Religiöse Weiblichkeit - weibliche Religiosität

Eine virtuelle Sofaecke - nur für Frauen

Beitragvon sonnja » 12.03.2005, 14:54

Religiosität / Spiritualität

In den Anfängen der Menschheitsgeschichte waren alle Menschen ein Teil eines funktionierenden Ökosystems auf dieser Erde. Die Erde war Teil des Kosmos.
Die Menschen lebten nicht nur nach den Jahreszeiten und im Einklang mit der Natur, sie waren Teil einer umfassenden Ordnung.
Intuitiv wussten die Menschen von ihrer Abhängigkeit von Sonne, Mond, Erde, ohne sie erklären zu können. Als kosmische Wesen lagen die Gesetze in ihnen.
Der Mensch war eins mit der göttlichen Ordnung.
Nicht verwunderlich, dass sie Sonne und Mond als ihre Götter anbeteten. In fast allen Kulturen wurde die Sonne als „männlich“ gesehen und der Mond als „weiblich“. Sonne und Mond bildeten ein Paar, das sich liebte.

Sicherlich war mit dieser Einigkeit, die aus gleichgewichtigen Anteilen von Männlichkeit und Weiblichkeit ein umfassendes Ganzes bildet, auch der einzelne Mensch in einem Gleichgewicht in sich und mit dem Nächsten.

Was war das? Religiosität? Ich habe zur Begriffsbestimmung meinen Fremdwörterduden herangezogen, der Religiosität als „Frömmigkeit, Gläubigkeit“ beschreibt.
War „Religiosität“ etwas, das sich mit der Entwicklung des Verstandes „ausbreitete“ und eine gewisse vorhandene Spiritualität (Geistigkeit) „verdrängte“?

Ist Frömmigkeit etwas Weibliches? Oder gibt es eine bestimmte Form der weiblichen Frömmigkeit?
Was ist Frömmigkeit überhaupt? (Für mich persönlich ist der Begriff eher negativ besetzt. Da schwingt so etwas wie Scheinheiligkeit mit.)

Was ist weiblicher Glaube? Glauben Frauen anders als Männer? Oder ist das, woran Frauen glauben anders? Bevorzugen Männer und Frauen unterschiedliche Formen der Religionsausübung? Oder hat, wie Elisabeth Moltmann-Wendel anmerkt, Theologie, Glaube immer etwas politisches? (Ünterdrückungs-Kompensation durch Frömmigkeit? Bzw. umgekehrt: Heranziehung der Religion zur Untermauerung pol. Thesen?)

Oder ist es die übrig gebliebene Spiritualität nach der wir hier suchen?

Durch den Wind,
Sonja
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Beitragvon Anne » 12.03.2005, 15:36

Liebe Sonja,

geh lieber mit dem oder in den Wind. :wink:

Wie gut, dass wir hier unter uns sind, denn hier kann ich ganz unter uns mal eine persönliche Beobachtung vom Stapel lassen 8) :

Meinem Eindruck nach suchen Frauen mehr das

SEIN im Glauben und Männer eher das HABEN.

Schreit da jemand ? :mrgreen:

Natürlich fällt einem da gleich Erich Fromm ein: "Haben oder Sein". Ich habe es lange nicht mehr gelesen, deshalb sage ich einfach mal aus der Erinnerung heraus, dass ich den dort skizzierten Unterschied nicht unbedingt meine. Ich meine eher das:

Ich habe Ruhe.

Ich bin ruhig.

Zweiteres ist - so meine ich - schwerer zu erreichen. Und ich meine wirklich, dass Frauen manchmal kompromissloser danach fragen, ob unser Glauben auch ( Teil von uns ) IST.

Kann das sein ?

Soviel erstmal zu einer deiner Fragen. :wink:

Liebe Grüße !

Anne
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Sturm

Beitragvon sonnja » 12.03.2005, 17:36

Anne hat geschrieben:Liebe Sonja,

geh lieber mit dem oder in den Wind. :wink:



Ach Anne,

jetzt habe ich solange "mein Kreuz in den Sturm gedreht"...

Sich selbstbefreit ein bisschen durchpusten zu lassen, muss doch erlaubt sein. Habe bloß den fiesen Harzer Schneesturm unterschätzt....

Trotzdem, durchgepustet, mit neuer Energie versorgt, werde ich mich jetzt ein bisschen tragen lassen.

Manche vermuten: von einem Besen ...
... vielleicht auch vom Wind ... oder dem himmlischen Kind ... wer weiß das schon.

Sonja

PS: Habe da gerade eine Entenbrust in der Buchhaltung untergebracht, ... wann gehen wir essen ... oder tanzen ... oder fliegen ...???
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Beitragvon agape » 12.03.2005, 17:39

Und ich meine wirklich, dass Frauen manchmal kompromissloser danach fragen, ob unser Glauben auch ( Teil von uns ) IST.


Anne, das gleiche Thema hatte ich erst am Telefon mit einer sehr spirituellen und konsequenten Glaubensschwester.
"Schöne Verbindung"! ;)

Ich denke, dass jeder aufrechte Christ die Frage nach Wahrhaftigkeit stellt.
Der Ansatzpunkt, ob der Glaube auch ein Teil von mir selbst ist, wird sich wahrscheinlich auch daran messen lassen müssen, wie er uns allen (Männern und Frauen) nahegebracht wird.
Sonja spricht die Autorin Elisabeth Moltmann-Wendel an.
Z.Z. lese ich ein Buch von ihr ( Ein eigener Mensch werden - Frauen um Jesus ;) ).
Die Poltik hat immer etwas mit der Interpretation der Religion zu tun. Das ist sonnenklar.
Der gleiche Paulus, der gegen eine Frauenordination auslegbar ist, könnte auch Befürworter der Frauenordination sein.
Da könnten ganz viele TW der Bibel herangezogen werden, was ja in manchen Kirchen auch zum Tragen kam.

Ich denke allerdings, dass die *gefühlte Kompromisslosigkeit* der Frauen daher rührt, dass ausgerechnet nur ein signifikanter Anteil der Frauen überhaupt kirchlich in Erscheinung tritt.
Und diese Frauen sind es dann wohl auch, die ein Gegengewicht für eine bereits etablierte oppurtun anmutende Kompromissbereitschaft sein wollen oder auch sein müssen.
Die Kompromisslosigkeit muss i.Ü. nicht so negativ verstanden werden.
Die Diplomatie ist bei der "Wahrheitsfrage" wahrlich ;) untauglich,

meint in aller Nächsten-Liebe,
agape
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon Anne » 12.03.2005, 17:54

Ach, was hat mir gerade ein junger Mann einen herrlichen "EEEEEEINNNNSPRUUUUCH" in eine PN geschrieben ... :D :D

Ich habe es zur Kenntnis genommen :)

und gebe zu bedenken, dass der von mir gemeinte Unterschied ein seeeehr feiner ist. :wink:

Liebe Sonja,

den nicht Harzer Wind und Schnee habe ich auch gerade unterschätzt, als ich zu Fuß am Feld lang ging, um ein Kind nach Hause zu begleiten: In Sekunden war ich von Kopf bis Fuß weiß und mitten im dicken Gestöber flog direkt über mir ein großer Schwarm Kraniche im Tiefflug.

WAS FÜR EIN BILD - HERRLICH !! :D

Übrigens verfliegen sie sich hier öfter, weil der Fernsehturm sie irritiert. Aber sie finden den richtigen Weg nach einer gewissen Zeit immer wieder. Was will uns das sagen ?

Einen schönen Sonntag ! :)

Anne
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Beitragvon sonnja » 12.03.2005, 18:18

Liebe agape,

nun fühle ich mich herausgefordert, meine Ordner zur Seite zu schieben...

Ich denke, dass jeder aufrechte Christ die Frage nach Wahrhaftigkeit stellt.


Ich fürchte, da überschätzt Du einen Großteil der "aufrechten Christen". In einem Streitgespräch mit "meinem" ev. Pfarrer. äußerte dieser schonmal, "dass das Christentum eine solche Selbstverständlichkeit in den Herzen der Christen hätte, das es in der Stille gelebt würde."
Gemeint hat er damit, Religionsausübung wäre nicht nötig, solange die Kirchensteuer gezahlt würde. (Sorry, ich weiß, sie haben es auch nicht einfach ... :wink: ) Dazu gibt es auch ein neuapostolisches Pendant: der GD-Besuch. Reicht doch, oder nicht?

Der Ansatzpunkt, ob der Glaube auch ein Teil von mir selbst ist, wird sich wahrscheinlich auch daran messen lassen müssen, wie er uns allen (Männern und Frauen) nahegebracht wird.


Oder, wie wir ihn aufnehmen?

(Ich bin mir bewußt, dass das zweideutig ist. Auch dieses ist eine Aussage, die es NAK-Seelsorgern oft einfach macht, schwierige Gespräche abzubrechen. "Du musst nur mit dem Herzen hören!"

Aber auch:
Kann ein Männer-Glaube Teil einer Frauen-Seele werden?

Und:
WAS wird uns nahe gebracht? Annes männliches HABEN spricht doch durchaus für die recht- und gewissheithabende Exklusivitätslehre. Wie könnte man sowas "frauengerecht" aufarbeiten?
Oder:
Sind Frauen einfach mehr daran interessiert, zu spüren. Und zu HÖREN, wie sie wieder spüren könnten, wenn mal nichts mehr "SPÜRT"?)
Sonja spricht die Autorin Elisabeth Moltmann-Wendel an.
Z.Z. lese ich ein Buch von ihr ( Ein eigener Mensch werden - Frauen um Jesus ;) ).


Ich lese gerade ihre Autobiographie: "Wer die Erde nicht berührt, kann den Himmel nicht erreichen"

Allein der Titel lohnt schon...


Die Poltik hat immer etwas mit der Interpretation der Religion zu tun. Das ist sonnenklar.
Der gleiche Paulus, der gegen eine Frauenordination auslegbar ist, könnte auch Befürworter der Frauenordination sein.
Da könnten ganz viele TW der Bibel herangezogen werden, was ja in manchen Kirchen auch zum Tragen kam.


Liebe agape, meiner Erfahrung nach ist das nicht für jeden sonnenklar.
Es gibt vier verschiedene Bibel-Interpretationsmodelle (nach Schüssler Fiorenza), und nur die Befreiungstheologie sieht einen politischen Ansatz.
Da die "Feministische Theologie" ein Teil der "Befreiungstheologie" ist, dürfen wir nicht nur Paulus für unsere politischen Zwecke benutzen...


Bei mir streiten hier "gefühltes Recht" gegen unverständliche und ungerechte "Ist-Zustände". Kann es da etwas anderes als Kompromisslosigleit geben?

Sonja
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Kraniche

Beitragvon sonnja » 12.03.2005, 18:22

Liebe Anne,

Kraniche - vermutlich die gleichen, die Du auch sahst, eine riesige Formation- sah ich, direkt bevor ich gestern eine NAK zur Trauerfeier für meine Oma besuchte.

Ohne weitere Worte...

Sonja
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Beitragvon Anne » 12.03.2005, 18:57

{{{Sonja}}}

Bild

Ohne weitere Worte ...

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Beitragvon Cemper » 12.03.2005, 21:48

Anne hat geschrieben:WAS FÜR EIN BILD - HERRLICH !! :D

Übrigens verfliegen sie sich hier öfter, weil der Fernsehturm sie irritiert. Aber sie finden den richtigen Weg nach einer gewissen Zeit immer wieder. Was will uns das sagen?


Es will uns sagen, dass "herrlich" mit Herren zu tun hat.

C.
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Beitragvon sonnja » 13.03.2005, 07:27

"Wir beginnen das Theologiebetreiben als einen - organischen, gemeinschaftlichen und ganzheitlichen - Prozeß zu erfahren. Organisch, denn es kommt aus der tiefsten Seele unseres Seins - von dort, wo die Spaltung zwischen uns und dem Mann am größten ist. Organisch auch, weil Leib, Verstand, Geist eins sind. Wir haben dies erstaunlich Neue nicht durch unseren Verstand allein erreicht, sondern wir haben es existentiell gelebt.
Getrieben durch unseren Schmerz, unser Eingefangensein, unsere große Not haben wir das einzige getan, was wir tun konnten:
Wir sind einer in des anderen Gegenwart gezogen worden.
Wir haben einander zur Rede gehört. Wir haben Gott als Geist erfahren, der Menschen durch sein Hören zur Rede befähigte - zur neuen Schöpfung.
Das WORT kam als menschliches Wort, der menschliche Ausdruck der Menschlichkeit. Der schöpferische Akt des Geistes bestand nicht im Sprechen des Wortes, sondern im Hören - im Hören der Kreatur zur Rede."


(Nelle Morton: Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Theologie" 1974)

Ein Vierteljahrhundert ist das her ... insoweit kann ich Cempers Häme schon verstehen ... aber der Schmerz ist gleich geblieben.

"Einen schönen Sonntag" in die ökumenische Frauengemeinde,
Sonja
Zuletzt geändert von sonnja am 13.03.2005, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Cemper » 13.03.2005, 10:09

@ sonnja

Es war keine „Häme“. Es war nur etwas „Ironie“. Anne hat ja gelegentlich eine etymologisch interessante Wortwahl ... Mit anderen Worten: Ich stimme Ihrer feministischen Sicht zu. Aber feministische Theologie beantwortet auch nicht alle Fragen ... Nur: Ohne eine solche Sicht bleibt vieles verborgen. Viele wichtige biblische Szenen waren jedenfalls Frauenszenen ... Und zum „Wort“ sei auf das Johannes-Evangelium verwiesen. „Im Anfang war das Wort“ - hier gibt es eine Logos-Vorstellung, über die viel gesagt werden könnte. Ein Thema besonders für Frauen ...

C.
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Beitragvon sonnja » 13.03.2005, 10:51

Lieber Cemper,

Frauen sind eben empfindlich... (ich zumindest). Die "Häme" bezog sich auch eher auf den anderen Thread und Ihren Einwand auf Cecis Beitrag...

Cemper
hat geschrieben:
Aber feministische Theologie beantwortet auch nicht alle Fragen ... Nur: Ohne eine solche Sicht bleibt vieles verborgen. Viele wichtige biblische Szenen waren jedenfalls Frauenszenen ...


Danke, genau das versuchte ich eben in einer PM auch auszudrücken, ...


Und zum „Wort“ sei auf das Johannes-Evangelium verwiesen. „Im Anfang war das Wort“ - hier gibt es eine Logos-Vorstellung, über die viel gesagt werden könnte. Ein Thema besonders für Frauen ...

C.


Na, dann man los! Die weibliche Gemeinde lauscht gespannt...

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Beitragvon Anne » 13.03.2005, 17:28

sonnja
hat geschrieben:
Getrieben durch unseren Schmerz, unser Eingefangensein, unsere große Not haben wir das einzige getan, was wir tun konnten:
Wir sind einer in des anderen Gegenwart gezogen worden.
Wir haben einander zur Rede gehört. Wir haben Gott als Geist erfahren, der Menschen durch sein Hören zur Rede befähigte - zur neuen Schöpfung.
Das WORT kam als menschliches Wort, der menschliche Ausdruck der Menschlichkeit. Der schöpferische Akt des Geistes bestand nicht im Sprechen des Wortes, sondern im Hören - im Hören der Kreatur zur Rede."

(Nelle Morton: Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Theologie" 1974)

Ein Vierteljahrhundert ist das her ... der Schmerz ist gleich geblieben.


... der Schmerz ist gleich geblieben. Ja - und das ist vielleicht auch gut so, weil er zum Handeln bewegen kann. Ich habe heute in meinem ersten und neuen Rahner - Buch* gelesen :wink::

Der Geist Gottes erforscht auch die Tiefen des Herzens. Er ist die Erfüllung aller bodenlosen Abgründe unseres Wesens. Er ist das Leben in uns, durch das wir schon hinter den Tod gekommen sind. Er ist das Lachen, das hinter unserem Weinen schon leise aufklingt. Er ist die Zuversicht, die trägt ...

"Das sind herrliche Worte - wenn sie wahr sind", denkt da mancher. Aber ICH merke nichts von all dem, in mir ist nichts von dem allem..."


Und dann spricht Rahner von dem Heiligen Geist als unserem Helfer, der vor unserem "NICHTS" nicht halt macht:

Er selbst, der unendliche Gott, schenkt uns seine eigene unendliche Weite und erhebt uns über unsere eigene, nur unendlich empfundene Ohnmacht ...

Unter "Andere Gedanken" zitierte ich Christian Morgenstern:

Die Natur gibt dem Menschen die großen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwicklung erhabenen Gelassenheit.

Sie kann - so denke ich oft - wiederum Helfer für einen Geist sein, der uns oft vielleicht nicht erreicht. Sie ist das, was uns aus der Enge, dem "Flachland oder Chaos des Alltags" ( Rahner ) heraus holen und zunächst einmal berühren kann. Sie kann beruhigen, heben, in eine liebevolle und angenehme Ordnung führen. So gesehen wird unser Bezug zu ihr kein bisschen romantisch, sondern substantiell. Aber sie ist ( auch nur ) ein Angebot !

Die Liebe und ihr Schmerz finden sich in beidem wieder. Sie können uns ein Bild davon zeichnen, wonach wir uns sehnen und zum Handeln bewegen ...

Liebe Grüße !

Anne

* "Von der Not und dem Segen des Gebetes" - herrlich ! :wink:
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