei,

vielen Dank für diesen schönen Gedanken. :):)

Wir werden morgen an den Themen weiterarbeiten, die uns schon länger beschäftigen: Liebe und Freundschaft, Streit und Versöhnung.

Wann immer wir daran weiterarbeiten, entstehen manchmal ganz spontan neue Ideen oder bilden sich Schwerpunkte heraus, die nicht selten mit unserer aktuellen Lebenssituation zu tun haben. Morgen wird es auch so sein, denn in der letzten Woche waren wir mit einem Thema konfrontiert, das uns alle beschäftigt hat: Ein Junge, der selbst nicht zu unserer Gruppe gehört - der aber von allen Kindern gekannt wird - wurde von einem Klassenkameraden „von eben auf jetzt“ angegriffen und nicht unerheblich verletzt. Diese Situation hat Betroffenheit und viele Fragen ausgelöst – beantwortet wurden sie nur ganz unbefriedigend.

Das Thema „Gewalt“ ist in seinen verschiedenen Abstufungen für Kinder und Jugendliche, für die sich sorgenden Eltern und natürlich auch für Lehrkräfte „allgegenwärtig“, für viele ist es aber auch ein schweres Thema und wird wohl auch deshalb gerne ausgeklammert. Einige wenige Menschen treten mutig auf und arbeiten an einer Bewusstseinsveränderung, die zu Verantwortlichkeit und Handlungsfähigkeit führen soll – nur ein Beispiel eines persönlich sehr engagierten Pädagogen:

Bild


Und was hat das nun mit unserem Glauben zu tun? denkt vielleicht mancher. Meine Antwort wäre: Es hat mit unserem Leben zu tun …

Für uns trifft das nun aktuell zu und deshalb soll es morgen ganz vorsichtig - und ohne es überzubetonen - mit in unsere gemeinsame ¾ - Stunde einfließen. Ich habe mich gestern sehr gefreut, dass RG unter „Liebe Grüße und Wünsche“ den Link auf den Kinderchor eingestellt hat und dachte spontan: Dafür sollten sie singen: dass sich die Impulse zur Gewalt, die grundsätzlich zunehmen, verändern lassen. Dass das auch ohne riesen Aufwand möglich ist, hat z.B. der o.g. Pädagoge bewiesen – und ich habe einige grundsätzliche Gedanken dazu in einem Buch gefunden, dessen Titel ich so skurril fand, dass ich es einfach kaufen musste :lol: :

Der Gewalt begegnen – Selbstverteidigung mit der Bergpredigt
Jonathan Düring

Zwei Überschriften daraus, die für sich sprechen:

Die „Wurzelsünde“: Respektlosigkeit
Die Grundsehnsucht: Geachtet zu sein.

Der Weg zu einem friedfertigen, gewaltfreien Umgang unter Menschen führt bei beiden Autoren (und vielen weiteren) über das Verständnis für menschliches Fühlen und Denken (incl. der Grundgefühle und Stimmungen "Wut und Aggression") – und in Folge auch für verletztes, gekränktes Fühlen, Denken und Reagieren.

Wir werden diese Themen nun weiterhin in unsere Aufführung einbauen und sie (nur) durch kleine, pantomimische Gesten und Bewegungen verdeutlichen: z.B. als der oft so notwendige „Schritt zurück“, um zunächst einmal die Spannung aus einer heiklen Situation zu nehmen usw.

Das gegenseitige Händewaschen, liebe panta rhei, passt als kleine, bedeutsame Handlung wiederum sehr gut zur Versöhnung, die ja auch Thema ist. Und ich bin sicher, dass darin ein „Zauber“ liegt:[i] wenn ich dir nahe kommen, dich berühren darf, dann wird sie für einen Moment – und wenn es nur ganz kurz ist - spürbar: die uns gemeinsame Grundsehnsucht. Und dann besteht – und wenn es auch nur für einen Moment ist - wie von selbst gar kein Grund mehr, um „gewaltig“ zu reden oder zu handeln ... oder (so)!? :wink:

Viele liebe Grüße und noch ein murmeliges Dankeschön! :D

Anne
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Beitragvon panta_rhei » 07.04.2006, 13:06

Einen herzlichen Gruß in die Runde, :D
... sieht ziemlich leer aus, unsere Blumenwiese. Und irgendwie finde ich das etwas traurig.
Da diskutieren wir mit Leidenschaft über viele Themen in der Kirche, die für UNS wichtig sind. Und das soll ja auch so sein.
Aber ich würde mir wünschen, dass wir unsere Jugendlichen und unsere Kinder nicht vergessen.
Natürlich weiß ich, dass die Veränderungen innerhalb der Kirche, über die wir sprechen im Forum, auch Folgen für unsere Jugendlichen haben werden. Und das sie dadurch manche Verletzungen nicht mehr erleben müssen, die unsere Generation getroffen hat.
Und ich weiß, dass unsere Bemühungen um eine "weite Kirche" letztlich unendlich wichtig sind für die kommenden Generationen, dafür, wie sie sich fühlen werden in der Kirche und "ob" sie überhaupt noch unsere Kirche als einen "guten Ort" sehen können für sich.
Ich würde mir nur wünschen, dass man hier viel mehr praktische Impulse finden könnte für das Zusammensein mit unseren Kindern und Jugendlichen.
Es gibt bestimmt Jugendbetreuer, die den Jugendlichen Raum geben zu eigen Themen und es gibt ganz sicher Kinderlehrer, die besondere Ideen haben den Kindern zu helfen, "selbst zu glauben".
Kann man dieses Forum nicht auch nutzen um solche Ideen weiterzutragen, um Erfahrungen auszutauschen?
...................
Bald ist ja Ostern und ich habe lange überlegt, wie ich das Wunder Auferstehung mit den Kindern erleben könnte.
Dieses Staunen darüber erreiche ich nicht durch bloße Wissensvermittlung. Das bedauere ich auch sehr an den Lehrbüchern, dass sie wenig Impulse geben über das "WIE". Sie sagen, "...die Kinder staunen über die Auferstehung" aber die Kinder können dieses Wunder nur "hören", nicht "begreifen".

Ich möchte die "Rose von Jericho" als Hilfe nehmen.
Sie wird Mittelpunkt des gestalteten Tisches sein, umgeben von Tüchern, Steinen oder Sand.
(... wenn man heißes Wasser in die Schale gießt, wird sie sich während der Sonntagsschule öffnen)
Ich bin gespannt auf die Augen der Kinder, auf das "OH...."
Sie können erleben, wie diese kleine, unscheinbare und vertrocknete Knolle zum Leben erwacht, sich öffnet und grün wird. Sie riecht sogar anders, wenn sie grün geworden ist, sie faßt sich anders an...
Ich wünsche mir für die Kinder, dass sie durch dieses sichtbar gewordene neue Leben erahnen, welches Wunder die Auferstehung Jesu ist.

Das sind so meine ersten Gedanken über die Gestaltung der Oster-Sonntagsschule.
Die Kinder werden eine eigene Osterkerze schmücken und sie an unseren Jesuslicht entzünden.
Dieses Licht wird diesmal sicher nicht gleich zu Beginn der Sonntagschule brennen, vielleicht erst, wenn sich die "Rose von Jericho" geöffnet hat....

Nun wünsche ich mir viele andere Gedanken und Vorschläge, wie man mit unseren Kindern Sonntagsschule gestalten könnte.

Viele Grüße
panta rhei :D

Einen besonderen Gruß an Dich, Anne :D (... nicht ganz uneigennützig, wie ich zugeben muß... :wink: )
Du hast doch auch immer so besondere Ideen...
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Beitragvon antifer » 07.04.2006, 13:53

Liebe Kinderfreunde,

nachdem ich nun ca. 3 Tage in den Threads "Ap. Ehrich wird neuer Bez.ap." und "Süddeutschland was nun" unterwegs war ist eure Blumenwiese wie ein Bethanien.

Ich habe leider keinen diesbezügl. Auftrag aber beim Abendmahl versuche ich meist zu den Kindern zu kommen.

Viel Freude weiterhin bei eurer schönen Arbeit.
antifer
 

Beitragvon Anne » 09.04.2006, 18:21

Liebe panta rhei,

Du schaffst es ja doch immer wieder ... :wink:

Wir hatten in diesem Jahr eine zweifache Vorbereitung auf das Osterfest: In der regulären Sonntagsschule und auch in unserer "gemeinsamen Sonntagszeit", wo alle Kinder der Gemeinde zusammen sind – und davon kann ich erzählen:

Begonnen haben wir zunächst damit, dass wir "das neu aufkeimende Leben begrüßt haben": Wie schon im letzten Jahr haben wir für die Geschwister unserer Gemeinde kleine Töpfe mit Blumenzwiebeln gefüllt und sie ihnen nach dem Gottesdienst mit nach Hause gegeben. Dazu haben die Kinder kleine Karten bemalt und beschrieben - ein wenig "Gemeinschaftspflege" also ... :)

Dank Deiner Anregung hatte das aber noch einen besonderen Sinn:

Die Kinder durften und sollten sich beim Pflanzen die Hände richtig schön dreckig machen *grins* - danach aber nicht waschen gehen.*nochmehrgrins* Als sie dann später mit noch leicht verdreckten Händen im Stuhlkreis saßen, habe ich ihnen gesagt: "Jetzt ist Zeit für´s Abendmahl!" Die Blicke kannst Du Dir vorstellen – es war köstlich (ich geb´s zu) ... :wink:

Aber dann habe ich ihnen aus der folgenden Kinderbibel das Kapitel über die Fußwaschung vorgelesen ...

Bild


... und danach haben wir uns unter diesem Eindruck gegenseitig die Hände gewaschen. Die Situation war "begreifbar", liebe panta rhei, und so *nah*, dass wir danach ganz spontan noch weiter darüber gesprochen haben, wie Jesus so war und wie er gehandelt hat. So wurde auch der Liedtext des Liedes noch verständlicher, das wir am Sonntag singen werden:

Eines Tages kam einer,

der hatte eine Freiheit in seinem Handeln … eine Liebe in seinen Gesten … eine Brüderlichkeit in seinen Umarmungen.


Und noch etwas Anderes bekam einen ganz natürlichen Ausdruck: Dass Jesus vor dem "Dreck" und auch vor der Not und dem Leiden der Menschen nicht Halt gemacht hat, sondern sie gerade darin berühren wollte.

Passionsstrophen dazu (Not-Wendigkeiten):

Eines Tages kam einer,
der hatte einen Geist in seinen Taten,
eine Treue in seinem Leiden,
einen Sinn in seinem Sterben.

Eines Tages kam einer,
der hatte einen Schatz in seinem Himmel,
ein Leben in seinem Tode,
eine Auferstehung in seinem Grabe.
(A. Albrecht)


Liebe panta rhei,

Du hast danach gefragt, wie die Kirche ein wirklicher Ort des Wohlfühlens für unsere Kinder und Jugendlichen sein / bleiben / werden kann. Es gibt darauf sicher keine Einheitslösung, aber ich erinnere (mich) gerne daran, welche Priorität uns unser Apostel in einer Versammlung für Lehrkräfte ans Herz gelegt hat:

"Lasst die Kinder an Eurem Leben (und Glauben) teilhaben ... und nehmt an ihrem Leben (und Glauben) teil."

Im Grunde hat darin ALLES Platz ...

Liebe Grüße
Anne
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Beitragvon stephanowitsch » 09.04.2006, 19:18

Liebe panta_rhei
panta_rhei hat geschrieben:Dieses Staunen darüber erreiche ich nicht durch bloße Wissensvermittlung. Das bedauere ich auch sehr an den Lehrbüchern, dass sie wenig Impulse geben über das "WIE". Sie sagen, "...die Kinder staunen über die Auferstehung" aber die Kinder können dieses Wunder nur "hören", nicht "begreifen".

Ich möchte die "Rose von Jericho" als Hilfe nehmen.
Sie wird Mittelpunkt des gestalteten Tisches sein, umgeben von Tüchern, Steinen oder Sand.
(... wenn man heißes Wasser in die Schale gießt, wird sie sich während der Sonntagsschule öffnen)
Ich bin gespannt auf die Augen der Kinder, auf das "OH...."
Sie können erleben, wie diese kleine, unscheinbare und vertrocknete Knolle zum Leben erwacht, sich öffnet und grün wird. Sie riecht sogar anders, wenn sie grün geworden ist, sie faßt sich anders an...



....... aber die "Rose von Jericho" ist dann immer noch tot und wächst nicht weiter! Wenn sie feucht bleibt, gammelt sie !
Wenn es dir nicht auf den schnellen AHA-Effekt ankommt, dann nimm doch ein bei uns jahreszeitlich noch "totes" Gehölz und beobachte die nächsten Sonntage die "Auferstehung" des Frühlings.

Oder wenn es schneller gehen soll, noch ´ne bessere Idee : Zeig deinen paar Kids am Karfreitag nach dem GD mal kurz Bohnensamen. Dann schüttet gemeinsam Wasser drüber, du machst dann bis Ostersonntag (zuhause) richtig Power (Wärme, Feuchtigkeit, keine Nässe). Ostern seht ihr euch die Samen an: Sie sind gequollen und es sollte schon der Anfang der Keimwurzeln zu sehen sein. Wenn nicht auf Anhieb: Ein paar Samen vorsichtig spalten, da müssstet ihr in einer Hälfte den Keimling sehen. Die unversehrten Samen dann in Blumentöpfe und weiter geht es.
Tipp: Besorge Prunkbohnen ! Die schmecken zwar nicht gut und sind fädig, aber haben bei weiterer Kultur prunkvolle Blüten! So wirkt der Karfreitag bis in den Sommer !

Liebe Grüsse aus der Nachbarschaft

stephanowitsch
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Beitragvon panta_rhei » 09.04.2006, 20:52

Meine liebe Anne, :D
ich danke Dir für die Beschreibung der Sonntagsschule.
Die Vorstellung, wie sich die Kinder gegenseitig die schmutzigen Hände gewaschen haben und das "Ergebnis" gesehen und "gefühlt" haben, ist etwas ganz Schönes. Und ich kann erahnen, das es die Kinder als etwas ganz Besonderes erlebt haben.
Auch wie Du mit den Kindern das "neu aufkeimende Leben" begrüßt hast, finde ich richtig schön...
"Lasst die Kinder an Eurem Leben (und Glauben) teilhaben ... und nehmt an ihrem Leben (und Glauben) teil."
Das ist es, denke ich.
Das und der Gedanke: "Helft ihnen, selbst zu glauben"


Lieber stephanowitsch,
ich weiß, ich bin kein Fachman, was Pflanzen angeht.
....... aber die "Rose von Jericho" ist dann immer noch tot und wächst nicht weiter! Wenn sie feucht bleibt, gammelt sie !
... da magst Du recht haben. Und ich möchte in diesem Thread auch nicht diskutieren.
Ob nun wirklich tot oder nicht; ich werde sie auf jeden Fall nehmen. Und die Kinder werden staunen darüber, wie sie wieder zum Leben erwacht :D !
Ich danke Dir auch für die Empfehlung der Bohnen. Damit das Wunder der Schöpfung zu bestaunen, ist eine super Idee und ich werde es bestimmt mit den Kindern machen.
Aber zu Karfreitag möchte ich sie eigentlich nicht nehmen.
Karfreitag war der Tag des Leidens, der Tag der Abschied nehmen müssens und der Tag, an dem es keine Hoffnung mehr gab; nur Trauer, Schmerz, Verlassenheit und Hoffnungslosigkeit. Ich glaube nicht, dass Maria, als sie unter dem Kreuz stand, in sich schon die Hoffnung auf die Auferstehung hatte... Sie wird geweint haben ohne Ende...

Ich denke, die Rose von Jericho eignet sich aus verschiedenen Gründen einfach gut zum Erahnen und Erleben einer "Auferstehung": die Veränderung ist einfach spektakulär, hast Du man eine aufgeblühte Rose in die Hand genommen und vielleicht daran gerochen...? Und wenn mich die Kinder nach ihrer Herkunft fragen; es gibt eine wunderschöne Legende darüber...
Stephanowitsch, das ist es doch, was wir von den Kindern lernen können; sie fragen nicht, ob tot oder nicht, sie "sehen" und sie staunen.
Warum fällt uns das manchmal so schwer.
"Werdet wie die Kinder..." sagte Jesu und ich wünschte, wir könnten es wieder...

PS: Ich weiß, dass die Rose wieder eine Trockenzeit braucht.
Und ob Tod und alles nur eine chemische Reaktion oder einfach ein besonderes Erleben, wenn sie wieder grün wird (manche Rosen werden über Generationen in der Familie weitergegeben), es kommt doch immer auf die persönliche Sichtweise an.
Herzliche Grüße zurück :D
panta rhei

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Beitragvon Hörer_des_Wortes » 09.04.2006, 21:45

Man könnte es auch "Montesori-Schulung" nennen.
Nichts neues, meines Erachtens die für Kinder beste Erziehung im Bereich Lernen.

Tja vielleicht kommt die NAK ja auch irgendwann dahin wirkliche Seelsorge zu leisten und wirkliche Erziehung der Kinder und keine Einschüchterung.

Ansätze sind ja da, doch die Umsetzung läßt Regional sehr zu wünschen übrig. . . .
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Beitragvon stephanowitsch » 10.04.2006, 06:52

Hallo,
Hörer_des_Wortes hat geschrieben:Man könnte es auch "Montesori-Schulung" nennen.
Nichts neues, meines Erachtens die für Kinder beste Erziehung im Bereich Lernen.

:D Das finde ich als Mensch, der seine wohl wichtigsten und fördernsten Schuljahre in einer Montessori-Schule verbracht hat schön.
Der für mich wichtigste Kernsatz von Montessori-Pädagogik: "Hilft mir, es slebst zu tun ! " Das soll einmal ein Kind der mit Behinderten arbeitenden Ärztin Maria Montessori gesagt haben.
Dieser Leitsatz wäre im Bereich der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit auch angesagt.

Liebe Grüsse in die Runde

stephanowitsch
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Beitragvon Anne » 10.04.2006, 08:49

panta_rhei hat geschrieben:Karfreitag war der Tag des Leidens, der Tag der Abschied nehmen müssens und der Tag, an dem es keine Hoffnung mehr gab; nur Trauer, Schmerz, Verlassenheit und Hoffnungslosigkeit. Ich glaube nicht, dass Maria, als sie unter dem Kreuz stand, in sich schon die Hoffnung auf die Auferstehung hatte... Sie wird geweint haben ohne Ende...


Liebe panta rhei,

diese Gedanken möchte ich noch einmal betonen und ich weiß, dass wir uns gerade darin sehr nah sind: dass man Leid Leid sein lässt.

Es war hier schon öfter Thema, dass Karfreitag nicht gleich Ostern ist und dass man beide Ereignisse nicht in einem "Friede-Freude-Eierkuchen-Atemzug" nennen darf, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren - eine Wirkung, die für unser Leben gedacht ist. Und es liegt ja gerade darin der "Zauber der Verwandlung", dass er inmitten des Leidens seine Kraft entfaltet hat.

Natürlich weiß ich, dass es Viele erschreckt, so über das Leiden zu sprechen ... und sich dafür vielleicht sogar zu öffnen; nicht umsonst haben wir als Menschen auch einen Selbstschutz, der uns in einem gesunden Gleichgewicht halten soll - er hat also seine Berechtigung.

Und dennoch ist es in meinen Augen ein Miss-Verständnis, wenn man Erfahrungen oder Gefühle des Leidens immer abschwächen möchte, denn sie sind längst da; sie gehören in einem gewissen Maß in jedes Leben ... und wie froh wird die *Frohe Botschaft*, wenn sie sich im Angesicht des Leidens ... wenn sie sich in einem jeden Menschenleben entfalten darf.

Unsere Kinder - meint man - sind von diesen Erfahrungen noch nicht betroffen oder sollten noch nicht in dieser Ernsthaftigkeit damit konfrontiert werden. Ich stimme hundertprozentig zu, wenn es darum geht, mit Kindern altersgerecht zu sprechen und zu arbeiten (worüber man allerdings erstmal eine Kenntnis braucht).
Ich meine aber (und mache die Erfahrung), dass die Kinder die Gefühle und Erfahrungen der Freude und des Leidens genau so kennen, wie wir - auf ihre Art und Weise ... und mit einer oft hohen Bereitschaft, offen und mitfühlend damit umzugehen.

Das erinnert mich - um wieder auf den Unterricht zurück zu kommen - an eine Vorbereitung zum Osterfest vor zwei Jahren: Ich hatte meine "Sonntagsstunde" mit den Kindern gut vorbereitet ... und dann sämtliches Material zu Hause stehen gelassen. Etwas ratlos setzten wir uns erstmal zusammen in den Stuhlkreis und dann meldete sich eine Vierjährige und sagte: "Ich möchte Euch von Karfreitag und Ostern erzählen." Sie hatte alles im Kindergarten gelernt und hat uns dann "die Geschichte von Jesus" erzählt. Ich werde nie vergessen, wie uns allen leicht die Tränen in die Augen gestiegen sind, als sie vom Karfreitag gesprochen hat ... um dann in eine unbändige Freude umzuschlagen, als es "Ostern wurde". :D

Und abschließend: Ein weiterer und ganz wichtiger Gedanke aus der Montessori-Pädagogik ist, die Kinder selbst die Impulse für das geben / setzen zu lassen, was sie tun wollen. Damit kann man sehr weit kommen ...

Liebe Grüße
Anne
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Beitragvon panta_rhei » 30.06.2006, 18:57

Ganz herzliche Grüße in die Runde,
leider sieht es immer noch ziemlich leer aus auf unserer Blumenwiese. Und dabei bin ich mir sicher, dass es viele wunderbare Ideen gibt bei unseren KinderlehrerInnen. Und ich wünschte mir sehr, hier von ihnen Erfahrungen zu lesen.

"Die Schöpfung - Wunder und Geschenk" , was war unser Thema in dem vergangenen Monat.
Hier ist eins der Konzepte:

Vorbereitung:
gekeimte Samenkörner
Glasvase mit eingepflanzten Keimlingen (Bohnenkeime dank stephanowitschs Idee :D )
kleine Glastöpfchen
ausgestochenes Rasenstück in einer Glasschale

Kinder bringen jeder ein Fundstück aus der Natur mit
____________________________________________________________

► Jesuslicht anzünden, Begrüßungsrunde

► zur Einstimmung der Kinder: „Sonnengesang von Franz v. Assisi“
(ev. leise Musik weiterlaufen lassen)

► erste Gedanken der Kinder → was passiert zur Zeit draußen in der Natur...?
○ Vögel haben Nester gebaut und werden bald Junge bekommen
○ Gras und Blumen wachsen
○ es duftet, wenn Gras gemäht wurde
○ überall sieht man Käfer und andere kleine Tiere ... usw

► Kindern das Rasenstück zeigen, es befühlen und daran riechen lassen
○ wie fühlt es sich an...?
○ wieviel verschiedene Pflanzen kann man in diesem kleinen Stück Erde finden...?
○ wer könnte in der Erde leben...?

► Über was kann man staunen in der Natur...?
○ Kinder bekommen die Möglichkeit, ihre Fundstücke zu zeigen
○ was ist besonders an ihrem Fundstück ? → jedes Kind bekommt die Möglichkeit, es zu betrachten und
seine Gedanken dazu zu sagen

► Kinder schauen sich die eingepflanzten Keimlinge an
○ welche Kraft werden die Wurzeln gebraucht haben, um sich durch die Erde zu
schieben
○ warum recken sich die Blätter in die Höhe? (Sonnenlicht, Wärme...)
→ was brauchen die kleinen Pflänzchen um zu wachsen?

► Kinder bekommen jeder einige Keime und pflanzen sie in kleine Glastöpfchen
... durch das Glas kann man sie beim wachsen gut beobachten
Gespräch mit den Kindern:
○ was brauchen die kleinen Samen um eine große Pflanze zu werden?
○ können sie in den Töpfchen bleiben...?
○ jedes Kind bekommt ein Töpfchen mit nach Hause; und damit ein Stück Verantwortung
über seine Pflänzchen
→ das heißt z.B. zu beobachten, wann es Wasser braucht, es ins Licht zu stellen,
wenn das Glastöpfchen zu klein ist, es umzupflanzen in einen größeren Topf usw.
→ die Pflänzchen sind angewiesen auf die Pflege und Aufmerksamkeit der Kinder...
○ in einigen Wochen werden die Kinder die Pflanzen wieder mitbringen und wir werden
staunen, wie groß sie schon geworden sind

► Kinder schließen die Augen und gehen auf eine kleine Reise.....
○ Wir wandern über die Erde und besuchen eine Wiese mit vielen bunten Blumen, hören die
Bienen summen. Wir gehen einen Weg unter hohen Bäumen. Vögel sitzen auf Zweigen
pfeifen ihr Lied. Wir kommen an einen Bach und hören ihn plätschern. Da setzen wir uns
hin und lauschen.....
Die Kinder malen nach ihren Vorstellungen ein Bild dazu....
______________________________________________________________________

Ziel der Sonntagsschule:
Weckung eines Gefühls für die Wunder in der Natur, die ein Geschenk Gottes an uns ist.
Er hat sie uns geschenkt und nun sind wir für sie verantwortlich.
Aber wir müssen zuerst mit offenen Augen und Herzen sehen, erfühlen, begreifen mit den Händen.
Dann werden wir es auch bewahren wollen, dieses Geschenk Gottes an seine Kinder...
_______________________________________________________________________

Ich muß dazu sagen, das gesamte Konzept kann etwas viel sein für die zur Verfügung stehende Zeit, gerade für größere Gruppen.
Das sollte man im Vorfeld gedanklich einmal "durchgehen" und einfach nur einzelne "Bausteine" verwenden.
"Gedankenspaziergänge" z.B. können manchen Kindern etwas vertrautes sein, Andere fühlen sich damit vielleicht unsicher. Dann blinzeln sie in die Runde und kucken ob der Nachbar auch wirklich die Augen zu hat.... :D
Hilfreich kann dann sein, dass sie ihren Kopf auf den Tisch legen. (mit einem kleinen Kissen oder einfach auf ihre Arme)
Es kann vielleicht eine Idee sein, wie man mit den Kindern versuchen kann, wieder staunen zu lernen und das Wunder der Schöpfung in so kleinen Dingen wie einem Stück Rasen zu erfahren

Viele Grüße :D
panta rhei
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Beitragvon stephanowitsch » 30.06.2006, 19:28

Liebe panta_rhei,
panta_rhei hat geschrieben:
"Die Schöpfung - Wunder und Geschenk" , was war unser Thema in dem vergangenen Monat.
Hier ist eins der Konzepte:

Vorbereitung:
gekeimte Samenkörner
Glasvase mit eingepflanzten Keimlingen (Bohnenkeime dank stephanowitschs Idee :D )


Ladet ihr mich zur Bohnenernte ein ? ;-)

Noch ´ne Idee zur Erklärung des Wunders der Schöpfung:
Man nehme
- einen lebendigen Baum/Bäumchen
- ein Stück Holz dieser Baumart (mit dem man vielleicht auch was bauen kann)
- die Asche eines anderen gleich großen Stückes dieser Baumart (oder aber mache ein zünftiges Lager-/Grillfeuer aus Holz)

Ich finde es faszinierend, dass aus ganz wenig Nährstoffen, Wasser und viel Sonnenenergie der Baum wächst und Holz produziert.
Die Asche symbolisiert das ganz wenige, was das Gewächs als Nährstoff aus der Erde nimmt.
In Wahrheit ist der allermeiste Anteil des Holzes aus dem "Nichts" entstanden: Kohlenstoffverbindungen, die in der Luft um uns herum ("Nichts") als CO2 gebunden herumschwirren. Beim verbrennen löst sich das in ganz wenig überbleibende Asche, in Wärmenergie (aus der Sonne) und in viel "Nichts" (CO2) auf.

Genau so ist auch der liebe Gott oft "nicht" da, aber immer um uns herum :-)
Der Gedanke kommt mir öfter, wenn ich mir hölzerne Altäre ansehe.

Liebe Grüsse

stephanowitsch
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Beitragvon Anne » 01.07.2006, 08:52

Guten Morgen! :)

Hier nur kurz ein aktueller Hinweis: Die katholische Internetplattform http://www.rpp-katholisch.de/ ist gestern freigeschaltet worden. Einen Hinweis darauf findet man auch hier: http://www.rpi-virtuell.de/

Dazu:

"Kardinal Lehmann unterstrich die Notwendigkeit der Konfessionalität der Plattform www.rpp-katholisch.de, verwies jedoch gleichzeitig auf die Notwendigkeit der Kooperation mit der Plattform www.rpi-virtuell.net.

http://www.rpi-virtuell.de/cms/navigati ... sp?ID=3435

Typisch Ökumene. Geht doch. :wink:

Herzliche Grüße
Anne
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