Blumenwiese

Praxistipps für die Kinder- und Jugendarbeit, Reflexion und Diskussion aller relevanten Themen

Beitragvon maijken » 03.06.2008, 09:48

Liebe panta_rhei,

vielen Dank für Deine „Materialhinweise“, vor allem das Buch zum Sonnengesang ist ja klasse. Da wurde ja noch jemand von diesem inspiriert...ich werde mich gleich mal darüber hermachen... :D

Zu Deinen Fragen noch kurz: also, bei uns treffen die Kinder nach und nach ca. 10 - 15 min vor dem Beginn der SoSchu ein und bleiben dann im Unterrichtsraum zusammen (ca. 10 Sonntagsschüler). Die Vorsonntagsschüler (2 – 3) sind in einem eigenen Raum, aber wir denken darüber nach, diese auch (zumindest ab und zu) herüberzuholen, damit sich die Kleinen und die Großen besser kennenlernen können.

Optimal wäre es natürlich, und ich würde mir auch sehr wünschen, dass es irgenwann so wird, wenn die Gestaltung der Ankunftsphase zum später folgenden Sonntagsschul-Thema passen würde. Das setzt aber eine gute Kooperation und intensive Kommunikation zwischen den Beteiligten voraus – und daran arbeiten wir noch... :roll:

Von daher würde ich gerne erst mal manches ausprobieren (auch gerne ein „Willkommens-Ritual“).
Für die Verabschiedung hatte ich auch schon den Gedanken an ein oder zwei besondere „Segenslieder“. Eines, das mir sehr gut gefällt ist „Bewahre uns Gott – behüte uns Gott“ aus dem neuen Kinderliederbuch Nr. 58 . Vielleicht hast Du auch hier noch Ideen...

Viele liebe Grüße,
maijken
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Beitragvon Randnotiz » 03.06.2008, 10:51

Funktioniert wieder!
Nur wer die Fakten kennt, kann sie verdrehen.

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Re: Blumenwiese

Beitragvon panta_rhei » 13.09.2009, 11:42

Einen herzlichen Gruß in die Runde.
Nach wirklich langer Zeit möchte ich mal wieder was für unsere Blumenwiese tun.

Unser Thema war: Gott bewahrt – Der Turmbau zu Babel

Vorbereitung: (dazu muss ich sagen, mit den Jahren hat sich einfach sehr viel Material
angesammelt, auf das ich zurückgreife,

- verschiedene grüne und braune größere Filzmatten
- kleine runde Filzmatten in Anzahl der Kinder
- jede Menge Holzbausteine
- Kegelfiguren
- kleine Tiere
- verschiedene kleine Dinge( aus dem Kaufmannsladen) wie Brot, Gemüse, Äpfel, Gtreide
- kleine Körbe, Schaufeln, Rechen, Holzblumen usw. (aus dem Bastel-Laden)

Einleitung:
Wir haben gemeinsam das Dorf Babel aufgebaut – mit grünen Filzmatten als Gras und braunen Matten als Felder
jedes Kind baute auf eine runde Filzmatte sein eigenes kleines Haus, mit Blumen und einer Kuh, um die es sich kümmern muss.
Wir haben überlegt, was man alles zum Leben braucht und so bekam jedes Kind eine zusätzliche „Aufgabe“: ein Feld mit Möhren anzulegen, Äpfelbäume zu versorgen, die Felder mit dem Getreide zu bestellen, auf die Kuhherde aufzupassen oder einfach ein paar Blumen zu sähen, weil die Freude bringen
… und die Kinder sahen ihr Dorf an und fanden es schön... ( wie am 7. Tag der Schöpfung :D )

Erzählung:
Die Menschen des Dorfes waren sehr glücklich. Sie sahen, wie das Getreide wuchs, die Äpfel reiften und die Kühe viel Milch gaben. Und sie waren Gott sehr dankbar, dass alles so wunderbar eingerichtet ist.
Da kamen die Menschen auf die Idee, einen hohen Turm zu bauen- einen Turm bis zu Gott hinauf...
( ich habe die Kinder gefragt, was sie denken, warum die Menschen diesen Turm bauen wollten und bekam ganz viele Antworten – aber immer war der Grundtenor Neugierde, ausprobieren, wie hoch es geht oder Gott danke sagen.
Ich halte das für sehr wichtig, legt man den Menschen doch immer ganz andere Eigenschaften wie Hochmut oder Stolz
„ in den Mund“ - und wer kann das schon wissen..)
Und die Menschen liefen los. Sie waren so voller freudiger Aufregung und guten Mutes. Sie verließen ihre Felder, Gärten und Herden und begannen gemeinsam einen Turm zu bauen.


An dieser Stelle spielten wir die Geschichte mit den Figuren weiter.
Die Kinder „ verließen“ ihre Aufgaben, setzten ihre Figuren in die Mitte des Tisches und sollten mit den Holzbausteinen gemeinsam einen Turm zu bauen.
Ich habe sie eine zeitlang bauen lassen.
Dann habe ich sie gefragt, was denn mit ihren Aufgaben wäre. Wer bäckt Brot, wer jätet die Möhren, tränkt die Tiere oder sammelt die reifen Äpfel auf.
Wir haben uns darüber unterhalten, was passieren wird, wenn sie sich nicht um Felder, Gemüse und Tiere kümmern...
Die Kinder waren schon etwas betroffen aber ich erlebte sie hin und hergerissen zwischen ihren „Aufgaben“ und dem „Abenteuer“, einen Turm zu bauen, so hoch, wie nur möglich...

Erzählung:
Gott sah, dass die Menschen alles um sich herum vergessen hatten, nur noch bauten – sich nicht mehr um ihre Tiere und Äcker kummerten.
Gott machte sich Sorgen um die Menschen, er ahnte, dass sie bald hungern würden, weil sie kein Brot gebacken hatten und keine Milch oder Obst und Gemüse mehr haben würden
Und weil Gott die Menschen so liebt, machte er etwas ganz schlaues- er verwirrte die Sprachen. Die Menschen verstanden nicht mehr, was sie sich gegenseitig sagen wollten. Es kam zu Missverständnissen und vielleicht gerieten sie auch in Streit....


Die Kinder sollten nun nicht mehr miteinander sprechen und trotzdem ihren Turm weiterbauen.
Nach kurzer Zeit fiel ihr Turm um ( das funktioniert besser, wenn die Kindergruppe etwas größer ist... :D )
Die Kinder sollten nachempfinden, dass es unmöglich ist, etwas gemeinsam zu schaffen, ohne dass man miteinander redet.

Erzählung:
Die Menschen hatten die unterschiedlichsten Gefühle, als sie ihr Vorhaben aufgeben müssten (über diese Gefühle kann man mit den Kindern gut sprechen)
Sie gingen zurück zu ihren Häusern und Feldern, Tieren und zu allen Aufgaben die sie hatten. Die ernteten ihr Getreide, versorgten das Vieh, haben Apfelkuchen gebacken und saßen am Abend zufrieden vor ihren Häusern und freuten sich an den Blumen, die dort wuchsen, weil sie gegossen wurden.
Und vielleicht erzählten sie später ihren Enkelkindern von dem großen Abenteuer, einen Turm zu bauen, so hoch, bis zu Gott hinauf. Und sie lehrten sie, dass man auf der Erde Aufgaben hat und für Dinge verantwortlich ist und dass es überhaupt nur gemeinsam geht.


Auch die Kinder sind wieder zu ihren „Aufgaben zurückgekehrt“, ein Kind hat Brot verteilt, die Kühe bekamen endlich ihr Wasser und die Pferde ihr Heu. :-)
________________________________________________

Ich weiß, dass die Geschichte vom Turmbau zu Babel meist anders gedeutet wird aber ich denke, man sollte immer vorsichtig damit sein, welche Lehren man in biblische Überlieferungen legt.
Es war mir wichtig, dass die Kinder diesen Turmbau und seine Folgen ganz praktisch erleben. Dass sie erfahren, dass alles, was sie hier auf der Erde machen oder vielleicht nicht machen, Folgen hat.
Ich denke, aus dieser Geschichte kann man viel lernen.
Es war mir wichtig, dieses Vorhaben, einen Turm zu bauen, nicht zu werten. Gerade Kinder gehen immer wieder an ihre Grenzen, probieren Neues aus und lernen so dazu. ( WIR übrigens auch :roll: )
Ich wollte, dass die Kinder einen begleitenden Gott erleben.

Unsere Kindergruppe besteht zur Zeit aus 7 Kindern von 3-7 Jahren, ein munterer Trupp mit vielen Fragen.

Herzliche Grüße in die Runde und ich hoffe auf eine Belebung der Blumenwiese :D

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