Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Diskussionen über Aspekt der neuapostolischen Soziallehre

Karneval feiern - Fußball spielen u.ä. gestern - heute

Ich habe noch NIE Karneval gefeiert und heute auch nicht.
16
37%
Ich habe IMMER schon Karneval gefeiert und/oder Fußball geschaut/gespielt und heute auch.
3
7%
Ich würde evt feiern / mich für Fußball u.ä. begeistern, das VERBOT steckt jedoch noch zu sehr in mir.
4
9%
Karneval für mich REGIONSBEDINGT kein Thema, und Fußball u.ä. kommt auch nicht in Betracht.
7
16%
Mir alles egal, meine Kinder und ich feiern, und/oder spielen Fußball und begeistern uns für ALLES, was Spass macht.
13
30%
 
Abstimmungen insgesamt : 43

Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Wuerfelzucker » 25.06.2010, 12:03

Was ist das eigentlich für eine schei** Umfrage?

Ja, Karneval war verpönt (oder sogar verboten), aber Fussball?
Sicher ist und war es immer problematisch, selber in einem Verein aktiv zu sein, denn oft finden Spiele auch Sonntags statt.
Hier muss man halt wissen, was einem wichtiger ist. Aber Fussball oder WM schauen (oder früher hören, als Fernseher noch nicht so verbreitet waren) war nie "verboten".
Selbst eine Eltern/Großeltern hatten in den 50/60igern einen Fernseher - teilweise sogar noch als einzige auf der Straße - natürlich wurde da WM geschaut, zusammen mit den Nachbarn!
Es sein denn, es war Gottesdienst, aber wie gesagt was ist wichtiger?
Ich würde sogar heute einen Gottesdienst vorziehen, denn die können sicher auch spielen, wenn ich nicht davor sitze ...

Achja und Karnevall ...
Nein, das habe ich nie gefeiert. Zugegeben, weil man es früher nicht "durfte". Aber ich muss sagen, ich habe auch kein bedarf.
Wir Norddeutschen haben für dieses alberne Affentheater nicht so recht etwas über. Ich bin auch nicht der Meinung, hier wirklich etwas zu verpassen.
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Arnie » 25.06.2010, 13:38

Gebruder Wuerfelzucker,
warum so ungehalten?
Ich persönlich finde die Umfrage von Reh garnicht so schlecht , und seien sie froh das sie die Gnade hatten im Norden aufzuwachsen.

Mfg A.
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Püdi » 25.06.2010, 13:49

Phoenix hat geschrieben:Huhu, hallo, Schwester Randnotiz, ich habe in der eigenverantwortlichen Sommertheaterlochzeit einen Gruß von Monsignore Cemper für Sie.
Mit eigenverantwortlichen Grüßen und mit ´nen klaps von der Babs auf den Aller-wertesten, oder so!


Rehlein habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Randnotiz aber auch nicht. Vielleicht machen sie Urlaub.
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
Benjamin Franklin
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Cemper » 25.06.2010, 14:45

Stimmt, sie machen Urlaub.
Ich habe eine Karte bekommen:

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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Wuerfelzucker » 25.06.2010, 17:15

Arnie hat geschrieben:Gebruder Wuerfelzucker,
warum so ungehalten?
Ich persönlich finde die Umfrage von Reh garnicht so schlecht , und seien sie froh das sie die Gnade hatten im Norden aufzuwachsen.

Mfg A.


Ich finde diese Antworten einfach nicht gut.
Worum geht es hier? Um Karneval oder Fussball. Beides sind zwei paar Schuhe und werden hier in einem Topf geworfen.
Es wird fast so hingestellt als ob beides Verboten war.
Das stimmt doch so gar nicht.

Wie gesagt, Karneval war "verboten", das kenne ich auch noch.
Da diesen besagten Tagen ist in der Schule einfach zuhause geblieben. Denn "Gotteskinder" verkleiden sich nicht - Jesus erkennt sie dann schließlich nicht wenn er kommt. Das ist auch heutiger Sicht schon sehr schizophren.

Fussball, auch hier unterscheidet die Frage bzw. die Antwort nicht.
Einmal das selber spielen und einmal das zu schauen oder Fernsehen.

Das selber im Verein spielen ist in so weit "problematisch", dass sich kirchliche Aktivitäten und Vereinsaktivitäten (auch heute noch) schwer verbinden und unter einen Hut bekommen lassen. Das ist aber auch in anderen Bereichen so, man kann schlecht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.
Ich nehme einem Glauben sehr ernst und gehe auch regelmäßig in den Gottesdienst, wenn mir mein Sport so wichtig wäre und über alles geht, das ich alles andere dafür stehen und liegen lasse, dann stimmt etwas mit meinem Glauben nicht.
Ich finde, da hat nichts mit verboten zu tun, sondern einfach damit, wo meine Priorität liegt!
Da sage ich heute, als Kind sieht man das sicher noch etwas anders.

Fernsehen war so weit ich das in Erinnerung habe nie wirklich "verboten". Es war wohl nicht gerne gesehen - ja, aber getan haben es doch viele.
Es wurde oft einfach nicht darüber gesprochen. Mal abgesehen von einen paar Amtsträgern, die sogar von Altar aus, so ein Unfug predigten.
Wir hatten immer einen Fernseher, der Stand zwar in der Schrankwand mit Tür, aber ob das nun wirklich deshalb so war, weil wir ihn versteckten? Ich weiß es nicht.

Dabei war der ehemalige Steinweg-Bezirk (Niedersachen) auch nicht gerade liberal eingestellt. Vielleicht sehe ich das aus meiner Kindheitserinnerung alles ein wenig anders, ich kenne ja schließlich auch die ganzen Berichte, aber so schlimm - das hier ständig mit verboten gedroht wurde - habe ich das ganze nicht in Erinnerung.
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon reh » 25.06.2010, 17:48

Huhuh, hallo Leute
Ich grüße Euch alle ganz herzlich von Bad Balkonia
Naja, ich ...

Sag mal Würfelzucker, albernes was? Komm du mal ins Rhein/Ruhrland!
Natürlich - heute. Letzten Samstag kam Apostel Otten in die Grugahalle in Essen und hat als erstes die Spielstände der Fußballweltmeisterschaftsspiele verkündet.
Wir sprachen kürzlich in einem Auto nach einem großen GD noch darüber. König Fußball. Ich berichtete, wie mein Vater mich nach dem GD (damals noch) verbotenerweise mit zum Fußballplatz genommen hatte. Der Vorsteher kam immer und hat gelästert, wie nur 22 Leute hinter EINEM Ball herlaufen können (was meine Mutter dem Vorsteher bis zu ihrem Tod nicht verzeihen wollte). Die Mitreisenden in diesem Auto waren sich einig: das war früher so.
Und als ich dann noch berichtete, dass ich trotz Verbot von "Vereinsmeierei" dann selber in einen Sportverein ging, war man doch fassungslos.

Morgen feiert unser Chor ein Grillfest, ich werde für jeden von Euch ein Schnitzel mitessen, der Tag ist lang. Sowas haben unsere Gemeinden damals schon gemacht.
Gruß vom Reh

Bittet Gott mit Danken
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon derfla » 27.06.2010, 17:57

@ Würfelzucker:
Der hiesige damalige BÄ befahl vor ca. 7 Jahren noch, und ließ es die VO in den örtlichen Ämterstunden verkünden, daß bei Bezirksjugendtreffen keine Fußballspiele/-turniere stattzufinden hätten. Na ja, er ist nicht mehr BÄ, und sein Enkel (Sohn des jetzigen BÄ, Säägenslinie...) wirkt munter bei offiziellen AP-Bereichs-Fußballturnieren mit... Letzteres ist in Bildergalerie auf der Bezirksjugendseite dokumentiert.

d.
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Kati » 27.06.2010, 18:59

Guten Abend,

vor etwa 30 Jahren hat man uns Kindern in der Sonntagsschule ebenfalls gepredigt, dass Fernsehen teuflisch sei. Ich erinnere mich noch sehr genau an den damaligen Vorsteher, der uns das sehr deutlich in die Herzen legte. "Wenn man vor dem Fernseher sitzt, wenn der Herr kommt, wird man nicht mitgenommen." Selbstverständlich hätte uns der Herr auch nicht aus dem Kino geholt (da geht er erstens sowieso nicht hin, zweitens würde er uns im Dunkeln nicht erkennen!) und auch beim Karneval wäre der Herr nicht imstande, seine Schäfchen hinter einer Maske zu erkennen. Fussball? Unmöglich! Auch den Spruch über die Dummheit von 22 Leuten und einem Ball haben wir oft zu hören bekommen...

Tja, so habe ich erst mit 18 Jahren das erste Mal im Kino gesessen übrigens mit einem sehr unguten Gefühl (obwohl mein Verstand mir da selbst einen Vogel zeigte)...und Fussball und Fernsehen gab es erst, als ich schon lange erwachsen und verheiratet war.

Die neuapostolische Erziehung und Umgebung hatte sehr tiefe Spuren hinterlassen, und die unsichtbare Trennung von "der Welt" war lange lange spürbar, auch nachdem scheinbar die Eigenverantwortung ausgerufen worden war.

Das mag in meinen Bezirken besonder streng und anderswo anders gewesen sein; aber so wie ich hat es (glaube ich) ein sehr großer Teil der NAK-Geschwister erlebt, und zwar auch, wenn man heute noch keine vierzig Jahre alt ist.

Umso dankbarer bin ich heute, darauf ohne Bitterkeit zurück blicken zu können.

Eines ist für mich aber auch klar: Zurück in die NAK? Niemals, auch wenn zu vielen Geschwistern noch ein herzliches Verhältnis besteht. Und das Herumgeeiere um Katechismus, Glaubensartikel und so manche andere Problemchen bestätigt mich immer wieder aufs neue in meiner Freude darüber, innerlich nicht mehr in Abhängigkeit von dieser Kirche leben zu müssen.

Liebe Grüße
Kati
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon reh » 28.06.2010, 06:57

guten morgen,

Die zusammenhänge verstehe ich nicht,
Abhängig? Abhängig bin ich höchstens von meinem arbeitgeber, wobei ich noch froh bin, von einem arbeitgeber "abhängig" zu sein.
Naja, manch einer ist auch von seinem partner abhängig.

Die kirche ist für mich allerdings ein freizeitvergnügen, wobei ich natürlich als hintergrund dazu mit meinem ganzen denken und tun von gott/christus "abhängig" bin.

Allen einen guten wochenstart!
Gruß vom Reh

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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Kati » 28.06.2010, 13:57

Hallo Reh,

du hast ja selbst bereits die Antwort gegeben; abhängig kann man von vielem sein, und ganz bestimmt auch von einer Kirche.

Freundliche Grüße
Kati
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon reh » 29.06.2010, 14:35

ja, aber es ist doch jedem selbst überlassen, wovon er sich abhängig macht und wie er seine prioritäten setzt.

Schaut mal die fußballer an. Was die vorgeschrieben kriegen. Aber es bleibt letztendlich eigene entscheidung!
Gruß vom Reh

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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon orig.gabi » 30.06.2010, 15:50

reh - ist es denn tatsächlich jedem selbst überlassen, wovon er/sie sich selbst abhängig macht?
Nach Freud sind wir keineswegs "Herren im eigenen Haus", und ich meine, das stimmt.

Allein die Zeit, der Ort, die Religion, das Geschlecht, der Status der Familie, alle diese Gegebenheiten, die wir nicht aussuchen können, sondern in die wir "zufällig" hineingeboren werden, sind ganz ausschlaggebend für den weiteren Werdegang eines Menschen.

Status, Erziehung, Zuwendung, Bildung, Erwartungen, Ziele - oder deren Fehlen - und tausenderlei andere Vorgaben beeinflussen uns nachhaltig und meist unbewusst ein Leben lang.

Nach diesen ungeschriebenen , aber verinnerlichten Vorgaben, gestalten wir unser Leben.
Partnerwahl, Familiengründung, Bildungsziel, sozialer Status, u.s.w., dies alles das bestimmt unser Umfeld in einem sehr viel stärkeren Maße, als wir uns dessen bewusst sind.

Wir sehen uns gern als Rebellen, frei und mutig.
In Wahrheit sind wir i.d. R. Westentaschenrebellen, die es ohne die wenigstens einigermaßen (für viele absolut zu wenig)zugebilligte Akzeptanz unserer Umwelt in die Depression treiben würde.Oder in das gefühlte Abseits.

Blöderweise treiben uns die unbewusst gelebten, jedoch nicht wirklich zu unseren Persönlichkeiten passenden, selbstverstümmelnden Vorgaben ebenfalls in Agressionen und Depressionen, in Abhängigkeiten und Süchte.

Letztere sind gesellschaftlich häufig sogar äußerst positiv besetzt.
Arbeitssucht, Status, Konsum ...
Gott ist Liebe, und wer in der Liebe ist,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1.Johannes, 4,16
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Re: Früher goldener (?) Käfig, heute Eigenverantwortung!

Beitragvon Gaby » 02.07.2010, 06:50

"Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten."
(Albert Camus)

Gabi, ich kann Deinem Posting nur zustimmen.

Mein Entscheidungsspielraum ist auch stark abhängig von dem, was mir angeboten wird/wurde.
Die größte Rolle dabei spielen m.E. Erziehung, Bildung und Umfeld - wie ich sozialisiert wurde.
(Was wie wir in unserer Gesellschaft gerade sehen dazu führt, ob ich die Möglichkeit habe anerkannt inmitten einer Gesellschaft zu stehen, oder abseits am Rande der Gesellschaft.)
Selbst wenn ich mich dadurch, dass ich als Erwachsener über den Tellerand versuche hinauszublicken in meinem Verhalten sicherlich verändere, das was mich in meiner Vergangenheit geprägt hat, kann ich nicht einfach so abschütteln. Es wird meine Entscheidungen in gewisser Weise immer beeinflussen. Ich habe durch mein Umfeld Werte vermittelt bekommen die ich verinnerlicht habe. Zudem muss ich bedenken, inwieweit andere von meinen Entscheidungen betroffen werden (der Mensch kann abwägen "was wird wenn"), denn Freiheit muss auch immer die Freiheit des anderen beinhalten, denn sonst wäre es keine Freiheit sondern purer Egoismus.

Und nun wende ich mich wieder meinen Pflichten zu ... denn was wäre wenn nicht ;-)???
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)
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