Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Diskussionen über Aspekt der neuapostolischen Soziallehre

Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Bert » 29.01.2014, 16:57

Toleranz,

ich glaube nicht, dass es eine Altersfrage ist, die hier eine Rolle spielt. Es gibt nach meiner Erfahrung in allen Altersklassen Menschen, die gut mit anderen umgehen können, und eben auch solche, denen das nicht leicht fällt. Da spielen die verschiedenen Charaktere die entscheidende Rolle. Wer z.B. nicht gut ertragen kann, wenn ihm mitgeteilt wird, dass er einen Fehler gemacht hat, der lässt sich das möglicherweise anmerken und reagiert genervt. Schon ist ein Problem da. Andere sind eher einsichtig und tragen es mit Humor, wenn ihnen etwas 'Unangenehmes' persönlich gesagt wird. Also - hier die Problematiken allein am Alter festzumachen, halte ich für nicht richtig.

Ich kenne einen neuapostolischen Vorsteher (noch gar nicht so alt), der am Altar als recht zugänglicher Mensch erscheint und offen mit Problemen umgeht, häufig dafür wirbt, dass die Gemeindemitglieder Harmonie untereinander pflegen. Doch außerhalb des Gottesdienstes hat er seine Speziellen in der Gemeinde, mit denen er sich ausführlich unterhält und befasst, aber etlichen anderen geht er möglichst aus dem Weg, möglicherweise deshalb, weil sie ihm aus seiner Sicht irgendwann mal 'komisch' oder nicht so an ihm aufschauend gekommen waren. Er scheint jedenfalls die strikt zu meiden, die sich ihm gegenüber wohl nicht so 'glatt' in die gefragte Nachfolge begeben haben.

Es könnte sein, dass er sich möglichst von Problemen fern halten möchte; wobei Letzteres, was ich vermute, auch mit seinem, wie sich herumgesprochen hat, wohl nicht konfliktfreien privaten Leben zusammenhängen könnte. Motto: die Problem zuhause oder in der eigenen Familie reichen mir, in der Kirche muss ich das nicht auch noch haben.

Aber was sollen betroffene vom Vorsteher geschnittene Geschwister tun? Besprechungen mit übergeordneten Ämtern erscheinen sinnlos. Dort hat er angesichts seiner 'Demut' diesen gegenüber einen guten Ruf. Abgesehen davon, glaube ich auch kaum, dass er seinen Charakter ändern würde. Auswechseln könnte man ihn schon deshalb nicht, weil kein Ersatz da wäre (Amtsträger sind Mangelware inzwischen). Also bleibt alles wie gehabt. Die nicht bei ihm 'Beliebten' nehmen ihn notgedrungen hin, ertragen seine Art, wie er um sie als Gemeindemitglieder möglichst einen Bogen macht, schauen bei Predigten nicht auf sene Person, nehmen seine meist guten Ausführungen wie von einem Phantom gesprochen entgegen ...

Nochmals: das hat nach meinen Erfahrungen kaum etwas mit dem Alter zu tun. Ich kenne NAK-Prediger über 60, die sehr fortschrittlich daherkommen, die manchmal sogar durchsickern lassen, dass sie nicht mit allem Kirchlichen so zufrieden sind. Demgegenüber hat's hier jüngere Amtsträger, die hätten gut in die Zeit StAp Bischoffs und Schmidt gepasst: so richtig stramme 'Soldaten'. Entschuldigung. Umgekehrt gibt's das auch, klar. (Und Jugendliche gibt's hier in der Gemeinde gar nicht!)

LG
Bert
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Cemper » 29.01.2014, 19:09

Bert hat geschrieben:Motto: die Problem zuhause oder in der eigenen Familie reichen mir, in der Kirche muss ich das nicht auch noch haben.

Bert - in meiner Verwandtschaft gab es einen Vorsteher einer neuap. Kirchengemeinde und späteren "Ältesten", der die Sache sozusagen andersrum gesehen hat. Der hat gesagt: "Ich habe genug Probleme in meiner Gemeinde, in der Familie muss ich das nicht auch noch haben."
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Toleranz » 29.01.2014, 19:13

Bert,
auf die Altersfrage wollte ich auch nicht hinaus. Bei uns ist es nicht anders als bei euch. Am Alter kann man das nicht festmachen. Ich wollte Andreas W. erklären, dass er aus seinen Glauben etwas machen soll und seinen Vorangängern zeigen soll, dass neuapostolischer Glaube auch anders funktionieren kann als in treuer Nachfolge. Tatsächlich verstoßen die Amtsträger, die permanent Nachfolge einfordern, gegen das 1. Gebot. Man sollte Gott und Jesus Christus nachfolgen und keinem neuapostolischen Glaubensprofil. Kühnle erklärt doch unentwegt: das ist eben unser Profil und davon weichen wir nicht ab. Hoffentlich habe ich mich nun verständlich ausgedrückt. Ich wollte Andreas nur Anregungen geben, nicht zu verzagen. Ich hole mir meine Glaubenskraft übrigens sowohl vom Alter als auch von der Jugend. Ich habe eine liebe neuapostolische Ehefrau und ganz phantastische Kinder, die mir sehr eindrucksvoll vorleben wie neuapostolischer Glaube gelebt werden kann. Gott hat es gut mit mir gemeint :) .
LG
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Peter B aus E » 29.01.2014, 21:16

Cemper hat geschrieben:
Bert hat geschrieben:Motto: die Problem zuhause oder in der eigenen Familie reichen mir, in der Kirche muss ich das nicht auch noch haben.

Bert - in meiner Verwandtschaft gab es einen Vorsteher einer neuap. Kirchengemeinde und späteren "Ältesten", der die Sache sozusagen andersrum gesehen hat. Der hat gesagt: "Ich habe genug Probleme in meiner Gemeinde, in der Familie muss ich das nicht auch noch haben."


@ Cemper,
für die publizierte Haltung des " Ältesten" - braucht es keine gleichberechtigte Ehefrau .
Sondern eher eine Gehilfin mit möglichst aufschauender Geisteshaltung.
--
welche im Idealfall einen gewissen "Amtsstolz " für das Amt des Gatten mitbringt.
---
Sonst ist es durchaus möglich, dass die " Probleme " in der Gemeinde/ den Gemeinden -
völlig in den Hintergrund treten .
---
Wenn die angetraute Madame - ihren Hauspriester die" Schuhe in Laufrichtung " stellt -
verliert er auch heute noch - zumindest ein so genanntes Charakteramt .
Unter Umständen sogar völlig unschuldig .
---
Aber - viele laute Stimmen , werden durch Erfahrung - leiser... 8)

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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Cemper » 29.01.2014, 21:44

Peter B aus E hat geschrieben:Aber - viele laute Stimmen , werden durch Erfahrung - leiser...

Ja - aber, wie so oft, ein "Aber": In der seltsamen Forenwelt findet man auch viele, deren Stimmen lauter werden, manche schreien sogar, wobei zu beachten ist, dass es auch ein leises Schreien gibt, und manche wissen alles besser, und andere erzählen seit vielen Jahren dieselben Geschichten, deren harter Kern das Ablenken von der eigenen Person ist, und dabei berufen sich viele auf ihre Erfahrungen. Unklar bleibt für mich, ob diese "Leute"- mehr Frauen als Männer - ihre Erfahrungen verstanden haben oder verstehen und ob sie gar in der Lage sind, einmal darüber nachzudenken, warum andere, die "weiß Gott" nicht unterbelichtet sind, ganz andere Erfahrungen als sie gemacht haben und dies auch erläutern können - freilich ist denen diese Forenwelt nicht der geeignete Ort für solche Darlegungen. Mein Eindruck ist: Nein, sie haben es nicht. Sie stehen sich vermutlich selbst im Weg und leiden an unbewältigten Verlusten - und sie schreien und schimpfen und produzieren Hohn und Spott. Das nennt man dann auch "Dialog und Austausch" (was ja schon begrifflich etwas schief ist, denn "Dialog" heißt doch "Austausch" - man sagt ja auch nicht "mit Autos und Fahrzeugen", aber das nur nebenbei). Garniert wird der "Dialog und Austausch" mit "Tageslosungen". Wenn Sie verstehen, was ich meine … Anders gesagt: Enttäuschungen sind besonders schmerzlich, wenn es um enttäuschte Liebe geht.

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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Heidewolf » 29.01.2014, 23:02

Also, ich war heute abend auf einer Veranstaltung, wo ein kath. Pastoralreferent (Er ist stud Theologe und verheiratet, kann deswegen nicht Priester sein) den überwiegend evangelischen Zuhörern etwas über Martin Luther und die Reformation erzählt hat. Es mündete dann in Geschichtchen über ökumenische Holperschrittchen. Z. B. eine ökumenische Taufe. Als dann der Bischof in Hildesheim oder ein anderer Oberer das mitbekam, gab es den Kommentar: Seid ihr denn von allen ..... verlassen oder so.
Es war einfach eine insprierende Stunde, ein wenig Orgelmusik (ua. whiter shade of pale, Ein feste Burg ist unser Gott). Und dann ein frei gesprochenes Gebet eines kath. Geistlichen an einem evangelischen Altar , gemeinsames Vater Unser und Segen. Und das in Pullover und offenem Hemd.
Ich habe einen tiefen inneren Frieden empfunden.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. (Matthäus 23,8-12)
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Peter B aus E » 29.01.2014, 23:31

Cemper hat geschrieben:
Peter B aus E hat geschrieben:Aber - viele laute Stimmen , werden durch Erfahrung - leiser...

Ja - aber, wie so oft, ein "Aber": In der seltsamen Forenwelt findet man auch viele, deren Stimmen lauter werden, manche schreien sogar, wobei zu beachten ist, dass es auch ein leises Schreien gibt, und manche wissen alles besser, und andere erzählen seit vielen Jahren dieselben Geschichten, deren harter Kern das Ablenken von der eigenen Person ist, und dabei berufen sich viele auf ihre Erfahrungen. Unklar bleibt für mich, ob diese "Leute"- mehr Frauen als Männer - ihre Erfahrungen verstanden haben oder verstehen und ob sie gar in der Lage sind, einmal darüber nachzudenken, warum andere, die "weiß Gott" nicht unterbelichtet sind, ganz andere Erfahrungen als sie gemacht haben und dies auch erläutern können - freilich ist denen diese Forenwelt nicht der geeignete Ort für solche Darlegungen. Mein Eindruck ist: Nein, sie haben es nicht. Sie stehen sich vermutlich selbst im Weg und leiden an unbewältigten Verlusten - und sie schreien und schimpfen und produzieren Hohn und Spott. Das nennt man dann auch "Dialog und Austausch" (was ja schon begrifflich etwas schief ist, denn "Dialog" heißt doch "Austausch" - man sagt ja auch nicht "mit Autos und Fahrzeugen", aber das nur nebenbei). Garniert wird der "Dialog und Austausch" mit "Tageslosungen". Wenn Sie verstehen, was ich meine … Anders gesagt: Enttäuschungen sind besonders schmerzlich, wenn es um enttäuschte Liebe geht.

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@ Cemper,
- Ent täuschungen sind im eigentlichen Sinne des Wortes nicht unbedingt etwas " Schlechtes ". Bedeutet es doch auch das " herausgeholt werden aus einem nicht realem Zustand ".
Natürlich spielt hier der Verursacher der Täuschung eine wesentliche Rolle- und sicher :
Es kann verletzen.
---
Wie Sie allerdings Ihren Beitrag von meinem ableiten,
ist mir völlig unklar.
Ich versuche daher ,den einen oder anderen Satz - persönlich wertend zu nehmen.
---
Mir ist niemand so richtig aufgefallen ,Welcher von seiner Person ablenkt.
Vielleicht deshalb.
Es mag durchaus sein, dass nicht jeder Einwurf zu einem Dialog führt. Manchmal bleiben es halt Einwürfe- man sollte da nicht unbedingt auf individuelle Befindlichkeiten "Schlußfolgern".
--
Sie wissen - sicher besser als ich- dass es mehr Fragen als Antworten gibt .
Ebenso gibt es immer mehrere Seiten- von denen man eine Sache betrachten sollte .
Beständliche Sachen - halten so etwas aus .
---
Aber denke im Ansatz zu verstehen was Sie meinen und füge noch hinzu : es gibt auch den einen oder anderen,der sich " belesen " gibt . Und gern mal Literatur empfiehlt.
Sie wissen vielleicht ,was Schopenhauer dazu meint : .. jedes überflüssige Wort -wirkt seinem Zweck entgegen.
Es ist nicht zwangsläufig differenzierbar.. ob das geschriebene -oder nur das gesprochene
Wort.
---
Mir ist es nicht gegeben , wörtliche Überflüssigkeit immer und sofort ( und noch vor seiner " Registratur " ) der Überflüssigkeit zu überführen .
Und ein Grundvertrauen - baue ich nicht auf eine Referenz.
Was ich sagen will damit : Manchmal scheint so mancher Forie durchschauhbar .. und doch kann er Sie und mich nur enttäuschen .
Im Sinne der zusammengesetzten Begrifflichkeit .
--
Nein, Essen ist falsch-
Sie dürfen mich in Ihrer näheren Umgebung
vermuten. Der Ort würde Ihnen nichts sagen .
Da ihn auch niemand kennt - wo ich mich im Moment aufhalte.
Und das ist keine 12 km von E. entfernt .
...
bleiben Sie mir ähnlich gewogen -
wie Sie es bereits sind.
freundlichst ,Peter B.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Cemper » 30.01.2014, 06:36

Guten Morgen Peter B. aus E. Essen ist es also nicht. Wie bin ich bloß darauf gekommen? Nun - vielleicht ist dieser Tipp richtig: Klick.
Und falls Sie ihn mal treffen - grüßen Sie Onkel Dagobert.

Freundlich-gewogen
Ihr Cemper
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Peter B aus E » 30.01.2014, 22:25

Cemper hat geschrieben:Guten Morgen Peter B. aus E. Essen ist es also nicht. Wie bin ich bloß darauf gekommen? Nun - vielleicht ist dieser Tipp richtig: Klick.
Und falls Sie ihn mal treffen - grüßen Sie Onkel Dagobert.

Freundlich-gewogen
Ihr Cemper


ich habe keine Ahnung ,wie sie auf Essen kamen. Meine aber mich zu Erinnern -dass Sie die Frage so schon einmal gestellt haben .
Sonst, Dagobert wohnt
auch dort, er heißt nur nicht so.

freundlichst ,
Peter B.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Andreas W. » 31.01.2014, 06:17

Sonia hat geschrieben:eigentlich wollte ich zu so einem Thema gar nichts sagen. Dass in so einer Situation "flotte Sprüche" überflüssig sind, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und alles, was andere dazu sagen können, ist irgendwie daneben. Das ist es ja wirklich.Sonia


Liebe Sonia,

nein, so habe ich das nicht aufgefasst ;-) Und ich bin Dir und den vielen anderen hier für die lieben, guten und aufbauenden Gedanken sehr sehr dankbar!


Sonia hat geschrieben:Du fühlst dich in einem Sog und bist überzeugt, dass es unmöglich ist, dem zu entkommen - außer es geschieht das Wunder, um das du betest. Wunder mit Knall und Blitz geschehen ja eher selten, aber man sollte nicht vergessen, sich auch über unscheinbare Dinge zu wundern, z.B. über die Hoffnung, dass gar nicht verlangt wird, dass man sich überfordert. Oder darüber, dass man plötzlich einen Moment glücklich ist und gar nicht daran denkt, dass man das eigentlich gar nicht mehr kann.


... also nicht nach den großen, momentan unmöglich wirkenden Dingen schauen, sondern Gott die Chance geben, ihn in kleinen Wundern zu erleben. Beispielsweise nicht permanent sehen, was alles nicht klappt, sondern sich über das freuen, was klappt - z.B. ein Gottesdiensterleben, das trotz allem selig gemacht hat. Wolltest Du das damit sagen? Und sich selbst akzeptieren und damit verbunden die Tatsache, dass man momentan eben nicht "Fortgeschrittenenstoff" beherrschen kann, sondern um die Basics kämpfen muss?
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Sonia » 31.01.2014, 12:28

Hallo Andreas,

ja, so ungefähr. Vielleicht mit weniger Betonung auf "kämpfen". Was gibt es zu kämpfen, es ist kein Gegner da?!

In meiner näheren Umgebung gibt es eine Frau, deren Kindheitstraum es war, Klavier zu spielen. Die Eltern hatten nur Blockflöte erlaubt. Als Erwachsene beschloss sie eines Tages, sich den Kindheitstraum zu erfüllen, kaufte sich ein Klavier und nahm Unterricht.
Ihr Spiel wird vermutlich nie den gestrengen Ohren eines Konzertsaalpublikums standhalten. Das kümmert sie aber nicht, denn nicht eine Meisterschaft ist ihr Ziel, sondern das Klavierspielen selbst, und das ist es, was ihr Freude macht, selbst wenn es ein gelungenes "Fuchs du hast die Gans gestohlen" ist. Sie ist hochmotiviert und übt viel und strengt sich an (selbstverständlich ist das anstrengend!). Über Fuchs du hast die Gans gestohlen ist sie übrigens längst weit hinaus.
Der Fortschritt, so wie ich das sehe, ist nicht das, was sie sich "erkämpft" hat, sondern den gibt es gratis dazu, wenn man sich mit ganzem Herzen, Geduld und Spucke einer selbst gewählten Sache widmet. (Wovon man sich schließlich als Erwachsener nicht mehr abhalten lassen muss. Weder von Erziehungsberechtigten noch von Geschwistern.)

Spielt man aber Blockflöte, weil die Erziehungsberechtigten das für richtig halten, muss man um jeden Fortschritt kämpfen - und wer in dem Kampf der Verlierer ist, weiß jeder, der gegen seine Wünsche mit einer Blockflöte beglückt wurde. :wink: Für die Blockflötengeneration bist du vermutlich zu jung, sei froh.


So, jetzt ist aber Schluss mit Geschichten von Frau Sonia!

Schönes Wochenende
Sonia
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Cemper » 31.01.2014, 14:29

Das darf Frau Oberlinger aber nicht lesen ...

Unter uns: Ich mag Blockflöte auch nicht.
Und Blödflockenquartette schon gar nicht.
Aber die Quer- oder Traversflöte - das ist schon was ...


Klick
Klack (*)

* Das Kleid der Geigerin links ist nicht optimal (die Querstreifen), aber das übersehen wir mal.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Zwischenruf » 31.01.2014, 14:45

Sonia hat geschrieben:In meiner näheren Umgebung gibt es eine Frau, deren Kindheitstraum es war, Klavier zu spielen. Die Eltern hatten nur Blockflöte erlaubt. Als Erwachsene beschloss sie eines Tages, sich den Kindheitstraum zu erfüllen, kaufte sich ein Klavier und nahm Unterricht. Ihr Spiel wird vermutlich nie den gestrengen Ohren eines Konzertsaalpublikums standhalten.

Hallo Sonia, um aufzutrumpfen, muss man eben früh anfangen : :!: Klick
LG, Z.
Auch und gerade in dem , was uns aufgrund unserer tiefsten Glaubensüberzeugung voneinander unterscheidet, müssen wir uns gegenseitig respektieren und lieben. (Papst Benedikt XVI.)
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Sonia » 31.01.2014, 15:29

Aber die Quer- oder Traversflöte - das ist schon was ...

Unterricht per Skype, bei einer Lehrerin, die mit pinkem Nagellack auf einer güldenen Querflöte spielt, märchenhaft... Hach, vielleicht sollte ich tief in mich hineinhorchen, ob ich das nicht schon immer wollte. Seufz...
:lol:

Ich hab meistens nichts gegen Blockflöten, hatte ich zur alle-spielen-Flöte-Zeit auch nicht, allerdings wurden solche Rohrstöcke bei mir auch nicht zur Züchtigung angewendet.
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