Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Diskussionen über Aspekt der neuapostolischen Soziallehre

Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Peter B aus E » 28.01.2014, 00:18

Bert hat geschrieben:Zum Thema Eine Kirche, in der sich Menschen wohlfühlen

Auszug daraus:

Wie solche Wohlfühlatmosphäre entstehen und genährt werden kann, beantwortet die neue Vision der Neuapostolischen Kirche ebenfalls. Dort heißt es ausdrücklich „Eine Kirche, in der Menschen sich wohlfühlen und – vom Heiligen Geist und der Liebe zu Gott erfüllt – ihr Leben nach dem Evangelium Jesu Christi ausrichten und sich so auf sein Wiederkommen und das ewige Leben vorbereiten.“

Diesen Halbsatz bezeichnet der Stammapostel als einen „Schlüssel“. Wo diese Grundlage vorhanden sei, kann das Wohlgefühl in der Gemeinde zunehmen. Wo der Heilige Geist die Führung habe, da sieht man nicht so sehr auf sich selbst, sondern habe das Wohl des anderen im Auge.

In seinen Gedanken gibt er eine konkrete Empfehlung: „Jeder leiste einen Beitrag, dass er selbst, aber auch andere sich in der Gemeinde wohlfühlen.“


@ Bert,
zum letzten Satz zuerst etwas : Das ist manchmal sehr schwer oder sogar unmöglich.
---
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer neuap. älteren Dame . Vor einiger Zeit erzählte sie mir voller Freude, dass durch die Relativierung der Begrifflichkeit " Gottes Kinder "
ihr geliebter und bereits verstorbener evangelischer Ehemann - auch eine Chance hätte bei der Wiederkunft Christi.
---
Ihrer Meinung war er überzeugt von seinem Glauben- und ein durchaus besserer Christ - als ein großer Teil der Neuapostolischen .
Soll heißen , er könnte mit zur " Herde Christi " zählen- auch wenn er nicht im Jenseits " versiegelt " wird.
---

Nun zum wesentlichen Teil. Diese Freude und Hoffnung teilte niemand im Seniorenkreis mit ihr.
Im Gegenteil - Breite Ablehnung .Der scheinbare Verlust des Elitestatus -
ist für viele ein heiliges Problem -
-----
Eine schreckliche Erfahrung für die Glaubensschwester, hatte sie doch gehofft-
dass die,welche sie eigentlich lieben ( sollten!!) -
auch die Freude verstehen und teilen könnten.......

Also, mach was- damit Du Dich wohlfühlst ??

LG, Peter B.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Bert » 28.01.2014, 10:29

@ Peter B aus E

Ich hatte den Link eingesetzt, um das 'Rezept' der Kirche bekannt zu machen.
Zur Anwendung kann ich nichts sagen.

LG
B.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Toleranz » 28.01.2014, 10:50

Cemper,
ich weiß nicht, ob ihr Ratschlag für Andreas W. so sinnvoll ist, wenn Andreas W. Diakon und sein Problem der Vorsteher in seiner Gemeinde ist. In dieser Konstellation ist "das aus dem Weg gehen" schlecht möglich. Ich halte von den Stammapostelparolen zum Jahresanfang ohnehin nicht viel. Das Leben ist in der Regel nicht so einfach, dass man sich auf Kommando wohl fühlen kann oder mit Liebe ans Werk gehen kann. Als Vorsatz sind solche Parolen vielleicht dienlich. Ein Psychologe- der Name fällt mir momentan nicht ein- hat einmal untersucht, was aus den guten Vorsätzen, die man sich am Jahresanfang macht, geworden ist. Das Ergebnis war ernüchternd. Geradezu erschreckend war das Ergebnis beim Vorsatz Gewichtsabnahme :D .
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Cemper » 28.01.2014, 16:49

Toleranz - da haben Sie mal wieder Recht. Manchmal kann man sich nicht aus dem Weg gehen. Ich habe es vor einigen Tagen praktisch erfahren. Ich war in Berlin - Hbf tief, Gleis 8 - in einen ICE gestiegen und gleich in den Speisewagen gegangen. Der Kellner brachte dann das bestellte "Abendessen", und als ich gerade zu Messer und Gabel griff, kam jemand in den Speisewagen, mit dem ich den bislang größten Krach meines Lebens hatte: ein Zeithistoriker, der meint, er könnte mir "auf der Nase rumtanzen", während ich meine, er müsste mal in eine Therapie. Und es gab nur zwei freie Plätze: an meinem Tisch und am Nachbartisch, und zwar so, dass wir uns ständig anschauen konnten. Das war sehr schön. - Weggehen konnte ich schlecht. Der Zug war "rappelvoll". Wir haben uns dann ignoriert. Er mich. Ich ihn. Jeder hatte eine Zeitung vor der Nase. Er die FAZ. Ich die SZ.

Aber zwischen einem neuap. Diakon und Gemeindevorsteher wird es so etwas Blödes auch bei nicht stimmiger "Chemie" nicht geben. Alle meinen es doch gut. Und das muss man ja immer berücksichtigen. Aber unbeschadet dessen ist es ja so, dass man eben nicht mit allen kann. So etwas wird es vielleicht auch dermaleinst im Himmel geben. Dort treffen wir ja unsere Lieben wieder - aber die anderen auch.

Ihr Cemper
Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Andreas W. » 29.01.2014, 07:27

Cemper hat geschrieben:Aber zwischen einem neuap. Diakon und Gemeindevorsteher wird es so etwas Blödes auch bei nicht stimmiger "Chemie" nicht geben. Alle meinen es doch gut. Und das muss man ja immer berücksichtigen. Aber unbeschadet dessen ist es ja so, dass man eben nicht mit allen kann. So etwas wird es vielleicht auch dermaleinst im Himmel geben. Dort treffen wir ja unsere Lieben wieder - aber die anderen auch.


Lieber Cemper,

da haben Sie schon recht. Im Normalfall gibt es so etwas nicht und auch ich und der betreffende Amtsbruder haben uns zumindest auf ein Mindestmaß "zusammengerauft", was meint, dass wir auf der "Smalltalk-Ebene" gut miteinander auskommen und uns auch nicht ignorieren müssen. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack und für eine gelungene Zusammenarbeit im Brüderkreis brauche ich eben mehr als nur Smalltalk mit unterschwelligem Unbehagen.

Ihre Aussage, dass wir im Himmel unsere Lieben - aber die anderen eben auch - treffen werden, finde ich sehr interessant. Und ich bin mir nicht sicher, ob hier sogar ein Hauch Ironie mitschwang?! Dazu müsste ich Sie persönlich kennen. Auf alle Fälle wird sich in der NAK ja gerne dieser Aussage bedient: "Im Hochzeitssaal musst Du ja mit Bruder X und Schwester Y auch auskommen." So oder so ähnlich wird gerne Argumentiert und daraus geschlussfolgert, dass alle Konflikte bewältigbar sein müssen, da wir ja alle gemeinsam im Himmel sein wollen. Und wer das hier nicht schafft, der wird auch nicht dabei sein, wenn der Herr kommt. So wird es nicht selten gesehen ...

In gewisser Weise ist in dieser These ja auch viel Wahres enthalten und wir müssen ja auch daran arbeiten, zu vergeben und mit möglichst jedem klarzukommen. Das tue ich und darum ringe ich auch. Aber eines wird bei dieser Aussage gerne außer Acht gelassen: Im Himmel werden wir ganz sicher alle miteinander auskommen. Warum? Weil dort der Teufel keinen Zugang hat und wir dort alle sündlos sein werden und dort nur die göttliche Liebe regieren wird. Dort kann es solche Differenzen, wie es sie auf Erden aus den menschlichen Unzulänglichkeiten heraus noch gibt, überhaupt nicht mehr geben. Wenn ich diese These weiterspinne, dass man nur an der Wiederkunft Christi teilhaben kann, wenn man jedem vergeben kann und jeden von Herzen liebt, dann heißt das für mich im Umkehrschluss: Ich kann nur an der Wiederkunft Christi teilhaben, wenn ich ohne Sünde bin. Ergo würde niemand dabei sein. Wenn man ehrlich und aufrichtig ist und sich bemüht, die eigenen Fehler abzubauen, dann wird Gott am Ende sicherlich den Rest aus seiner Gnade dazugeben. Irgendein Stammapostel sagte einmal: An der Wiederkunft Christi wird es so viel Gnade geben, wie es bis dahin noch nie gegeben hat. Das kann ich glauben ...
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Bert » 29.01.2014, 08:47

Werter Andreas W.,

bei deinem Hinweis, dass es im Himmel (ich sag's jetzt mit meinen Worten) das Böse nicht mehr geben kann, weil ja der Teufel (der Verursacher oder Initiator des Bösen) keinen Zugang zum Himmel hat, bin ich hängen geblieben. Entspricht sicher den Vorstellungen der Kirche, die sie ihren Mitgliedern entgegenbringt. Es ist ausserordentlich tröstlich für die Gläubigen, kann ich mir denken, darauf zu setzen.

Doch die Aussage lenkt auf einen Gedanken, den ich bislang noch nicht verfolgte. Es ist der Gedanke oder die Frage: Warum soll der Gläubige sich heuer im Leben so abmühen, vom Bösen zu lassen, wenn er doch, über den Weg der überaus großen Gnade in den Himmel gelangt, dort in jedem Fall (!!) nicht mehr vom Bösen (vom Teufel) erreicht und zu dessen Werkzeug gemacht werden kann? Die These lautet doch: 'Der Eintritt in den Himmel macht alles gut!'

Der Mensch könnte sich doch zurücklehnen und alles dem künftigen Himmel überlassen.

FG
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Andreas W. » 29.01.2014, 08:57

Bert hat geschrieben:Der Mensch könnte sich doch zurücklehnen und alles dem Himmel überlassen.


Lieber Bert,

schön wäre das schon, aber das Gleichnis Jesu mit den anvertrauten Zentnern zeigt, dass es leider nicht so einfach ist. Ja, ich glaube, dass Gott viel Gnade schenken wird. Der Unterschied zu unserer Leistungsgesellschaft ist, dass für Gott "er hat sich stets bemüht" eine tolle Leistung ist. Jeder soll mit dem, was Gott einem geschenkt hat, arbeiten und den anvertrauten Zentner nicht einfach vergraben und brach liegen lassen. Wir sollen daran arbeiten, Gott und den Nächsten zu lieben, zu vergeben, zu glauben, zu vertrauen, zu dienen, demütig zu werden, etc. Und sicher ist: Vieles wird nicht gelingen, aber wenn wir ehrlich und aufrichtig sind und uns ernstlich bemüht haben, dann - so ist mein Glaube - wird Gott viel Gnade schenken.

Sich zurücklehnen und sagen: Ich sündige mal drauf los, am Sonntag ist eh wieder Sündenvergebung! Oder: Ich lebe mein Leben so dahin, am Ende wird Gott schon gnädig sein! Das dürfte schon aufgrund des Gleichnisses Jesu nicht klappen ...

Liebe Grüße!
Andreas
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Bert » 29.01.2014, 09:26

Lieber Andreas W.,

natürlich habe ich mit einer Antwort, wie du sie jetzt gibst, gerechnet. :wink:

'Ich sündige drauf los.' Nun, das hatte ich natürlich nicht gemeint. Und was mein Verhältnis zum Nächsten angeht, soll natürlich das Gebot der Liebe es bestimmen.

Die Klippe scheint die Zulassung zum Himmel zu sein, will sagen: dafür muss der Gläubige was tun. Doch die Frage bleibt: warum eigentlich, wenn doch durch den einen Schritt in den Himmel hinein sich alles sozusagen erledigt, etwa die Einflußnahme des Bösen auf mein Tun, und ich dadurch eine verträgliche, eine liebevolle, einfach eine Seele sein werde, wie sie im Himmel gewünscht ist?

Warum die Kirchenlehre, sich hier schon in der Liebe zu üben für die Ewigkeit, wenn dort doch ohnehin NUR die Liebe das bestimmende Element sein kann angesichts des dortigen Hausverbots für den Teufel?

Ich denke, ich bekomme darauf keine befriedigende Antwort; auch die Bibel hält sie nicht bereit.

LG
Bert
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Sonia » 29.01.2014, 09:38

Hallo Andreas,

"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", meinte Friedrich von Schiller zum Thema.
Leider wird man sich nie einig, wer der "Frömmste" ist und wer der "böse Nachbar". :?

Wahrscheinlich weiß jeder aus eigener Erfahrung, wie fies es ist, mit Leuten auskommen zu müssen, denen man nicht aus dem Weg gehen kann und bei denen man auch nur schwer sagen kann: Der/die soll mir den Buckel runterrutschen. Der Familie entsagen, die Gemeinde wechseln, umziehen, einen anderen Job suchen? Das müsste doch anders gehen! Offenbar ist noch keine Lösung dafür gefunden, jedenfalls kenne ich keinen, der eine verallgemeinerbare wüsste, wenn auch die meisten Leute sehr genau wissen, was sie in der Situation eines anderen getan hätten...

Du schreibst:
[...]ich und der betreffende Amtsbruder haben uns zumindest auf ein Mindestmaß "zusammengerauft", was meint, dass wir auf der "Smalltalk-Ebene" gut miteinander auskommen und uns auch nicht ignorieren müssen. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack und für eine gelungene Zusammenarbeit im Brüderkreis brauche ich eben mehr als nur Smalltalk mit unterschwelligem Unbehagen.
Das ist doch schon was. Vielleicht erlaubst du dem Mann einfach, darüber hinaus so zu sein wie er will und nicht deinen Geschmack zu treffen, nicht zu gelungener Zusammenarbeit beizutragen und nicht für dein Behagen zu sorgen. Ich finde es jedenfalls manchmal hilfreich, mir klarzumachen, dass jeder das Recht hat, so scheußlich zu sein wie er will und es mir nicht zusteht, ihm das nicht zu erlauben. Wenn das auch nicht unbedingt zur Entspannung der Situation beiträgt, so doch wenigstens zu meiner Entspannung. 8)

Freundliche Grüße
Sonia
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Andreas W. » 29.01.2014, 11:54

Lieber Bert,

da gebe ich Dir völlig recht: Warum wir jetzt für etwas trainieren müssen, was sich drüben ohnehin erledigt hat, ist eigentlich unlogisch und wir werden wohl nirgends eine Erklärung dafür finden. Vielleicht begnügen wir uns damit, dass Gottes Gedanken einfach viel höher und umfassender sind als unsere?

Wenn ich nämlich das ganze nun weiterspiele, dann finde ich im ganzen Weg Gottes keine Logik: Weshalb schafft Gott den Menschen nicht gleich so, dass er auf ewig die Gemeinschaft mit ihm haben kann. Weshalb dieser komplexe "Erlösungsweg": Schöpfung - eigener Wille - Sündenfall durch einen Menschen - Leben und Sterben in Gottferne - Opfer durch einen Menschen, der gleichzeitig Gott ist: Jesus - etc. - bishin zur hoffentlich ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Wir werden keine befriedigenden Antworten finden, auch die Heilige Schrift hält sie nicht bereit. Also versuchen wir einfach, es mit Jesaja 55, 8 und 9 zu halten und einfach nur zu glauben:

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken."




Liebe Sonia,

vielen Dank auch für Deine netten Zeilen und den konkreten Tipp. Auch das versuche ich und möchte es gerne noch intensiver versuchen, aber bislang hat das zwar zu der akzeptablen "Smalltalk-Ebene" geführt, aber nicht dazu, dass ich mich innerlich wohlfühlen kann. Und das ist ja auch die Problematik: Ich will mich nicht nur in die Gottesdienste schleppen, sondern ich möchte mich dabei wohlfühlen.

Viele Grüße
Andreas
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Sonia » 29.01.2014, 12:13

...na ja, die Kommunikationsebene mit Einzelnen und der Gottesdienst haben ja keinen zwingenden Zusammenhang (theoretisch).
Da hilft eine goldene Regel: Willst du glücklich sein, dann sei es. :D

Gruß
Sonia
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Andreas W. » 29.01.2014, 14:10

Sonia hat geschrieben:...na ja, die Kommunikationsebene mit Einzelnen und der Gottesdienst haben ja keinen zwingenden Zusammenhang (theoretisch).


... solange nicht die Person, mit der man die Probleme hat, den Gottesdienst hält.

Sonia hat geschrieben:Da hilft eine goldene Regel: Willst du glücklich sein, dann sei es. :D


Liebe Sonia,
so in der Art hatte ich das auch schon manchem empfohlen. Auch hatte ich vom Altar aus schon leichtfertig ausgesprochen, dass es doch nicht so schwer sein kann, dem Nächsten zu vergeben. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass es Situationen gibt, in denen genau das nicht mehr geht. Jetzt habe ich gelernt, die Menschen zu verstehen, welche an manchen Konflikten und Entwicklungen fast schon zerbrochen sind. Hier kann ich zukünftig mitfühlen ...
Wenn Du in so einem Sog drinnen bist, dann klappt es leider nicht einfach, zu sich zu sagen: "Ich will glücklich sein!" - also: Schalter um und smile :lol: Da hat bis jetzt noch nicht einmal das Gebet (manches intensive Gebet) geholfen.
Für viele Situationen gebe ich Dir recht, Sonia, aber es gibt auch die Situationen, wo es leider nicht so einfach ist. Wäre es so einfach, hätte ich das hier bestimmt nicht besprochen ;-)
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Toleranz » 29.01.2014, 15:45

Andreas W.,
manchmal reicht es auch aus, dass man der Gemeinde zeigt, dass es auch anders geht. Manches braucht seine Zeit. Ich habe es in der neuapostolischen Kirche eigentlich immer so praktiziert- natürlich ohne Amtsauftrag. Plötzlich predigt Stammapostel Schneider, dass Christen vor Gott eigentlich gleichwertig sind. So habe ich es jedenfalls aus den Gottesdienstberichten im Internet verstanden. Zuvor wurde das in Gottesdiensten so nicht zum Ausdruck gebraucht. Ich habe schon vor 40 Jahren mit meinem Vorsteher offen diskutiert, dass ich den christlichen Glaube so verstehe. Die Diskussionen war heftig. Aber er hat immer wieder betont, dass er mich mag und hat dabei heftig gelacht. Das Lachen ist mir noch so in Erinnerung als ob es gestern gewesen wäre. Auf unseren ausgiebigen Waldspaziergängen mit seinem Dackel Waldi haben wir über Vieles in der NAK gesprochen. Die Zeiten haben sich geändert. Ich persönlich halte das alte System mit bestimmten Amtsträgern, die man im Glauben ertragen soll, obwohl sie oft nicht christlich handeln, für abgewirtschaftet. Die NAK muss nur noch etwas Lehrgeld bezahlen, dann kommt die Veränderung. Du solltest von Deinem Alter her für das neue System stehen und für die Erneuerung arbeiten. Besorge dir einmal die DVD vom POP-Oratorium. Die Glaubensbegeisterung, die die vielen Jugendlichen in den ausführlichen Kommentaren bezüglich ihres Glaubens zum Ausdruck bringen, ist beeindruckend. Ihnen gehört die Zukunft in der NAK und nicht irgendwelchen Amtsträgern mit fundamentalistisch- evangelikaler Gesinnung.
LG
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Re: Leider keine "Wohlfühlgemeinde" ...

Beitragvon Sonia » 29.01.2014, 16:55

Werter Andreas,
eigentlich wollte ich zu so einem Thema gar nichts sagen. Dass in so einer Situation "flotte Sprüche" überflüssig sind, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und alles, was andere dazu sagen können, ist irgendwie daneben. Das ist es ja wirklich.

Trotzdem denke ich mir zur Erklärung, was ich gemeint habe, noch eine Art Geschichte aus. Ich hoffe, du fühlst dich davon nicht veralbert, sie ist wirklich freundlich gemeint.

Stell dir mal vor, "dem Nächsten vergeben" käme erst im Kurs für Fortgeschrittene.
Du befindest dich in einer Situation, in der man einfach immer blutiger Anfänger ist, egal wieviele Kurse man schon absolviert hat. Im Kurs für Anfänger ist das erste Thema, aus welchen Beweggründen man sich in diesem Kurs eingeschrieben hat. Außerdem geht es um Grundlagen. Z. B. um Gott und alles, was man mit ihm grundsätzlich in Verbindung bringt. Vielleicht Nähe, Liebe, Allmacht oder so. Auf diese Themen beziehen sich alle dem Anfänger gestellten Aufgaben. Er konzentriert sich völlig darauf und ist damit so ausgelastet, dass er sich weder mit Themen beschäftigt, die noch zu schwer für ihn sind, noch sich darum kümmert, in welchem Kurs seine Mitschüler sind und ob sie ihren Stoff schon beherrschen oder nicht.
Glaubst du, für so einen Anfänger könnte es nicht erfüllend und beglückend sein, das zu lernen, was er erfahren will? Warum sollte er sich grämen, dass er ständig am Stoff für Fortgeschrittene scheitert? Sollte er nicht beten, seine Aufgaben gut zu erfüllen und sie nicht gering zu achten statt darum, endlich Fortgeschrittenen-Stoff zu beherrschen?

Du fühlst dich in einem Sog und bist überzeugt, dass es unmöglich ist, dem zu entkommen - außer es geschieht das Wunder, um das du betest. Wunder mit Knall und Blitz geschehen ja eher selten, aber man sollte nicht vergessen, sich auch über unscheinbare Dinge zu wundern, z.B. über die Hoffnung, dass gar nicht verlangt wird, dass man sich überfordert. Oder darüber, dass man plötzlich einen Moment glücklich ist und gar nicht daran denkt, dass man das eigentlich gar nicht mehr kann.

Ergibt das für dich einen Sinn? Wenn nicht: vergiss es. Alles Gute jedenfalls!

Freundliche Grüße
Sonia
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