Angst

Eine virtuelle Sofaecke - nur für Frauen

Beitragvon Minka » 25.07.2005, 18:17

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Hinter geschlossenen Türen - Gewalt gegen Frauen

Beitragvon tergram » 26.07.2005, 10:37

Hinter geschlossenen Türen: Gewalt gegen Frauen


Die Statistiken sind alarmierend, die Ausbreitung global, die menschlichen Kosten erschütternd, aber dem Problem geschlechtsspezifischer Gewalt mangelt häufig die durchgängige Aufmerksamkeit der Medien, die sie verdient.

Das Thema

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein universelles Problem von epischen Ausmaßen. Aber die entstehenden menschlichen Folgen bleiben häufig unsichtbar. Mindestens eine von drei Frauen weltweit wurde geschlagen, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder auf andere Weise missbraucht. Häufig kennen die Opfer die Täter.

Im Jahre 2002 bezeichnete der Europarat Gewalt gegen Frauen als dringende Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit und als ernstzunehmende Todes- und Invaliditätsursache von Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Ein Weltbankbericht schätzt, dass Gewalt gegen Frauen eine ebenso schwerwiegende Krankheitsursache ist, wie Verkehrsunfälle und Malaria zusammen genommen. Ein US-Bericht der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) aus dem Jahre 2003 schätzt, dass die Kosten durch Gewalt von Intimpartnern allein in den USA die Summe von 5,8 Milliarden US-Dollar übersteigt: 4,1 Milliarden US-Dollar entstehen dabei durch direkte medizinische Versorgung und fast 1,8 Milliarden US-Dollar durch Produktivitätsverluste.

Die menschlichen Folgen sind zum größten Teil unsichtbar. Angst und Scham hindern viele Frauen daran, über die Übergriffe zu sprechen, und gesammelte Daten sind oft ungenügend und inkonsistent. Sogar in Ländern, die sich relativen Friedens und Wohlstands erfreuen, leben viele Frauen ständig in Unsicherheit.


Die Fakten

Gewalt gegen Frauen tritt in allen Regionen und Ländern auf und vieles geschieht im Verborgenen. Die Polizei in Ländern rund um die Welt berichtet, dass viele Vergewaltigungsopfer das Verbrechen nicht anzeigen.
Häufig sind gerade die Länder, die von Gewaltvorfällen berichten, auch diejenigen, die am meisten dagegen unternehmen.
In der Dominikanischen Republik sind 40 bis 68 Prozent der Täter der aktuelle oder ehemalige Partner der Opfer. 50 Prozent der Familien in Georgien erleiden eine Form häuslicher Gewalt. In Indien werden jeden Tag 14 Frauen durch die Familie ihres Ehemannes ermordet.
Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahre 2002 lebten in Australien, Kanada, Israel, Südafrika und den USA 40 bis 70 Prozent der Frauen, die durch ihren Intimpartner getötet wurden, in der Regel in einer Partnerschaft, in der Missbrauch vorkam. Im Vereinigten Königreich werden gemäß der WHO 40 Prozent der weiblichen Opfer von Tötungsdelikten vom eigenen Ehemann oder Freund getötet.
In Schweden werden 70 Prozent aller Frauen Opfer von Gewalt oder sexueller Belästigung. In den Niederlanden werden jedes Jahr 200.000 Frauen Opfer von Gewalt durch ihren Intimpartner.
In Botswana werden sechs von zehn Frauen Opfer häuslicher Gewalt. In Moldavien erleiden 31 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahre sexuelle Gewalt.
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Beitragvon Minka » 26.07.2005, 18:56

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Die Verwandlung der Ängste

Beitragvon Anne » 26.07.2005, 19:54

sonnja
hat geschrieben:
Die Verwandlung der Ängste

Der Glaube an Christus ist ein radikaler Versuch, die Angst zu überwinden.
Der Glaube nimmt die Angst an, er verdrängt sie nicht, gibt sie zu, aber er lässt sie nicht so, wie sie ist, er bearbeitet sie.

Das Reich Gottes ist, wenn man an die ältesten Visionen darüber denkt, nicht so zu denken, dass alles Alte und Frühere kaputtgeschlagen wird, wenn das Neue kommt. Vielmehr wird alles gebraucht und umfunktioniert. Aus den Schwertern und Spießen werden Sicheln und Pflüge gemacht, aus den Panzerwagen und Tanks, für die wir in dem Land aus dem ich komme, Millionen vergeuden, werden dann Schulbusse gemacht, aus den Mordinstrumenten werden Friedensinstrumente.
Angst umbauen, glauben lernen, heißt heute zweierlei, zuerst frömmer werden, radikaler werden, sich gründlicher auf den Glauben einlassen, und es heißt zugleich damit kritischer werden, radikaler werden, sich gründlicher auf die Unterdrückten und die Ausgebeuteten in der ganzen Welt einlassen. In die realen Kämpfe gehen, gemeinsam da hinein gehen, und wegen der größeren Vision auch die größere Angst benutzen und gebrauchen.



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In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Ich glaube, wir verstehen Jesus falsch, wenn wir ihn als eine Art Superstar ansehen, der ganz von oben spricht. Jesus spricht nicht von oben, und er sagt das nicht als der, der oben ist, zu uns, die ganz unten und die ganz klein sind. Jesus ist nicht unser Herr, sondern er ist unser Bruder und Freund, das heißt, dieses Wort – in der Welt habt ihr Angst – soll uns dahin bringen, dass auch wir eines Tages sagen können:
In dieser Welt, die aus Konkurrenz und Aggressionen gemacht ist, haben wir Angst, aber wir gehören schon jetzt in eine neue, andere Welt hinein. Wir nicht nur Jesus, sondern wir alle, die dann Jesus Christus geworden sind.

[Dorothee Sölle]


Und wo muss diese neue, andere Welt beginnen: Bei den Kindern ...

... meint Anne
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Luk. 18,27

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Beitragvon tergram » 26.07.2005, 19:58

Ja Anne,

aber dort darf sie nicht aufhören. Und damit sie nicht aufhört, müssen wir manchmal auch radikal sein - bis an die Wurzel gehen, bis an/über die Grenzen gehen.

Glauben ist in unserer Welt manchmal ein Abenteuer - inklusive Risiken...
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Beitragvon Anne » 26.07.2005, 20:07

tergram hat geschrieben:Und damit sie nicht aufhört, müssen wir manchmal auch radikal sein - bis an die Wurzel gehen, bis an/über die Grenzen gehen.

Glauben ist in unserer Welt manchmal ein Abenteuer - inklusive Risiken...


Genau das meine ich, tergram. Die Gewalt beginnt oft genau dort, wo Liebe gesucht wird. Und die, die von uns am Hilflosesten sind, können beides manchmal nicht unterscheiden.

Hier muss - "radikal liebend" - eine Veränderung ansetzen.

Anne :)
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Zorn und Mut

Beitragvon sonnja » 29.07.2005, 07:28

Wenn militant sein heißt,
dass ich alle Möglichkeiten nutze,
dass ich jeden nur möglichen Schritt tue
und alle nur möglichen Aktionen,
um ein für allemal
die natürliche Lebensweise des Menschen
wieder einzuführen,
dann bitte ich meinen Vater Sonne
und meine Mutter Erde,
dass sie mir Leben und Stärke geben,
um von allen
der Miltanteste zu sein.


Das sind die Worte eines nordamerikanischen Indianers, entnommen ebenfalls dem wunderbaren, töstenden Buch von Dorothee Sölle "Den Rhythmus des Lebens spüren". Das Kapitel ist überschrieben mit

"Der Friede ist ein Hirsekorn, klitzeklein"
Sanftmütigkeit und Gewaltlosigkeit


und der Aufsatz, den ich das obige Zitat entnahm heißt "Zorn und Mut".

Mit dem Zorn fängt es an, Zorn über die (angstmachenden) Lebensumstände, über das Verhalten anderer, über unser eigenes Verhalten und unsere Unfähigkeit zur Veränderung. Zorn über Worte, Taten, Lehren.
Und dann kommt noch mehr Angst, Angst vor der eigenen Courage. Aber auch Angst vor der Radikalität, vor dem Überschreiten der Grenzen. Und die urweibliche Angst, nicht mehr gelibt zu werden.

Und hier setzt die Verwandlung an. Hier muss die Veränderung einsetzen!
Änderung unseres Selbst, Änderung unserer Erziehung.
Und mit einem Hirsekorn inneren Friedens entsteht Mut, Mut zu verändern. Sich selbst. Veränderung ausstrahlen. Mut machen.

Mutig mitarbeiten am Frieden.

Sonja
So wie Dein Gott ist, so bist auch Du!
(Prof.Dr. Joachim Track, 30. evangelischer Kirchentag in Hannover)
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Beitragvon Minka » 03.08.2005, 16:57

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Beitragvon Euler » 09.07.2007, 08:19

@sonja:
Und dann kommt noch mehr Angst, Angst vor der eigenen Courage. Aber auch Angst vor der Radikalität, vor dem Überschreiten der Grenzen. Und die urweibliche Angst, nicht mehr gelibt zu werden.

Und hier setzt die Verwandlung an. Hier muss die Veränderung einsetzen!
Änderung unseres Selbst, Änderung unserer Erziehung.
Und mit einem Hirsekorn inneren Friedens entsteht Mut, Mut zu verändern. Sich selbst. Veränderung ausstrahlen. Mut machen.


Ihr Lieben,
ich kann dieses (Zitat) nur bestätigen.
Veränderung kommt nur durch Veränderung des eigenen Wesens. Ich - als Frau - muß selbstbewußt in meiner Umgebung auftreten, muß mich selbst Lieben und mit meinen Fehlern und Schwächen umgehen lernen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dann tun es auch die Mitmenschen.

Ich bin ich - einmalig, Gottes Geschöpf. Jeder Mitmensch ebenfalls, auch Frauen!
Sich selbst annehmen und den/die Nächste unter diesem Blickwinkel sehen.

Frauen machen sich oft selbst so klein, ordnen sich männlichen Geboten unter, die oft so unsinnig sind.

Frauen sind es, die Kinder gebären und erziehen. Warum erziehen sie so oft Jungen in einem Leitbild, unter dem die nächste Geration von Frauen zu leiden hat? Warum nutzen sie nicht die Chance, die der liebe Gott ihnen, als Mutter, gegeben hat?

Ich habe eine Begebenheit aus Indien gelesen, wo eine junge Frau von Nachbarn als Bestrafung der Sippe mehrfach vergewaltigt wurde. Ihre eigene Sippe hat diese junge Frau unter den unwürdigsten Verhältnissen - als Strafe für die Vergewaltigung - leben lassen.
Die Frau hat darüber nachgedacht und festgestellt, sie hatte nichts mehr zu verlieren. Diese Erkenntnis hat sie nicht verzagen lassen, sondern hat sie stark gemacht. Sie hat sich aufgemacht und ihre Peiniger verklagt, die dann auch verurteilt wurden.
Das hat sie aus diesen Verhältnissen heraus gebracht.
Den Mut zur Veränderung mußte sie aber selbst aufbringen.
Ich muß mich als Frau in der Ehe, im Beruf, in der Gesellschaft...., in der NAK nicht bis zur Selbstverleugnung klein machen, auch wenn das Manche gern hätten.
Ich bin ich - es gilt überall! :lol:
Ich muß nur wissen, daß ich dann nicht von Allen geliebt und umworben werde.
Habe ich aber den Mut zur Veränderung gehabt, kann ich mit diesem Tatbestand auch leben. :D
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