Religiöse Weiblichkeit - weibliche Religiosität

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Religiöse Weiblichkeit - weibliche Religiosität

Beitragvon agape » 24.09.2004, 20:15

Bild

Der Heilige Geist als Frau
Urschalling Oberbayern 12. Jh.


agape

http://www.glaubenheute.de/meditation/dreifaltigkeit/drei_urschl.htm
Zuletzt geändert von agape am 28.09.2004, 16:12, insgesamt 1-mal geändert.
"2020 wird die NAK eine kleine fundamentalistische Bewegung sein."

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Beitragvon agape » 27.09.2004, 20:11

Die Ruach

Das hebräische Wort ist weiblich.
Wort "Ruach" hat eine mehrfache Bedeutung. Es heißt: Hauch, Luft, Wind, Atem, Geist, Heiliger Geist... kräftige Atmen und den stürmischen Wind, beides hängt zusammen mit Leben.
Göttlicher Geist und menschlicher Atem, Angesicht Gottes und Antlitz der Erde in den Psalmen jeweils durch dasselbe Wort - panim bzw. ruach - ausgedrückt.
Die griechische Übersetzung des Alten Testaments verwendet für "Angesicht" ein Wort - prosopon - , das später in der lateinischen Theologie mit persona wiedergegeben wird.
Der Heilige Geist als Triebkraft der Verwandlung. Die Ruach, Gottes Atem, ist ständig in Bewegung. Prozesse kommen im Gang: Heilung, Befreiung, Heiligung, Liebe und Wahrheit. Er läutert wie Feuer, bewegt zu uneigennützigem Handeln, stellt unsere Gottesebenbildlichkeit wieder her.


Dreifaltigkeitsbild in der Jakobskirche, im bayrischen Urschalling

Das hebräische Wort ist weiblich. Vielleicht wusste der unbekannte mittelalterliche Maler aus dem 14. Jahrhundert des Dreifaltigkeitsbildes in der Jakobskirche, im bayrischen Urschalling davon.
Er stellt jedenfalls den Heiligen Geist als rosige junge Frau mit Heiligenschein dar neben Gott Vater und Christus. Eine junge Frau, mit vollen Lippen und langen Haaren, in der Mitte von Jesus und einer männlichen Gottesgestalt. Der Heiligenschein der schönen Ruach ist sogar etwas höher, größer und strahlender.

Zurück zum Wort "Ruach"

Im Verlauf der Lebens- und Glaubensgeschichten Israels nimmt die an sich unbestimmte numinose und wertindifferente Ruach auch die Konturen als Geist Jahwes, als Geist Gottes an. Sie schafft Leben und belebt die Schöpfung; erweckt charismatische Rettergestalten und ProphetInnen; ruht auf Königen, besonders auf dem verheißenen endzeitlichen König, Knecht, Propheten; wird schließlich als endzeitliche Gabe für alles Fleisch, alles Leben, erwartet.
Die Ruach Jahwes erscheint nicht als selbständige Größe neben Gott, sie ist vielmehr die Zugewandtheit Gottes, - die Zugewandtheit Gottes "in Person".
Urwort "Geist":darin kommt zur Sprache: heftige, plötzliche Bewegung, kraftvolles Wirken, Unverfügbarkeit, Geist immer auch als einen Fremden erscheinen.

Aus einer Pfingstpredigt


Liebe LeserInnen,

ich möchte nicht behaupten, dass mir ganz persönlich derartige, leicht feministisch anmutende Texte per se viel bedeuten würden.
Allerdings finde ich diesen Text interessant und bemerkenswert.

Die hebräischen Texte wirken oft sehr "weiblich".
Man denke an den Begriff "Erbarmen" als Bild des total geschützten Raumes, der hebr. "Rächäm" in Uterus und Mutterschößigkeit seine Bedeutung findet.
Der weibliche, mütterliche Aspekt ist bei Gott in den Urtexten immer sehr präsent.
Egal wie man dazu steht, und ob es immer stimmig wäre, es hat auf jeden Fall etwas sympathisches an sich.
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Beitragvon agape » 28.09.2004, 10:40

Zeugnisse spätantiker Gnosis

wenn nicht sogar 3000 x bearbeitet.
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Beitragvon Cemper » 28.09.2004, 11:03

@ AGAPE

Ich lese später.
Es ist etwas viel - und ich muss ohnehin schon so viel ...
Vorab nur zur Frage weiblich/männlich:
DER Gott ... DER Sohn ... DER Geist.
DIE Kirche - aber DER Altar.
Vergessen Sie das nicht.

In einem Streitgespräch an der Theologenfakultät wurde ein (männlicher) Startheologe von Feministinnen heftig "angemacht". Es wurde ihm zu viel: "Ja", sagte er, "darum auch DIE Kirchenmaus."

Das C.

PS: Spricht Gott deutsch?
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Beitragvon agape » 28.09.2004, 11:12

Cemper,
no panic ;)
Bin keine Feministin.
Ich gebe eine Anregung, von der ich selbst nicht weiß, wie ich Sie beurteilen soll.

Liebe Grüße von der frechen Kirchenmaus :D
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Beitragvon agape » 28.09.2004, 11:48

Gott sprach früher aramäisch und hebräisch.

Heute spricht Gott schon mal so und dann wieder mal so - wissen Sie?

agape


PS:
eher betrachte ich die Begriffe etymologisch, weniger "Artikelbezogen" :D ;)
Ich krame gleich das ultimative Buch heraus, dann wissen Sie, was ich meine.
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Gnade Erbarmen

Beitragvon agape » 28.09.2004, 12:26

Verfasst am: 27 Jan 2004 23:28 Titel: Gottesdienst am 4./5.2.2004

--------------------------------------------------------------------------------

Nebenbei
möchte ich kurz wiedergeben, was vor 2 Wochen eine Pfarrerin im GD zur GNADE sagte:
Der Begriff Gnade hat etymologisch betrachtet eine erheblich umfassendere Bedeutung, als in unserem Sprachgebrauch. Die nüchternste Darstellung wäre noch eine juristische Auslegung, man bekommt dann etwas, was einem nicht per se zusteht.

Im aramäischen gibt es als Substantiv die Übersetzung "Gebärmutter" zur "Gnade".

Das hebräische Wort für "Erbarmen" ("rächäm" ) heißt wörtlich "Gebärmutter oder Mutterleib.

Daraus abgeleitet ergeben sich Adjektive, die an die immer wohlwollende Begleitung Gottes erinnern sollen.
Es ist noch mehr als "nur Liebe", es ist mehr als "nur Beistand und Be-Sorgen", es ist mehr als nur...
...das Gott mit uns schwanger geht.

Daran habe ich mich eben gerade erinnert, als ich überlegte, wie Gott einen Menschen überhaupt "begleitet" und "geleitet".
Seitdem ist mir der Begriff der Gnade noch lieber geworden, als er mir vorher schon war.

Und Holytux erinnerte einmal an das UnserVater von Mary Baker-Eddy:
Unser Vater, der Du bist in den Himmeln - unser VATER-MUTTER-GOTT; allharmonisch
Dein Name werde geheiligt - einzig Anbetungswürdiger...
usw.

sentimentale Grüße
agape
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Beitragvon agape » 28.09.2004, 12:34

http://www.theol.unibe.ch/ibw/schroer.html

Es handelt sich um die Theologin Silvia Schroer.


Sie hat mit Thomas Staubli das Buch geschrieben:

"Die Körpersymbolik der Bibel"

*hochspannend*
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Beitragvon agape » 28.09.2004, 13:12

Zeugnisse spätantiker Gnosis

Cemper, ich habe den Artikel herausgenommen.
Die Bleiwüste ist für das Forum wahrscheinlich zu groß.


agape
_________________


Zuletzt bearbeitet von agape am 28 Sep 2004 15:11, insgesamt 2-mal bearbeitet

Mindestens 200 x bearbeitet :mrgreen:
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Beitragvon sonnja » 29.09.2004, 06:25

Guten Morgen agape :) !

Ein schönes Thema. Ein schwieriges Thema. Ein Thema, das mich regelmäßig sprachlos werden läßt.

Wir sind geprägt von der uns bekannten Form des Christentums. Es macht einen großen Teil unserer Kultur aus. Und es ist (ganz milde ausgedrückt) männlich dominiert.

Ich kenne viele Christen, die glauben, dass der uns bekannte Teil der Bibel, der von Gott als "Heilige Schrift" gewollte Teil ist und der Rest nicht wichtig ist. Sonst hätte Gott dafür gesorgt, dass diese Schriften gefunden wurden oder nicht entfernt wurden wären... Mmmmh...

Das kann ich nicht glauben. Ich finde die gnostischen Evangelien und das Maria-Evangelium sehr interessant auch in Bezug auf die Frage nach der Weiblichkeit im Christentum.

Es ist schwer Gefühle in Worte zu fassen. Mir persönlich fehlt im Christentum seit langem etwas und ich habe das schon vor Jahren so ausgedrückt, dass mir die Weiblichkeit fehlt, ohne das wirklich in Worte fassen zu können. Oft kam dann die Frage, welcher Teil der Weiblichkeit: Das Verführerische? Das Mütterliche? Diese Frage, von Männern gestellt, wirft bei mir neue Fragen auf...

Mit Sicherheit ist klar, dass es nicht nicht darum geht, ob wir von dem Heiligen Geist oder von der Hagia Sophia sprechen. Genauso wenig, wie die Frage ob uns der Mond oder la lune (die Mondin) beeinflußt.

Für mich klar ist, dass dem Christentum etwas fehlt. Der weibliche Teil. Und ich werde in den nächsten Tagen versuchen, dass in Worte zu fassen. Hoffentlich gelingt es mir so, dass auch am Stammtisch verstanden wird, dass es hier nicht um fehlgeleitetes Emanzentum geht, sondern um die Frage, was wollte Jesus wirklich von uns.


:?:

Feminine Grüße,
Sonja
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Beitragvon agape » 29.09.2004, 08:03

Sonja:
Genauso wenig, wie die Frage ob uns der Mond oder la lune (die Mondin) beeinflußt.


Liebe Sonja :-),

so ist es.
Es geht bei den Begriffen wirklich nicht darum, mit welchem Artikel sie in welcher Sprache bedacht werden, sondern um ihre etymologische Bedeuteung.

Und wir als Christen haben es (eigentlich) mit Sprachen und Kulturen zu tun, zu denen wir heute in der westlich orientierten Welt so gut wie keinen Zugang haben.
Das könnten wir haben, haben wir aber nicht.
Ist vielleicht auch nicht weiter tragisch, weil ich denke, dass Jesus, wie Du auch fragst, was er denn wirklich von uns wollte, eine klare Aussage gemacht hat. Sie ist für mich immer noch klar. Wahrscheinlich deswegen, weil ich mich nicht mit der jüdischen und orientalischen Geschichte befasst habe. Sonst hätte ich wahrscheinlich ein echtes Problem mit der vermeintlich "richtigen Interpretation des Christentums".
So hoffe und glaube ich das "Beste" :).

Ich glaube an die Bergpredigt und an das große Gesetz der (Nächsten-)Liebe.
Ich sehe um Jesus herum Frauen und Männer, die nicht nur *mutig* waren, ihm Fragen zu stellen, sondern vor allem die, die ihn einfach gefragt haben, weil sie etwas *wissen* wollten.
Und sie haben sich selbst, wie ich es vestehe, als eine von Jesus aktivierte, nicht subversive Clique verstanden.
Das meine ich.

Bin sehr gespannt und freue mich auf Deine weiteren Einlassungen.

Liebe Grüße,
agape
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Beitragvon Cemper » 29.09.2004, 09:43

@ RANDNOTIZ

Sie sprachen eben am Männerstammtisch von "Kantine". Ist das ein neuap. Fachbegriff? Handelt es sich um die Gehilfin eines neuap. Kantors? Vielleicht darf ich - wie NED zu Determinismus/Parusie - um eine Aufklärug bitten.

C.
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Beitragvon Merlot » 29.09.2004, 10:49

@ Cemper: Warum antwortest Du Deiner geliebten Randnotiz dann nicht im Männerforum? Finde ich recht schwach, so einen ernst angelegten Thread durch solche alberenen Wortblödeleien zu unterbrechen. Das ist sonst nicht Dein Stil, oder?

Merlot
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Beitragvon Cemper » 29.09.2004, 11:09

@ Liebe MERLOT

Zum Männerforum habe ich keinen Zugang. Mit Stammtischen habe ich auch schlechte Erfahrungen. Vor einiger Zeit war ich mal an einem Stammtisch und habe so geredet, wie ich meistens rede. Und dann hat jemand (ich glaube ein Kraftfahrer) zu mir gesagt, dass er mir gleich "was in die F... hauen" würde, wenn ich noch lange so ...

Zu den "Wortblödeleien": Dazu werde ich in diesem Forum immer wieder verführt. Ich bin leider so veranlagt; aber ich hoffe, dass ich mich in noch erträglichen Grenzen bewege. Am Rande: Die Kantinengeschichte wird in ev. Kirchenmusikerkreisen immer wieder strapaziert: Der Kantor und die Kantine ...

Und zur Ernsthaftigkeit: Was glauben Sie, was hier passierte, wenn ich so ernsthaft würde, wie ich es eigentlich sein möchte und auch könnte? Eine kleine prophylaktische Anmerkung: Ich kann sehr ernsthaft-sachlich sein. Richtig sachlich. Erstens, zweitens, drittens ... Argument - Gegenargument - Schlussfolgerungen ... Das könnte im Interesse der Wahrheitsfindung schmerzhaft und lieblos wirken ... Sollen wir es mal versuchen? Sie antworten auf die Fragen, die ich eben tar_gawan zur neuap. Geschichtsschreibung gestellt habe ...

Liebe Grüße und die Bitte um Nachsicht

C.
Zuletzt geändert von Cemper am 29.09.2004, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
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